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Clara


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Donnerstag, März 4, 2024

"Laubketten", "Anispilze" und mehr


In der letzten Februarwoche kam einmal täglich für ein/zwei Stunden die Sonne heraus. Genau dann packte ich unsere vor Freude tanzende Clara ins Auto und wir fuhren zu unseren Lieblingswegen. Irgend etwas Besonderes entdecken wir dort fast immer :-)

Im Totengrund führte nur die Talrinne noch Wasser. Auf einem der Forstwege konnten wir erkennen, dass er vor Kurzem noch ein Wasserweg gewesen waren: die Laubblätter waren vom Wasserrand in Richtung der Strömung fein ordentlich zu Blätterketten aufgereiht worden. Sie sahen aus wie fein aufgefädelte Schmuckketten.

In einer spitzen Talkurve hatte all das Wasser einen Teich gebildet. In seiner Nähe roch es plötzlich intensiv nach Anis. Sehr erstaunlich!

Gaby, die Clara und mich begleitete, und ich schnupperten uns langsam aber sicher an die Duftquelle heran: alte, verrottete Baumpilze! Clara staunte, Schnuppern ist ihr Ding, aber sie schnuppert schließlich nicht allem nach, und Anis gehört nicht in ihr Interessengebiet!

Am nächsten Tag spazierte ich mit Clara durch das kleine Tal "Zur dicken Buche". Wir waren zuletzt Ende Januar hier gewesen, da standen viele der Bäume am Hang "auf der Kippe" (Beitrag siehe unten 1.2.24) - der erste davon lag jetzt gestürzt vor uns.

Der Hang hinter der Dicken Buche gehört zu Claras Lieblings-Rennstrecken. Runter geht sie in irrem Tempo, denn dort ist Platz genug, um keine Vollbremsung machen zu müssen.

Über den ganzen Talweg hinweg hatten sich aus den Bucheckern die zwei Keimblätter neuer Buchen heraus gewunden. Die ersten Weidenkätzchen zeigten vorsichtig ihr silbergrau glänzendes Fell :-). Welch üppiges Leben, dachte ich.

Wir waren länger nicht mehr bei den Blankenroder Bleikuhlen gewesen, also an einem der nächsten Tage hin, denn dort rennt Clara auch gerne ihre Runden über den huckeligen, mageren Moosboden !

Vom oberen Plateau geht eine steile Steintreppe runter. Die Steine waren bei diesem nassen Wetter etwas rutschig, also ging ich langsam hinab. Clara schmiss sich dagegen nahezu runter. Als sie sah, wie langsam ich ihr nachkam, sprang sie die Treppe wieder hoch - wohl um mich zu ermuntern ;-)

Mit wem ich auch sprach, allen ging das Dauerregenwetter auf´s Gemüt. Wie mir gesagt wurde, den Hunden auch. Ich nehme mal an, den Rehen, Hasen und Amseln ebenso...

Abends ging ich mit Clara noch mal raus. Zu meiner Überraschung hatte eine Orchidee, das Knabenkraut, schon Blätter getrieben! Und das Abendrot bei Vollmond versprach besseres Wetter :-)


Montag, März 4, 2024

Mittelalterliche Wehrhaftigkeit


Es regnete weiter.... Um asphaltierte Wege zu finden, die nicht primär der Land- oder Forstwirtschaft dienen, sah ich mir auf der Wanderkarte die stadtnahe Umgebung von Paderborn an. Am Lichtenturm, einem der spätmittelalterlichen Warten (altsächsich für Wachtürme), führt solch ein unverschlammter Weg vorbei.

Vom Turmplatz hat man einen sehr weiten Blick nach Osten. Für eine Wehranlage gut geeignet. Für Clara und mich war der Weg eher langweilig. Die Sicht war verhangen, man sah den Horizont und auch die Windräder nicht. Und es begann unserer Stimmung entsprechend wieder an zu regnen...

Wir gingen zum Auto zurück und fuhren auf Gut Glück ein bißchen weiter Richtung Ellertal. Dort fanden wir einen schönen Wanderweg bachaufwärts entlang des Ellerbachs, und die Schauer war auch vorbei :-)

Ein sanftes Tal, die Weiden blühten am Hang. Der Bach hat hier mehrere "Bachschwinden", auch Schwalglöcher oder Dolinen genannt. Nun, bei diesen Wassermassen strudelte der Bach über alle die Erdlöcher hinweg. Das Bachbett war vom Winterdauerregen randvoll, die Uferwiesen nass gesogen wie Watte.

Wir wanderten an den hinteren Weiden einer Alpakafarm vorbei, aber die Tiere sahen wir nicht. Sie waren wohl alle in den Scheunen untergebracht. Kälte vertragen diese südamerikanischen Kamele gut, aber wohl kaum solche Dauernässe. An der Hausseite der Farm waren wir im Sommer einmal vorbei kamen. Clara drehte den neugierigen, niedlich wirkenden Alpakas damals nur ihre Rückseite zu. Deren Geruch und Anblick scheint sie nicht zu bezaubern ;-)

Am nächsten Tag fuhr ich mit Clara - wieder in einer Regenpause - noch einmal zu gleichen Stelle am Ellerbach. Wir wanderten diesmal ein wenig bachabwärts.

Hier war der Talgrund etwas flacher und der Weg unmittelbar neben dem Bach. An den Sandschlieren auf den tieferen Stellen des Asphaltwegs erkennt man, dass das Wasser hier noch vor Kurzem den Weg überschwemmt hatte.

Auf der Rückfahrt nach Hause machten wir in Dörenhagen an der alten Wehrkirche halt.

Sie ist die einzige dieser Art in unserer Gegend, die erhalten ist. Sie ist so dick gemauert wie eine kleine Burg und liegt auf Grund ihres Alters vielleicht 2 Meter tiefer als die schönen Höfe an ihrer Seite. Im Laufe der Jahrhunderte erhöht sich der Boden durch diverse Ablagerungen, deshalb graben Archäologen ihre Funde fast immer aus.

Clara gefiel es hier weniger, sie ist ein Kulturbanause ;-)


Freitag, März 1, 2024

Kapelle "Zur hilligen Seele" und

ein zerschossenes Tanklager aus dem WW2


Das Wetter blieb Mitte Februar weiter nass und nässer. Deshalb suchte ich für Clara und mich in der WanderApp Komoot nur Ziele mit festen Wegen, auf denen auch keine Trecker alles verschlammt haben würden. Die Walfahrtskapelle "Zur hilligen Seele" bei Dörenhagen war solch ein Ziel. Und mir gefiel ihr volkstümlicher Name.

Am Weg neben der Kapelle stand ein zum Shop umgestalteter Bauwagen mit dem "Honigautomaten" eines einheimischen Imkers. Clara gefiel das nicht: Bauwagen bleibt Bauwagen, und zu so einem gehören abschreckende Großgeräte, wie sie aus Erfahrung weiß!

Clara weigerte sich ihm näher zu kommen. Beim dicken Baum mit wunderschönen Frühlingsblumen um seinen Stamm herum blieb sie abwartend stehen und ich ging mit ihr gleich weiter zur wirklich idyllisch gelegenen, alten Kapelle, deren Chor im Kern romanisch (10. bis 13. Jahrhundert) ist.

Der uralte Baum neben der Kapelle erschien mir wie ein Naturdenkmal neben einem Kulturdenkmal. Diese Gemeinsamkeit wirkte stimmig, sie gefiel mich.

Die Kapelle war offen, aber Clara wollte partout nicht mit ins Dunkle hinein. Für mich hatte das schlichte Innere mit dem dunklen Chor im Hintergrund etwas Schönes an sich.

Wir spazierten dann über den alten Pilgerweg durch den Wald und Clara genoß endlich unseren Ausflug uneingeschränkt :-)


Am nächsten Tag fuhr ich mit Clara in einer Regenpause nach Herbram-Wald zum "Archäologischen" Pfad. Ich erwartete irgendwelche Ausgrabungen aus dem Mittelalter - aber es handelte sich um die zerbombten Reste eines Tanklagers aus dem 2. Weltkrieg.

Erst 80 Jahre her, und würde Russland die Ukraine nicht seit 2 Jahren mit Krieg überziehen, hätte ich mir dies Elend - als in Europa ausgestanden - gar nicht angesehen.

Rechts und links des Pfades waren Bombenkrater, kaum ein paar Meter nebeneinander. Ich hätte hier keine Möglichkeit gehabt dem Tod zu entfliehen, dachte ich entsetzt.

Clara gefiel unser Rundweg, denn das Land war hier verwildert. Und ich dachte über die "Hillige Seele" des Menschen nach.


Mittwoch, Februar 28, 2024

Faszination Wald


Am nächsten Tag, es war der Rosenmontag, fuhr ich mit Clara zum Hexenplatz auf der Höhe hinter Atteln. Dieses Jahr hatte meine Karnevallaune einen zynischen Beigeschmack: 1611 wurden hier zum letzten Mal Frauen als Hexen verbrannt. Heute ist dieser Platz Teil eines verwildeten Waldstreifens mit dichtem Buchenforst dahinter.

Hier standen keine mächtigen alten Bäume, die Platz geschaffen hatten, sondern mittelalte Buchen waren gefällt worden. Noch ganz kleine Buchensprößlinge wuchsen rundherum. Viel Astwerk war zwischendrin zu Haufen zusammengelegt worden. Eine Jagdkanzel stand am Rande.

Clara freute sich, hier konnte sie rumrennen und viele rumliegende Äste überspringen. Das nasse Wetter des ganzen Winters hatte für prächtiges Mooswachstum gesorgt, aber das interessierte sie weniger ;-).

Ich hatte mich auf einen nicht ganz zubemoosten Baumstumpf gesetzt und Clara bei ihrer konzentrierten Inspektion des Platzes beobachtet. Als sie meinte alles Wichtige des Platzes wahrgenommen und gewichtet zu haben, wollte sie mit mir "Bulldog" spielen :-)

Am nächsten Tag fuhr ich mit Clara in einer Regenpause wieder auf eine der Höhen, diesmal bei der Vienenburg.

Der Wald dort steht unter Naturschutz und wird nur sehr zurückhaltend beforstet. Wir waren den Forstweg durch ihn hindurch früher gelegentlich gewandert, waren aber wegen der breiten, von Brombeergestrüpp völlig überwucherten und meist Wasser führenden Seitengräben nie hinein gegangen. Diesmal suchten und fanden wir eine gute Zugangsmöglichkeit. Der Boden unter dem Laub war tief matschig, also keine tolle Rennbahn, wie Clara gleich feststellte.

Dieser Wald offenbarte sich als fast so wild und undurchdringlich, wie die Wälder der Grimmmschen Märchen.

Dieser Wald wurde wirklich in hohem Maße sich selbst und der Natur überlassenen.

Die Bäume, meist Buchen, machten den Eindruck von Großfamilien: Uralte gestürzte und alte stämmige waren umringt von Spößlinge und Erwachenen aller Altersstufen. Verrottete, schon erdhafte Stämme und bizarre, hohe Bruchstümpfe betonten die Zeitlosigkeit eines Waldes.

Clara bestaunte die riesigen, hochragenden Wurzelteller am Ende von mächtigen, langen Stämmen umgestürzter Bäume. Wir beide stapften durch den eingeweichten Boden zwischen jungen Buchen und Wildschweinspuren herum. Es waren riesige Bäume, die hier seit Jahren vom Regen ausgeschwemmt oder vom Sturm gebrochen und gefallen waren!

Ich glaube Clara erlebte diesen alten Wald als gewaltig und für ihre Nase und Augen ähnlich an- und aufregend wie ich :-)

Mich faszinieren solche Wälder in ihrer Lebendigkeit. Das Ökosystem "Wald" erhält sich selbst perfekt.


Sonntag, Februar 25, 2024

Nasse Täler, deshalb auf in die höheren

Wälder


Gegen Mitte Februar kam die Sonne zwischen Regenschauern häufiger heraus, ich hatte Lust mal wieder an der Sauer zu spazieren. Das Winterhochwasser würde dort inzwischen die Uferwege frei gegeben haben.

Am Lichtenauer Dorfende kam uns ein Kleintrecker mit Schaufelwerk aus dem Tal entgegen. Der alte Mann darin hatte gerade den Talweg sauber geräumt. Er warnte mich vor einem "Bösen Mann", der keine Wanderer auf seiner Wiese sehen wolle und deshalb zwei Rottweiler zum Vertreiben hätte. Er sagte dann besänftigend, die Hunde würden dem Mann aber aufs Wort gehorchen. Ich solle besser nicht über die kleine Stahlbrücke auf seine Wiese gehen. Der Wanderweg sei öffentlich, aber der Bauer eben anderer Meinung. Ich bedankte mich bei dem liebenswürdigen alten Mann für die Warnung. Dieser Seitenweg auf der anderen Sauerseite hatte mich noch nie verlockt, eben weil er schon von dort erkennbar direkt an einem Hof vorbeiführt.

Das Bachbett ist hier im Tal am alten Postweg meistens tief, gelegentlich aber auch flach sich ausbreitend. Das Wasser füllte sein Bett wegen des häufigen Nieselns und der Schauern immer noch voll aus. Den Spuren nach hatte es nach den Dezemberregen teilweise den Weg und die Wiesen aber weiträumig überflutet.

Die Erde war noch überall sehr schlammig, die Uferwiesen standen meist im Wasserbett.

Clara zeigte mir durch ihr relativ lustloses Vorwärtstrotten deulich, dass sie lieber im Wald kreuz und quer rumlaufen würde. Also tat ich ihr am nächsten Tag diesen Gefallen.

Wir fuhren nach einem verregneten Vormittag bei Sonne in die Wälder auf der Hegge. Dort gibt es zwar keine alten Eichen mit ihren Spielräumen darunter, dafür war der Wald aber streckenweise gelichtet worden. Deshalb kann man dort immer wieder mal einen Renn- und Tobeplatz um die Baumstümpfe herum finden.

Kurz vor Lichtenau sah ich am Ende eines Forstweges einen ausgedünnten Waldstreifen, wir wanderten entlang eines verwilderten Kahlschlaggebietes hin. Ja, hier konnte Clara nach Herzenslust rumtoben!

Clara wollte mich in ihren Begeisterungsrausch reinziehen: sie versuchte mich zu einem kleinen Schaukampf zu animieren. Als ich nicht gleich reagierte ging sie zu "Füßebeißen" über, das heißt sie zog an den Schnürriemen meiner Stiefel, damit ich in Bewegung kam.

Natürlich konnte ich ihrem Bulldog-Charme nicht widerstehen. Ich nahm einen abgebrochenen Ast und hielt ihn ihr hin. Sie packte ihn und zog gewaltig daran. Sie ist stärker als ich - als sie ihn mir abgerunden hatte ließ sie ihn fallen und sah mich an: "Noch mal !" Wir wiederholten das Spiel mit verschieden dicken Stöcken.

Clara war selig. Was gibt es Schöneres als selbstvergessen zu spielen! Das gilt auch für mich :-)


Donnerstag, Februar 22, 2024

Clara wittert das nahende Winterende :-)


Zum Februar hin wurde das Wetter etwas sonniger und wärmer. Das Sonnenlicht machte nicht nur mir, sondern auch eindeutig Clara gute Laune.

Wir spazierten seit Herbst erstmalig wieder auf der Kante des Steilhanges zum Altenautal entlang der Kahlen Platte, im Volksmund "Himmel" genannt: Ehemals ein heidnischer und heute ein christlicher Kultplatz. Die Weihnachtsbäume waren für das kommende Osterfeuer schon aufgestapelt. Ein riesiges Kreuz wird dann noch daneben aufgebaut.

Die Tradition, dass Essen zu kultischen Feiern gehört, bezeugt sogar das christliche Abendmahl. Jedenfalls gibt es hier oben im "Himmel" einen beliebten Picknikplatz. Im Herbst hatten wir daneben angekohlte Astreste eines Lagerfeuers gesehen. Für mich hatten die Dezemberregen alle Spuren davon weggespült - für Claras Nase aber offensichtlich nicht gründlich genug :-).

Einer meiner Lieblingswege führt auch entlang einer Waldkante, dem Puttenholz. Als die Sonne Anfang Februar spätmorgens ein Loch in die Wolkendecke zu brennen begann, brach ich mit Clara dorthin auf.

Clara zeigte, seit es nicht mehr so dunkel, nass und kalt war, durch ihr Rumtanzen auffallend gute Laune draußen in der Natur. Ich glaube wie die Wildtiere spürt sie das Winterende nahen.

Erste Frühlingsboten ließ Göttin Flora sprießen, im Garten die Hamamelis Zaubernuß und die Christrose. In der Flur blüten erste Weidenkätzchen über Schneeglöckchen und im Wald zeigten die ersten Roten Prachtbecherlinge ihre noch winzigen Kelche.

Das Wetter war Anfang Februar zwar wechselhaft, aber überwiegend nieselig. Clara war weiterhin in aufgekratzter Vorfrühlingsstimmung, jedenfalls ausgeprägter als ich.

Sie sprang mich einmal aus heiterem Himmel zum Spielen an. Ich warf einen Stock für sie hoch und weit weg. Aber sie ignorierte ihn... Naja, einem Tier oder Stock nachzulaufen war noch nie ihr Ding gewesen. Trotzdem wollte ich es wiederholen. Ich dachte vielleicht bekommt sie ja doch noch Spaß daran, so wie jeder Hund.

Bevor ich den neuen Stock werfen konnte, hatte sie ihn schon blitzschnell am anderen Ende gepackt und zog gewaltig daran. Ich verstand: "Neli, irgendetwas nachzujagen ist öde. Aber um etwas zu kämpfen, das ist ein aufregender Spaß!" Eine Bulldogge eben :-)


Eva, Frauchen von Clara´s Urlaubsfreund Scotch, schickte uns wieder liebe Grüße aus Bayern. Der alte Scotch zeigt mit diesen Bildern das andere Ende des so faszinierenden Bulldogtemperamentes: GEMÜT PUR !


Montag, Februar 19, 2024

Ein besonders schöner Tag im Wald


Die Sonne erhellte zum Januarende für weitere Tage Land und Stimmung. Ich fuhr mit Clara wieder auf die weitläufigen Blankenroder Bergeshöhen. Eine erste Etappe machten wir, wo der Glasebach sich aus dem Sumpf heraus nach und nach zu einem Bach formiert, in dem sich der blaue Himmel manchmal spiegelte.

Es war ein kalter Tag, Eis und Raureif glitzerte immer wieder mal am Wegrand auf. Das Gelände war hier im Wasser stehender Auwald, deshalb blieben wir nach ein paar Testschritten auf dem Forstweg.

Aber schon bald fuhren wir weiter hoch, denn ich wollte mit und für Clara ein trockenerdiges Waldstück zum Rumtollen finden. Einen Wald, wie er Naturvorbild für Kinderspielplätze ist. An der Abbiegung bei einer vergessenen, bemoosten Bank begann ein Weg entlang eines solchen Waldstückes.

Bald kamen wir zu einem solchen Platz unter einer mächtigen, alten Eiche. Ihre in den Jahren abgebrochenen Äste waren eine Kletterchance! Clara donnerte los :-)

Ich sehe ihr unendlich gerne zu, wenn sie vor Lebensfreude fast explodiert :-)

Wir stapften weiter in den Wald hinein. Clara drehte zwischendurch noch ein paar mehr Lustrunden. Ihr Adrenalinrausch steckte mich sozusagen an - bis ich nicht mehr wußte wo genau unser Weg war. Naja, die Sonne half bei der Orientierung ;-)

Dann gingen wir den Weg weiter. Clara explorierte überwiegend an der Waldkantenseite. Die mit Gestrüpp fast zugewachsene Schonung an der anderen Wegseite verlockte weder sie noch mich.

Die Sonne sank bald tiefer, wir fuhren zurück an der aufregend wilden Steilkante zum Altenautal vorbei. An solchen Tagen kann ich die Welt nur lieben :-)


Freitag, Februar 16, 2024

Eine Sturmfront, dann strahlendes

Wintersonnenwetter


Da Clara in den letzten Tagen im wilden und steilen Totengrund nicht ungebremst lostoben konnte, fuhr ich mit ihr zu ihrem Lieblings-Spielwald am Schwarzen Bruch. Es herrschte bei uns zuhause im Tal starker Wind, aber als wir dort auf der Hochfläche aus dem Auto stiegen, blies es mich fast um.

Clara weigerte sich in den alten Eichen- und Buchenwaldstreifen tiefer hinein zu gehen. Sie blieb einfach stehen!

Ich wunderte mich zunächst, aber dann gab ich ihr Recht: das war bei diesem Sturmwind ziemlich gefährlich, uns könnte sehr leicht ein dicker Ast um den Kopf fliegen. Ich vertraue ihrem Naturinstinkt, wir fuhren nach Hause, denn auch auf dem Waldrandweg brauste, krachte und knackte es in den alten Bäumen neben uns.

Am nächsten Morgen strahlte über dem Frühdunst schon ein blauer Himmel. Es war kalt, der Tag wurde herrlich klar und sonnig werden. Ein Januartag, wie von uns erträumt. Clara streifte länger als sonst in den letzten Wochen in ihrem Garten herum.

Ich beschloß mit ihr in den weitgehend naturbelassenen Eichen- und Buchenwald beim Tierpark Willedadessen zu fahren.

Wir folgten den Wegen entlang eines Waldbaches, der aus Quellen gespeist wird und nicht nur nach Regen Wasser führt. Im Sommer füllt er ein Tretbecken, das Wanderer und Radfahrer gerne nutzen.

Dieser Wald ist bei Einheimischen wie bei Touristen beliebt. Clara schnupperte viele Hundespuren, die sie natürlich übermarkieren mußte :-)

Der Himmel strahlte in einem Blau, das nicht nur aus sachlichen Gründen als himmlich empfunden wird :-)

Ich fuhr mit Clara über die Blankenroder Höhe zurück. In diesen Wäldern begegnen wir ganz selten anderen Menschen. Ich liebe die Einsamkeit in der Natur. Und Clara war begeistert über einen zweiten Ausflug, anstatt gleich nach Hause zu kommen.

Hier auf der Höhe war es deutlich kälter als im Willebadessener Tal. Es wuchsen viele Fichten unter den Buchen und Lärchen nach. Im Schatten waren die Pfützen unter wunderbar ausgeformten Strahlenkränzen zugeeist.

Die Sonne beherrschte diesen Tag. Sie freute und bannte unsere Herzen - sogar die Handykamera registrierte das :-)


Dienstag, Februar 13, 2024

Regenwasser formt(e) den Totengrund


Gegen Ende Januar konnte man die Spuren der Dezember-Überschwemmung besonders im weitgehend ursprünglich gelassenen Totengrund bestaunen. Das meiste Wasser war inzwischen abgeflossen. Wasser hatte das Tal geschaffen - und formt es weiter.

Clara und ich fuhren an drei regenarmen Tagen hintereinander zu diesem bezaubernd verwilderten Tal, jedes mal einen anderen Abschnitt durchstöbernd.

Ein Wasserloch zeigte am ersten und auch noch am zweiten dieser Tage seine zerbrochene Eisdecke. Nebenarme in flacherem Grund waren mit stehendem Wasser gefüllt, an steilen Stellen floss es sogar noch munter.

Die Wasserabläufe waren alle durch die starke Flut von sich sammelndem Regenwasser verbreitert worden. Ganze Neuarme hatten sich zudem gebildet. Viele Bäume waren umgekippt, weil ihre Wurzeln aus dem Grund rausgespült worden waren. Manche standen noch, aber verdächtig schief...

Clara und ich gingen vorsichtig und staunend entlang einiger hoher Uferkanten. Ich war fasziniert von den sichtbar gewordenen Wurzeln: wie urzeitliche Klauenwesen hielten sie sich erfolgreich im Rest des Bodens festgekrallt, der ihnen geblieben war.

An manchen Stellen kamen wir bis an den steinigen Bachgrund. Überwiegend war der Grund aber noch verschlammt und pfützig. Hier gefiel es Clara und mir weniger :-)

Wurde uns das Gelände zu steil, so wichen wir auf terrassenartige Zwischenhöhen aus; an einigen Stellen sogar auf den asphaltierten Forstweg in halber Höhe des Tals.

Am späten Nachmuttag des dritten Tages fanden wir nirgendwo mehr Wasser. Die Reste waren im dunklen Humus der nun überall tiefer und breiter ausgewaschenen erdigen Bachabschnitte versackt. An anderen Stellen war es im karstigen Untergrund des Bachbettes verschwunden.

Es waren abenteuerliche Unternehmen hier im Totental. Wir waren danach jedesmal zufrieden - und hungrig :-)


Samstag, Februar 10, 2024

Das war´s erst mal mit dem Winter...


Der letzte der Schneetage fiel auf einen Sonntag. Clara und ich trafen auf dem Henglarner Nordhang auf eine Gruppe lachender junger Leute, die ihre Schlitten an starken Bändern hinter einen Tecker spannten. Sie starteten bei einem Riesen-Schneemann mit seinem Nachwuchs, der das Tal überwachte :-)

Clara war anders als ich überhaupt nicht von dieser Begegnung angetan! Sie hätte Pferden den absoluten Vorzug gegenüber diesem stinkenden, lautem Ungestüm gegeben!

Ich mußte sie an der Leine festhalten, sonst wäre sie auf Sicherheitsabstand weggerannt.

Sie blieb nervös, auch als die Trecker-Schlittengruppe schon abgebogen war. Ich glaube, sie befürchtete in meinem Spaß an der Begegnung könnte ich auf die Idee kommen zu fragen, ob ich auch mal mitfahren dürfe... sie kann zu oft meine Gedanken lesen :-)

Über Nacht war aller Schnee im Regen geschmolzen, starker Wind beherrschte den Tag. Ich fuhr mit Clara auf die Höhe zum Puttenholz bei Haaren - unvereist war der Landwirtschaftsweg dorthin wieder befahrbar.

Der Wind brauste hier so laut durch die Bäume, dass ich mein eigenes Wort nicht verstand. Ich liebe solchen Wind, es ist ein Energiebad :-)

Ich überlegte kurz, ob der Weg wegen möglichem weiterem Baumbruch zu gefährlich sei. Aber nein, ich fühlte mich sicher. Und Clara offensichtlich auch. Sie riecht Gefahr (oder auch nur Unbill) lange vor mir.

Der Waldboden duftete nach Erde und altem Holz - für Clara nach Vielem mehr. Und an diesem Tag waren meine Rückenprobleme wie weggeblasen :-)


Mittwoch, Februar 7, 2024

Weitere weiße Wintertage


Der Schnee blieb noch weitere Tage liegen - so wie es sich für einen anständigen Januar gehört ;-). Im Garten sahen wir jeden Morgen Spuren auf unserem zugefrorenen kleinen Teich. Ich dachte, dass vielleicht die wilde graue Katze, wenn ihre Vertreiberin Clara schläft, an die Goldfischen ran zu kommen versucht.

Vom Fenster aus rätselten Stu und ich, wie und wo sie auf den Teich gekommen war - keine Spuren zeigten einen solchen Weg. Als ich rausging sah ich die Antwort.

Am einem dieser Tage spazierten Clara und ich am frühen Nachmittag entlang der Kante des steilen Nordhanges oberhalb unseres Dorfes. Clara donnerte gleich los vor Freude. Das schöne Wetter machte auch ihr gute Laune :-)

Die Baumstämme auf der Hangkante ließen uns in der tief stehenden Sonne wie durch Schattenspiele laufen.

Eine Buche am Wegrand hatte zwei Mini-Feenbrücken entwickelt und sozusagen zwei Fenster damit gebaut. Es ist für mich immer eine Freude, so etwas zu entdecken :-)

Kaum zu glauben, am nächsten Tag strahlte die Sonne über Stunden :-)))

Ich fuhr mit Clara zu ihrer kleinen Quelle am Holtheimer Bach. In den Schneewiesen würde ihr Wasserlauf besser als je zu erkennen sein. Sie rannte so schnell sie konnte aus Begeisterung wieder vor. Nach einer kleinen Weile kam sie zurück und trottete dann weiter geduldig neben mir her.

Unsere Quelle verriet sich schon von Weitem durch das breite grüne, geschwungene Band im Schnee, das von ihr ausging.

Ich war überrascht, wie viel Wasser sie aus ihrer vielleicht 15 cm Durchmesser großen Erdöffnung raussprudelt.

Über unseren Weg liefen viele Tierspuren, aber Clara beschnupperte die nicht weiter... Einge waren auch für mich erkennbar nicht mehr frisch. Der Schnee knirschte unter meinen Stiefeln, der Bach rauschte leise, sonst war alles still.

Eine Überraschung war das Halo am blendend hellen Himmel. Es sah aus wie ein senkrecht stehender Regenbogen - war aber keiner. Nicht Regen, sondern Eiskristelle in hohen Zirruswolken reflektieren so Sonnenlicht. Es begleitete uns den ganz Weg über.


Sonntag, Februar 4, 2024

Schnee in Hülle und Fülle - sogar im Tal


Die ganze nächste Nacht schneite es durch. Morgens war sogar der Platz unter unserer riesigen Tanne weiß bedeckt. Clara hinterließ schöne Spuren :-)

Mittags kam die Sonne immer wieder mal zwischen den Wolken durch. Wir spazierten zum Dorfquellteich. So eingeschneit erlebt man ihn längst nicht mehr in jedem Winter.

Hier sind oft Hundeleute unterwegs. Clara widmete sich manchen Markierungen wirklich intensiv. Wir waren rechtzeitig dort: bald würden Kinder mit ihren Schlitten kommen.

Gestrüpp und Bäume wachsen dicht rund um den sich zergliedernden Quellteich. Die Kopfweiden an den Wasserrändern wirkten wie riesige Besenköpfe. Überhaupt sah es hier wie in einer Korbflechter Vorratsanlage aus ;-)...

Enten sahen wir zu meiner Überraschung nicht mehr auf dem Wasser. Vielleicht waren es die hiesigen, welche sich jetzt auf den Überflutungsteichen tummelten. Wir sahen auch keine Reiher am Wasser, von denen seit dem Hochwasser viele auf den Wiesen stehen. Für Clara schien es relevanter zu sein, dass vom Dorf her Hundegebell erklang!

Auf unserem Rückweg blendete uns die Sonne hin und wieder. Durch die dunklen Wolken hindurch scheinend hätte sie auch der Mond sein können :-) Ein schöner Wintertag.


Donnerstag, Februar 1, 2024

Schnee in nasser Kälte


Nach den Glatteistagen Mitte Januar schneite es 2 Tage lang, 10 cm hoch lag der Schnee in unserem Garten, doppelt so hoch in der Egge östlich von uns. Die Temperaturen schwankten um die - 3 Grad. Es herrschte weiter nasse Kälte. Ich vermisste die klaren, kalten Sonnentage, die der Januar früher oft brachte.

Bei diesem Wetter hatte ich eine fiebrige Grippe eingefangen, fuhr aber mit Clara trotzdem los zum Meerhofer Wald. Schnee ist selten bei uns geworden, ich wollte den verschneiten Wald nicht verpassen. Und Clara tanzt sowieso vor Glück um mich und ihr Halsband herum, wenn es raus ins Land geht. Hat sie es an, dann wird Stu umtanzt :-)

Das Fahren auf Schnee hatte ich noch nicht verlernt, trotzdem verunsicherte mich das gelegentliche Rutschen. Am Wegesrand im Neuschnee mit vermutlich Eis darunter zu parken traute ich mich nicht. Ich fand eine Parkmöglichkeit, wo ein Trecker den Schnee schon verfestigt hatte.

Es war windstill, wohl jede Schneeflocke war auf jedem Ästchen liegen geblieben. Eine so schöne, filigarne, aber auch verletztliche Zauberwelt!

Clara war glücklich, verschwand erst mal kurz im Wald einer offensichtlich verführerischen Spur nach. Dann lief sie den Weg vorraus - deutlich zügiger als ich etwas schwer atmend mitkam. Diese nasse Kälte... trotz Grippe war ich aber froh raus gefahren zu sein.

Ich beschloß schon bald zurück nach Hause zu fahren. Fühlte mich noch nicht von der Grippe kuriert, und Unvernunft zahlt sich nicht aus!

Der Schnee hielt sich. Am nächsten Tag war ich wieder fieberfrei. Ich fuhr mit Clara zum abseits liegenden Birkenhof im Nachbardorf, denn dort wird der Parklatz schneefrei gehalten.

Es herrschte Bodenfrost, deshalb wollte ich mit Clara querfeldein gehen, was wir beide lieben. Aber ich hatte mich getäuscht. Der Feldboden bestand jetzt nur aus steinharten Brocken - wenn man nicht aufpasste, könnte man heftig umknicken und fallen. Clara versuchte erst gar nicht loszurennen... kluges Mädchen :-)

Es machte hier keinen Spaß. Ich ging zurück und beschloß stattdessen vom Parkplatz an der Altenau in Henglarn aus an deren Ufer entlang über die Weiden zu laufen. Ich wollte mir die noch vor zwei Wochen überschwemmten Uferkanten ansehen. Ich sah seit Jahren einmal wieder gefrorene Tropfen :-)

Die alten Uferwände waren ausgewaschen. Ich sah jetzt, dass unter der weggespülten Erd- und Grasdecke sowie dem weggeschwemmten Gebüsch irgendwann mal Steinmauern als Befestigung angelegt worden waren. Die vielen Drainagerohre ins Bachbett aus dem bebauten Hang gegenüber der Auenweiden überraschten mich auch. In und unter dem Ufergebüsch waren sie mir nie so aufgefallen. Immerhin hielten sie auch unser Haus beim weihnachtlichen Hochwasser trocken.

Clara intessierte sich mehr dafür, was im gefrorenen Morast der überschwemmt gewesenen Wiese vielleicht zu entdecken sei :-)


Sonntag, Januar 28, 2024

Die kleinen Bäche leerten sich schon wieder


Durch das Tal der Dicken Buche war ein breiter Regenbach über die Felder abgeflossen, wie man von der Straße hatte sehen können. Ich vermutete, dass der schon wieder leer sei und fuhr mit Clara hin. Es war immer noch eisekalt und sonnig. Wir parkten an der Hütte vom Wandererverein, ab hier beginnt das schnell enger werdende Tal.

Das Tal verengt und vertieft sich schnell, das Wasser fließt dadurch stürmischer. Sein hier steilrandiges Bachbett zeugt davon. Clara findet es immer untersuchenswert, was das Wasser so alles ausgespült, herunter gerissen und mit sich fortgetragen hat.

Die Regenfluten hatten viele starke Bäume am Steilhang entwurzelt, das heißt die Wurzelballen ausgeschwemmt.

Kurz vor der Dicken Buche wurde dieses Winterbachbett steiniger, unebener und lag stellenweise fast zwei Meter tief. Eisplatten schmückten den trockenen Grund und Eiszapfen die Stufungen. Eine kristalline Pracht.

In der Natur liebt Clara kleinere Herausforderungen. In der zivilisierten Welt aber überhaupt nicht ! Sie ist ein dominizierter Wolf, der sein weiches Bett und das Gefüttertwerden liebt. Sein Menschenrudel auch - aber das ist es schon. In der Natur blüht sie auf - ich übrigens auch :-)

Mitte Januar taute alles bei um die 0 Grad herum. Wir hatten extremes Glatteis.

Nachdem ich gleich vor unserer Haustüre hart auf dem Po gelandet war, verließen wir für zwei Tage das Haus nicht mehr. Clara beschloß das Beste daraus zu machen :-)


Donnerstag, Januar 25, 2024

Das Menthal


Die Menn ist ein größerer Regenabfußbach - wenn es denn Regen gab. Sonst ist sie eine Trockenrinne in einem romatischen, stillen Tal bei Henglarn. Hier mündet sie in die Altenau. Die Hochwasser der weihnachtlichen Regenzeit zogen sich zurück. Die Menn führte nur noch gemäßigt Wasser.

Das kalte Wetter hielt sich für einige Tage, der Schnee gefror zu körnigen Kristallen. Der Forstweg entlang der Menn würde hart gefroren und somit gut zu belaufen sein. Es war einer dieser schönen, klaren Wintertage. Gegen Mittag fuhr ich mit Clara ans Dorfende hin.

Das Tal steigt langsam an und wird breiter, bis es sich später wieder zu einer wilden Gesteinsschlucht verengt. An dieser Stelle fließt ein Regenbach aus einer Nachbarschlucht hinzu. Dort liegen immer gebrochene und ausgeschwemmte Bäume herum, die Szene könnte von Caspar David Friedrich gemalt sein.

An diesem Zusammenfluß geht es über einen steilen Trampelpfad runter ans Wasser. Auch nach vielen Monaten weiß Clara noch genau, welche Pfade sie einmal ging. Sie bog zielsicher auf den kaum erkennbaren Trampelpfad zum Wasser runter ein.

An den zwei kleinen Steilstellen wartete sie kurz und beurteilte diese dann als begeh- oder springbar. Sie stellte nur kurz sicher, ob ich das genauso sehe :-).

Ich hatte zwar an diesem Tag ziemliche Rückenschmerzen, aber runter ins wilde Bachbett wollte ich doch. Wildnis atmen :-)

Über den ganzen Rückweg hinweg machte ich immer wieder Pausen, um mich abzustützen und den Rücken zu entspannen. Clara läuft dann nicht rum, sondern bleibt ruhig bei mir stehen, bis ich weiter gehe. Sie behält mich stets im Auge und Ohr.

Die Menn entspringt nicht in einer Quelle, sie bildet sich in den Weidegebieten des Ottergrundes bei Helmern aus Regenlaachen heraus. Am nächsten Nachmittag fuhr ich mit Clara zu der Stelle, wo die Menn in die Gesteinsschlucht nach Henglarn eindringt.

Mein Rücken machte immer noch etwas Probleme, deshalb gingen wir nicht den wilden Schluchtweg, sondern bachaufwärts durch den sanften Ottergrund. Hier floß nur noch sehr wenig, ganz ruhiges Wasser, sodaß sich darüber eine Eisschicht hatte bilden können. Eine klare, friedliche Welt in tief stehender Wintersonne :-)


Montag, Januar 22, 2024

Es wurde kälter und trockener


Es war trockene Kälte angesagt worden... abwarten, dachte ich aus Erfahrung.

Jedenfalls wurde es nebelig, oder die Wolken lagen auf der Erde auf. Den ganzen Tag über blieb es dabei. Ich fuhr mit Clara zum Piepenteich - die Straße war nicht mehr überflutet, die Wasser stark gesunken. Es machte uns kein Regen mehr nass, dafür feuchtete die Nebelluft uns gründlich ein. Clara erledigte ihr Big Business, dann sah sie sich lustlos um...

Am nächsten Morgen staunte ich, mit Schnee im Garten hatte ich bei uns im Tal nicht gerechnet! Wohin Clara und mein Tagestrip gehen würde war klar: entlang am Altenau-Quellbach auf die Blankenroder Bergeshöhe :-)

Clara hatte ihren Spaß durch den hier verwilderten Wald zu laufen. Mir kam es kälter vor, als es tatsächlich war. Keine Pfütze trug auch nur eine hauchdünne Eisschicht.

Am nächsten Tag war es tatsächlich kalt: -5 Grad und die Sonne kam hervor! Ich freute mich und fuhr mit Clara in die Egge hinter Altenbeken. Dort reichen die Berghöhen mit ihren Wäldern etwas höher und manche Schluchten sind wilder als bei uns im Lichtenauer Teil der Egge. Der Boden würde fest gefroren, trocken und somit gut zu begehen sein.

Clara rannte los, sie freute sich! Sie freute sich so sehr, dass sie sich mitten auf dem eisverklumpten, alles andere als weichgrundigen Weg auf den Rücken warf und sich bei einem dicken Grasbüschel rummrollte und vor Wonne grunzte ;-)

Wir gingen nicht mehr weit, denn ich bekam eiskalte Zehen... Hatte zwar dicke Schuhe, aber nur dünne Socken an :-(... Wir fuhren zurück.

Der Weg führt durch Dahl, und dort direkt vorbei am Skulpturenpfad in einem Buchenforst. Dort waren wir Monate nicht mehr gewesen, weil ich Forste im Gegensatz zu Wäldern nicht liebe. Aber die Waldklanghütte mit der Holzstangenmusik lohnt sich immer wieder mal, dachte ich. Meine Füße waren inzwischen angenehm erwärmt, also nochmal los, damit Clara ihren Winterspaß hat :-)

Wir waren kurz vor der Abbiegung des Trampelpfades zur hölzernen Klangwelt, und Clara erstaunte mich: sie lief vor und bog dort ab! Entweder sie erinnerte sich an ihren einzigen Besuch hier vor mehr als einem Jahr, oder sie hatte meine Gedanken gelesen!

Ich schlug diese tönenden Holzstöcke, sie brummten, dröhnten hoch oder tief weit in den Wald hinein. Clara rannte diesmal nicht erschrocken weg, sie blieb einfach nur stehen und wartete ruhig ab, bis es wieder still im Wald war :-)

Meine Füße waren wieder eisig kalt geworden, so gingen wir den Pfad nicht weiter sondern zurück zum Parkplatz. Bei unserem Weg nach Hause fuhren wir über die wieder geöffnete Straße am Ebbinghausener Überlaufbecken vorbei. Ich war baff, welche großen Treibhölzer die Flut auf den Weiden zurück gelassen hatte. Ganze Stämme waren dabei. Das Wasser hatte sie entwurzelt.


Freitag, Januar 19, 2024

Das neue Jahr startete mit zwei

regenfreien Tagen, dann wieder Regen...


Ab Neujahr sanken die Hochwasser für zwei Tage. Ich war erstaunt wie schnell das geht, wenn es mal nicht regnet. Zurück ließen die Fluten verschlammte Landstreifen. Clara und ich entschieden auf dem Weg entlang der Kante des Nordhangs bei unserem Dorf Henglarn zu spazieren und die lange vermisste klare Aussicht zu genießen.

Die Unwetter des Dezembers hatten auch dort oben manchen Bäumen den Garaus gemacht.

Am nächsten Tag fuhren wir erneut nach Lichtenau zum kilometerlangen Streifen Eichen- und Buchenurwald entlang eines Weges zwischen Nasswiesen und totem Fichtenforst.

Wir entdecken dort immer noch neue Stellen, die für Clara und mich - auch bei nassem Wetter - ein Spielplatz auf freiem und festem Boden sind. Es parkten schon einige Autos dort. Nun ja, oft genug haben wir hier die Natur für uns allein, also können wir sie auch gelegentlich Anderen gönnen ;-)

Dann regnete es wieder weiter. Es regnete seit Wochen so viel und so oft, dass wir inzwischen auch bei Regen rausgingen, um überhaupt raus zu kommen.

Wir fuhren zum Totengrund etwas hinter unserem Dorfende. Ich erwartete, dass das Bachbett dort zum ersten Mal, seit wir hier leben - und das sind 35 Jahre - etwas Wasser führen würde. Ja, dieser Dezember hatte das geschafft! Es plätscherte sanft im Talgrund: und dabei an vielen Stellen durch ein völlig überdimensioniertes Bachbett aus uralten Zeiten.

Der Regen verstärkte sich, wir gingen zurück zum Auto. Clara lief bald ziemlich schnell voraus, passte aber auf, dass sie mich dadurch nicht abhängte, sondern nur antrieb :-)

Ich machte ihr die Hintertür von ihrem "Doggy Car" auf, und bevor ich mich zu ihr runter gebeugt hatte, um ihr Hinterteil wie immer hoch zu hieven, war sie schon - mit den Hinterpfoten auf dem untereren Türrahmen gestemmt - senkrecht hoch hinein geklettert! Und das zum ersten Mal ALLEINE! Ihre Ansporn: Ich war ihr nicht schnell genug gewesen, sie wollte SOFORT ins Trockene!

Nach einem weiteren Tag Dauerregen fuhr ich - bei nur noch Nieselregen - mit Clara wieder ins Totental. Der Forstweg war am unteren Talende für ein kurzes Stück komplett zum flachen Bach geworden! Das hier breite, aber flache Bachbett war überfordert! Ich fuhr mit Schwung hindurch und hoch bis zur Parkmöglichkeit am Picknickpilz.

Wir stöberten zuerst talabwärts durch den Wald entlang des breiten Regenbaches. Clara ging sogar mit den Pfoten an einer stillen Stelle hinein :-)

Bachaufwärts ist der Wald und die Schlucht allerdings etwas wilder. Über eine durchmatschte, uralte Brücke gingen wir dann áuf der wegelosen Bachseite wörtlich über Stock und Stein dem mal stürmischen, mal ausladend meandrierendem Regenbach folgend aufwärts. Je höher es ging, um so weniger Wasser hatte der naturgemäß Bach aufgenommen.

Plötzlich warf Clara sich auf den Rücken und rollte sie sozusagen juchzend im Gras. Leider war ich zu langsam mit der Kamera. Ein Foto von "nachher" sagt aber auch noch genug.

Es wurde langsam dunkel und ich beschloss zurück über Haaren und dann den Höhenweg hinter unserem Haus zu fahren - vielleicht erwichte ich dort oben, wo der Blick nach Westen frei ist, einen schönen Sonnenuntergang.

Wir hatten Glück. Mit dem ganzen Tag :-)


Dienstag, Januar 16, 2024

Viele nasse Auen und ein matschfreier Wald


In jeder Aue, in jeder Bodensenke stand das Wasser. Ich wollte wissen, ob die Große Doline in der Hochebene bei Grundsteinheim auch zum Teich geworden war. Clara und ich fuhren hin. Aber - ich hatte es wegen des höhlenartigen Karstuntergrundes fast erwartet - sie war leer wie in Trockenzeiten!

Clara und ich bestaunten sie als stets wasserleeres Riesenloch. Ich dachte hier kann jederzeit noch mehr Boden einkrachen auf diesem unsicheren, durchlöcherten Untergrund. Es hatten sich auch keine Laachen in den Äckern um die Doline herum gebildet, der Boden war nur matschig.

Wir fuhren runter in die nahen Dörfer Iggenhausen und Grundsteinheim im Sauertal. Ja, die Sauer war voll wie nie! Die Doline auf der Hochebene ist ein Erdeinsturz in eine darunter liegende Karsthöhle. Sie war völlig wasserleer geblieben, da die Unmengen an Regenwasser durch ihren Grund durchsackten in noch weit tiefer liegende Höhlräume. Im Sauertal füllte dies Wasser als hochdrückendes Grundwasser die Sauer dann zusätzlich von unten.

Zum Spazierengehen fuhren wir zurück zu unseren Dörfern an der Altenau.

Am Überlaufbach der Altenau hinter der Husener Annenkappelle gibt es einen Dammweg, der wie erwartet wasserfrei war. Das Grundwasser auf den Wiesen daneben war flächenweise so hoch wie der Abflußbach selbst.

Obwohl es schon wieder leicht zu regnen begann, marschierten wir los. Ich glaube Clara ging nur mit, weil sie es für ihre Pflicht hält mich zu begleiten. Sie sah mich einige Male mit schräg gehaltenem Kopf fragend an... also gut! Ich sagte "zurück" und sie donnerte sofort zurück zum Parkplatz.

Unser Heimweg führte ein paar Kilometer weiter bei Atteln an der Altenau im Mühlental vorbei. Der Regen war jetzt nur noch ein Nieseln, also bog ich dort in die asphaltierte Sackgasse hinter einem weiteren Rückhaltebecken ein. Der Bach schmiegt sich hier an eine Steilwand ran. Das Mühlental ist wieder ein Auental: die Altenau bildete hier Nebenarme, Inseln und kleine Teiche neben sich. Clara blieb ziemlich lustlos...

Ich beschloss am nächsten Tag mit ihr auf der Hochebene zu ihrem Lieblingswald zu fahren: dem Streifen Eichenurwald vor einem toten Fichtenforst bei Lichtenau Richtung Willebadessen.

Der Waldboden war nicht mal matschig, nur feucht. Clara konnte ihr Glück kaum fassen. Sie rannte los, umkreiste die Eichen weiträumig, schlug sogar Haken. Das Moor unweit des Waldes stand im Wasser, dort mußte ein wasserundurchlässiger Untergrund sein, hier im Wald jedenfalls nicht!

Für mich war es auch eine große Freude wieder "normales" Land unter den Füßen zu haben. Ich stapfte durch das Laub und über das Bruchholz hinter Clara her - ihrer Meinung nach zeigte ich dabei aber zu wenig Leidenschaft ;-)

Es war eine verspielte, schöne Stunde. Clara kann mit tiefer Lebensfreude anstecken :-)


Samstag, Januar 13, 2024

Auentäler an der Altenau


An zweien der letzten Tage des Jahres schenkte uns die Sonne ihre Gunst für ein paar Stunden. Am ersten dieser Tage fuhr ich mit Clara zum Wanderweg entlang des Quellbachs der Altenau bei Blankenrode.

Über den Sommer war das Bett des Quellbaches hier mit großen Baggern renaturiert worden: jetzt wand es sich in vielen Schleifen durch die Wiesen des Tals, sogar ein Inselchen mit ein paar Bäumen sah ich. Das neue Bachbett sah inzwischen nicht mehr nur nach einer Baustelle aus, denn es war durch die Regentage gut gefüllt, und weitgehend war Gras auf der nackten Erde der neuen Bachufer gewachsen.

Von der Straßenseite aus hätten wir zum Bach durch eingeweichten Wiesengrund stapfen müssen, deshalb versuchte ich mit Clara vom Forstweg entlang des gegenüber liegenden Steilufers aus ans Ufer zu gelangen. Wir fanden eine Stelle, an welcher der Bach nah war und leicht erreichbar erschien, zumal dort nur wenig Brombeergestrüpp wuchs.

Wasserlaachen standen zwischen den Bäumen, ich dachte, die können wir umgehen. Falsch gedacht! Auch unter den Stellen voller Grasbüschel sackten wir ins Wasser ab: Clara hinter mir bis zum Bauch und ich bis fast an die Knie. Das hieß Rückzug!

Zuhause gingen wir dann unseren Standardweg auf der Höhe hinter unserem Zuhause. Die Sonne erfreute auch hier ;-)

Wir haben in unserer Gegend viele weite, flachgrundige Täler. Ein Bach fließt typischerweise entlang des Steilhanges hindurch. Bei Hochwasser bildet der Talgrund ein natürliches Überlaufgebiet, ein Auenland eben :-)

Die Verbindungsstraße der Taldörfer Husen - Atteln - Henglarn - Etteln - Borchen liegt erhöht wie ein Damm - und heißt auch so. Von Henglarn bachaufwärts Richtung Atteln verläuft das Bachbett ziemlich tief mitten in weiten Wiesen. Bis zum Rand gefüllt erlebte ich es jetzt erstmalig! Clara ist gewohnt hier querdurch bis zum Dorfquellteich zu spazieren - und wollte es gleich wieder. Ich hielt sie zu ihrem Erstaunen an der kurzen Leine, als ich zum Fotografieren bis an den Rand des wild strömenden Wasser heran ging. In den letzten drei Tagen war es weiter gestiegen und hatte zwei dicke, alte Uferbäume im Henglarner Dorfpark entwurzelt, das gab mir eine Vorstellung von seiner todernst zu nehmenden Wucht.

In unserem Dorf Henglarn standen am Hellweg - der war Teil eines Jahrtausende alten Salzhandelweges - zwei alte Hofgebäude im Wasser. Hinter Henglarn bachabwärts Richtung Etteln war der tiefer liegende, weite und flache Talgrund nach diesen Regenmassen fast voll geflutet. Klugerweise wurde er nie bebaut, sondern wird wie eh und je als Vieh- und Pferdeweide genutzt.

Über diese Dammstraße fuhr ich mit Clara am zweiten dieser Sonnentag nach Etteln. Die Altenau hatte im Ort die Fahrradwege an ihrer Seite ganz unter Wasser gesetzt, die höher liegende Uferstraße aber war noch frei.

Das beliebte Bauernhofcafe "Kappellenhof" stand im Trockenen, aber der dazu gehörende schöne Kinderspielplatz lag unter Wasser. Ebenso der Reitplatz am Fischteich, zu dem ich mit Clara spazierte. Der Teich lag still, ich ließ Clara hier rumlaufen, denn aus all den Trockenzeiten weiß ich, dass er nur so um einen halben Meter tief ist. Clara genoß ihre Freiheit, sprang herum und schnüffelte alles gründlich ab.

Laut Wetterbericht soll in ein paar Tagen eine neue Regenfront heran rollen.... Wir Auenleute lassen uns aber davon nicht deprimieren :-)


Mittwoch, Januar 10, 2024

Überflutungen


Die Weihnachtstage über regnete es, mal stärker, mal leichter. Das alte Überlaufbecken Husen, inzwischen renaturiert zum Piepenteich, war Mitte Dezember noch leer gewesen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es bei diesen neuen Wassermengen nicht geflutet wurde - ich fuhr mit Clara Richtung Osten, das heißt die Altenau bachaufwärts hin.

Ab Piepenteich war die Talstraße gesperrt, denn weiter Richtung Dalheim stand sie unter Wasser. In die andere Richtung führt ein Landwirtschaftsweg zur Husener Annenkappelle entlang des in diesem Teil wunderschön zu einer ürsprünglichen Aue renaturierten Bachtals. Auch der war wegen teilweiser Überflutung durch den Piepenteich - jetzt eher ein See - nicht mehr nutzbar. Die Staumauer des Piepenteichs stand komplett unter Wasser!

Das hatte ich noch nicht erlebt: Der Piepenbachteich war zum Schutz der direkt an der Altenau liegenden Dörfer Atteln, Henglarn und Etteln mit deren Wasser überflutet worden. Die Erinnerung an die Große Flut 1965 ist hier in den Dörfern noch lebendig, damals waren Menschen in ihren Häusern ertrunken.

Ich ging mit Clara die Wiesen zum Wasserspiegel herunter. Wir sackten zwischen reichlich Schafskötteln ziemlich in den eingeweichten Boden ein.

Clara war vorsichtig neugierig, sie rannte nicht wie sonst los, sondern stapfte bedachtsam und sich immer wieder vergewissernd, dass ich noch hinter ihr war, zum Wasser runter. Enten schwammen vor ihr fort - wer weiß wo die plötzlich hergekommen waren. Der asphaltierte Wanderweg am gegenüber liegenden Teichrand, den wir gerne gehen, war komplett überfutet. Wir stapften zur für Autos gesperrten Straße zurück und gingen diese runter bis an die Wasserkante.

Clara kennt die Wege hier, sie sah sich häufiger mit gestreckten Hals um, war aber nicht annähernd so überrascht von der Wassermenge wie ich. Natur ist zu allem fähig, sie hat dieses Wissen in ihren Genen. Sie ist immer wachsam, reaktions- sowie anpassungsbereit.

Wir fuhren zurück bis Atteln und spazierten den Weg von der Dorfbrücke aus bachaufwärts. Das Wasser stand hoch, aber nur bis heran an die Häuser und Höfe gefährdenden Grenze.

Die Sauertalstraße von Atteln bachaufwärts nach Ebbinghausen war zu meiner Überraschung wegen Überflutung gesperrt. Am nächsten Tag schien die Sonne, es herrschte das sogenannte Rückseitenwetter hinter einer Warmfront. Es war wirklich warm, zu warm für einen Parka.

Ich fuhr mit Clara die gesperrte Sauertalstraße bis zum Restaurant Birkenhof. Ab dort spazierten wir an der randvollen Sauer entlang bis zu deren Staubecken Ebbinghausen.

Clara sperrte sich eine Weile mit mir auf die Staumauer zu steigen. Der Lärm des brausenden Wassers durch die Ablassrohre war ihr nicht geheuer. Nach gutem Zureden kam sie doch mit - sie hält mich ja manchmal für leichtsinniig, aber nicht für tollkühn ;-)

Der Blick über den temporären Sauertalsee war grandios.

Unsere Dörfer im Altenautal bleiben dank der Regulierung der Wasserstände von Altenau über das Husener Überlaufbecken und ihren Zufluß Sauer über das Rückhaltebecken Ebbinghausen von Überschwemmungen verschont.


Sonntag, Januar 7, 2024

Clara´s kleine Quelle sprudelt wieder


An einem dieser nassen, dunklen Tage klarte der Himmel mittags für eine Weile auf, die Sonne zeigte sich strahlend. Nach all dem Regen hoffte ich, dass die Quelle am Fuß einer riesigen Eiche im sich erweiternden Altenautals zwischen Holtheim und Husen wieder sprudeln würde. Sie war im letzten Frühjahr entstanden, siehe Beitrag vom 25. 4. 23.

Anfang des Sommer war die Quelle versiegt, und außerdem war das ganze Erdreich drumherum von einer Rinderherde zertrampelt worden. Die Tiere hatten dort den Sommer über den Schatten der Eiche genossen. Ich fuhr mit Clara hin - und sah schon von Weiten wie die Nachmittagssonne das in den Wiesen verteilte Quellwasser strahlen ließ.

Clara freute sich, sie rannte los auf die wassergetränkte Wiese, sprang um die Quelle und um mich herum - sie strahlte. Schließlich wieder auf dem Weg war sie bis zum Bauch klatschnaß und schwarze Erdspritzer zierten sie bis auf den Rücken :-)

Am nächsten Tag herrschte Sturm und Dauerregen. Aber, was soll´s...

Clara findet Regenwetter, wie Ihr Leserinnen und Leser wißt, eine Zumutung für ihr feines Fell, allerdings ist ein Regenmantel darüber für sie eine noch größere! Ich wollte trotzdem mit ihr wenigstens kurz raus. Also packte ich nur mich selbst wasserdicht ein, und wir fuhren erneut los zum Quelltal.

Clara ist immer noch für eine Überraschung gut! Kurz bevor wir an der Eiche ankamen, zwischen deren Wurzeln die Quelle entspringt, ging sie ins klatschnasse, moorige Gras und rollte sich darin! Das hatte sie bislang noch NIE bei Nässe in Betracht gezogen!

Mir kam der Gedanke, dass Clara vielleicht so weise ist, an dem, was sie nicht ändern kann, irgendwie eine Freude zu entwickeln :-) Und naß war sie durch den Regen sowieso... Jedenfalls strahlte sie.

Kurzvideo der wieder sprudelnden LINK kleinen Quelle

Ein paar Tage später fuhren wir bei nieseligem Wetter wieder zur Quelle, ihre Quellöffnung hatte sie schon leicht vergrößert. Damit Clara sich nicht wieder ein Moorbad gönnte, spazierten wir gleich weiter durch das idyllische, sich erweiternde Tal zur Mündung des Holtheimer Baches in die Altenau.

Seit einigen Jahren ist die Mündung selbst bei einer alten Steinbrücke leider nicht mehr erreichbar. Ein dicht angelegter Stacheldrahtzaun sperrt die vorgelagerten Wiesen und Sumpfstellen ab. Wegen Claras neuer Vorliebe für Moorbäder war das nicht nur bedauerlich ;-)


Donnerstag, Januar 4, 2024

Sturm- und Regenzeit


Um die Wintersonnenwende herum feierte der Regengott für Tage eine Orgie. In der längsten Nacht des Jahres stürmte und gewitterte es zudem auch noch gewaltig. Meine Gänge mit Clara fielen aus oder verkürzten sich auf die wenigen Regenpausen. Die Altenau hinter unserem Dorf Henglarn stieg so hoch, wie ich es noch nicht erlebt hatte.

Im Dorf selbst liegt der Grund des Bachbettes vielleicht 2 Meter tief. Seine Seitenwände sind steil. Jetzt war es nahezu randvoll. Das Wasser schlug durch die starke Strömung sogar hin und wider weiße Wellen. Besonders beeindruckte mich, wie laut sein Rauschen und Brausen hier war.

Das meiste Wasser erhält die Altenau von der Sauer. An einem dieser wilden Wettertage wollte ich in einer Regenpause versuchen einmal näher an deren Einmündung in die Altenau heran zu kommen.

Diese Stelle ist nur circa 5 Kilometer von unserem Zuhause entfernt. Leider liegt sie weit vom Wanderweg entfernt hinter abgezäunten Viehweiden in der Nähe eines Bauernhofs, der seinen privaten Zufahrtsweg von der Hauptstraße aus hat. Es waren keine Kühe mehr auf dieser Weide, aber sie war durch Stacheldraht geschützt. Ich hatte aber ohnehin wenig Lust, durch die völlig matschige Erde bis dorthin zu marschieren.

An einer Stelle sah ich durch die kahlen Bäume den Zusammenfluß von Weitem. Soviel wurde mir klar: Hier mündet jetzt bei Hochwasser eine viel Wasser führende Sauer in eine nur halb so viel Wasser führende Altenau. In weniger regenreichen Zeiten ist es umgekehrt: die fast leere Sauer mündet in die noch gut Wasser führende Altenau.

Am nächsten Tag fuhren wir zum Quellbach der Altenau. Kurz vor Blankenrode gibt es einen festen Pfad zu einem Steg darüber und dann weiter ins Tal hinein. Dafür, dass die Altenau hier erst circa zwei Kilometer alt ist, war sie durch den Regen von einem Rinnsal zu einem recht ordentlicher Bach gewachsen!

Die Hölzer der Stegs waren dermaßen glatt, dass ich beim ersten vorsichtigen Schritt schon wegrutschte. Nein, das würde nicht gutgehen, ich ließ es bleiben. Aber Clara riskierte es! Sie robbte sich fast vorwärts, es sah komisch aus: langsam, dem Steg bauchnah durch eingeknickte Beine und mit den Pfoten stets Balance suchend schaffte sie es :-).

Clara hatte ihr kleines Abenteuer und war rundum zufrieden. Somit war ich es auch :-)


Montag, Januar 1, 2024

Herzliche Neujahrsgrüße -

und eine Notiz zur English-Bulldog-Zucht


Wir wünschen Allen ein gutes und friedliches Jahr 2024

Ich gehe dieses Mal zu Neujahr nur kurz auf die Zuchtsituation des English Bulldog in Deutschland ein:

Der überzüchtete Schaubulldog ist leider immer noch gefragt. Das macht die Sache für verantwortungsbewußte Züchter schwierig. Zumal die Welpenkäufer, die Wert auf "Fit For Function" legen, oft auf Kreuzungen wie z.B. den Olde English Bulldog ausweichen. Treffe ich manchmal auf solche Hunde, dann erfahre ich so gut wie immer von ihren Besitzern, dass sie gesundheitliche Probleme haben wie der alte Schaubulldog auch. Es hilft nicht Rassen einfach nur zu kreuzen, wenn die Elterntiere nicht top sind.

Wer einen English Bulldog "Fit For Function" sucht, der findet ihn auch, aber er muß Zeit für eine gründliche Recherche aufwenden.

Eine gute Nachricht: Norwegen hatte die Zucht des English Bulldog wegen seiner gesundheitlichen Einschränkungen, speziell bei der Atmung, verboten. Dieses Verbot wurde 2023 gerichtlich aufgehoben mit der Begründung, dass nicht jeder English Bulldog diese Probleme aufweise. Ein Zuchtverbot könne nur nach Einzelfallprüfung erfolgen. Wie vernünftig, wie der Realität angemessen!

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, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen mehr als 50 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.".

Jetzt sollen die Bulldogs zusätzlich hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behielt sein Copyright an Bildern und Text, gab aber Cornelia ein einmaliges, unwiderrufbares Nutzungsrecht für eine Veröffentlichung in diesem Blog.


Cornelia
Savory-Deermann
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