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Archiv: Beiträge 2022

Clara


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Donnerstag, Dezember 22, 2022

Laubrutschen und mehr


Gleich nach den zwei Schneetagen begann Ende November bei uns die Regenzeit. Die Wege vermatsachten und die durchnäßten Wiesen in den Talgründen durchzogen Schlammrinnen, ein Werk der Wildschweine.

Clara rannte auf ihnen nicht mehr so begeistert rum wie in den trockenen Sommermonaten. Eigentlich rannte sie überhaupt nicht, sondern stakste. Aber im Wald war die Lage anders!

Das Laub bedeckte den Boden zunächst noch locker wie eine dicke Federschicht und gestattete ihr an den Hängen große Stöber- und Rutschvergnügen. Ich dagegen ging sehr vorsichtig weiter, um nicht in eine Stolperfalle aus verdeckten Ästen zu geraten.

Die in unserer Gegend üblichen, nur bei starkem Regen gefüllten Bäche haben oft steile Uferkanten. Hier gibt es kein Laubrutschen mehr, sondern nur hartes Abrutschen. Clara schätzt das genauso ein wie ich!

Die breiten Forstwege haben Brücken über die Bachbetten hinweg. Deren oft brüchige Latten-Geländer werden seit einiger Zeit nur noch durch dicke Stämme ersetzt. Die bremsen, wenn nötig, auch die Trecker der Waldarbeiter vor dem Absturz aus.

Anfang Dezember war alles Laub gefallen, und in der Nässe verrottete es mehr und mehr zu einem fitschigen Bodenbelag. Kein Aufwirbelspaß mehr für Clara (und für Motorradfahrer ;-) Nebel lag oft den ganzen Tag über dem Land.

Die Baumfäller hatten Hochsaison. Für Clara und mich gab es nur noch wenige Wege, die reines Vergnügen waren. Aber das passte:

Ende November und Mitte Dezember hatte ich für jeweils ein Auge eine Katarakt-OP. Schonung, möglichst nicht bücken usw... war angesagt. Stu ging deshalb in den ersten Tagen nach den OPs mit ihr kurz raus, wobei er sie an der Leine hielt. Sie respektierte das voll und ganz, denn sie weiß, dass sie auf Stu mit seinem Gehstock Rücksicht nehmen muß.

Ich spazierte in dieser Zeit nur auf kurzen und wenig herausfordernden Wegen mit ihr. Sie freute sich, dass ich überhaupt mit ihr in den Wald rausging. Und ich freute mich, dass ich alles wieder besser sehen konnte :-)


Freitag, Dezember 16, 2022

Der Schnee blieb einen weiteren Tag liegen


Wir erlebten einen zweiten Schneetag! Die Temperatur blieb bei ein paar Minusgraden, sogar in unserem und den Nachbardörfern im Talgrund der Altenau. Der Schnee auf den hohen Baumästen war zwar in der Sonne getaut, aber auf den Feldern und Büschen glänzte er noch. Die Gräser trugen einen glitzernden Kranz aus Eiskristallen.

Als Erstes fuhren wir zur Kahlen Platte, auch "Himmel" genannt, oberhalb vom Nachbardorf Atteln. Die Vormittagssonne stand genau über, ja fast auf der Kammhöhe.

Wir spazierten diesmal nur auf den Feldwegen des Plateaus, der "Platte": den Kammweg, besser gesagt den kaum erkennbaren Trampelpfad entlang des steilen Abhangs runter zur Altenau gingen wir diesmal nicht. Ich wollte nicht riskieren dort vielleicht auszurutschen. Zudem sind solche Pfade im Schnee nicht immer gut erkennbar.

Danach zurück zum Auto und Weiterfahrt zum Wanderweg entlang der Altenau zwischen Husen und Atteln. Vielleicht war die Nacht kalt genug gewesen, um im Bachbett kleine Eisbuchten zu schaffen.

Ja, eine hauchdünne Eisdecke lag über einer kleinen strömungsfreien Zone! Zu meinem Ärger hatten kultur- und verantwortungslose Typen hier ihren Picknickmüll am Ufer runter geworfen. Einen Korb hatte ich im Auto, also sammelte ich den Papier- und Plastikmist ein und war damit auch meinen Ärger darüber los. Wir wanderten am Bach weiter, mehr Müll gab es dort nicht :-)

Ich wollte nun noch wissen, ob sich das bißchen Schnee auf dem Hang oberhalb unseres Zuhauses auch über die Nacht hatte halten können. Wir fuhren dort hoch zu unserem beliebten "Sonnenuntergangsweg". Die Sicht nach Südwesten ist hier frei.

An diesem Vormittag freuten wir uns an der weiß gepuderten Rundumsicht. Der Schnee lag kaum einen Zentimeter hoch. Aber immerhin! Die Weidekühe auf halber Höhe des Hanges hatten gerade Extra-Futter bekommen; ihr Bauer war uns mit seinem Trecker entgegen gekommen. Also werden sie vermutlich über den Winter draußen bleiben.

Clara tollte nicht so rum wie am Vortag bei Blankenrode: der Schnee war ihr hier nicht tief genug dazu. Kann ich verstehen! Sie staunte dafür begeistert darüber, gleich drei Spaziergänge hinter einander zu bekommen ;-) ... Das Licht, die gedämfte Stille und eine glückliche Clara - es war ein wundervoller Vormittag.


Dienstag, Dezember 13, 2022

Ende November: Ein Tag Schnee (:-))


Ein Temperatursturz und Schnee für ein/zwei Tage war für Ende November abgekündigt worden. Als Clara abends noch mal in den Garten mußte, freute ich mich riesig: es hatte tatsächlich zu schneien begonnen.

Am Morgen war unser Garten dünn mit Schnee bedeckt. Die roten Äpfel am Baum trugen eine weiße Mützen. Clara hatte noch keinen Spaß am Schnee, aber das würde sich im Wald ändern - wie ich aus aus Erfahrung wußte!

Als der Frühdunst von der Sonne weggebrannt war, rief ich "Clara kommt mit". Sie sprang sofort vom Bett und stürzte sich die Treppe runter. Nichts löst in ihr solche Begeisterung aus wie dieser Ruf. Sie kann dann vor Erregung kaum stillhalten, um das Halsband angelegt zu bekommen. Stu und ich lachen dann, was sie nur noch mehr anturnt :-)

Ich fuhr mit ihr zu den etwas höher gelegenen Wäldern, teilweise Naturschutzgebiet, beim Blankenroder Ortsteil von Lichtenau. Dort ist unsere sichere "Schneebank", wenn sonst schon alles rundherum taut.

Auf dem Parkplatz streckte sie zunächst mit langen Hals den Kopf aus der Tür, schnupperte die kalte, trockene Luft - und in einem Freudensprung landete sie draußen.

Hier herrschten Minusgrade, der Schnee war fest und die Bodenoberfläche vereist. Es war windstill, sodass die Schneepolster auf den noch nicht abgefallenen Blättern still ruhten. Und das über Nacht abgefallene Laub lag oft kaum unterscheidbar unter oder über der klaren Eisschicht der Pfützen.

Für Clara heißt das: der Schnee und die Wege waren trocken und somit perfekt! Denn nichts hatte mehr mit dem von ihr so ungeliebten Regen zu tun ;-)

Ich stapfte, sie rannte über die wilden, huckeligen Wiesen Richtung Wald. Sie lachte sozusagen, wenn sie bei ihren Sprüngen bis zum Bauch in einer Schneekuhle landete. Der Schnee war weich, leicht und luftig, also ein Vergnügen für sie darin rumzuwühlen :-)

Ich konnte mich nicht sattsehen an den mit Kristallen geschmückten Bäumen und Gräsern. Die Welt im Neuschnee wirkt wie neu geboren und heil. Das Herz im Weg spricht für sich - und mich.

Clara erlebt es ähnlich, glaube ich, nur mehr körperlich erfahr- und auslebbar. Die Tierspuren, denen sie mit der Nase folgte, konnte ich im Schnee mit den Augen verfolgen. Eine Hasenspur interessierte sie nicht, die war wohl auch nicht mehr ganz frisch. Zu den Spuren, die sie im Wald beroch, schlug ich mich über das verschneite Geäst nicht durch; vermutlich waren Rehe dort gewesen. Es war still, nur Krähen hörten wir einmal.

Mit Schnee unter blauem Himmel hatte ich in diesem warmen November eigentlich nicht gerechnet. Ein wunderschöner Vormittag, ein Geschenk.


Samstag, Dezember 10, 2022

Ein stiller, schöner Buchenhain zum

Glücklichsein - oder was sonst?


Ich erzählte schon, dass ich nach neuen Wegen in unserer näheren Umgebung suchte. Also fuhr ich mit Clara nach Ebbinhausen, einem OT von Lichtenau. Dort sind einige Höhen und Schluchten in gesunden Mischwäldern versteckt.

Ich bog "der Nase nach" hier und da auf kleinen Wegen ab und kam bald zu einem ausgelichteten, hochgelegenen Wald auf einem Höhenkamm, geschützt zwischen einer Schlucht und einem sanften Tal. Er war frei gemacht von Unterholz, der Blick konnte schweifen, und es standen einige Bänke an unauffälligen Pfaden. Hainbuchen herrschten hier vor und ich mußte unwillkürlich an einen Heiligen Hain" der altsächsischen Urbevölkerung denken.

Clara war neugierig, sie machte sich ein "Nasenbild", welches ihr offensichtlich gefiel. Bald hüpfte und lief sie fröhlich herum, während ich mich auf einige Bänke setzte und überlegte, was das hier wohl war. Nirgendwo war ein Hinweis- oder Infoschild zu sehen.

Ist das ein Park für alte Leute? Unwahrscheinlich! Ein Waldtheater? Nun, die "Bühne" im oberen Teil ist für ein Theater viel zu klein! Irgendein Natur-Kultplatz? Dazu ist diese Gegend sicher immer noch zu katholisch. Ich würde zuhause im Internet nachsehen.

Als Clara und ich von diesem mich glücklich gestimmten lichten Wald wegführen, da fiel mir erst der Groschen: das ist wohl ein neu angelegter Friedwald!

Im Internet erfuhr ich zuhause mehr darüber: Keine Kreuze oder Symbole anderer Religionen erlaubt, da für alle gedacht. Gut! Auch Kränze, Kerzen und Ähnliches ist unerwünscht, denn der Naturcharakter soll gewahrt bleiben. Auch gut! Hier will ich mal beerdigt werden.

Am nächsten Tag fuhren wir alle Drei zu diesem kleinen, stillen und lichten Friedwald. Er gefiel Stu so wie mir. Clara lief vor, wie um ihn rumzuführen. Sie zeigte ermunternde Geduld mit seiner Gehbehinderung.

Als ich Stu von diesem schönen Waldstück erzählte, war mir tatsächlich der Satz heraus gerutscht: "Hatte nicht begriffen, dass das ein Flugplatz ist." "Flugplatz???"
Eine Freudsche Fehlleistung der besonderen Art: Eine Flugreise ins Jenseits ;-) Unsere abenteuerlichen Flüge mit unserer kleinen Piper haben wir ja Jahrzehnte lang gemeinsam gemacht. Das muß in mir unbewußt Stu gegenüber zu der durchaus witzigen, unbewußten Assoziation "Flugplatz" statt "Friedwald" geführt haben. Ich lachte über dieses Bild: unser Startplatz zur nächsten großen Reise - zu neuen Erfahrungen und mehr :-)

Nun, bis es soweit ist, feiern wir dieses Leben :-)

Das warme, sonnige Herbstwetter ließ bis Ende November im Garten noch manche Pflanzen prächtig blühen. Von einer trübtraurigen "Novemberstimmung" in Nebel und Dämmerlicht war nichts zu spüren; das Wetter war zu trocken dafür. Das lange Zwielicht bei Kerzen und Mondschein verzauberte die Abende.


Mittwoch, Dezember 7, 2022

Ein warmer Herbst - und wie unterschiedlich

Laubwälder doch sind


Birkenwälder liebe ich in ihrer lichten Leichtigkeit sehr. Besonders seit ich sie in Alaska im Winter erlebte; Lichtspiele in Weiß. Nun, in unserem Klima wirken sie nicht mehr wie Kinder des Schnees, aber immerhin wie eine Erinnerung an ihn :-)

Clara und ich kennen einige natürliche Birkenwäldchen in der Nähe, sie stehen an Moorrändern oder in Sumpfsenken. Im Herbst werfen sie ihr Laub als Erste ab.

Im Auwald bei Hardehausen gibt es Senken, die immer wieder mal wassergefüllt sind. Birken wachsen darum herum. Eigentlich hoffte ich hier Pilze, vielleicht sogar Pfifferlinge zu finden - nun, ein paar Pilze sah ich immerhin genau dort, wo auch einige gesunde Fichten dazwischen standen.

In diesem Auwald stehen viele alte Eichen. Clara hat hier Platz zum Rumjagen, denn weder Brennesseln, noch Farne noch Brombeergestrüpp bremsen sie aus. Die herrlichen, alten Eichen am Rande des stellenweise sumpfigen Piepentals locken besonders Wildschweine an. Wir sind aber noch keinen persönlich begegnet; das muß auch nicht sein, denn die sind furchtlos und wehrhaft. Ich würde Clara an die Leine nehmen und den Rückzug antreten!

Mischwald mit herrlich gesunden, einzeln stehenden Fichten und kleinen Gruppen von alten Eichen finden wir gelegentlich an den Hängen und im Grund von Regenbachtälern. Vielleicht weil die schwieriger wirtschaftlich zu nutzen sind.

Besonders schön ist das obere Piepenbachtal hinter Dalheim. Die eingesprengselten Wiesen mäßigen den wilden Eindruck.

Besonders den Buchenwald lassen alle Schattierungen der Herbstfarben leuchten, im Sonnenschein sogar glühen. Da es bis Mitte November bei uns noch keinen Nachtfrost gegeben hatte, waren bis dahin nur die Kronenspitzen entlaubt.

Ging ich mit Clara im Buchenwald spazieren, so verführten die rostroten, goldenen und grünen Blätter über, neben und unter uns Sinne und Sinn zu Spiel und Freude. Gelegentliche Ahornbäume und Hagebutten setzten rote Akzente, die diese Wirkung noch wie ein Konzentrat verstärkten.

Dies waren Novemberwochen, die wie ein verlängerter "goldener Oktober" waren - nur mit weiterhin kürzer werdenden Tagen.


Sonntag, Dezember 4, 2022

Clara ist eine Top-Wächterin


Clara schläft auf unserem Bett, meistens in der Mitte. In einer Nacht Mitte November sprang sie plötzlich auf, blieb kurz im Flur stehen und bellte einen Augenblick später gellend los! Das hatte sie vorher noch nie gemacht - und jetzt hörten wir ein leises metallisches Geräusch im Garten an der Garagenseite! Die Seitentür zur Straße?!

Clara rannte die Treppe runter zur Terrassentür, ich hinterher, ließ sie raus und ich weiter hinterher. Sie lief weiter nach links Richtung Seiteneingang. Ein Einbrecher ?? Zu meinem Erstaunen rannte sie wütend bellend, mit aufgestellter Bürste und aufgerichtetem Schwanz aber nicht bis zur Tür, sondern nur bis zur Laube, die im Winter vollgestellt mit Gartenmöbeln und einigen Geräten ist. Ein metallisches Krachen! Ich wieder hinterher: sie war gegen die Schubkarre gerannt, wollte die umwerfen und in der hinteren Ecke jemandem Kleinem - es mußte ein Tier sein - an die Gurgel.

Ein Igel war es mit Sicherheit nicht, denn der kollidiert zum Einen nicht laut mit Schubkarren - und zum Anderen kennt Clara Igel und beschnuppert sie nur als Stachelball. Vielleicht ein Waschbär oder Marder? Eine Katze wäre schon längst geflüchtet. Und da unter den Gartenmöbeln nichts Eßbares lagerte, war auch ein Fuchs unwahrscheinlich.

Ich ging zurück ins Haus um eine Taschenlampe zu holen. Clara knurrte. Sie versuchte jetzt nicht mehr neben der Schubkarre, sondern durch ein Zaunteil in die hintere untere Ecke zu gelangen. Über das ganze Zeugs vorne wollte ich nicht wegklettern und auch keinem Marder oder so zu nahe kommen. Wenn es Ratten gewesen waren, dann waren diese inzwischen in den an die Laube grenzenden Nachbargarten weiter gerannt, jedenfalls hoffte ich das. Ich blieb hinter dem Zaunteil und leuchtet die Ecken so weit wie möglich aus, sah aber nichts.

Clara stellte nach einigen weiteren Minuten per Nase fest, dass der Feind vor ihr geflohen war: sie ging mit mir erhobenen Hauptes zurück ins Haus und ins Bett. Stu hatte erleichtert mitbekommen, dass der Eindringling kein Mensch gewesen war, sonst hätte er die Polizei gerufen.

Stu und ich staunten, wie überaus gut Clara auch im Schlaf noch hört. Das Tier hatte wohl leicht an die metallene Schubkarre gestoßen, und das hatte Clara oben im Schlafzimmer mitbekommen und war alarmiert. Sie war dann draußen so wütend, sie hätte fraglos sofort eine Waschbärkehle zerbissen! So hatte ich sie noch nie auch nur im Ansatz erlebt. Naja, es ist ja auch unerhört in ihr Zuhause, ihren Zuständigkeitsbereich heimlich bei Nacht einzudringen!

Am nächsten Morgen setzte sie sich eine lange Zeit unter ihren Apfelbaum, aber diesmal nicht wegen der süßen Äpfel, sondern einfach nur um Präsenz zu zeigen!

Glaubt mir, das Leben mit einer Bulldogge ist so abenteuerlich wie sicher :-)


Donnerstag, Dezember 1, 2022

Ein schönes Tal im Bürener Wald


Nachdem der Beginn des Regenabflußbaches Richtung Alme sich als nicht wiederholenswerter Spaziergang erwiesen hatte (siehe letzter Beitrag), wanderten Clara und ich den schönen und stillen Teil des Tales (siehe vorletzten Beitrag) von Böddecken aus abwärts bis zur Wanderhütte bei Niederntudorf.

Freundin Gaby begleitete uns zu Claras großer Freude. Ein Rudel, und sei es noch so klein, ist für Clara alleine schon deshalb wundervoll, weil sie es genießt es möglichst dicht zusammenzuhalten. Sie hält sich dann für einen Herdenschutzhund, und wir Menschen sind ihre Herde :-)

Je weiter es talabwärts geht, um so felsiger wird der Steilhang an der Wegseite - aber auch um so weniger hoch. Ich bewunderte wieder einmal mehr, welche Kraft und statische Genauigkeit Wurzeln entwickeln, um ihre Baumstämme stark und aufrecht im fast senkrecht verwitterndem Gestein so verankert zu halten, dass sie sogar weiter wachsen können.

Ganz besonders freute es mich, dass die Bewaldung hier im Tal nicht in eine Monokultur verwandelt worden war. Die Fichten gedeihen - einige sogar als "Mutterfichten" - zwischen diversen anderen Baumarten.

Kurz bevor dieser Regenwasserzufluß bei Niederntudorf in die Alme mündet, verflacht die von ihm in langen Zeiträumen geschaffene Schlucht, sie wird streckenweise sogar zu einer sanften Senke in einem Querweg zur anderen Seite.

Jetzt wollen wir demnächst noch den oberen Mittellauf dieses Bachbetts in seiner Schlucht erkunden :-)


Montag, November 28, 2022

Wallburg Knickenhagen


Wie ich im letzten Beitrag schrieb, entdeckten Clara und ich im November einen uns noch unbekannten Almezufluß im Bürener Wald. Ich sah mir die interaktive Wanderkarte "Komoot" an: der Bach beginnt ganz in unserer Nähe als Regenwasserabfluß. Und als Highlight am dortigen Weg wird die ehemalige Wallburg Knickenhagen genannt.

Wir stiegen ein paar Tage später in der Nähe des Infoschildes über diese Fliehburg einen Seitenweg, besser gesagt eine von Laub überdeckte Schlammspur von schwerem Waldarbeitsgerät hoch, vielleicht war dort ja etwas von einem Erdwall zu sehen? Ein umgestürzter Baum lag oben quer über dem Weg in die Ebene dahinter.

Ich entschied lieber den Hauptweg unten weiterzugehen. Wir fanden dort aber weiterhin nichts, was einen Geländehinweis zu irgendwas Wallartigem gegeben hätte.

Der Weg führt entlang des Bachbettes durch ein breites, wenig steilwandiges Tal. Nur an einer Stelle zeigt sich ein klein wenig Felswand, aber diese hat nichts mit einem Schutzwall gemein.

Insgesamt war der Weg wegen des Brausens der Windräder hinter den Bäumen auf dem gegenüber aufsteigendem Talrand und des Rauschens von der nahen Autobahn her nervig. Der Lärm von "Flugzeuggeschwadern" links und das Dröhnen von Autokolonnen rundherum ließen in uns keine entspannte Stimmung aufkommen. Wir gingen enttäuscht zurück zum Auto!

Zuhause googelte ich, und erst als ich eine 3D-Geländekarte der Anlage bei Wikipedie sah, wurde mir klar, dass ich die wenigen Spuren des ehemaligen südlichen Eingangs in die Wallanlage leider verpasst hatte, weil wir den verschlammten seitlichen Weg dorthin nicht weit genug gegangen waren. Nun, ich gebe so schnell nicht auf und fuhr am nächsten Tag mit Clara wieder hin. Diesmal wußte ich dank Wikipedia, wo ich den Hang besser hochgehen konnte, um wenigstens zum Einschnitt im Erdwall am ehemaligen nördlichen Tor zu gelangen.

Das Areal der alten Fliehburg ist heute ein wild belassener Wald. Clara durchfurchte das Laub und ein gestürzter Baum animierte sie zu Luftsprüngen - immer wieder hin und her.

Vielleicht für historisch interessierte Leser/Leserinnen noch lesenswert:

Es gibt reichlich Theorien, wo die Römische Eroberungsarmee des Varus genau im Gebiet des Teutoburger Waldes von Hermann dem Cherusker (Arminius, * um 17 v. Chr.; † um 21 n. Chr.) vernichtend geschlagen wurde (9 n. Chr.) Google lieferte mir im Zusammenhang mit dieser Knickenhaager Wallburg eine mir noch neue Theorie: Genau hier bei uns im Paderborner Südosten!

Für sprachlich interessierte Leser/Leserinnen ist die Etymologie von "Knickenhagen" und der Bedeutungszusammenhang von Knick, Knie, knickerig sein...vielleicht spannend.


Freitag, November 25, 2022

Auf der Suche nach neuen Wegen


Die zwar schönen, aber allzu bekannten Wegen lockten mich Anfang November nicht wirklich raus. So spazierten Clara und ich zunächst auf Wegen, die wir Monate nicht mehr aufgesucht hatten, wie den Talweg entlang des Glasebachs bei Hardehausen.

Der Glasebach führte Wasser, und am Wasser wachsen meist Birken neben den in unserer Gegend vorherrschenden Buchen. Manch schöne Pilze wachsen nur unter Birken. Wie auch immer, ich freute mich über die Vielfalt dieser erdhaften Baum-Gesellen.

Trotzdem sehnte ich mich danach, wieder einmal neue Wege erkunden zu können. Ich nahm mir in Internet die Wanderkarten (komoot) vor und wurde fündig.

Einen Zufluß zur Alme kannten Clara und ich noch nicht. Der Bach war zwar trocken, aber der Weg auf halber Höhe des Steilufers gefiel uns sehr. Er hatten einen festen Grund und wilde, steile Felswände begrenzten ihn hangaufwärts.

Hangabwärts ins weite Tal ging es bestimmt an die 5 Meter genau so steil runter zum Bachbett. Aber der Weg war hier durch Brombeergebüsch und an den steilsten Stellen sogar durch Barrieren aus Baumstämmen wie durch Leitplanken begrenzt.

Ich beschloß demnächst noch weitere Wegabschnitte dieses Almezuflusses mit Clara zu erkunden :-)


Dienstag, November 22, 2022

Fäulnis und Ödnis in manchen Wäldern


Ab den letzten Oktobertagen wurden in unseren Buchenwäldern die Pilzmassen mehr und mehr von Schimmelpilzen überzogen. Clara ging von sich aus nicht mit der Nase daran. Ich erinnere mich nicht schon einmal so viel Fäulnis im Wald erlebt zu haben. Vermutlich lag das am ungewöhnlich warmen Herbstwetter um die 22 Grad. Der Klimawandel grüßt.

Einerseits sahen die Gespinste in ihrer Feinheit schön aus, andererseits ekelten sie mich als Zersetzungsprozess auch etwas an. Jeder noch so kleine Baumstumpf war ummantelt von diesen Pilzen und mit ihnen in Schimmellagen eingesponnen.

Ganz anders war die Stimmung auf der Eggehöhe, wo einige junge Eichen zwischen abgeschlagenen Fichtenstämmen standen. Die Fichten um sie herum hatten diese in ihrem Wachstum so behindert, dass sie schlank und dünn wie magere Pappeln aussahen. Das Unterholz, meist Brombeeren, war nur für Wildschweine zu durchdringen.

Das Fichtensterben als Folge von nur wirtschaftlich gedachten Forstmethoden bewies diese als traurige, kulturelle Fehlentwicklung. Ich dachte an die fortschreitende Abholzung des Amazonasgebietes, um das Land z.B. für Rinderhaltung, das heißt den Fleischexport zu nutzen! Clara übernahm meine Trauerstimmung, sie trottete durch diese verödete Landschaft wenig rumschnuppernd neben mir her.

Unsere Stimmung hob sich wieder als wir an einem schmalen Streifen Buchenwald anlangten. Das Laub verführte mich dazu, es mit den Füßen im Spiel hochzuschleudern und Clara jagte es dann - oder ließ sich davon jagen ;-)

Die Uhren waren gerade zurückgestellt worden, es dunkelte früh. Wir fuhren heim und machten es uns mit Stu bei Kerzen, Kuchen und einer Krimikomödie auf der großen Fernsehliege gemütlich :-)


Mittwoch, November 16, 2022

Herbst - Pilze - Erde


Als wir Mitte Oktober nach Fehmarn reisten, waren die Buchenwälder bei uns zuhause noch weitgehend grün. Eine Woche später zurück Zuhause, und sie leuchteten in goldenen Herbstfarben. Es herrschte strahlendes Wetter.

Die seit einigen Wochen vorherrschenden Regentage hatten an den Hängen weiteres Erdreich abgeschwemmt und ich staunte wieder, wie stark und statisch klug die Wurzeln der dicken Buchen diese im aufrechten Stand hielten.

Ich sammelte und knabberte Bucheckern, sie sind eine delikate, nussige Gaumenfreude :-)

Wir fanden auf den Seitenpfaden Massen von Pilzen, schlicht bis schön ausgeformt, aber meines Wissens alle ungenießbar. Lustig auf mich - verwirrend auf Clara - wirkten einige "Wegweiserpilze". Und ein bepilzten Baumstumpf ließ mich schmunzeln.

In den nächsten Tagen fuhr ich mit Clara in der Hoffnung auf meine Lieblingspilze in die wenigen noch vorhandenen Mischwälder, denn im reinen Buchenwald hatte ich noch nie Steinpilze & Co gesehen. Und die wunderschönen Fliegenpilze wachsen eigentlich nur unter Fichten, Kiefern und Birken, eben den Bäumen des Borealen Waldes. Bulldoggerin Evelyn hatte bei Bingen schon mehrere dieser "Glückspilze" entdeckt. Das meiste Glück aber hatte meine Schwester Marcella in einem Wald bei Düsseldorf!

Nun, Clara und ich hatten auch Glück bei einigen Birken! Ob die direkt daneben wachsenden dicken Röhrenpilze Steinpilze waren, bezweifelte ich aber. Zuhause googelte ich: sie waren Gemeine Birkenpilze, das sind Speisepilze.

In diesen Tagen stieg mir der Zusammenhang zwischen Herbst, dem zu Erde werdendem Laub, den Pilzen als Erdgewächsen und dem Element Erde an sich deutlich in den Sinn.

Zur Erde gehören Schätze, die den Märchen und Mythen nach versteckt in ihr ruhen: und wer sie durch Selbstsucht mißbraucht, erleidet nur Schaden.... und ich dachte dann wehmütig an Erdgas, den herrschaftsgierigen Krieg Russlands und den Schmerz durch ihn.


Sonntag, November 13, 2022

Clara´s Lieblingsapfel "Ingrid-Marie"


Das diesjährige Frühlings- und Sommerwetter bescherte uns einen wahren Apfelsegen. Sie sind zwar klein, aber knackig und das Verhältnis von Süße und Säure ist perfekt.

Mit unserem Haus und Garten kauften wir vor über 30 Jahren einen besonderen, noch jungen Apfelbaum mit: "Ingrid-Marie". Diese Sorte wurde um 1910 in Dänemark als Zufallssämling gezogen. Er trägt die köstlichsten Äpfel, die Clara und ich kennen!

Wenn schon längst alles Laub vom Baum abgefallen ist, hängen immer noch einige seiner Äpfel - sogar über Weihnachten hinaus - an seinen Zweigen. Er ist dann in einen mit roten Kugeln geschmückten Weihnachtsbaum verwandelt. Erstaunlicherweise bleiben die Äpfel solange sie hängen frisch, trocknen nicht aus und werden nicht mehlig, können aber gefrieren.

Sie sind ein wundervolles Winterfutter für unsere Gartenvögel - und als spätes Fallobst gelegentlich auch für Ratten, wie ich aus Schneespuren weiß.

Clara ist verrückt nach diesen Äpfeln! Sie tut manchmal so, als müßte sie pinkeln, damit wir sie in den Garten lassen. Aber tatsächlich frißt sie nur einen auf, dann sieht sie sich nach weiteren um und bringt sie einzeln als ihren Vorrat ins Haus. Ich fand schon welche in unserem Bett!

Als ich wieder mal - mit Clara´s eifriger Unterstützung - die abgefallenen eingesammelt und die davon angefaulten im Kompost entsorgt hatte, stellte sie sich still unter den Baum, sah ab und zu hoch in seine Pracht, und wartete auf den nächsten, der sicher irgendwann fallen würde...

Ihre Geduld wurde oft belohnt! Sie sprang auf und schnappte sich den gefallenen Apfel mit erhobenem Schwänzchen. War er allerdings faul wie die, welche deshalb im August schon abfielen, dann verschmähte sie ihn mit enttäuschter, ja fast beleidigter Miene ;-)

In unseren Ostseeurlaub Mitte Oktober hatte ich eine große Einkaufstüte voller "Ingrid-Marie" mit genommen. Es reichte gerade: Clara und ich aßen zwischendurch gerne davon - während Stu vorzugsweise schon vom nächsten Fischessen träumte ;-)

Der Apfelbaum "Ingrid-Marie" steht hier in vielen Gärten und auch an manchen Wegen. Sie alle tragen dieses Jahr solch eine süße Fülle. Als ich mit Clara im Nachbardorf an der trocken gefallenen Altenau entlang spazierte, war der Grund an einer Stelle mit diesen Äpfeln übersät! Aber Clara stieg zu meinem Erstaunen nicht hianab um sich daran zu laben - den oft matschigen Bachgrund mag sie nicht - und zuhause hat sie ja schließlich ihren eigenen, perfekten Apfelbaum!

Das Wasser der Altenau verschwindet hin und wieder unterirdisch in Kalkhöhlen und Gängen, um dann spätestens als Teil der Paderquellen mitten in Paderborn wieder aufzutauchen. Früher muß die Altenau hier viel seltener trocken gefallen sein, denn hinter dem östlichen Dorfende sind noch die Reste einer alte Holzmühle erhalten - und gleich bei der Brücke in der Dorfmitte befindet noch sowas wie ein alter "Mini-Schienenbahnhof" für Holztransporte.

Nun, Clara interessiert sich nicht für die Dorf- und seine Handwerksgeschichte! Also hielten wir uns hier nicht weiter auf und wanderten weiter :-)


Donnerstag, November 10, 2022

Auf Fehmarn in der Ostsee, Teil II


Wir gehen immer gerne in Tiergärten. Im Schmetterlingspark auf Fehrman, der auch Leguane, Wasserschildkröten und Kois beherbergt, darf man seinen Hund mit hinein nehmen - also hin!

Wir wurden von diesen Schönheiten ohne Unterlass manchmal soger hautnah umflattert. Clara auch, sie nahm das stoisch hin. Das Flügelschmettern war so schnell, dass ich die strahlendblauen Oberseiten des phantastischen "Blauen Morpho", die sie leider nur beim Flattern zeigen, nicht fotografieren konnte. Im Sitzen - was sie selten taten - legten sie ihre Flügel zusammen, man sah dann nur die raffinierte Tarnung auf deren Unterseiten.

Den Leguan nahm Clara gar nicht wahr. Er saß bewegungslos oben hoch unter der Decke, sie hat ihn vielleicht für Deko gehalten. Und fremdartig riechen tat es in dieser tropisch klimatisierten Halle für sie sowieso :-)

Auf Fehmarn gibt es auch ein tropisches Aquarium mit einem Unterwassertunnel. Dort durfte Clara nicht mit hinein und Stu war wenig an Haien und Co interessiert: nachdem ich aus der Meereswelt wieder am Parkplatz auftauchte, besuchte er das Uboot-Museum in Burgstaaken, während ich mit Clara am Hafen spazierte :-)

Fehmarn hat sehr unterschiedliche Strände. Im Nordwesten liegt - zum Teil hinter Deichen - ein Vogelschutzgebiet mit Brackwasserbereichen. Hier konnte Stu ein wenig mit spazieren gehen. Clara fand das absolut toll zwischen uns hin und her zu rennen.

Im Südosten der Insel gibt es lange Sandstrände mit manch beeindruckenden Findlingen darin. Clara war weniger begeistert, als ich geglaubt hatte. Naja, man geht mehr IN Sand auf AUF ihm. Auch ich finde das bremsend.

Meine größte Freude war in dieser Woche der tägliche Weg mit Clara über den Steilhang und entlang des Strandes vor unserem Ferienhaus. Zuhause am Meer :-)

Die sanften Wellen über den von den Eiszeitgletschern hergebrachten Steinen in ihrer großen Vielfalt ließen die Zeit vergessen. Granite, Gneise, Migmatite, Sandsteine und Kalksteine in all ihren Farbschattierungen und in ihrem Formenreichtum lagen neben- und unter einander. Sie weckten in mir die Sammellust :-)

Ich glaube auch für Clara waren diese Wege eine neue Freude. Für Stu waren die täglichen Delikatessen von Fisch- und Meeresfrüchten in wirklich guten Restaurants das Highlight :-)


Montag, November 7, 2022

Auf Fehmarn in der Ostsee, Teil I


Mitte Oktober verbrachten wir eine Woche an der Ostsee auf der Insel Fehmarn. Wir kamen am späten Nachmittag im Marienleuchte an, eine stille Ecke im Nordosten der Insel gegenüber Dänemark. Wir hatten ein sehr hundefreundliches Ferienhaus mit komplett umzäuntem Garten gemietet. Das Meerufer war vielleicht 150 Meter entfernt. Wir konnten die Brandung im Garten noch hören :-)

Dorthin führte nun immer unser abendlicher und unser morgendlicher Spaziergang. Streckenweise war der Steinstrand unterhalb des Steilhanges mit Algen bedeckt, was besonders Clara das Rumlaufen erleichterte.

So wie ich im Wald bizarre Baumgestalten liebe, so hatten es mir hier mythenartige Steine angetan. Manche grinsten oder schmunzelten mich regelrecht an. Ich staunte voller Freude über diese phantastische Vielfalt :-)

Clara ging ans Wasser ran, trank kurz davon und betrachtete es irgendwie nachdenklich. Es schreckte sie nicht, lockte sie aber auch nicht. Ich glaube sie nahm es als fremdartig, aber doch natürlich gegeben hin.

Ich setzte mich manchmal auf einen der dicken Findlinge und wir beide träumten dann über die Wellen hinweg in den Horizont hinein :-)

Der Uferpfad am Rand des Steilhanges war ebenso friedlich. Es blühten noch blaue Wegwarten und die dicken, roten Hagebutten der Hundsrose und die lila-roten Früchte des Pfaffenhütchens leuchteten in der tiefstehenden Sonne.

Dieser Weg war die morgendliche Standardmeile für viele Urlauber mit Hund. Alle paar hundert Meter gab es eine Mülltonne für Kotbeutel, die auch offensichtlich von allen genutzt wurde, denn einen Haufen sahen wir kein einziges Mal am Wegrand :-)

Clara gefiel dieser Klippenweg weit mehr als der Steinstrand, aber als wir beim Erkunden des Inselinneren an einem Mini-Eichenwald anhielten, donnerte sie mit fliegenden Ohren richtig glücklich los. Eichen wachsen nicht dicht bei einander, sie sind beeindruckende Individuen und lassen sich Platz - und Clara Chancen zu Austoben :-)

Fehmarn ist eine Urlaubsinsel, wie die vielen Ferienhäuser, Campingplätze und verschiedensten Sportanlagen ausweisen. Sie ist aber auch immer noch stark landwirtschftlich geprägt.

Es war ein zauberhafter Anblick, viele der abgemähten Maisfelder umrandet von zugesäten Wildblumen zu sehen. Hier bei uns in Ostwestfalen werden dagegen die Feldraine oft einfachheitshalber bei der Bespritzung der Felder mit Insekten- und Unkrautvertilgern mit bespritzt, sodass viele Wildblumen nicht überleben. Die Verarmung unserer Flora wird so verschärft.

Herrliche große, sehr gepflegte Höfe aus rotem Backstein bestimmen im Inselinneren das Bild der Dörfer. Mehrere Landwirte bieten in ausgebauten Scheunen und in Garten-Cafes üppige Torten und ähnliche Verführungen an. Clara bekam viel davon ab, sie liebt Sahne und Buttercreme!

In schön restaurierten Fischerhütten kann man besten, frisch geräucherten Fisch genießen, wovon Clara natürlich auch etwas abbekam. Mein Lieblingsessen waren warme, geräucherte Forellenfilets in einem Pfannenkuchen in der Altstadt von Burg. Aus der Norddeutschen Küche gab es auch Gutes, z.B. in Burgstaaken " Oldenburger Pinkel". Den Vogel schoß allerdings ein Restaurant an der nördlichen Inselspitze ab, dem "Huk": es gab "Portobello Mushrooms". Das sind Riesenpilze gefüllt mit Fleich oder Käse. Wir kennen dieses Gericht sonst nur aus England.

Dieser "Portobello Mushroom" gehört wie der Parasolpilz (siehe letzter Beitrag) zur Familie der Champignons. Wir sahen solche auf der Insel sogar in einigen Gärten!

Ein Highlight der Insel ist das kulinarische Angebot. Wir aßen jeden Tag in anderen Restaurants. Stu schlemmte in seinen Lieblingsgerichten: Heilbutt, Scholle und noch mehr Fisch, Muscheln, Krabben, Riesengarnelen... Und was sonst noch so los war erzähle ich im nächsten Beitrag.


Freitag, November 4, 2022

Auf einem vergessenen Pfad


Der Regen ließ den Waldboden Anfang Oktober feucht wie einen Schwamm werden. Nun, ein altes Wort für Pilze ist "Schwämme". Und endlich kamen sie aus der Erde hervor: und das an manchen versteckten Stellen so groß, wie ich sie hier noch nie erlebt hatte!

Wir entdeckten die ersten Riesenpilze nicht weit hinter dem Anfang des Waldweges zur Höhe des nördlichen Steilhangs hinter unserem Dorf. Ich war diesen Weg mit Clara bislang immer nur hinab gestiegen, aber mein Rücken war so gut dran, dass ich es mit Freude aufwärts schaffte. Zurück ins Tal wollte ich einen Pfad gehen, der unweit westlich schräg hinabführte und auf den Hauptweg treffen musste. Er führte zunächst nur an eingezäunten Weiden entang und endete dann plötzlich im Wald! Wir entdeckten auch hier viele dieser Riesenpilze, aber mangels weiterführendem Pfad wanderten wir wieder hoch und kehrten auf dem mit Treppenabschnitten angelegten Hauptweg zurück zum Auto.

Ich mußte grinsen, wie Clara die Treppen vor mir bedachtsam Stufe für Stufe hinauf schritt und später abwärts auf den anderen Wegetappen den bulldog-typischen, rollenden Hüftschwung zeigte :-)

Zuhause recherchierte ich, welche Pilzart das wohl gewesen war: wahrscheinlich Parasolpilze, die als Delikatesse gelten, möglicherweise aber waren es die diesen ähnlichen, aber tödlich-giftigen Knollenblätterpilze! Der Stielanfang sah bei einigen durchaus knollenartig aus. Gut, ich hatte die Finger und Clara die Schnute davon gelassen :-)

Am nächsten Tag wollte ich Freundin Gaby diese riesigen, so schönen wie möglicherweise gefährlichen Pilze zeigen. Gleich zu Beginn am Hauptaufstiegsweg lag meine erste Pilzfundstelle. Gaby bestaunte die Pracht, aber Clara ignorierte sie, da ihr diese ja seit einem Tag als irrelevant bekannt ;-)

Ich hatte in der Wanderkarte nachgesehen: der westliche Abstiegsweg vom Vortag hätte tatsächlich in einen Pfad auf halber Höhe einmünden müssen und dieser wiederum in den Hauptaufstiegsweg kurz oberhalb meiner ersten Fundstelle. Ich wollte wissen, warum das nicht mehr so war. Um das zu klären wählte ich diesmal den engen und stellenweise fast zugewachsen Pfad Richtung Westen auf halber Höhe des Hangs. Dort wäre vielleicht zu erkennen, wo der jetzt im Wald abrupt endende Abstiegsweg früher einmal auf diesen Weg in halber Höhe traf.

Wir kamen bald an einer bemoosten, uralten Picknickbank vorbei - nur stand die circa 2 Meter steil über uns am Hang mitten zwischen Bäumen! Klar kletterten wir hoch, sahen uns um und begriffen, dass dieser Picknickplatz vor der Einmündung des damals noch durchgehenden Abstiegsweges in den Weg auf halber Höhe plaziert worden war. Wir sahen von der Bank aus sein oberes Ende vor einem Weidezaun. Ohne diese so "sinnlos" hoch plazierte uralte, wackelige Picknickbank als Hinweis hätten wir das Wegerätsel nicht gelöst :-)

Als Gaby und ich uns an diesem verwunschenen Platz gegenseitig fotografierten, rannte Clara zwischen ihr und mir begeistert hin und her. Sie versuchte uns auch zum Weitergehen anzutreiben :-)) Auspowern muß sein!! Das Rudel zusammentreiben auch!

Dieser von allen vergessen wirkende Weg sollte der Karte nach irgendwann in seinem Verlauf am Standort der längst verfallenen "Rümkeburg" vorbei führen. Er stieg stetig an. Kurz bevor er den Kamm erreichte führte er zu einer Felswand hin, die wie ein weitgehend zugewachsener Steinbruch wirkte. Ein Pfad führte zu ihm hinauf, wo auf einer schmalen Plattform direkt auf der Felswand eine Bank mit Picknicktisch stand. Wir stiegen ihn hoch, Gaby voran, dann Clara und dann ich.

Oben sah ich, dass die Felskante nach unten einen Einbruch hatte, über den irgendwann zwei inzwischen angebrochene Bretter gelegt worden waren. Wegen dieser "Sollbruchstelle" bekam ich Angst um Clara, denn sie rannte fröhlich um Tisch, Bank und Gaby herum, ohne diese Absturzgefahr zu erkennen. Ich brüllte "Clara komm", aber sie sah keinen sie überzeugenden Grund, das zu tun: zu herrlich war das Rumjagen auf dieser Höhe mit der weiten Sicht. Sie meinte es sei an diesem schönen Platz mehr angesagt, dass ich dorthin zu ihr und Gaby komme.

Also lief ich den Pfad sofort wieder runter, rief energisch "Zurück" - und um mich nicht aus den Augen zu verlieren, das ist ein wichtiger Grund für sie - verließ sie diese kleine, aus meiner Sicht für sie gefährliche Plattform. Ab hier verlief der Pfad bergab.

Ich überlegte, dass diese steinbruchartige Felswand ein letzter Überrest der Rümkeburg sein mußte, zumal sie - so wie Burgen üblicherweise - an der höchsten Stelle über dem Tal steht. Und etwas anderes, das in Frage käme, gab es an diesem Weg einfach nicht. - Zurück gingen wir den Talweg.

Als ich zuhause diese Fotos sortierte, fiel mein Schleier des Vergessens: ich war schon einmal auf dieser Plattform gewesen! Die Abdeckbretter über der Hangkante lagen schon damals dort... und eines der Bretter war schon damals in der Mitte angeknackst... Ich hatte deshalb Wilma (oder Alma??) aus Sorge um sie an der kurzen Leine fest gehalten und auf der Bank den Ausblick genossen.... Das mußte um die 20 Jahre her sein, vielleicht sogar schon 30 ...

Erinnerungen verankern sich tiefer, wenn sie mit starken Emotionen verbunden sind.... So wie Angst und Liebe :-)


Freitag, Oktober 28, 2022

Clara hatte Bulldog-Besuch


Gleich zum Oktoberanfang besuchten uns Frank und Susanne Nas mit Lilo und Toffee. Die kleine 14-monatige Toffee kannten wir bislang nur von Fotos, wir waren gespannt. Ja, sie ist eine ganz zutrauliche, sehr liebe junge Hündin.

Wir ließen die Drei erst mal in den Garten. Toffee durfte dort nicht mit rumrennen, weil sie sich ein Bein vertreten hatte. Sie ertrug das brav :-)

Lilo ist ganz anders als Toffee, sie ist eine zurückhaltende, eher scheue Hündin; Clara lockerte sie mit spielerischem, aber nicht aufdringlichem Rumjagen schnell auf. Susanne belohnte das :-)

Anschließend ging es wieder ins Haus, und jetzt hatte Toffee ihre Sternstunde: Schmusen mit Stu! Clara erlaubte es, es gab sozusagen eine "Menage à Troi" ;-) Lilo blieb lieber bei Susanne sitzen, dort fühlt sie sich am wohlsten, sie ist überhaupt ganz auf sie geprägt.

Stu strahlte, er war glücklich so mitten in Bulldog-Getümmel und Geschmuse :-)

Dann fuhren wir ins Kloster Dalheim zum Essen. Es war köstlich wie stets, und da ich für 3 Hunde mitreserviert hatte, stand schon ein Wassernapf für sie bereit.

Zwei Tische weiter saß ein Herr mit einem Hund, der uns mit Bulldoggesicht über die Tischkante ansah. Stu sprach ihn an: "Oh, Sie haben auch einen Bulldog?" "Ja, einen Amerikanischen". Stu strahlte: "Wir haben die echten!" Alle lachten :-))

Nach dem Essen fuhr Stu nach Hause, er kann nicht mehr weit laufen. Wir anderen spazierten noch ein wenig entlang der Klosteranlage. Die Klosterverwaltung hält dort am Hang eine beachtlich gehörnte Ziegenherde. Die kamen neugierig zu uns den Hang herunter gesprungen.

Wieder Zuhause gab es Mohnkuchen und Kaffee. Toffee inspizierte alldieweil alle Räume, Lilo zog sich in eine ruhige Ecke zurück und Clara behielt alles im Blick. Wir Menschen sprachen nur über Hunde, unsere Hunde, über Hundeurlaub, Hundefutter.... Das kennt jeder von Euch Leserinnen und Lesern: aufgehen im Thema Hund!

Es war ein erfüllter Tag. Wir werden uns im nächsten Jahr wieder treffen :-)))


Dienstag, Oktober 25, 2022

Keine Pilze, aber ein Aufregerauto

und endlich reichlich Regen


Ende September wurde es regnerisch, kühl, die häusliche Gemütlichkeit tat gut. Auf meinen Waldgängen mit Clara trug ich wieder meine hohen und ziemlich rutschfesten bayrischen Wanderschuhe. Am einem dieser Tag zog ich mit ihr los ins Schwarze Bruch.

Manche Menschen haben Angst in solchen Landschaften; zu meinem fassungslosen Erstaunen meinte neulich eine Frau ernsthaft zu mir: "in Wäldern sind Mörder". Das erinnert an die Mär vom ewig bösen Wolf. Angst in der Natur ist meist Ausdruck einer Entfremdung auch von der eigenen Natur. Gefühle genereller Angst und eigener Machtlosigkeit sind in der Regel die taurige Folge.

Clara und ich fühlen uns in Wald und Flur als unserem natürlichen Zuhause geborgen. Dagegen scheut sie Menschenmassen, so wie ich zunehmend auch. Einem einzelnen Wanderer, seltener Wanderin, begegnen wir immer wieder mal. Das ist in der Regel sogar nett. Man grüßt sich und lächelt sich an. Oft werden auch ein paar Sätze ausgetauscht. Dann will jeder wieder seinen eigenen Weg gehen. Wir Savorys gehören zu denen, die unter Coronabeschränkungen nicht leiden - höchstens darunter, dass es inzwischen auf dem Land weniger Restaurants gibt ;-)

Zurück zum Ausflug ins Schwarze Bruch. Zu meiner Überraschung fuhr plötzlich ein grauer PKW unweit der Waldkante über den gemähten Weg in einer wild gewachsenen Distelwiese. Bauer oder Jäger? Aber die fahren größere Wagen, und ein kleiner wäre eher grün. Wie auch immer, der verschwand Richtung Straße. Clara und ich suchten nun weiter (leider erfolglos) nach Steinpilzen und Filzigen Röhrlingen. Dafür präsentierten sich uns prächtige Totholzpilze.

Nach vielleicht 20 Minuten kam der graue Kleinwagen zurück aus Richtung Straße und donnerte wieder über den Grasweg in der Wildwiese an uns vorbei ins hintere Naturschutz-Gebiet oder zu den Feuchtwiesen seitlich davon. Clara entschied, dass der das nicht darf! Sie hat mit Sicherheit auch meinen Ärger über diese "Naturschändung" gefühlt, war meiner Meinung - und handelte :-)

Sie rannte in Riesensprüngen hinter ihm her... so schnell und entschlossen hatte ich sie noch nicht erlebt. Ich hatte es auch noch nicht erlebt, dass sie eine Autoverfolgung in Feld und Flur nicht abbrach. Der Wagen fuhr Richtung Sumpf, vorbei an den Teichlöchern... ich sah ihn nicht mehr, es war zu weit weg. Der Fahrer mußte dort im Gelände einen offensichtlich befahrbaren Pfad kennen. Ich rief, dann brüllte ich nach Clara. Im Kopf weiß ich, dass sie jeden Weg zurück findet. Aber im Bauch war ich beunruhigt wegen des weitgehend wild gelassenen, unebenen Geländes. Nach einger Zeit sah ich Bewegung in den Grashalmen, sie rannte zurück, fand eine Passage durch ein Brombeergeranke... sie schnaufte noch gewaltig. Ich lobte sie für ihr Zurückkommen :-)

Clara verfolgt kein Reh, nicht mal ein Huhn animiert sie zu irgendeiner Aktion. Sie jagt nur Autos und das wiederrum ausschließlich auf Naturwegen. In bewohnten Gebieten weicht sie denen furchtsam aus, sie weiß, da dürfen die sein. Zuhause machte ich Witze und erzählte Stu "Unsere Clara entwickelt sich vom Naturfreund und Kulturfeind ;-)"

Ein Gang durch unseren Dorfpark in den oft kurzen Regenpausen in der letzten Septemberwoche war - auch im Wortsinn - naheliegender als Ausflüge in den Wald.

In den längeren Regenpause spazierten Clara und ich aber wie gewohnt durch Wald und Flur. Trotz des tagelangen Regens sprossen bei uns in den Wäldern insgesamt erstaunlich wenige Pilze aus dem durchnäßten Boden, mehr wuchsen da schon in unserem Garten.

Auf den ins Land eingestreuten wilden Wiesen konnten wir Spinnennetze voller spiegelnder Wasserkügelchen bewundern. Funkelnde Schleier - wie Schutzschirmchen vor gefräßigen Insekten, dachte ich.

Auf dem Kamm der nahen Hegge entdeckten wir einige schöne, grasbewachsene Wege durch lichten Buchenwald, die nicht von Holzschlepptreckern aufgerissen und dadurch nicht zu abschreckenden Schlammfurchenwegen verkommen waren.

Neben dem würzigen Geruch feuchter Walderde konnte ich den Duft des Waldmeisters hier genießen. Clara erforschte offensichtlich mit vibrierender Nase noch viele weitere Gerüche; für sie war hier mehr Leben erfahrbar als für mich. Wie schön für sie :-)

Die Erde strahlte in diesen Tagen eine ruhige, zur Reflektion anregende Stimmung aus :-)


Samstag, Oktober 22, 2022

Neues vom Team Clara / Teddy:

Kreativität, Solidarität :-)


Erregend, ja begeisternd sind für Clara, wie ich schön häufiger schrieb, Teddy´s Besuche. Im endlich kühlen Wetter Ende September ließen sie ihre Freude und Spiellust wieder ungebremst heraus.

Aus ihrem Stöckchenabjagespiel entwickelten sie spontan eine neue Variante: sie drehten sich - es beide festhaltend - wie ein Kreiselkarussel darum herum, so wie wir Kinder es mit einem Seil gemacht hatten um die Fliehkraft zu genießen.

Herrlich, wie viel Kreativität die Beiden entwickeln, wenn man sie einfach machen läßt :-)

Nach ein/zwei Stunden geht Freund Frank mit seinem Teddy dann wieder nach Hause. Ich schrieb schon mal über dessen Unwillen, dann Clara verlassen zu müssen. Er äußert diesen immer deutlich durch passiven Widerstand: in Analogie zu menschlichen Protesten kann man seine Reaktion einen "Sitzstreik" nennen: "Wenn ich hier weg soll, dann mußt du mich schon wegtragen!!!"

Bislang hielt sich Clara da stets heraus. Diesmal nicht !

Sie stellte sich schützend über seine "Interessenlage" und machte Frank so deutlich, er solle Teddy´s Wunsch bitte respektieren ;-)


Mittwoch, Oktober 19, 2022

Besuch von Gunda


Meine Schwester Gunda ist ein Wandervogel, also waren wir auch während ihres dreitägigen Besuches bei uns viel unterwegs.

Das Wetter schauerte viel, aber in den trockenen Phasen waren wir gleich wieder draußen. An der wieder munter fließenden, an manchen Stellen sogar stark strömenden Altenau war durch das herbstliche Regenwetter die buschig-beerige Uferbewachsung noch ziemlich hoch gewachsen!

Clara stürmte zu meiner Überraschung ins Wasser rein, obwohl der Tag eher kühl als warm war. Vielleicht gewinnt sie durch ihre Sommererfahrungen Spaß am Wasser selbst; vielleicht wollte sie aber auch nur Gunda ihre neue Spaßwelt vorführen :-)

Leider waren wir nicht schnell genug mit dem Fotografieren, um Claras Wassersprünge festzuhalten.

Ich zeigte Gunda auch einiges, was sie hier noch nicht kannte: zuerst den Mühlbach mit seiner Quelle "Blauer Pott" im Nachbardorf, den wir selbst erst neulich entdeckt hatten, da er auf Privatgelände liegt. Sie war so überrascht von ihm wie beeindruckt!

In den durch den Regen wieder feuchten Wiesen hier im Altenautal entdeckten wir zu meiner riesigen Freude einen Schwarzstorch bei der Futtersuche, der erste seiner Art für mich in diesem Jahr :-)

Bei Gundas Besuch im letzten Herbst waren wir zu den Teufelsteinen (Beitrag 16.11.21) am Klippenweg des Eggegebirges unterwegs. Diesmal gingen wir ihn in der anderen Richtung bis zu den Teutonia Klippen.

Clara hielt ich wie stets hier wegen der gefährlichen und ungesicherten Steilkante entlang des Pfades an der Leine. Sie nimmt das gelassen hin :-) Solche Höhenwege üben einen besonderen Zauber aus. Gunda und ich sangen das Lied unserer Kindheit "...Lauschen woher der Sturmwind braust, schauen was hinter den Bergen haust, und wie die Welt so weit..." Clara fand das gut, sie wackelte dazu mit ihrem Schwänzchen :-)

Bei Dalheim gibt es ein sehr kleines Arboretum. Immerhin wächst dort ein Mammutbaum und ein Riesenlebensbaum! Das Unterholz ist ziemlich verwildert.

Clara donnerte so begeistert los, dass wir sie nicht mal mehr hörten... Aber auf Zuruf kommt sie ja immer gleich zurück. So einen "gehorsamen" Hund gibt es selten. Clara wurde nicht darauf trainiert, sie ist einfach so. Ich glaube auch deshalb lieben und schätzen sie alle in Stu´s und meinem Umfeld.

Randbemerkung:

Als ich Gunda im Sommer in Aachen besuchte, machten wir einen Ausflug zum nahe gelegenen "Ar(t)boretum Mefferscheid" in Belgien. Weil Clara nicht mit war, und dies IHR Blog ist - schrieb ich damals nicht darüber. Da dieses Arboretum aber so ungewöhnlich beeindruckend und auch mit Baumkunst durchsetzt ist, nehme ich den Besuch des kleinen Dalheimer Arboretum zum Anlass, Fotos von diesem so wundervollen Ar(t)boretum doch noch zu zeigen :-)


Donnerstag, Oktober 13, 2022

Endlich Regen und -

Clara erlebt im Wald Freiheit und Glück


Anfang September hatte es zwei Tage lang geregnet, die Natur und auch ich atmeten erleichtert auf - sogar Clara zeigte sich weniger wasserscheu als sonst, sie inspizierte ihren Garten - immerhin bei schwachem Regen - ausgiebig ;-)

Mich faszinierte der Himmel, denn die erhöhte Luftfeuchtigkeit ließ dort bizarre Muster entstehen. Und wir erlebten an einem Abend einen vollendeten doppelten Regenbogen :-)

Bald würde die Hirschbrunft geginnen, deshalb fuhr ich mit Clara wieder einmal zum Wildpark bei Willebadessen, aber es war noch nicht soweit.

Wir spazierten zur Mineralwasserquelle unweit der Rotwildgehege. Und zum ersten Mal erlebte ich diese Quelle leer. Ein wenig Wasser stand aber noch im Bett des Abflußbaches.

Etwas später regnete es mehrere Tage leicht, aber fast durchgehend, und das ließ mich auf Stein- und Glückspilze hoffen. Also stöberten Clara und ich am nächsten regenfreien Tag mit Freundin Gaby, die wir gelegentlich zu einem unserer kleinen Ausflügen mitnehmen, in einem unserer Pilzwälder herum.

Aber nein, es war noch zu wenig Regen, wir sahen im Wald nicht mal einen Bovist. Dafür wie zum Spott aber einen einzelnen, einsamen Stinkmorchel. Naja, wir beschlossen nach dem nächsten Regen noch mal auf Pilzsuche gehen.

Nun, zur Pilzsuche bleibt man nicht auf den Waldwegen, man schwärmt aus in den Wald selbst. Wie gesagt, wir fanden keine Pilze, aber Clara geriet in einen Glücksrausch - so mitten im wilden Wald rennen, springen, stöbern zu können - ihr Glück war absolut ansteckend!

Sie flippte aus, riß mich an den Hosenbeinen um mit ihr loszurennen, sie sprang an Gaby hoch, sie schwang sich über liegende Baumstämme und Brombeerranken in höhen Bögen hinweg.

Alte Bäume oder auch nur deren Ruinen bilden oft bizarre Gestalten, sie regen die Phantasie an, Märchen werden zur Verführung :-) Dieser urtümliche Wald weckte auch in mir Urgefühle. Und Clara war berauscht von der Welt, beherrscht vom Glück des Lebens.


Montag, Oktober 10, 2022

Auf dem Klippenweg


Im Juli zeigte ich unserer Freundin Hanni den altsächsischen Kultstein "Fauler Jäger". Direkt heran und an ihm vorbei zur oberen Platte des nahen Opfersteins kamen wir leider nicht, denn der Weg und das Gelände rund herum waren leider noch nicht von den im Wintersturm gefallenen Bäumen freigeräumt und für Hanni, da sie eine Gehstütze braucht, unzugänglich.

Der Weg entlang dieser Kultorte ist Teil eines Wanderweges entlang der gesamten östlichen Kliffkante des Eggegebirges. Wir nahmen uns vor später im Jahr von dort aus diesen aufregenden Klippenweg in der anderen Richtung zu gehen: so geschehen Mitte September.

Der Weg zur Kliffkante führt über eine gerodete Höhe, die sich zur Heide entwickelt hat. Wir konnten weit nach Norden bis zum Teutoburger Wald blicken. Dieses Teilstück des viele Kilometer langen Klippenweges kannte ich noch nicht und war fasziniert von der gewaltigen, schroffen Tiefe neben uns und dem weiten Blick hinweg über die Ebene unten.

Ich hielt Clara an der kurzen Leine, denn stellenweise war der Steilhang nur einen Meter vom Pfad entfernt. Clara würde, wenn sie durch irgendetwas erschreckt würde, vielleicht dorthin springen... unvorstellbar entsetzlich!

Immer wieder lagen an der Steilkante durch Verwitterung offen gelegte Felsbrocken herum. Und der Februarsturm hatte die letzten dort noch wachsenden Nadelbäume entwurzelt oder gekippt. Freiwillge hatten den schmalen Weg im Laufe des Sommers wieder frei geräumt :-)

Dieser Klippenpfad führt durch Wildnis, die Hanni und mich wunderbar durchatmen ließ in unserer ansonsten oft überregulierten Welt :-)

Clara erlebte dies anders, an der Leine ist sie ja tatsächlich reguliert. Deshalb gehe ich mit ihr meistens durch Gelände, wo sie gefahrlos frei ihrem Herzen folgen kann :-)


Freitag, Oktober 7, 2022

Abschied von Sommer und Hitze


Erst gegen Mitte September war die Sommerhitze vorbei. Anfang September drückte die Schwüle bei zugleich Sorgen bereitendem Regenmangel viele Gemüter noch nieder.

Der Kahlschlag der vergangenen Jahre trug zur Austrocknung des Bodens bei. Sumpflöcher und moorige Senken waren mit Moos zugewachsen, welches auch schon gelb wurde. Amphibien sind Erinnerung geworden. Und stehende Gewässer wie der Meerhofer "Neue Brunnen", wo wir mit Freundin Hanni hinwanderten, waren spinatgrün eingetrübt.

Die in unserem Dorf renaturierte Altenau war über die heißen Wochen hinweg nicht ganz trocken gefallen, Clara reichte das Wasser zum Pfotenkühlen, Bauchkühlung war nicht mehr unbedingt nötig!

Nachdem sie den Frischwasser-Zufluß vom unweit gelegenen Quellteich genau inspiziert hatte, wollte sie weiter. Das Wandern ist der Clara Lust ;-))

Ich fuhr mit ihr drei Dörfer weiter bachaufwärts in den Wald am Steilhang des Tales. Hier floß im Altenaubett auch noch etwas Wasser - aber die früheren Fischteiche im breiten, damals moorigen Talgrund waren knochentrocken.

Sie freute sich, schnupperte gleich los was es dort so gab und gibt ;-) Der schmale Pfad war von den Sturmschäden frei geräumt, aber hangab- und hangaufwärts daneben türmte sich das Bruchholz.

Der Weg näherte sich der Talsohle und plötzlich schwirrten zu meiner Überraschung Mücken um mich herum... es mußte Wasser oder Sumpf in der Nähe sein.

Dann sah ich es: Schilf in einem Wasserloch. Vom alten, früher talfüllenden Moor war es übrig geblieben. Es war eingezäunt, aber wegen der Mücken zog es mich und sogar Clara nicht hin.

Als wir weiter gingen sahen wir in einem der früheren Entwässerungsgräben noch ein altes Wehr und ein ganz kleines restliches Sumpfloch.

Wir sahen groß aufschwellende Baumpilze, hier im Tal herrschte tatsächlich noch eine gewisse Restfeuchtigkeit. In den Wäldern drumherum auf den Höhen waren die Baumpilze zum Sommerende hin verholzt wie Rinde.

Steinpilze und Fliegenpilze sah ich bis Mitte September jedenfalls überhaupt noch nicht :-( Clara ist das egal, sie ist - im Prinzip - eine Carnivore ;-)


Dienstag, Oktober 4, 2022

Apfel-Boule


Unser alter Apfelbaum trägt seine süße Pracht erst ab dem Spätherbst. Alle Äpfel, die er wegen Wassermangel nicht bis zur Reife durchbringen kann, wirft er klein, sauer und viele von Vögeln halb aufgefressen ab.

Nur die angefaulten sammel ich für den Kompost täglich ein, weil Wespen sich darüber hermachen und ich Angst habe, dass Clara beim Beschnuppern gestochen wird. Die noch festen finden eine andere Verwendung :-)

Clara frißt diese Äpfel erst dann, wenn sie rot und süß sind - also sehr spät im Jahr, nachdem die Wespen verschwunden sind. Mit den nicht angefaulten unreifen Äpfeln spielte Stu mit Clara Ball - er nennt es "Apfel Boule" :-)

Clara war zunächst zögerlich, sie vermeidet es uns hart anzustupsen oder anzurempeln :-)

Ausnahme: wenn ich auf allen Vieren auf der Wiese auf sie zukomme, dann denkt sie (zu Recht), ich würde Bulldog-Kraftspiele mit ihr wünschen. Nun, einen blauen Fleck bekomme ich dabei trotzdem nie ab, nur schon mal einen Krallenkratzer :-)

Im Garten haben wir auch einen Zierapfelbaum mit Mini-Äpfelchen. Die sind ab Mitte August reif, lieblich rot und zuckersüß. Ich plückte einige, um sie Clara als "Miniapfel Boule" zuzuwerfen.

Den ersten im Maul - und der wurde umgehend genüßlich gefressen! Um sie im Spiel zu halten, warf ihr einen nach dem anderen zu :-)

Sie ließ sich darauf ein, schob den süßen Genuß auf, bis ich mit dem Zuwerfen aufhörte.

Sie hoffte nach Beendigung ihres Desserts auf mehr. Sie bekam das Mehr natürlich .-)


Samstag, Oktober 1, 2022

Hunde können meditieren


Ich glaube dieses ganz In-ihrer-Mitte-ruhen können Hunde leichter als Menschen. Sie erleben sich aus ihrem Gefühl und Instinkt heraus als Teil der Natur, als Teil des Ganzen.

Eine kulturbedingte Entfremdung bis hin von sich selbst dürften sie nicht kennen. Das ist vermutlich die Basis, warum sie viel besser als Menschen mit Not, Krankheit und Tod zurecht kommen. Und sie machen sich selbst nicht unglücklich, weil sie sicherlich weder einen unkontrollierten Gedankenzirkus noch eine eingrenzende Ideologie im Kopf haben :-)

Ihre Art das Leben zu lieben ist Teil des Zaubers, den sie auf uns ausüben. Ein Zauber, der uns einbindet und so für uns heilsam ist.


Mittwoch, September 28, 2022

Wasserspiele gerne, wenn

ein Mitspieler da ist!


Zu der Brücken-Wasserstelle der Altenau bei Atteln ging ich in den heißen August-Tagen häufiger mit Clara. Eines Mittags begenete uns eine junge Frau mit einem kleinen, freundlichen Hund. Wir ließen beide unangeleint in den Bach zum Spielen.

Pepino, wie Frauchen Claudia erzählte ein Nothund aus Südeuropa, sah zwar einem Terrier ähnlich, hatte aber rein gar nichts von deren oft reizbarem Charakter.

Clara erkannte sein liebenswürdiges Wesen sofort und umwarb ihn freundlich. Er ließ sich schnell auf sie ein :-)

Claudia warf nun Pepino ein Stöckchen zu. Clara freute sich, sie dachte jetzt gäbe es ihr Lieblingsspiel (wie mit Teddy, siehe unten) um gemeinsame Beute.

Aber Pepino hatte wohl ein hartes Leben hinter sich, Beute mußte dort um jeden Preis vertreidigt werden! Claudia tadelte sein Knurren. Und Clara ließ von ihm ab. Konflikte, darauf verzichtet sie gerne. Pepino ging zu Claudia um diese wieder gut zu stimmen.

Clara war enttäuscht, das sah ich ihr an. Sie überlegte, ob sie irgendwie doch noch zu ihrem Stöckchenspiel käme.

Also ging sie auch zu Claudia, umschmeichelte sie und machte Pepino klar, dass sie eine völlig friedliche Mitspielerin ist.... Vielleicht überlegte sie auch, wenn Claudia ihr ein Stöckchen zuwerfen würde, ob sie dann Pepino das Stöckchenjagen als Spiel beibringen könne ??

Claudia warf keine Stöckchen mehr. Ich dachte, dass Beutedenken nicht nur Hunde entzweien kann, sondern ganze Nationen... Aber Hunde, Wölfe und Tiger sind meist klügere Konfliktlöser....

Clara hat sich so über Pepino gefreut, dass sie sich nicht nur im Wasser kühlte, sondern darin spielte. Wie schön :-))


Sonntag, September 25, 2022

Happy mit Teddy


Clara und Teddy haben ein wöchentliches Date in unserem Garten. Wie die Beiden spielen macht nicht nur sie selbst, sondern auch uns glücklich. Das Highlight ist jedesmal das Stöckchenspiel.

An heißen Tagen gibt es allerdings gemächliche Verschnauf- und Saufpausen zwischendurch :-)

Im Laufe der Zeit veränderten sie dies Spiel: es ging zuerst um den unumstrittenen Besitz des Stöckchens, dann irgendwann um´s stetige Abjagen und wieder Abjagen lassen, um es wieder erjagen zu können.

Es ist wie bei einem menschlichen Ballspiel: der immer wieder neue Jagderfolg begeistert.

Inzwischen ist das Spiel wieder in eine neue Phase eingetreten: es hat sich zu einem Mannschaftssport entwickelt, wobei beide in der gleichen Mannschaft sind!

Sie kauen beide an einem Ende des Stöckchen genüßlich rum, um freuen sich am gemeinsamen Besitz!

Damit das nicht langweilig wird, rennt dann immer mal sie oder er mit dem Stöckchen weg, der jeweils andere muß es zu packen kriegen, und das gemeinsame Rumkauen geht weiter :-)

Wir sind beeindruckt von dieser Entwicklung. Die Beiden zeigen mehr Lebenstalent als "Homo Sapiens".


Donnerstag, September 22, 2022

Den Bauch kalt baden :-)


Ende August spazierte ich bei Tageshitze mit Clara zu einer Wasserstelle an der Altenau, an der das Bachbett steiniger als an der Henglarner Furt ist. Clara mag die Stelle, sie geht mit den Pfoten ganz gern hinein.

Aber diesmal rannte sie über die schmale Fußgängerbrücke vor, am Picknicktisch vorbei und den kleinen Abhang runter gleich ins Wasser rein! Ihr war sehr warm.

Ich zog meine Wassersandalen an und ging mit hinein ins flache, aber noch fleißende Wasser.

Bachabwärts hatten Kinder einen kleinen Damm gebaut, an einer Seite floß das Wasser durch, und dahinter war es denn auch tiefer. Clara begriff das sofort und hielt sich an die flache Bachseite. Eine unkontrollierte nasse Bauchkühlung - geschweige denn Gesamtkühlung - war unerwünscht!

Nach einer Weile spazierten wir den Weg direkt an der Altenau entlang weiter. Brennesseln und anderes Gestrüpp war abgemäht worden, so kamen wir an zwei weiteren Stellen zwischen hohen Erlen, Weiden, Eschen, einem Pflaumenbaum und Buchen ans Bachbett heran.

Besonders schön ist es, wo ein kleiner Zufluß in die Altenau mündet. Er führte mehr Wasser als diese selbst und füllte sie etwas auf.

Je weiter wir bachaufwärts gingen, um so weniger Wasser. Es wurde so wenig, dass man quasi "auf dem Wasser gehen" konnte :-)

Also gingen wir bachabwärts wieder zurück zur Badestelle an der Brücke. Aber eine zweite Bauchkühlung verlockte Clara nicht mehr dazu ans Wasser runter zu gehen :-)


Freitag, September 16, 2022

Besonders kleine Kinder lieben Bulldoggen


Stu und ich haben die Erfahrung gemacht, dass besonders kleine Kinder speziell die Bulldogge lieben. Ich erzählte im Blog immer wieder mal davon, wie sie spontan auf unsere Bulldogge zuliefen und sie liebhaben wollten. Wir erklären uns das durch ihren leicht humanoiden Kopf: kurzer Kiefer und die Augen frontal nach vorne ausgerichtet. So gesehen erinnert er auch an einen Kuschel-Teddy :-)

Vor Kurzem erlebten wir wieder solch eine herzerfrischende Episode. Wir saßen mit Freunden in einem besonders bei Hundemenschen beliebten Gartenrestaurant. Es grenzt unmittelbar an einem wunderschönen Waldpark, ideal geeignet für einen anschließenden Spazierganz mit Hund.

Ein circa vierjähriger Knirps mit großer runder Brille auf der Nase kam - an anderen Hunden schnurstracks vorbei - auf Clara zu, kniete sich vor sie hin und fragte, ob er sie streicheln dürfe.

"Klar", sagten wir, als auch schon seine Mutter laufend hinterher kam und das verhindern wollte. Wir besänftigten sie, aber sie erklärte uns freundlich "ich habe selbst Angst vor Hunden, nur nicht vor so ganz kleinen" und zeigte auf zwei Mini-Hunde unterm Nachbartisch. Aber ihr Junge hatte nur Clara im Sinn, und weil diese sich nicht rührte, also völlig "brav" blieb, gab sie ihrem Sohn etwas nach. Der setzte sich vor Clara hin und meinte zu uns: "Ich setzte meine Brille ab, damit sie mich besser küssen kann!"

Die Mutter wußte nicht, ob sie schreien oder mit uns lachen sollte - sie entschied sich für´s Lachen, nahm Sohnemann an die Hand und sie gingen zurück zu ihrem Tisch.


Dienstag, September 13, 2022

Am Wegesrand


Heiße, bei manchmal wolkenbedecktem Himmel schwüle Tage beherrschten die zweite Augusthälfte. Wir erlebten im ganzen Monat nur drei Regentage.

Weder Clara noch ich fühlten Abenteuerlust in uns aufsteigen. Kleine Gänge am Tagesrand, und Augen - wie Nase - gerichtet zum Wegesrand.

Herrlich reife Brombeeren aß ich unterwegs an Waldwegrändern und Kahlschlaghängen.

Auf dem Waldweg durch die Vienenburghöhe überquerte seit dem Frühsommer jetzt schon zum dritten Mal eine Riesenraupe unseren Weg. Die war bestimmt 8 cm lang und dick wie mein kleiner Finger. Am Kopf trug sie vier Hörner wie Scheinaugen! Außer Kohlweißlingen, Zitronenfaltern und Pfauenaugen hatte ich hier noch keinen Schmetterling gesehen...

Ich fand diese Raupe in Wikipedie; aus ihr entwicklet sich der "Mittlere Weinschwärmer", ein wunderschöner, pink-brauner Nachtfalter. Naja, nachts spaziere ich nicht hier rum...

Ich wunderte mich etwas, dass Clara diese sich ziemlich schnell vorwärts robbende Raupe komplett ignorierte. Sie beschnupperte statt dessen unbeirrt eine einsame Kamille mitten im Weg. Da hatte wohl jemand Bedeutender sein Revier markiert.

Erleichtert bin ich, dass sie sich auch nie für den von Kirsch- und anderen Kernen durchsetzten Kot von Waschbären und Mardern interessiert, sie wendet nicht mal den Kopf hin. Anders ist das mit Kot von Wiederkäuern wie Rehen, Hirschen usw. - und Menschen !

Feldwege mieden wir wegen der andauernden Hitze weitgehend. Und auf den Weiden stehen ja noch die Rinder, die wir nicht beim Durchwandern aufmischen wollten.

In unseren Wäldern dominieren die Buchen, Eichen dagegen sehen wir hier immer wieder mal einzeln stehend an Wegesrändern von Weiden. Sie sind alt und gewaltig ausladend. Sie geben dem Vieh viel Schatten.

An den Wegen durch weitgehend natürlich belassenen Wald, in dem deshalb Unterholz wachsen kann, sind die Brombeerdornenranken oft undurchdringlich dicht, sie ließen uns vielerorts nicht in den Wald selbst hinein. Und Ansammlungen mannshoher Brennesseln schreckten uns ebenso oft ab. Neben Dornenkratzern hatte ich auch schon reichlich Mückenstiche.... aber keine Zeckenbisse, weil wir die mit ihnen verseuchten Wege im Sommer konsequent meiden.

Es gibt gute Gründe für uns, sich auf den Herbst zu freuen :-)


Samstag, September 10, 2022

Clara stürmt in die Altenau


Der August war schon für mich als Kind ein ziemlich ungeliebter Monat, er war mir zu heiß. Jetzt im Alter fühle ich das noch stärker. Die Schwüle an manchen Tagen dämpfte meine Freude an der Natur. Auch Clara war träger als gewohnt.

So empfanden wir es als Glück, dass die Altenau im Dorf immer noch Wasser führte, denn die Quellen im Dorfteich sprudelten hinreichend um sie aufzufüllen. Statt mit Clara im Waldschatten zu spazieren, ging ich an manchen Abenden mit ihr nur zur Holzbrücke am Dorfende.

Zu meiner Überraschung stürmte sie gleich ins Wasser hinein! Es war also auch ihr unangenehm warm.... Es machte ihr sogar nichts aus, dass ihr Rücken und Hals dabei naß gespritzt wurden, das vermeidet sie sonst nach Möglichkeit :-)

Bei der Brücke verläuft eine alte Furt, wegen ihrer Steinränder ist das Wasser hier so gut zugänglich. Ich folgte dem Ufer ein wenig, aber es ist sehr schlammig und verwildert. Ich gab bald auf.

Clara mag trübes Wasser nicht, denn sie sieht gern den Grund unter ihren Pfoten. Sie wirbelte den Schlamm natürlich auf, aber sie und stapfte weiter darin herum, allerdings nicht mehr so stürmisch wie in den ersten Minuten.

Es ging ihr an diesen heißen Tagen klar nur um die Abkühlung. Spielen und Abenteuern sieht bei ihr sie ganz ist anders aus - und hat nicht unbedingt mit Wasser zu tun :-)


Donnerstag, September 1, 2022

Helle Mondnächte, kühle Talgründe, süße

Brombeeren und zufriedenes Nichtstun


Die Augusthitze machte glücklicherweise nicht nur mich träge, sondern auch Clara. Sie war zufrieden mit Mini-Spaziergängen am Tagesrand. Wir erkundeten auch keine neuen Wege, blieben im nahen Umkreis von Zuhause.

Nachts zeigte der Himmel seine Milliarden Sterne und zum Vollmond weckte er Ahnungen des nur Fühlbaren. Ich legte mich häufig eine Weile träumend in die Hängematte und Clara hielt treu Wache.

Auf den Wiesen dominiert im Hochsommer das Gelb der Sonnenblumen, aber das Gelb des Johanneskrautes als Symbol des Mittsommers verblasst, welkt dahin. Die so schöne, kühl-blau und sanft wirkende Wegwarte ziert statt seiner die Feldraine.

Freude an offenen Feldwegen hatten wir nur abends. Tagsüber suchten wir die kühlen Waldgründe in der Nähe auf. Sie schenken frische Luft, einfach pure Erholung !

Der Totengrund am Dorfrand war unter den hohen Buchen in der Taltiefe kühl und so dunkel, dass ich die Kamera auf 'Nacht' einstellte. Ich atmete mit Freude durch! Clara zeigte hier Interesse nicht nur am Gras, sondern am Rundherum - so wie zu (aus ihrer und meiner Sicht) angenehmeren Jahreszeiten. Ich summte das romantische Lied "In einem Kühlen Grunde" und dachte an die alten Gasthäuser meiner Kindheit, die nicht nur "Im Kühlen Grund" hießen, sondern dort auch standen.

Der Totengrund ist bei Hitze unser Standard-Morgenweg: Ein Kühler Grund ist der Kontrapunkt, den der Sommer braucht um genießbar zu sein!

Der renaturierte Piepenbach in unserer Nähe läuft ein Stückweit durch ein verwildertes Waldtal. Leider liegt zwischen Talweg und Bach mit Stacheldraht eingezäuntes Weideland. Und der Höhenweg ist für mich kein Sommervergnügen, deshalb waren wir im August nur einmal dort um zu sehen, ob der Bach noch Wasser führt. Ich freute mich, er war nicht ausgetrocknet. Wir hatten schon wasserärmere Sommer hier.

Eine große Freude ist das Tal der Dicken Buche und an seinem Ende die von Brombeeren umsäumte Waldhöhe. Clara und ich waren auch mit Freundin Hannelore dort.

In den letzten Jahren vertrockneten die wilden Brombeeren schon kurz nach der Blüte. Aber dieses Jahr sind sie wegen des wenigen Regens zwar klein, aber zuckersüß und hoch aromatisch. Es war für sie Regen genug. Und die Süße ermöglichte ihnen der ständige Sonnenschein.

Nach dem morgendlichen Rundgang über das Plateau oberhalb vom Dicke-Buche-Tal setzten wir uns unter diese und genossen eine Stunde des ziellosen Nichtstuns - im Sinne von Benjamin Franklin: "Zufriedenheit ist der Stein der Weisen, der alles in Gold verwandelt, das er berührt."

Wir erzählten uns besondere Erlebnisse und beleuchteten die Welt- und Seelenlage dieser Zeit von vielen Seiten. Clara indes freute sich ihre Kraft einmal wieder beim Rauf- und Runterrennen des Hanges hinter der Buche zu spüren :-)

An ihrer Rückseite bildet diese Buche eine so große Höhle, dass ich mich hätte reinhocken können. Wir versuchten Clara für ein Foto hinein zu locken. "Unsinn", meinte sie, "da würde ich nur bei Sturm, Hagel, Krieg oder Meteoritenregen reingehen".

Manchmal ist sie sehr rational !


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, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen 37 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.".

Jetzt sollen die Bulldogs zusätzlich hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behielt sein Copyright an Bildern und Text, gab aber Cornelia ein einmaliges, unwiderrufbares Nutzungsrecht für eine Veröffentlichung in diesem Blog.


Cornelia
Savory-Deermann
, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen 37 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.".

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