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Archiv: Beiträge 2021

Clara


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Mittwoch, November 10, 2021

Ausflug nach Wanfried an der Werra


Anfang Oktober machten wir nach längerer Zeit einmal wieder einen etwas weiteren Ausflug: nach Wanfried, zweieinhalb Stunden Fahrt zu diesem zauberhaften Fachwerkstädtchen mit historischem Hafen an der Werra.

Kurz vor Wanfried kamen wir durch ein Dörfchen namens "Frieda" - wir dachten mit großer Liebe an unsere kleine Frieda von 2005 :-)

Über der Werra lag am frühen Mittag noch Talnebel; wir beschlossen deshalb zuerst in der alten Hafengaststätte "Zur Schlagd"zu essen.

Es gab für mich eine herrliche Forelle direkt aus dem Räucherofen und für Stu eine leckere Riesenportion Sparerips. Seine Portion war so groß, dass Clara mit Genuß - in aller Bescheidenheit - fast die Hälfte davon genoß ;-)

Als wir nach dem seltsamen Gasthausnamen "Schlagd" fragten, erfuhren wir, dass er nichts mit Schlachterei zu tun hat, sondern dass hier früher die Schiffsladungen "umgeschlagen" wurden, das heißt auf Kutschen geladen zur Weiterfahrt nach Mühlhausen in Thüringen. Denn ab Wanfried war/ist die Werra nicht weiter beschiffbar.

Dann kamen die Freuden für Clara: Eine Stunde Wandern mit mir östlich von Wanfried, genauer gesagt durch das NSG Elfengrund; die Gegend hier um den Hohen Meißner gilt als das Frau-Holle-Land :-). Stu ruhte sich alldieweil im lichten Buchenwald aus.

Für Mitte Oktober war der herrliche Buchenwald noch sehr grün. Clara freute sich, sie war voller Neugier auf dies fremde Gelände: langes, konzentriertes Rumschnuppern war ihr wichtig - aber sie behielt mich stetiger im Auge als in ihren ihr vertrauten, heimischem Gefilden - das schien ihr sicherer :-)

Zurück fuhren wir nur Landstraßen; der schon rotblättrige Ahorn, goldgelbe Birken, dunkelrote Hagebutten, blaßgrüne Büsche und noch grüne Buchen sowie zwischendurch dunkelgrüne Tannen boten uns an den Straßenrändern eine Farbenpracht - ja, Freude pur.


Sonntag, November 7, 2021

Herbstbeginn


Meinem Gefühl nach begann der Herbst ganz leise schon früh im September, und er dauert immer noch an. Zeit der Eulen und Gespenster ;-)

Auf der Höhe nordwestlich von unserem Zuhause habe ich einen Rundweg auf einem kleinen Plateau entdeckt, an dessen Hängen noch alter Buchenwald steht, der gelegentlich von riesigen, gesunden Tannen und Fichten durchsetzt ist.

Hier leben viele Wildschweine, deren Duft Clara nachspürt; einmal sogar ziemlich weit den Hang runter... es muß einfach für sie toll gerochen haben!

In diesem Waldflecken wurde länger nichts mehr gefällt; manche der Bäume durften alt und sonderbar werden, bevor sie eines natürlichen Todes starben. Ja, und ganz besonders gefällt mir hier der im Baum ruhende Urmensch, siehe oben :-)

So wie ich im Sommer schattige Waldwege liebe, so sehr erfreut mich im Herbst der freien Blick über weites Land.

Wir atmen tief die erdig duftende Herbstluft ein; und Clara grast und schnuppert länger herum, während ich fotografiere:

Baumveteranen --- die letzten Feldblumen des Jahres --- Moos und Morgentau --- Äpfel und Hagebutten tragende Herbsthecken --- freundliche Kühe und was mir sonst noch Freude macht. So ist jede mit und über ihre eigenen Sinneswahrnehmungen glücklich draußen in der Natur.

Unser Abendspaziergang fällt jetzt im Herbst immer früher statt, leuchtende Sonnenuntergänge erleben wir wetterbedingt seltener. Am Steinkistengrab reicht der Blick weit, und es sind nur wenige die Stimmung störende Windräder im Blickfeld.


Donnerstag, Oktober 28, 2021

Im "Schwarzen Bruch"

Das "Eselsbett" (siehe letzter Beitrag) und das "Schwarze Bruch" liegen nah bei einander und bilden ein gemeinsames Naturschutzgebiet. "Der/Das Bruch" bedeutet Sumpfland, Moor mit Bäumen und Sträuchern.

Zunächst führt der Weg an renaturierten Fischteichen vorbei. Der gras- und moosbedeckte Boden ist weich und nachgibig, aber weitgehend trocken.

Dann geht es weiter auf einem Dammpfad, rechts und links davon Teiche, Tümpel und Sumpflöcher; sie liegen wie eingesackt zwischen Urwaldinseln und die Wasserlöcher säumenden alten Birken.

Entlang der Wasserlöcher sahen wir alle paar Meter umgekippte Bäume mit schweren Wurzeltellern dran. Die Erde sah tatsächlich dadurch aufgebrochen aus - ich vermute daraus leitet sich die Bezeichnung "Bruch" für diese Art der Landschaft ab.

Wahrscheinlich wurde diese mitsammt ihren riesigen Wurzeltellern umgefallenen Bäume alle irgendwann unterspült.

Gegen Ende dieses Schutzbereiches wurde der Weg mühsamer, auch dank der Wildschweine. Sie lieben Sümpfe zum Suhlen - von ihnen aufgebrochenes Erdreich sahen wir hier besonders oft. Pilze dagegen erstaunlicher Weise weniger; nur ein paar Boviste.

Am hinteren Ende dieses Bruchs grenzt toter Fichtenforst ganz nah heran. Dort wurde mit dem Kahlschlag begonnen. Immerhin erfreute sich wenigstens Clara an den davon liegen gebliebenen Hölzern :-)

Satte feuchte Wiesen im sprichwörtlichen Grasgrün und ausgeblühte, schon bräunliche Seerosen- und Irisblätter sowie die blassbraunen Sumpfgrashalme, auch das erste gelbbraune Laub bestimmten neben den schwarzen Wasserspiegeln eine in sich selbst versunke, melancholische anmutende, stille Schönheit.

Ich bin gespannt, wie dieses Bruch im blühenden Frühling wirken und strahlen wird.


Montag, Oktober 25, 2021

Im heimischen Moor "Eselsbett"


Das Eselsbett ist das 12 Hektar große Restgebiet eines Moors bei Lichtenau, das seit 1970 unter Naturschutz steht. Bis dahin wurde dort 50 Jahre lang Torf und Heilerde abgebaut. Heute besteht das Eselsbett aus feuchten bis nassen Grünlandflächen und einem Niedermoor- und einem Hochmoorbereich.

Auf der Suche nach neuen Wegen fuhr ich Mitte September erstmalig dort hin - es ist nur 13 km von unserem Zuhause entfernt - um es mir mit Clara anzusehen. Es war ein kühler, dicht bewölkter Tag - er passte hervorragend zu der Stimmung des Moores selbst.

Das eigentliche Moor ist bis auf einen einzelnen direkten Zugang - er führt zunächst zu einem kleinen Aussichtsturm - umzäunt, damit weder Kühe noch (Wanderer :-) sich hinein verirren können.

An diesem Weg direkt durch´s Moor steht an einer Kurve ein hoher Warnstab, und er ist auf einem höchstens 50 cm verfestigten, aber kaum erkennbaren Pfad angelegt.

Gottseidank bleibt Clara stehen, wenn ich sie mit richtig scharfer Stimme rufe.

Nun, ich mußte dies zweimal tun, als sie Interesse zeigte der Nase nach ins Sumpfgras abzubiegen. Danach versuchte sie es nicht mehr, sie hatte verstanden, dass solche Aktion dort tabu waren!

So braun die hohen Saathalme der Sumpfpflanzen jetzt waren, so herrlich farbig muß es hier im Frühling aussehen. Klar, dann gehen wir wieder hin :-)


Freitag, Oktober 22, 2021

Ein alter Opferstein

im halbtot gewirtschafteten Eggewald


Unweit des "Faulen Jäger" ragt ein weiterer Monolith aus der Klippenwand heraus: er war ein Opferstein der einheimischen Sachsen, bevor sie in dieser Gegend von den Franken unter Karl dem Großen (Karl dem Schlächter) besiegt (772 bis etwa 804) und nach und nach christianisiert wurden.

Anfang Oktober machte ich mich mit Clara auf den Weg, um diesen Opferstein vom "Faulen Jäger" aus zu finden. Ich hoffte nur diesen diesmal nicht wieder über irre Umwege zu finden (siehe Beitrag unten).

Ich legte mir Wegmarken mit roten Bändern... ähnlich wie Aschenputtel ;-), denn die Wanderwege waren durch die aufgewühlte Erde - eine Hinterlassenschaft der schweren Arbeitsgeräte der Holzfäller - oft nicht mehr klar erkennbar.

Dann sah ich den "Faulen Jäger" von Weitem, denn der Wald war inzwischen genau bis zu ihm hin auch komplett kahl geschlagen...

Das Eggegebirge ist dabei, wohl verstärkt durch Corona, als Wandergebiet bekannt zu werden. Jedenfalls treffen Clara und ich hier inzwischen bei jedem Besuch auf Touristen, oft aus Norddeutschland. Und ich wandere auch mit unseren Besuchern hin, so wie vor Kurzem mit Vetter Karl aus Frankfurt.

Mit Gaby war ich auch einmal da: ich wollte von unterhalb des Steins Fotos machen, und das war eindeutig für Clara zu gefährlich nah am Abgrund. Ein Fels dort sah tatsächlich wie ein ruhender Mann mit Kappe aus dem Erdteich heraus ;-) Gaby hielt Clara während dessen oben an der Leine fest - sie quittierte mit Grollen, dass ich sie dort zurück gelassen hatte ;-)

Wir gingen den Pfad weiter zum Opferstein. Er führte am Abgrund vorbei: viele Meter tief sah man den mächtigen Unterteil dieses Opfertisches senkrecht hinabreichen.

Der Opferstein ist das Dach einer Höhle, Drudenhöhle genannt, in der in Alten Zeiten eine weise Frau, eine "Wala", gelebt haben soll. Der Absieg vom Opferstein zur Höhle ist nur für Bergsteiger geeignet. Ich werde irgendwann versuchen, einmal von unten an diesen faszinierenden, hoch und steil aufragenden Felsen mit seiner Höhle mittendrin näher heran zu kommen.

Ich spazierte mit Clara noch ein wenig weiter, um vielleicht die "Teufelssteine" zu finden. Vergeblich. Dafür fand ich eine steinerne Schildkröte, die von vorne etwas an einen Totenkopf erinnerte. Ich wundere mich nicht, dass in dieser Gegend viele der Grimmschen Märchen entstanden :-)

Wir fanden aber auch noch kleine, gesunde Waldflecken. Sie machten uns Hoffnung, bestärkten unser Vertrauen in die Lebenskraft der Natur.

Ich habe früher Naturwunder in der halben Welt bereist und bin heute begeistert, dass abenteuerliche, (be)wundernswerte Landschaft auch so nah zuhause zu finden ist :-)


Dienstag, Oktober 19, 2021

Teutoniaklippen und "Fauler Jäger"


Anfang September machten Clara und ich uns mit Gaby auf den Weg den Altsächsischen Kultstein, den "Faulen Jäger" zu finden. Es war schwierig muß ich sagen!

Wir starteten beim "Försterkreuz", das von den - noch bis vor 150 Jahren - wilden Zeiten in unseren Wäldern erzählt. Nun, seit Kurzem ist nicht einmal mehr der Wald da, geschweige denn Wilderer. Den Kartenausdruck des Wanderweges hatten wir dabei, aber das ganze Wegenetz hatte sich durch die massiven Kahlschlagarbeiten verändert. Wir verliefen uns!

Wir waren von der Richtung abgekommen und erlebten dadurch ein Abenteuer besonderer Art: wir befanden uns auf dem Teil des schmalen Klippenweges, der direkt entlang tief abfallender Bruchkanten führt: den "Teutonia Klippen" - wie mir erst später klar wurde.

Der Weg war hier nach Rodungsarbeiten nahezu vollständig mit Ästen und Stämmen verbarriekardiert und wir fanden auch keine Wegmarkierungen. Wir schlugen uns vorsichtig Schritt für Schritt durch - und das in der falschen Überzeugung, immer noch Richtung "Fauler Jäger" unterwegs zu sein. Direkt am Abgrund hielt ich Clara an der kurzen Leine.

Irgendwann machten wir kehrt, wir gaben die Suche nach dem "Faulen Jäger" auf und wollten nur noch zurück zum Auto, das schien uns das Sicherste zu sein.

Clara führte uns an einigen Stellen, an denen wir nicht mehr erkannten, woher wir gekommen waren. Nach vielleicht ein/zwei Stunden waren wir erschöpft, zwischendurch auch mal gestolpert und gefallen, aber mit heilen Sprunggelenken wieder auf einem Weg, der tatsächlich ein Weg genannt werden konnte. Hier waren wir her gekommen, das erkannten wir erleichtert! Wenig später an einer vielfach Gabelung waren wir erneut unsicher und wählten wieder eine falsche Abzweigung - trotz Clara´s Zögern...

... und plötzlich lag der "Faule Jäger" vor uns! Manche Wünsche erfüllen sich eben über Irrwege, die aber auch ihren Reiz haben. Deshalb kann man auch sagen: Es gibt nur Wege.

Wir bewunderten diesen Monolithen und verstanden, dass er für die Eingeborenen, die Alten Sachsen, heiliger Ausdruck des Wunders Natur gewesen war.

Jetzt aber standen wir vor dem Problem, wie würden wir unser Auto wiederfinden?? In diesem Moment kam ein junger Mountainbyker zu uns hochgetrampelt. Wir baten ihn um Orientierungshilfe. Er fragte ob es ein kleines graues Auto sei - so eines habe er beim Försterkreuz gesehen. JA - wir atmeten auf. Der Junge fuhr langsam vor uns her, bis wir uns nicht mehr weiter verlaufen konnten. Wir dankten ihm, und er lachte fröhlich.

Wir hatten über drei abenteuerliche Wanderstunden erlebt - und dabei stand unser Auto nur eine halbe Stunde entfernt vom "Faulen Jäger" :-)


Samstag, Oktober 16, 2021

Karlschanze und "Kleiner Herrgott"


Ein besonders interessanter Teil des Eggegebirges ist der Höhenzug zwischen Kleinenberg und Willebadessen, denn dort sind Altsächsische Kultplätze und eine sehr mächtige Wallburg, die Karlschanze zu finden. Sie wurde geschichtsverfälschend nach Karl dem Großen benannt, ist aber älter: INFO.

Clara und ich brachen an einem sonnigen Julitag mit Gaby auf, um zu dieser nur zufuß erreichbaren Wallburg zu wandern.

Es war sehr warmes Wetter - der Karte nach sollte der Weg durch Kühlung spendenden Wald führen - aber er führte zunächst durch Kahlschlagflächen, die inzwischen von vielen wilden Blumen überwachsen waren. Für mich und eigentlich auch für Clara war es um diese Mittagszeit zu heiß, um die Blumenpracht richtig zu genießen. Gottseidank war bald vor uns ein - wenn auch geschädigter - Restfichtenforst in Sicht.

Wir hielten Ausschau nach dem "Kleine Herrgott", einem der beiden Altsächsischen Kultplätze hier. Er sollte an einer Wegbiegung unseres Wanderweg zur Wallburg stehen:
"In der Nähe der Karlsschanze und Drudenhöhle liegen die Überreste eines Denkmals, die man als “Kleinen Herrgott” bezeichnet. Bei der Einführung des Christentums ließ Karl der Große in der Nähe der Karlsschanze ein Kreuz errichten. Dieser Weg war ein alter Wanderweg der Germanen, der von Westen her nach Osten zur Weser und Diemel führte. Wenn die Sachsen dort nun vorbeigingen, bezeichneten sie diese Stelle als den “Kleinen Herrgott”, während ihr großer Gott Wodan auf der Karlsschanze thronte."

Der Weg führte ab der Stelle, an der der "Kleine Herrgott" der Karte nach stehen sollte, weiter durch Fichtenforst mit dichtem Randgesprüpp . Wir entdeckten den nicht sehr hohen Kultstein darin leider nicht!

Aber wir genossen die Kühle im Schatten der gesunden Fichten, welche den Weg säumten. Abgestorben waren nur die dicht an dicht im Lichtmangel stehenden Fichten hinter den Wegöffnungen. Wir freuten uns eine große Ameisenburg unterwegs am Wegrand bewundern zu können; die Ameisen ließen Clara und uns in Ruhe, sie waren beschäftigt ;-)

Und dann standen wir plötzlich vor dem Außenwall der alten Wallburg! Rechts (Westen) stürzt der Höhenzug, auf dem diese Wallburg stand, steil ab und wurde durch mehrere Wälle geschützt. Nach links (Nordosten), zum Klippenweg hin, schmiegt sie sich weiträumig an die Felswände der Klippen, diese als Schutz nutzend.

Ein paar Wochen später, bei kühlerem Wetter, fuhr ich mit Clara zu einem anderen Parkplatz in der Nähe der Karlsschanze. Ich dachte mir, dieser "Kleine Herrgott", muß doch zu finden sein! Vielleicht hilft eine andere Perspektive, eben ein anderer Weg dorthin.

Clara und ich fanden ihn: Diesmal war er nicht zu übersehen, denn es war weiter toter Fichtenforst abgeholzt worden, auch direkt an der Wegecke, an der wir ihn vergeblich gesucht hatten. Außerdem standen keine hohen Fingerhüte mehr dort herum, die ihn wahrscheinlich vor unseren Augen verborgen hatten.

Wir wohnen hier in Sächischem Kernland: die Westfalen und die Ostfalen (Sachsen Anhalt) sind Sachsen. Karl der Große schlug sie bei Paderborn (772-804) und baute in dieser Zeit dort eine seiner Pfalzen.

Inzwischen wanderten Clara und ich auch zum "Faulen Jäger", einem gewaltigen Monolith, an dem noch lange mit Festen Odin/Wodan gehuldigt wurde. Darüber erzähle ich im nächsten Beitrag.


Sonntag, Oktober 10, 2021

Was wäre unser Leben ohne Clara...


Ich weiß, ohne Clara gingen ich und Stu nicht einen Bruchteil so oft in die Natur hinaus.

Ihr selbstvergessenes Einssein mit ihrer natürlichen Umwelt weckt in mir den Wunsch dies immer wieder mitzufühlen. Ja, ihre Neugier und ihre Freude im Hier und Jetzt überträgt sich auf mich und macht mich glücklich. Ich erlebe sie als ein Wesen, das weiß, was Glück ist und dies teilt.

Ohne Clara und in gewisser Weise auch ohne die durch Corona bedingten Einschränkungen der Reisemöglichkeiten wüßte ich weniger davon, in welch schöner, lebensfreundlich sanfter und bäuerlich geprägter Umgebung wir hier leben.

Auf Grund der Kaarstlandschaft gibt es hier auch einige schöne Quellbereiche. Einer davon liegt in unserem Dorf Henglarn; im letzten Beitrag schrieb ich über den Naturpark, der um ihn herum angelegt wurde. Wenn wir unterwegs in Feld und Flur einen der Quell- oder Regenwasserbäche plätschern hören, freut sich Clara mit aufgerichteten Ohren: Dann nichts wie hin !

Zumindest mein Glück draußen ist aber manchmal getrübt:

Mir war schon vor einiger Zeit aufgefallen, dass ich kein Froschquaken den Sommer über gehört hatte. Dass es aber hier noch einige gibt dokumentierte ein toter, den ich Ende August an einem Teichweg fand. So gesehen freute ich mich darüber, denn die Sorge um den Erhalt der Arten treibt mich um. Die Menschheit führt sich selbst mit durch Überbevölkerung bedingter Vernichtung natürlicher Lebensräume in eine Armut hinein, die sie wohl erst langsam erahnt.

Unterwegs auf unseren Wald- und Feldwegen beobachtete ich unsere Clara (und sie mich :-)

Ich beachte aber auch voller Freude die Pfanzen am Wegesrand. Oft erscheinen sie mir kleine Wunder an Schönheit voller Phantasie und Fruchtbarkeit. Obwohl es in diesem Sommer hinreichend geregnet hatte, begannen die Bäume zu meiner Verwunderung schon Ende August das erste Laub abzuwerfen; vielleicht wegen des niedrigen Grundwasserspiegels?

Hügel, Schluchten, Täler, Wald und Forste, Weiden und Felder wechseln sich ab. Gelegentlich werden hier sogar Wölfe gesichtet - in Bezug auf die Natur ein Merkmal von Restintaktheit, möchte ich dankbar sagen.

Es gibt viele von den Wandervereinen gepflegte Wege und auch einsame, wilde Pfade kann man entdecken. Und unser Wetter ist ebenso wenig eintönig :-)

Wie Goethe weiß: "Willst du immer weiter schweifen, sieh, das Gute liegt so nah; lerne nur das Glück ergreifen, denn das Glück ist immer da."

Die Tage werden im ja Spätsommer schon deutlich kürzer und Clara´s und meine Abendrunde somit früher. Die Abende sind kühler, und das ist uns angenehm :-)

Die Sonne geht jetzt Anfang September weniger weit westlich unter und das heißt von unserem Höhenweg oberhalb von Zuhause aus gesehen: ins Bild geraten mich die Stimmung störende Windräder. Ich suche jetzt andere Wege für die Sonnenuntergangsstimmung.

Aber einen windradfreien Horizont zu finden ist schwierig, denn wir sind hier in Ostwestfalen ziemlich umringt (umzingelt) von Stromerzeugern und Stromleitungen über Land. Ich plädiere für viel mehr Energiegewinnung aus Erdwärme, wie es einige Häuser im Dorf schon machen!

Ach ja, Clara und ich fanden unterwegs wieder eine herzliche Baumbotschaft :-)


Donnerstag, Oktober 7, 2021

Unser Dorfpark an der renaturierten Altenau

ist fertig und erfreut uns alle hier sehr !


Das Dorf Henglarn (Einwohner: 1054 (31. Dez. 2020) Bevölkerungsdichte: 93 Einwohner/km² ) liegt an der Altenau. Es gehört zur Titularstadt Lichtenau, Kreis Paderborn, NRW. Erstmalig erwähnt wird Henglarn im Jahr 1015.

Und wir leben hier, immer mit einer oder zwei Bulldoggen, seit 33 Jahren glücklich und zufrieden.

Am 15. 9. 2021 wurde der jetzt größer angelegte, wunderschöne Dorfpark entlang der Altenau mit Reden von Bürgermeisterin, Dorfvorsteher und Vertretern des Heimatvereins sowie einem Marsch der Dudelsackkapelle eingeweiht: Alles Nähere über Renaturierung, Finanzierung usw.: LINK.

Auch das Westfalenblatt berichtete darüber: LINK und ein Auszug aus dem Artikel.

Clara und ich stellen Euch Lesern und Leserinnen heute all die Ecken des Parks vor, welche wir selten zeigten oder die neu angelegt sind.

An der Neele-Terrasse neben der Dorfbäckerei geht eine steile Treppe hinab zum Ufer, und man steht dort zwischen uralten, mächtigen Baumgestalten. Dort beginnt auch der Park. Der Parkweg folgt der Altenau über den Zufluß unseres Quellgebietes, der Pötte, hinaus. Diesen Sommer fiel die Altenau seit Jahren bei uns einmal wieder nicht komplett trocken :-)

Dann umrundet der Weg die Quellen und den von Kopfweiden umsäumten Quellteich und die angrenzenden Wiesen mit Kneippanlage und Spielplätzen mittendrin. Außen herum wecken Clara´s Aufmerksamkeit stets einige Kühe.

Clara geht gern in die Altenau rein, aber nicht in den Quellteich. Möglicherweise weil ich es ihr verbot, als sie noch klein; denn der ist am Rande schlammig bis sumpfig.

Besonderen Spaß habe ich mit Clara vor dem Zerrspiegel am Spielplatz. Als sie noch klein war, rannte sie vor meinem und ihrem Zerrbild darin entsetzt fort. Inzwischen weiß sie, was FAKES sind ;-) Irrelevant, meint sie souverän!

Wir Savorys danken der Stadt Lichtenau und allen Helfern vor Ort von Herzen für ihre Arbeit und ihren Einsatz. Die Freude der Anwohner und der Wanderer über diesen so gelungenen Naturpark ist ihnen sicher :-)))


Montag, Oktober 4, 2021

Erntedankfest: Futter zum Spielen ;-)


Clara mag, wie Ihr Leser und Leserinnen wißt, keinerlei Plastikbälle. Vor ein paar Tagen kam mir eine Idee, warum: sie sind aus ihrer Sicht Fake, denn sie sind nicht essbar!

Auf der Wiese in ihrem Welpengarten bei ihrer Züchterin standen Apfelbäume, und sie sowie ihr ganzes Geschwisterrudel spielte damit Ball, knabberte sie an und fraß davon. So hatte sie es gelernt, und so ist es für sie im Ordnung. Aber Plastikbälle, wie gesagt: alles Täuschung :-((

Jetzt zum Herbst liegen auch auf unserer Gartenwiese einige Äpfel. Sie spielt gelegentlich mit den festen darunter.

Vor ein paar Tagen allerdings holte sie sich einen besonders festen, knackigen nach dem abendlichen Pippimachen und trug ihn erhobenen Hauptes durch das Erdgeschoß, die Treppe rauf und sprang damit zu Stu auf´s Bett. Wir hörten sie noch etwas knabbern, dann schliefen wir ein... und am Morgen war kein noch so kleiner Apfelrest im Bett zu finden. Er hatte ihr geschmeckt :-)

Gestern (zum Erntedankfest ;-) schenkten wir ihr ein Äpfel aus dem Supermarkt, denn unser Apfelbaum trägt wegen der Frühlingsfröste fast keine Früchte. Und wir spielten "Apfelball" mit ihr :-)

Bulldogs mögen Süßes wie Eis, Kuchen, Früchte und auch Mais, der ja ebenfalls süß schmeckt. Mir gefällt dieses Video :-)

Es muß nicht immer ein Knochen (oder ein Truthahnbraten ;-) sein.


Dienstag, September 28, 2021

Kühe, Ziegen, Esel


Diese Kühe sind neugierig, aber das ist auch alles... Auf unser Abendrunde oberhalb unseres Hauses begegnen wir ihnen oder sehen/riechen sie in dem kleinen Seitentälern.

Clara hat seit ihrer Junghundzeit häufiger die Erfahrung gemacht, dass nicht alle Tiere auf den Weiden sie so anziehend sympatisch finden, wie sie das gerne hätte.

Da sie immer die Gestimmtheit ihres Gegenüber als entscheidend für ihr eigenes Verhalten aufnimmt, geht sie auf Schafherden gar nicht mehr zu, die rennen eh nur vor ihr weg. Nur die Widder sind mutig, besser gesagt bösartige Rammböcke (siehe Beitrag vom 4. Dezember 2020.)

Ziegen sind nicht viel besser. Vor zwei Jahren hat ein Bock sie im Wünnenberger Tierpark mal hinterhältig gerammt, das hat ihr gereicht (siehe Beitrag vom 3. Mai 2019.) Außerdem sind die Kletterer! Schwer beeindruckt hat mich vor Kurzem dieser Hochsitz eines Bockes:

Das war im Juni auf dem Gelände des Museumsklosters Dalheim; trotz Corona fand das geplante Gartenfest statt. Sehr schön für mich, mal wieder so etwas besuchen zu können. Clara hatte ich nicht mitgenommen, war aber zuvor dort mit ihr einmal wieder gewandert.

Auf unserer fast täglichen, wunderschönen Spätnachmittags- oder Abendrunde oberhalb unseres Dorfes kommen Clara und ich jedesmal an einer kleinen Ziegenherde vorbei. Der Blick des Bockes reicht Clara: einen Bogen schlagend weigert sie sich ihn auch nur anzusehen: "Bloß nicht provozieren!"

Unser Übernächster Nachbar hat zwei Mini-Esel auf seiner Weide am Haus stehen. Gelegentlich hört man einen davon reichlich unharmonisch "I-A" schreien, ich freue mich dann, dass es ihm gut geht - denn ich liebe Esel.

Unter den Pferdeartigen sind Esel die "Bulldoggen": stur, weil kluge Selbstentscheider, mutige Beschützer und neugierige Menschenfreunde :-)

Und ich hatte gedacht, Clara freut sich über die Esel! Sie ist erwachsen geworden... nicht jeder Fellträger ist nur deswegen ein Freund... es kommt auf die Umstände an... ziemlich menschlich ;-)


Samstag, September 25, 2021

Neu im Garten: ein Uhu ;-)


Im Sommer sind wir viel im Garten, und der Stumpf eines früheren Kirschbaumes dort forderte mich in diesem Jahr verstärkt dazu auf, etwas auf ihn drauf zu setzen. Blumentöpfe waren im Wind stets darauf umgekippt, also etwas stabileres war angesagt.

Dann sah ich in der Gartengalerie des "Gasthaus am Königsweg" einen Uhu, der mich faszinierte. Genau sowas hatte ich mir vorgestellt! Vom gleichen Künstler hatte ich vor Jahren schon eine Bulldogge gekauft.

Stu und ich waren gespannt, wie Clara darauf reagieren würde.

Beim ersten Blick darauf stutzte sie, dann ging sie für den Rest des Tages daran vorbei. Im Dunklen, am späten Abend, ließ ich sie zum Pippimachen noch mal raus und beobachtete sie heimlich. Sie ging auf den Uhu zu, beschnupperte in Ruhe von allen Seiten rundherum, war zufrieden und machte neben ihm Pippi. "Mein Uhu", so verstand ich das schmunzelnd :-)

Wochenlang ignorierte Clara ihn dann, bis ich neulich einmal ein paar Leckeri unter ihn auf den Baumstumpf legte. Wie würde sie reagieren?

Sie umrundete den "Uhu-Futtertisch" und dachte nach... Es nieselte und ich wollte deshalb nicht auf ihre Entscheidung warten. Manchmal nimmt sie sich nämlich Bedenkzeit ;-).

Um diese zu verkürzen verteilte ich die Leckerli auf der Wiese um den Baumstumpf herum. Schließlich gehört ihr Futter auf den Boden - wie sie gelernt hat - und nicht auf einen Tisch!

Ja, sie überlegte nicht weiter und suchte Nase voran die Leckerli. In Kürze waren alle verzehrt!

Ich bin überzeugt, wäre der Uhu aus buntem Plastik gewesen, dann hätte sie ihn abgelehnt! Gegen Plastik hat sie sowas wie eine mentale Allergie ;-). Altmetall ist schließlich ein vergleichsweise NATÜRLICHER Stoff, findet Clara ;-)


Sonntag, September 19, 2021

"Bierbaum´s Nagel"


Auf der Suche nach neuen Ausflugzielen in der Umgebung stießen wir auf "Bierbaum´s Nagel" bei Willebadessen. Er ist ein einsamer Aussichtsturm auf einer Höhe mitten im Wald. Sein Baugrund entspringt einer Liebesgeschichte :-)

Stu wollte gerne mit zu diesem abgelegenen Aussichtsturm, und da er nicht mehr gut laufen kann, suchten wir so weit wie möglich mit unserem "Doggy Car" zu kommen. Aber umsonst. Zuletzt wäre nur zufuß durch Gebüsch ganz steil hoch der Berg mit dem Turm auf der Spitze zu erklettern gewesen. Also auch für mich zu anstrengend :-(...

Enttäuscht beschlossen wir, es ein anderes Mal von der westlichen Seite, nämlich von Kleinenberg aus zu versuchen.

Über ein gründliches Studium der Flur- und Wanderkarten fanden wir eine Möglichkeit über Forstwege zum Turm zu gelangen - wir schafften es! Ganz plötzlich standen dieser Turm und wanderfreudige Besucher auf seinem Vorplatz vor uns :-)...

Die Anfahrt hatte über diverse Wege geführt, die alle kürzlich wegen der Fällarbeiten und Baumstamm-Abschleppwagen festen Untergrund bekommen hatten.

Der Wald, richtiger gesagt die Fichtenplantagen waren hier tot, manche Flächen entsetzten mich so "wüst und leer", wie sie aussahen. An anderen Stellen waren - vom jetzt wieder auf den Boden fallendem Licht - wenigstens einige Wildblumen zum Leben erweckt worden.

Ich stieg den Turm hinauf. Außer in Richtung Westen sah ich über ein braunes, totes Stangenmeer toter Fichten hinweg auf endlos viele Windräder am Horizont.

Es herrschte hier ein oben starker Höhenwind, er wehte durch meine Haare und machte mir Freude. Ein Sinnbild ewigen Wandels... Unten sah ich Clara auf mich und ihren Spaziergang warten :-)

Nachdem ich vom Turm wieder runter war, spazierte ich mit Clara rundherum. Bis auf den Weg, den wir hoch gefahren waren, fielen die Bergwände schon nah am Turm steil ab.

Das Wetter klarte am Nachmittag noch auf und wir gingen in ein Gartenrestaurant essen. Statt längerem Spaziergang gab es für Clara Fleisch ab - das war aus ihrer Sicht auch ok ;-)


Sonntag, September 19, 2021

"Bierbaum´s Nagel"


Auf der Suche nach neuen Ausflugzielen in der Umgebung stießen wir auf "Bierbaum´s Nagel" bei Willebadessen. Er ist ein einsamer Aussichtsturm auf einer Höhe mitten im Wald. Sein Baugrund entspringt einer Liebesgeschichte :-)

Stu wollte gerne mit zu diesem abgelegenen Aussichtsturm, und da er nicht mehr gut laufen kann, suchten wir so weit wie möglich mit unserem "Doggy Car" zu kommen. Aber umsonst. Zuletzt wäre nur zufuß durch Gebüsch ganz steil hoch der Berg mit dem Turm auf der Spitze zu erklettern gewesen. Also auch für mich zu anstrengend :-(...

Enttäuscht beschlossen wir, es ein anderes Mal von der westlichen Seite, nämlich von Kleinenberg aus zu versuchen.

Über ein gründliches Studium der Flur- und Wanderkarten fanden wir eine Möglichkeit über Forstwege zum Turm zu gelangen - wir schafften es! Ganz plötzlich standen dieser Turm und wanderfreudige Besucher auf seinem Vorplatz vor uns :-)...

Die Anfahrt hatte über diverse Wege geführt, die alle kürzlich wegen der Fällarbeiten und Baumstamm-Abschleppwagen festen Untergrund bekommen hatten.

Der Wald, richtiger gesagt die Fichtenplantagen waren hier tot, manche Flächen entsetzten mich so "wüst und leer", wie sie aussahen. An anderen Stellen waren - vom jetzt wieder auf den Boden fallendem Licht - wenigstens einige Wildblumen zum Leben erweckt worden.

Ich stieg den Turm hinauf. Außer in Richtung Westen sah ich über ein braunes, totes Stangenmeer toter Fichten hinweg auf endlos viele Windräder am Horizont.

Es herrschte hier ein oben starker Höhenwind, er wehte durch meine Haare und machte mir Freude. Ein Sinnbild ewigen Wandels... Unten sah ich Clara auf mich und ihren Spaziergang warten :-)

Nachdem ich vom Turm wieder runter war, spazierte ich mit Clara rundherum. Bis auf den Weg, den wir hoch gefahren waren, fielen die Bergwände schon nah am Turm steil ab.

Das Wetter klarte am Nachmittag noch auf und wir gingen in ein Gartenrestaurant essen. Statt längerem Spaziergang gab es für Clara Fleisch ab - das war aus ihrer Sicht auch ok ;-)


Donnerstag, September 16, 2021

Abwechslung beim Spazierengehen


Reisen sind bislang immer noch wegen "Corona" nicht angesagt, und immer nur die gleichen Wege, naja.... Also suchte ich auf der Flurkarte ein paar für uns neue Wege in der Nähe. Das Wegstück von Henglarn östlich nach Atteln über den Nordhang des Altenautals war ich bislang noch nicht gegangen.

Zu meiner Überraschung kam uns an diesem Vormittag auf dem einsamen Wegstück unterwegs eine junge Frau - sattellos - auf einem schönen Schimmel entgegen.

Wir unterhielten uns ein wenig und sie, Marie, hielt Clara zu deren Irritation an der Leine fest, damit ich alle drei besser fotografieren konnte. Marie sagte, ihr Fridolyn sei Hunde gewohnt. Nun, er ignorierte Clara und diese machte es mit ihm und Marie ebenso :-)

Dieses Wegstück auf dem Nordhang verläuft gradwegs und ist von Feldern und gelegentlich Brombeeren und Hecken gesäumt, die von einem Windengewächs, hier Judenbart genannt, umwuchert sind.

Seine westliche Verlängerung war ich inzwischen mit Clara ein paar mal gewandert; sie gefällt uns besonders gut, weil sich das Tal dort windet.

Da wir eine ganze Reihe von uns bekannten Wegen hier zur Auswahl haben, sind Abwechslungsmöglichkeiten auch dadurch gegeben. Einer von Clara´s Lieblingswegen führt bei Helmern durch ein kleines Tal zur bekannten "Dicken Buche".

Als dort die Hänge im letzten Jahr gerodet wurden, gab der Schäfer das Tal als Futterweide für seine Herde wohl wegen der damit verbundenen Unruhe auf - und seitdem sind alle Wiesenpflanzen im Talgrund ziemlich hoch gewuchert; zu Clara´s Freude :-)

Obwohl es diesen Sommer reichlich geregnet hat, ist der der Talbach leer geblieben; alles ist ins sehr niedrige Grundwasser gesickert.

Im Talende haben sich am Waldsaum mitten zwischen Brennesseln und Wildgemüsen ein paar tiefrote Stockrosen angesiedelt. Wie schön :-)


Montag, September 13, 2021

Eine herrliche Hundebegegnung: Jargo


Neulich ging ich mit Clara einmal wieder durch den Hardehausener Tierpark. Es war ein für einen Sommer ungewöhlich kühler Freitagmittag und noch wenige andere Besucher hier unterwegs, meist Hundehalter.

Da Clara Hunde liebt, frage ich immer, ob wir sie zusammen lassen können. Meistens höre ich dann ein "Nein, er/sie ist nicht immer freundlich!". Schade, Clara schaut dann weg und geht in einem Bogen herum weiter. Zu unserer Großen Freude trafen wir diesmal auf eine Dame mit einem jungen Irish Terrier, die anders reagierte, nämlich erfreut: "Oh nur zu gerne! Jargo muß den Umgang mit erwachsenen Hunden lernen. Leider lehnen die meisten Leute dies ab. Ist diesen wohl zu aufwendig ihren Hund im Spiel in Kontrolle zu behalten."

Jargo ging an der Schleppleine, da er als Terrier von Haus aus ein Läufer und Jäger ist - und er war ja auch noch ein Junghund. Clara lief frei. Sogleich begann ein fröhliches Spiel: Die erste Phase war ein sich gegenseitiges Beschnuppern und Einschätzen.

Die zweite Phase: Jargo meinte (zu Recht :-), dass Clara gutmütig und sanft ist, also mal ruhig "rauf auf sie" und, wie sein Frauchen sagte, Dominanz versuchen. Clara entzog sich seinem ersten Versuch fröhlich wegrennend.

In der dritten Spielphase zeigte Clara dem kleinen Jargo, dass man vor Erwachsenen Respekt haben sollte.

Sie stellte sich mit breiter Brust vor ihn hin - und er respektierte das sogleich stressfrei, denn sie hatte durch ihre friedfertige Geduld seine Zuneigung gewonnen :-)

Wir ließen die Beiden lange miteinander spielen. Sie sollten sich ruhig auspowern. Es war eine große Freude ihnen zuzusehen :-)

Ich gab Jargos Frauchen unsere Visitenkarte. Es wäre schön sich dort einmal wieder zu freffen. Der kleine Jargo heulte beim Abschied Clara hinterher... er war der gleichen Meinung :-)


Freitag, September 10, 2021

Laubwälder und Märchenbäume


Der Baumkult ist uralt: die Bibel tradiert ihn als den "Baum der Erkenntnis" und der "Weltenbaum" wird weltweit in den Ursprungsmythen verehrt.

Der "Druide" ist der Baumkundige. Nicht nur im verwandten englischen Wort "tree (three)" ist die Dreieinigkeit des Baumes * Wurzel-Stamm-Krone = Unter-Mittel-Oberwelt * als Welt- und Menschensymbol konserviert. Als der "Grüne Mann" taucht er z.B. auch noch in der Gotik als Skulptur an den Fassaden vieler Kathedralen auf.

Wir Deutschen stehen seit dem allgemeinen Aufschrei in den 80er Jahren um unsere durch Sauren Regen bedrohten Wälder speziell in dem Ruf, ein mystisches Verhältnis zum Wald zu haben. Ich bekenne mich dazu :-)

So gesehen ist es kein Zufall, dass der bekannteste und beliebteste Förster und "Baumversteher" ein Deutscher ist: Peter Wohlleben. Er kämpft für den Wald als wichtigsten Verbündeten der Menscheit zur Klimastabilisierung, zum Überleben auf der Erde. Seine Informationsarbeit über die biologischen und ökologischen Zusammenhänge des Organismus Wald kann man gar nicht hoch genug schätzen. Kein Wunder, dass die traditionelle Forst- und Holzwirtschaft ihn befeindet: sie sehen durch seine Arbeit ihr Selbstverständnis und ihr Ansehen gefährdet und ihre Gewinnaussichten minimiert.

Ich liebe den Wald und seine uralten Bäume als geheimnisvollen, Gesundheit/ Herz/ Immunsystem stärkenden und die Phantasie belebenden Naturschatz. Und ich leide mit, wenn ich sehe, wie er als Plantage tot gewirtschaftet wurde und immer noch wird.

Gottseidank gibt es aber immer noch kleine, gesunde Waldinseln :-)))

Manche der Bäume hier in den Waldinseln sind sehr alt und skurril komisch, grimmig oder einfach nur verschroben gewachsen. Jedenfalls sind sie Individualisten.

Unten das Foto eines Apfelbaumes: Eine Alte (Hexe), die Schultern von einem Tuch umhüllt, tritt aus ihrer Baumhöhle mit einem Mädchen an der Seite, das sich schutzsuchend an sie lehnt :-)

Die Baumfotos sind nicht alle von mir. Evelyn Riesen aus Bingen am Rhein und meine Schwester Gunda aus Aachen schicken mir gelegentlich Fotos von gruselgesichtigen und manchmal auch herzlichen Baumbildungen, denen sie auf ihren Wanderwegen begegnen.

Hier z.B. ein "Schweinbaum" :-)! Es gibt Bäume, die eine Vorliebe für Spiralen ausleben. Manche verwirklichen sich schlicht als Schlund - oder finden Kraken faszinierend ;-) Erstaunlich finde ich auch, welch starken Selbsterhaltungstrieb Bäume sogar nach Verstümmelungen entwickeln können! Auch schwere Verletzungen heilen und vernarben. und Hungerjahre bringen sie nicht um, sondern führen zur Selbstverjüngung.

Oben ein Lieblingsfoto von mir, ich nenne es "Biber auf Bauholzsuche" - der Kerl hat sogar einen Bauchnabel ;-)

Clara und ich lieben die Laubwälder, denn sie sind meist nicht so durchforstet wie die Fichten- und Kieferplantagen, da jede einzelne Buche und Eiche einfach mehr Platz braucht. Und: es gibt dort Unterholz, Blumen, die feuchte Erde brauchen und es wächst dort weiches, saftiges Gras :-)


Dienstag, September 7, 2021

Manche Wege sind für Clara "naja", und

manche verführen sie zum Freudentanz


Der Haxtergrund ist ein idyllisches Wald- und Wiesengebiet mit Ausflugslokalen, es ist eines der beliebtesten Naherholungsziele bei Paderborn.

In diesem Sommer wanderte ich mit Clara nur einmal durch dies Tal, weil mir dort seit "Corona" auch wochentags zu viel los ist: Nicht nur viele Gruppen von Spaziergängern sind unterwegs, sondern auch Radrennradfahrer und viele Hundehalter mit freilaufenden Hunden... man weiß ja nie, wie diese drauf sind....

Zurück stiegen wir über die Haxterhöhe, dort ist es einsamer als im Tal, zudem war der am Weg liegende Waldkindergarten geschlossen.

Ich dachte die "Wigwams" dort würden Clara gefallen, aber nein ! Sie liebt Hölzer und Geäst zum Rum- und Drüberspringen, aber das hier war ihr zu sehr nur noch sowas wie ein Lagerplatz.

Durch ein kleines, verstecktes und weitgehend unberührtes Tal hinter Dalheim ging ich mit Clara nach langer Zeit auch einmal wieder. Dort steht eine uralte Eiche, die nur über einen ziemlich zugewucherten Pfad durch einem Rest-Naturwald erreichbar ist.

Ich fand dort bei einer kleinen Wasserstelle (Ende August!) noch blühendes Knabenkraut, eine heimische Orchideenart. Ansonsten beginnen sich in Wald und Wiese gegenüber den Sommerblütenfarben Pink/Lila ganz langsam die Farben Gelb/Braun durchzusetzten, auch wegen der wassersatten Baumpilze.

Diese Eiche ist ein Phänomen der Selbstverjüngung.

Ihre großen hohen Äste sind abgestorben, aber aus ihrem Kronenanfang ist eine neue, vitale Blattkrone gewachsen. Wir waren vor zwei Jahren (Beitrag 23. 9. 2019) das letzte Mal hier: man sieht wie diese junge Krone sich weiter verdichtet hat. Ihre Wurzeln ziehen Wasser aus den tieferen Erdschichten, die sich mit Winterregen vollsaugen und bis weit in den Sommer Reste davon halten können. Deshalb überleben Eichen und auch Buchen trockene Sommer viel besser als die Flachwurzler Fichten und Kiefern. ( Siehe: "Der lange Atem des Waldes", P. Wohlleben)

Und dann begann Clara´s wilder Freudentanz ;-)

Sie war so wild darauf aus, dass ich mit ihr rumtollte! Schließlich setzte ich mich unter der Eiche auf eine dicke Wurzel um wieder Luft zu schnappen. Im Rausch ihrer Freude packte sie jetzt mein Hosenbein mitsammt einem Stück Haut um mich weiter anzufeuern... bis dato ging sie sanfter mit mir um ;-) Jedenfalls verstand sie mein "Nein" und trollte sich nun alleine weiter im weichen Gras herum.

Wieder zuhause war sie zufrieden und hungrig. Ich auch :-)


Samstag, September 4, 2021

Dieser Sommer: Wucherndes Grün,

hohe Wiesen und eine gute Ackerernte


Dieser feuchte Sommer ließ die Pflanzen wuchern wie in einem Urwald. Streckenweise konnte ich manche Wanderpfade unter Brennesseln&Co kaum wiederfinden.

Laubbäume, Lärchen und sogar Tannen gediehen und in den die Wiesen der Lichtungen blühte es.

Die Kahlschlagflächen des letzten Herbstes wurden langsam von Brombeeren und anderem Unterholz umwuchert und wirkten nicht mehr so tot. Das über die Pfade wuchernde Brombeergestrüpp verhakte sich oft in meiner Jeans, das war nur lästig, aber die Dornen verpassten mir gelegentlich blutige Kratzer an den Armen. An Clara´s Pfoten richtete sie jedoch nie Schaden an. Erstaunlich hart müssen die sein!

Von unseren wegen der Tageswärme nur abendlichen Spaziergängen auf dem Höhenweg oberhalb unseres Hauses vom Juni, Juli und August machte ich Fotos, die den Reifungsprozess von Raps, Weizen und sogar Dicken Bohnen zeigen.

Mitte August wurden die Felder mit riesigen Monstermähern, die auch noch gleich das Getreide herausdroschen und das Stroh bündelten, für Clara und mich ungemütlich.

Wir suchten uns jeweils einen anderen Abendweg - überall war das gleiche los. Aber mit Geduld und ein wenig Rumfahren fanden wir doch immer einen, bei dem diese Arbeit noch nicht oder schon erledigt war :-)

Clara liebt duftende Erde und die Vielfalt der Gerüche im Gras unter ihrer Nase. Unter ihren Pfoten mag sie lieber Pflanzen als nacktes Gestein oder Asphalt.

Ich unter meinen Füßen aber auch, das schenkt mir mehr Kontakt mit dem Boden. Und trotz gut abpolsternder Sohlen an Outdoor-Schuhen geht es sich dort weicher und den Rücken schonender. Zudem hält unebener Boden die Aufmerksamkeit mehr im Hier-und-Jetzt fest.

In moosigem, kurzem Gras legt sich Clara gerne die Umgebung wachsam beobachtend hin, während ich mich auf einem Baumstumpf sitzend ausruhe.

In Feuchtwiesen wie am Piepenbach und seinem Teich legt sie sich dagegen selten hin, während ich gerne die Wasservögel dort beobachte, es ist ihr meist zu feucht. Aber sie schnüffelt sich gerne hindurch, solange es sie nicht überwuchert :-)

Clara hat ihre Vorlieben nicht nur abhängig von ihren Geruchseindrücken definiert, sondern auch abhängig von der jeweiligen Geländegängigkeit. So wie ich, nur kommen bei mir auch noch die visuellen Eindrücke entscheidend dazu; wie zum Beispiel dies Foto zeigt :-)

In hohem trockenem Gras dreht Clara anders als in Feuchtwiesen stets leidenschaftliche Runden. Locker gesagt, sie liebt es zwischen dem Fressen von saftigem Queckengras immer mal wieder auszuflippen. Oder zwischen dem Ausflippen mal kurz zu grasen ;-)

Faßrollen (seitlich rum wie man ein Faß rollt) kenne ich von ihr. Aber ich war fassungslos, sogar erschrocken, als sie an einem Abend aus Lust und Energie heraus einen richtigen Purzelbaum schlug:

Im Lauf sprang sie in eine korrekte Rolle über den Kopf weg in der Längsachse ihres Körpers! "Ohgott, die Wirbelsäule!" - aber sie sprang quietschfidel auf und rannte die nächste Runde!

Ein gekonnter, spontaner Purzelbaum im weichen Gras aus schierer Lebenslust, ich war sprachlos! Sie wiederholte ihn nicht, sie hatte ihn aus einem selbstvergessenen Moment glücklichen Überschwangs heraus gemacht, und deshalb gibt es leider kein Foto davon.


Mittwoch, September 1, 2021

Clara hatte Bulldog-Besuch: Muffin und Lilo


Wir hatten von der inzwischen zweijährige Lilo von Frank und Susanne Nas immer viele Fotos erhalten, aber sie noch nicht perönlich kennengelernt. Deshalb freute es uns, dass die Beiden beschlossen uns mit ihrer 11-jährigen Muffin und eben Lilo zu besuchen. Sie leben jetzt in Borken an der niederländischen Grenze, und die Fahrt von dort zu uns dauert immerhin gut zwei Stunden.

Die Begrüßung fand am späten Vormittag im Garten statt. Clara freute sich verhalten aufgeregt, dass HUNDE-Besuch gekommen war. Und sogar Bulldoggen, FAMILIE sozusagen :-)))

Lilo beobachtete vorsichtig, wo sie da gelandet war. Clara nahm klar darauf Rücksicht und entspannte Lilo durch freundlich interessiertes Auf-Sie-Zugehen. Muffin war die Ruhe und Liebenswürdigkeit selbst - und sie erkannte Stu und mich zu unserer Freude jetzt nach circa 3 Jahren wieder :-)

Nach dem Begrüßungsspiel fuhren wir zum Mittagessen ins nahe gelegene und außerordentlich hundefreundliche "Gasthaus am Königsweg".

Alle Drei benahmen sich vorbildlich. Der ruhende Pol war die alte Muffin :-)

Susanne gelangen ein paar wundervolle Bilder von allen Dreien unterm Tisch vor ihren Knien - in der Hoffnung etwas von ihrem Teller abzubekommen ;-)

Anschließend wollten wir dort spazieren gehen. Der Regen ließ uns aber nicht weit kommen! Er hatte nur mal gerade für 10 Minuten pausiert.

Also zurück nach Hause und der Nachmittag wurde bei Kaffee und Kuchen ein sehr gemütlicher - mit glücklichen, verspielten, sich gut verstehenden Bulldoggen :-)

Besonders beeindruckte mich Muffin: mit ihren 11 Jahren ist sie immer noch gut beweglich, ihr Fell glänzt und ihr Nasenspiegel ist weich wie eh und je. Sie strahlt Souveränität, Gelassenheit und gute Laune aus.

Sofas sind für Hunde ja meist eine Verführung:

Nachdem Muffin das Sofa unter Clara´s Genehmigung ausprobiert hatte, sprang sie aus Solidarität wieder zu Lilo runter, denn die hatte sich nicht hoch getraut. Vielleicht hatte sie zu viel Respekt vor Clara als der Sofabesitzerin? Und weil Clara es nicht geräumt hätte - und dies in sichtbarer Beharrlichkeit auch bis auf Weiteres nicht vorzuhaben schien?

Muffin, Lilo und Clara hatten ihren Bulldogspaß, und wir BulldoggerInnen genau so :-))


Samstag, August 28, 2021

Durch eine rosa Blumenwildnis


Gelegentlich suche ich mir aus Lust auf Abwechlung einen neuen Weg in unserer Umgebung. So ging ich mit Clara den Waldweg von der Höhe über Ebbinghausen ins Tal bei Atteln. Stu setzte uns oben ab und holte uns später im Tal wieder ab.

Nach einem kurzen Stück war der Weg voll gewachsen von fast mannshohen Springkraut. Diese Wegteile wirkten auf mich wie ein paradiesisches Blumenmeer.

Clara ließ sich nicht irritieren, sie fand den Weg durch die leicht größeren Freistellen zwischen den Pflanzstengeln.

Ich erkannte den Weg an der am steilen Hang früher einmal angelegten Trasse für Forstwagen. Die Baume standen dort entsprechend weit auseinander.

Seit einger Zeit war der Weg offensichtlich nicht mehr von Forstwagen befahren worden zu sein. Ein oft nur noch zu erahnender Trampelpfad in einer der alten Wagenspuren wird vermutlich nur noch von Jägern genutzt, wie mich unterwegs drei Jagdkanzeln vermuten ließen.

Ich habe wirklich Respekt vor Clara´s Unerschrockenheit in natürlichem Gelände!

Sie sucht sich ihren Weg auch im Bodendickicht mit Ruhe und Bedacht: alte Wegfurchen, die wegen der Regenfälle der letzten Tage im Wasser lagen, die umging sie und suchte eine Alternative... da ich ihr strikt folgte, war das für mich echt gut so ;-)

An weniger von Springkraut überwucherten Wegstücken fand ich auch andere Blumen, so wie diese bei uns seltene Große Glockenblume.

Brombeerranken wucherten auch über den Weg; das erlebte ich als gefährlich wie Fußfallen, denn ich sah sie unter dem Springkraut nicht. Einmal fiel ich fast hin - aber was ist ein Abenteuer ohne Risiko ;-)


Mittwoch, August 25, 2021

Jupiter bei Sonnenuntergang


Clara und ich konnten den ganzen Sommer über auf unseren Spaziergängen in die Dämmerung hinein herrliche, bizarr strahlende Sonnenuntergänge bewundern. Die vielfältige, stets bewegte Bewölkung verursachte diese abwechslungsreichen Lichtschauspiele....

Ein Wildhüter in Alaska erzählte mir einmal, dass er sogar Bären sah, die den rot-strahlenden Sonnenball still sitzend beobachteten, bis er versunken war... Die Phasen eines besonders brillanten, rotfeurigen Sonnenuntergangs: Bild1 --- Bild2 --- Bild3.

Ein ganz besonderes Foto, in dem der Planet Jupiter genau über der rotglühenden Sonne steht, machte ich rein zufällig an diesem Abend. Hier ist es.

Als ich mir das Foto später ansah dachte ich zunächst, es sei der Mond, aber das ist wegen dessen Bahn unmöglich. Ich freue mich riesig über diesen Schnappschuß von Jupiter, dem größten Planeten unseres Sonnensystems.

Aus Neugierde habe ich mir die Symbolik des Jupiter in der Astrologie angesehen; demnach hat er mich als der Glücksbringer angelächelt :-)

Auch Evelyn Riesen machte bei ihren abendlichen Runden mit Alice neue, wunderschöne Fotos von Sonnenuntergängen über Bingen am Rhein.


Donnerstag, August 19, 2021

Clara: "Das ist womöglich ein Flugsaurier..."


Drei Tage nachdem Clara auf einem für sie neuen Weg vom Hagel überfallen wurde (siehe vorigen Beitrag), widerfuhr ihr an der gleichen Stellen erneut Unheil. Wie es dazu kam...

Diesen schönen Weg mit Blick bis zum Teutoburger Wald gingen wir sobald es nicht mehr unberechenbar losschauerte und gewitterte erneut. Teilweise standen die Ähren noch von Wicken zart umwunden in voller Reife auf den Feldern, teilweise waren diese aber schon zu Stoppelfeldern geworden.

Es war eine schöne kleine Wanderung in erfrischendem Wind und immer wieder Sonnenschein. Die Blumen am Feldrain bezauberten in ihrem dominierendem Pink-Lila.

Dieses Tal hat noch einmal ein Tal in sich selbst. Die Scheunen unten sahen wie herunter gepurzelt aus; wir sahen uns das von näher an.

Nun, wir waren fast zurück am Auto, als ein Traktor mit riesigem Anhänger vor uns am Feldrain parkte. Clara begann wie gewohnt einen leichten Bogen um das Schlepper-Ungetüm zu schlagen - als,...

... ja als die viele Quadratmeter große, dunkle Abdeckungsplane vom Anhänger ganz abrupt von einer Böe vor ihr hoch über den Weg gewirbelt wurde. Clara war weg !

Dann ein leises Geräusch im Weizenfeld... da war sie drin? Ja, wieder solch ein Knistern und eine leichte Bewegung der Ähren... mehr war nicht zu sehen. Ich rief "Clara"... immer wieder. Nichts! Dann rief ich "Zurück!". Auf dieses Kommando macht sie sonst stets kehrt, aber diesmal: nichts!

Ich weiß, dass viele Hunde Panik bekommen, wenn etwas Großes von Oben auf sie herabstürzt. Unsere Sahra war vor Jahrzehnten einmal fast einen Kilometer weggerannt, als ein Fallschirm im Steilflug auf sie zuraste. Ich überlegte, ob das eine genetisch vererbte Instinkt-Erinnerung an Flugsaurier ist, an eine Zeit also, als die Säugetiere noch kleine Erdhöhlenbewohner waren... Ich begann mir Sorgen zu machen, in dem weiten Weizenfeld wäre sie für mich kaum zu finden. Ich rief weiter "Zurück", ja und dann kam sie mir auf dem Weg, den wir hergekommen waren, von weit zurück langsam entgegen.

Sie hatte auf das "Zurück" reagiert, aber nicht wie ich erwartete hatte zurück aus dem Weizen zu mir, sondern versteckt im Weizen paralell zum Weg ein weites Stück zurück.

Sie wollte aber nicht an dieser Plane vorbei, obwohl die sich jetzt kaum noch im Wind bewegte. Clara legte sich an der Stelle, von der aus sie vor deren "Saurier-Flugstart" in den Weizen geflohen war, platt auf den Boden. Das hatte sie so entschieden!

Ich ließ sie liegen, ging zu der Plane und klemmte die am Treckeranhänger fest. Das überzeugte Clara von der Beherrschbarkeit des Flugdings! Sie ging an der Leine mit mir nun daran vorbei weiter zum Auto. Und just in dem Moment kam der Bauer zurück und begann den Weizen mit riesigem Gerät abzumähen...


Montag, August 16, 2021

Wolkenbrüche


Anfang August fuhren wir mit Clara zu einem riesigen Wasserloch bei der Trendelburg, dem legendären "Nassen Wolkenbruch". Stu wartete am Wanderparkplatz, während ich mit Clara den Berg zum Lochrand hoch stieg.

Dann standen wir an diesem Riesenloch mit seinem Wassertümpel weit unten. Ich hielt Clara an der kurzen Leine, denn die Lochwände stürzten teils senkrecht ab. Man kann rundherum gehen, aber nicht hinab. Also nur ein Telebild des Wassergrundes.

Es hatte sich hier im Laufe von Jahrmillionen ein unterirdischer, sich stetig vergrößender, senkrechter Hohlraum gebildet (mehr HIER), dessen obere Decke in historischer Zeit vermutlich durch heftige Wolkenbrüche einbrach.

Es wird erzählt, dass umweit davon vor nicht einmal 70 Jahren bei einem Wolkenbruch ein Bauer auf seinem Trecker plötzlich in einem neuen Loch verschwand... möglich ist das.

Auf unserer Rückfahrt beobachteten wir diese sich entwickelnden Gewitterwolken - ein spannendes Himmelspanorama.

Drei Tage später geriet ich morgens mit Clara zuhause am Hengler Berg in keinen legendären, sondern realen Wolkenbruch. Der Himmel zeigte sich schon am Abend vorher in Gewitterstimmung. Jedenfalls gingen wir bei "heiter bis wolkig" los. Ich sah zwar zwei sich bildende Gewitterwolken, aber ich hielt sie noch für harmlos...

Die Aussicht war klar, der Weizen innerhalb von ein paar Tagen zum Mähen gereift und immer noch strahlten die Feldblumen am Wegesrain.

Eigentlich hatte ich einen längeren Rundweg geplant - aber Clara wollte plötzlich zurück. Und sowas will sie nie ohne Grund...

Naja, die Wolke hinter uns hatte sich sehr schnell in ihrer Größe vervielfacht und hing fast schwarz tief vom Himmel herab... Clara hasst es nass zu werden... also im Schnellschritt den Weg zurück zum Auto, das hieß auch Richtung Monsterwolke... Ich hoffte für Clara, dass wir es noch rechtzeitig schaffen würden.

Circa 300 Meter vor dem Auto platzte die Wolke, Starkregen. Clara rannte los, sie schüttelte sich dabei nach jedem zweiten Schritt... nur mit böser Stimme erreichte ich, dass sie anhielt, sie drückte sich unter einen Baum. Ich nahm sie an die Leine und erntete ihren unwilligsten Blick beim Weiterlaufen.

Diese Wolke mußte sehr hoch reichen, denn jetzt schlug auch noch reiskorngroßer Hagel auf die Kleine nieder. Ich mußte lachen, weil sie vor Sich-Schütteln mich nicht halb so schnell weiterziehen konnte, wie sie wollte. Fotografieren ging jetzt nicht...

Es hatte weiter weg schon gedonnert, das erschreckte sie nicht, im Haus bellt sie dem Donner sogar mißfallend nach. Aber jetzt: kurz bevor wir am Auto ankamen exolodierte ein Donner direkt und gewalttätig über ihr: das zeigte Wirkung, sie drückte sich platt ins nasse Gras am Wegrand.... Dann ging´s per Auto nach Hause :-)

Arme klatschnasse Clara, ich genoß diese Abkühlung, aber sie hielt mein Verhalten bei diesem Wetter offensichtlich für abartig. Ich hatte den Vedacht, dass sie mich zudem verantwortlich für ihrem erbarmungswürdig nassen Zustand gemacht hatte ;-)


Freitag, August 13, 2021

Regen bringt (nicht immer nur) Segen


Ganz Deutschland litt die letzten Jahre unter Dürre und Hitze; dieses Jahr regnete es viel, in der Eifel und der Pfalz verheerend viel. Aber hier bei uns im Eggegebirge brachte der Regen genau die Menge, wie unsere heimischen Pflanzen und Tiere zum Gedeihen brauchen.

Die größeren Bäche und Teiche fielen nach vielen Jahren einmal wieder nicht trocken. Im Naturschutzgebiet "Annenkapelle" konnte sich der Renaturierungsprozess eines kleinen Moores weiter entwickeln.

Unser Henglarner Dorf-Naturpark um die Quellen herum, "Pötte" genannt, die in die Altenau abfließen, bot Gänsen und Enten Futter und somit Chancen für die Jungenaufzucht. Sogar der Schwarzstorch wurde dieses Jahr hier zwar selten, aber immerhin überhaupt wieder beobachtet.

Die Henglarner Furt, in den vergangenen Sommermonaten schlammig bis trocken, erfreute Clara so wassergefüllt nur kurz, sie machte nach ein paar Schritten entschlossen kehrt.

Im übernächsten Dorf bachaufwärts, Husen, führte die Altenau auch reichlich Wasser. Clara war hier aus ihrer Erfahrung heraus auf vielleicht 20 cm Wassertiefe eingestellt - und wurde überrascht, dass es ihr plötzlich bis über den Bauch reichte! Sie blieb gelassen, aber nahm die nächste Gelegenheit wahr wieder raus zu kommen :-)

Das Wasser der Bäche war klar, aber der reichliche Regen hatte die tieferen Stellen im Meerhofer Wald in Sumpf verwandelt, dort roch es fies nach Fäulnis.

Da hier fast alle Bäume gefällt worden waren, konnte das tote Wurzelwerk das Wasser nicht im Erdboden festhalten. Großflächig betrachtet ist der Kahlschlag deshalb mit ein Grund für schreckliche Überflutungen: Buchtipp.

Der Regen hier in unserem Teil des Eggegebirges war allerdings nicht so stark, dass kleinere Regenwasser-Abflußläufe in den Tälern länger als einen Tag Wasser führten. Im Totengrund gibt nur eine einzige Stelle, an der Wasser über den Waldboden abfloss, die Bachrinne war Ende Juli schon wieder knochentrocken.

Der Wasserstand des "Neuen Brunnen", eigentlich der alte Waschteich von Meerhof nahe Marsberg, erhöhte sich nicht durch die Regenfälle. Der große, weite Wald rundherum hielt das Wasser im Boden fest:

Nun, das Grün wuchert und die Beeren wachsen und gedeihen in diesem eher regnerischen Sommer prächtig. Und Bienen wie Schmetterlinge haben dieses Jahr ein gutes Leben :-)


Samstag, August 7, 2021

Endlich wieder Man-Trailing


Durch Corona bedingt war Man-Trailing monatelang ausgefallen. Im Juli ging es bei uns endlich wiwder los. Trainerin Sabine Schnapp bietet es jetzt wieder alle 4 Wochen an.

Ich befürchtete, Clara hätte ihr früher Gelerntes (siehe Beitrag 19. September 2020) zumindest teilweise vergessen - aber nein! Als ich ihr noch Zuhause zum Halsband auch ihr Trainingsgeschirr anlegte, wurde sie ganz aufgeregt, lief hin und her: sie wußte, wohin es ging!

Dann am Treffpunkt war sie ungeduldig, dass es endlich losgeht. Sie schnupperte nur so kurz am Tshirt der "verschollenen" Person, dass ich nicht glaubte, sie habe sich den Geruch eingeprägt. Aber ich lag falsch!

Sabine fotografierte uns: Ich sagte "Such!" und Clara zog mich stramm und schnell hinter sich her, sie wußte an jeder Wegabbiegung, ob sie rechts, links oder geradeaus sollte. Ein super Nasentalent ist sie, und klug ist sie auch. Sie weiß einfach worum es geht :-)

Sie richtet auf der Suche ihren Kopf immer wieder hoch, durchschnuppert also die Luft, auch seitwärts wendet sie ihn regelmäßig. Sie nimmt Witterung von überall auf um auf der Spur zu bleiben. Dieses zielgerichtete Verhalten haben wir ihr nicht beigebracht, sie beherrscht es aus sich heraus. Es sind eben nicht alle English Bulldogs überzüchtet :-)

Sabine schlug dann vor, dass sie einmal mit Clara trailt, sodass ich Clara dabei besser fotografieren kann. Also versteckte ich mich mit der Frau, deren Geruch Clara von einem ihrer getragenen Tshirts aufgenommen hatte, hinter der Terrasse einer Vereinshütte.

Da die Beiden ziemlich lange brauchten, gingen die "zu Suchende" und ich an den Hauptweg zurück. Ich befürchtete, Clara wäre vielleicht nicht mit Sabine mitgegangen.

Aber: die Beiden kamen uns aus der entgegengesetzten Richtung entgegen. Sabine sagte: "Sie wollte plötzlich zurück! Jetzt ist klar, da war keine Spur mehr von Euch, also zurück um sie wieder aufzunehmen. Sie macht das gut!"

Naja, Ihr Leser versteht, dass ich stolz auf sie war; und Clara war ganz offensichtlich auch stolz auf ihre Leistung :-)


Mittwoch, August 4, 2021

Clara lehrt, Teddy lernt


Klein-Teddy musste lernen, sich im Restaurant gut zu benehmen; das heißt still unter´m Tisch liegen zu bleiben. Also nahm Frauchen Ulrike (Herrchen Frank war auf Motorradtour in den Alpen) ihn mit ins Gasthaus, um uns dort zu treffen; das heißt Teddy sollte sich dieses dort von Clara abgucken.

Der ganze Teddy wackelte zur Begrüßung, Clara wackelte immerhin mit dem Schwanz ;-) In Restaurants ist sie zurückhaltend in jeder Beziehung. Sie ist froh und entspannt, wenn sie eine stille Rückzugsecke für sich gefunden hat.

Die Rechnung ging auf: Teddy legte sich hin, hielt sie aber fest im Blick.

Teddy ist schlau und gibt auch so schnell nicht auf! Nach einer Weile wanderte er um den Tischfuß herum, um von hinten an Clara heranzukommen.

Clara blieb einfach stur liegen. Sie wußte, das "Gelände" war ihr Vorteil: in ihrer engen Ecke konnte Teddy eh nichts ausrichten. Und er gab auf, legte sich auch unter dem Tisch still und wohlerzogen hin. Ulrikes, Stus und mein Resumee: Unterrichtsziel erreicht :-)


Sonntag, August 1, 2021

Unsere Abendrunden zum Sonnenuntergang


Tagsüber gehe ich jetzt im Sommer mit Clara nur in den Buchenwald auf den Höhen, denn dort ist es kühler als im offenen Land. Und manche der uralten Hainbuchen beeindrucken mich sehr: ich liebe sie in ihrer Kraft und Individualität.

Auf die Felderhöhe oberhalb unseres Hauses gehen wir zur Zeit nur in der Abendkühle

Anfang Juli war der Raps dort so dicht gewachsen, dass er durch das Regenwetter schon leicht nach Fäulnis roch. Clara sah sich einem undurchdringlichen "Raps-Urwald" gegenüber ;-)

Zur Mittsommerzeit geht die Sonne bei uns erst zwischen 22 und 21 Uhr unter. Clara genießt das sehr, so viel später als zu allen anderen Jahreszeiten noch mal raus in die Natur zu kommen. Und ich auch :-)

Sonne und Erde erschaffen an vielen Abenden jeweils neue, gewaltige Lichtspiele miteinander.

Dieser Anblick ist für mich so bewegend schön, dass ich einfach einen Liedvers meiner Kindheit singen muß: "Goldne Abendsonne, wie bist du so schön. Nie kann ohne Wonne, deinen Glanz ich sehn." Clara sieht mich dabei mit großen Augen still an.... ;-)

Noch ein Lied, ein alter Kanon, zu diesen schönen Spaziergängen an Sommerabenden: " Abendstille überall, nur am Bach die Nachtigall, singt ihre Weise klagend und leise durch das Tal..."

Dämmerung, Zeit des Zwielichtes, Zeit für den Weg nach Hause.

Ein mich faszinierendes Foto der Abendsonne schoß Evelyn Riesen in Bingen am Rhein. Ich nenne es "Sturmvogel". Und: Humor ist auch aus der Sonne zu gewinnen :-)

Ein anderes sehr beeindruckendes Foto von ihr zeigt die Germania am gegenüber liegenden Rheinufer mitten in einem unheilvollen tiefen und dichten Nebel. Kurz darauf überfluteten unweit die Wasser ganze Dörfer ...


Mittwoch, Juli 28, 2021

Schafe, Raben, Gänse, ein Schwarzstorch

und eine zornentbrannte Clara :-)


Ende Juni ging ich mit Clara einmal mehr um das renaturierte, frühere Rückhaltebecken der Altenau bei Husen herum. Und wir erlebten eine Überraschung:

das gesamte Gebiet war von einer bestimmt einige hundert Schafe starken Herde bevölkert. Es blökte und blöckte laut die ganze Zeit durch das Tal, mit tiefen Tönen antworteten die Mutterschafe auf die hellen Rufe ihrer Lämmer, und umgekehrt. Eine Idylle.

Clara wollte sie durch das Trennnetz beschnuppern, das heißt begrüßen, aber... näher als bis auf zwei Meter kam sie nie an die heran: das war deren Fluchtdistanz, die liefen dann weg! Clara versuchte sie über ihre Annäherungsabsicht zu täuschen, aber erfolglos :-((

Am Teichrand standen drei der seltenen Kolkraben (INFO über Kolkraben) im Gras. Sie flogen nur gelegentlich kurz auf, ich hatte den Eindruck, sie suchten die Nähe der Herde. Und, zu meiner unglaublichen Freude, sah ich am Rand der Teichinsel einen Schwarzstorch stehen! Bevor ich das Handy aus der Tasche hatte, stieg er in die Luft auf und flog davon... Ich war sicher mich nicht getäuscht zu haben und blieb dort bestimmt 20 Minuten wartend stehen. Vielleicht kam er zurück.
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Clara amüsierte sich sill in meiner Nähe im Gras und in den Wiesenblumen. Ihre Geduld mit mir ist einfach großartig :-))... Der Storch kam zurück, aber er landete zu weit von mir entfernt, um ihn fotografieren zu können. Hier einige Infos über ihm: LINK. NABU schreibt, dass der Bestand in Deutschland zugenommen hat, und dass es z.Z. 800 bis 900 Brutpaare gibt, davon circa 120 Paare in unserer Gegend.

Fast jeden Tag gehe ich seitdem um den Piepenteich herum. Die Schafherde war übrigens nur zwei Tage lang dort verblieben. An einem Tag überraschte mich unsere stets Konflikte meidende Clara, sie zeigte eine bislang verborgene Seite ihres Wesens:

Ich stand auf dem alten Dammweg und wartete, wartete auf den Schwarzstorch... Da kam ein PKW unerlaubter Weise dort bis ans Ufer gefahren! Ich war böse und wütend, denn er würde die Gänse verunsichern und den Schwarzstorch fernhalten! Clara stieg in meinen Zorn ein und drohte zum ersten Mal in ihrem Leben, und das richtig ernst mit Bürste und gebleckten Zähnen tief grollend. Sie stellte sich hoch aufgerichtet mit breiter Brust dem PKW entgegen... der wendete und fuhr zurück. Sie sah mich zufrieden an: "Der gibt auf!" Ich lobte und küsste sie :-)
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Den Schwarzstorch sah ich einige Male mehr über mir fliegen. Ein alter Einheimischer erzählte mir dort, seit über 20 Jahren hätten die Schwarzstörche auf einer der Höhen ihr "Stammnest" in sehr alten Buchen. Welche Freude dies zu hören! Stu und ich sind dankbar hier in OWL (Ostwestfalen-Lippe) zu leben. Mehr über unsere schöne Umgebung: LINK

Außer den Schafen ließ sich auch das hier lebende Gänspaar mit seinen zwei Gösseln gut fotografieren.


Donnerstag, Juli 22, 2021

Eine dicke Freundschaft: Clara und Teddy


Sommertags lese ich gerne in der Gartenlaube und Clara döst oft unterm Hollunderbaum im Gebüsch hinter den Gräbern. Welche Freude, wenn dann Teddy zu Besuch kommt!

Teddy ist ja noch ein Welpe, Clara läßt ihn also geduldig und mit Freude auf sich rumhopsen. Und wir Menschen lachen dazu aus vollem Herzen, besonders als Teddy begeistert entdeckt, dass er ein Junge ist ;-)

Nach solchen Spielstunden sind beide nur noch müde. Das sind dann die ruhigsten Nächte für uns Menschen ;-)


Montag, Juli 19, 2021

Clara´s Trink- und Badestellen


Direkt bei unserem Dorf Henglarn gibt es eine für Clara (und meine Füße) gut geeignete Badestellen in der Altenau: weitgehend frei von Zecken und Bremsen. Übrigens geht sie in Seen nicht hinein, nur in Bäche, wo sie das gegenüberliegende Ufer GUT sehen kann ;-)

Als ganz kleine (von Anglern ausgesetzte) Forellen vor ihrer Nase rumflitzten war sie nur erstaunt. Nun, die waren auch schon wieder weg, bevor sie zu einem Einschätzung gekommen war, was mit Fischen gemacht werden könnte ;-)

Clara geht nie weiter als bis maximal zum Bauch ins Wasser. Das reicht als Abkühlung, gibt sie mir zu verstehen ;-). Und sie trinkt daraus auch nur bei echt heißem Wetter.

In der Regel reicht ihr eine Pfotenkühlung, so wie hier (Bild oben) in der Altenau bei Husen.

An einem sehr schwülen Tag Anfang Juli fuhr ich mit ihr einmal wieder in den Glasebruch. Schattiger Wald, kühler Bach, herrlich, denn nicht nur nebenbei gesagt: hier gibt es ebenfalls keine Zecken- und Bremsenkolonien. Fingerhüte und Brombeerblüten schmückten den Wald mit kühlem Lila und Pink.

Clara kühlte sich bei dieser Hitze tatsächlich bis zum Bauch. Und sie fand das Wasser im Schatten der Holzbrücke besonders erfrischend :-)

Am Ende des Weges kamen wir an Weiden mit prächtig gehörnten Rindern vorbei. Und sofort bedrohte mich dort eine Bremse... ab zum Auto, dachte ich nur noch!


Freitag, Juli 16, 2021

Sommer - Wasser - Bremsen & Co


Dieser Sommeranfang brachte auch Regen; gut für Felder, Gärten und die Bäche. Ich freute mich für Clara, dass sie nicht alle trocken fielen, so wie in den letzten Jahren. ABER: ich hatte vergessen, dass viel Wasser auch vielen Mücken das Leben erleichtert... und schlimmer: den Bremsen (Blinde Fliegen) auch!

Am ersten heißen Junitag fuhr ich mit Clara zum Lichtenauer Dorf Blankenrode, und dort zu meiner Lieblingsweg im Altenautal. An vielen Stellen war der direkte Zugang zum Bach allerdings frisch zugewachsen...

Ich hatte Wassersandalen an und ging mit Clara bei einer kleinen Wandererbrücke sogleich in den kleinen, plätschernden Bach hinein. Der Spaß war für mich nach 5 Minuten vorbei:

Diese Riesenstecher - und Borreliose übertragenden Bremsen - kamen im Schwarm aggressiv blutdürstig zielsicher auf mich geflogen... eine stach mich sogar durch die Jeans! Ich schlug um mich und sprang so schnell ich konnte beiseite ans Ufer... Clara wunderte sich über mich, aber ging ein Stück vor mir auch gleich zurück an Land...

Hier weiden gelegentlich Kühe weiter unten im Tal, von dort kommen diese Viecher wohl her, dachte... Arme Kühe... Im Wald sind die selten, also gehen wir jetzt weiter durch´s Tal und dann tiefer in den hinein, beschloß ich!

Dies ist ein schöner Weg vorbei an filigranen Gräser zwischen Brombeergebüsch und leuchtenden Waldblumen. Und tatsächlich waren hier im Buchenwald keine jagenden Bremsen, sondern nur wenige, rumschwirrende Mücken unterwegs. Die sind vergleichsweise harmlos...

Ein paar Kilometer weiter bachabwärts gingen Clara und ich von einer zur Zeit leeren Weide aus wieder ans Wasser. Clara verlustierte sich hingebungsvoll im und am Ufergras ;-)

Wenn auch zur Zeit nicht als Rinderweide genutzt, so kam nach vielleicht 5 Minuten die erste Bremse "angedrohnt" und wir flohen fort ;-)

In der Nähe von Bächen sind Rinder oder Pferde "Blutbanken" für Bremsen & Co. Wir werden deshalb Gewässer in Weiden den Sommer über meiden!


Dienstag, Juli 13, 2021

Im Wald


Bei uns im Paderborner Land gibt es kleine, geschützte Waldstriche, meistens wachsen sie auf steilen Hängen, die wirtschftlich eh nicht auf einfache, billige Art genutzt werden können. Mein Lieblingswaldpfad ist der Hainberg-Kammweg von der Kahlen Platte aus:

Gelbe Blumen beherrschten Ende Mai / Anfang Juni den Saum der schmalen Pfade durch den Wald - neben Waldmeister noch und noch. Eine Freude sie alle zu fotografieren :-)

Clara mag solche Waldpfade, denn die Sicht und die Erkundung nach rechts und links in den Wald hinein ist ihr nur gelegentlich durch Brombeergestrüpp versperrt oder besser gesagt verwehrt. Oder durch das Gelände, wie eben auf dem Kamm des Hainberges.

In diesem naturbelassenen Buchenwald kann man erstaunliche bis groteske, sogar lustige, die Phantasie beflügelnde Baumgestalten entdecken. So ähnlich muß das ganze "Paderbörner Land" noch bewaldet gewesen sein, als die Gebrüder Grimm hier einge ihrer Märchen von einer alten Frauen erzählt bekamen.

Dann gibt es hier bei uns auch noch ganz unwirtliche Waldwege. Den "Pfad" im Totengrund direkt am meist trocken gefallenen Bach entlang entdeckte ich als solch einen. Wenn ich nicht an einem Sonntagmittag eine Reitergruppe da heraus hochkommen gesehen hätte, wäre ich nicht auf die Idee gekommen dort einmal herzugehen, denn aus Sicht von oben endete dieser Weg nach vielleicht schon 50 Metern.

Fast 2 km weiter die Straße hoch gab es einen ähnlichen Kurzweg abwärts zum Talgrund. Ich war ihn mit Clara schon mal gegangen, bis er sehr bald nur noch Reifenmatsch war; er war eigentlich nur eine mehr oder weniger lange Treckerspur, die keinen Wanderspaß hergab. Nun, die Reiter hatten eine Verbindung dieser zwei Stichwege zum Talgrund bewältigt, also würde mir das mit Clara auch gelingen. Kleine Abenteuer sind ja manchmal ein Vergnügen :-)

Wie stets lief Clara vor und wartete alle Nase lang geduldig auf mich. Wenn ich ihrer Meinung nach zu lange Blumen oder Bäume fotografierte, lief sie auch wie immer zurück um mich ans Wandern zu erinnern ;-)

Wir gingen den von Treckern geschaffene Schlammweg diesmal weiter, aber der endete auch nach einer Weile, und zwar in hohem Gras.

Dieser Grasweg hatte seine Tücken: wir stolperten gleich in alte Reifenfurchen, sie waren vom hohen Gras völlig überwachsen und nicht erkennbar. Das wirklich Schwierige war aber, dass über die tiefsten Furchen irgendwann einmal Stöcke quer gelegt worden waren, um sie zu überbrücken. Die waren ebenso wenig im hohen Gras sichtbar wie die Furchen selbst. Ich geriet mit einem Fuß dazwischen und hätte ihn mir wohl ohne meine hohen Wanderschuhe verrenkt.

Clara ging nach einer ähnlichen Erfahrung auch sehr vorsichtig, sie bedachte ihre Schritte genau dort, wo der Boden weicher und matschiger wurde und sie also wieder mit solchen Stöcken rechnen mußte. Dann trat sie gezielt auf diese drauf oder umrundete die Stelle.

Der Weg änderte sich irgendwann einmal mehr: vor uns öffnete sich überraschend eine Lichtung voller Wildrhabarber. Der Weg war hier kaum noch ein Wildwechsel zu nennen, höchstens für Kaninchen... Aber es gab keine zugewucherten Furchen mehr!

Clara versankt im Rhabarber und war froh, als sich am Ende der Lichtung wieder ein ganz normaler Waldweg vor uns auftat. Und wir sahen gleich dahinter die Brücke und etwas weiter die schmale Strasse an der Stelle, wo wir zwei Wochen vorher die Reiter aus dem Grund herauskommen gesehen hatten!

Zurück gingen wir über die Straße hoch zum Auto. Das ging viel schneller als abwärts den Wildpfad entlang :-)


Samstag, Juli 10, 2021

Mit Clara im Frühsommer unterwegs

in Feld und Flur


Hier im Paderborner Land sind nahezu alle Feldwege asphaltiert und somit auch schlechtwetter-geeignet. Zur Zeit mag Clara diese Wege nicht so gerne: sie kann nämlich durch das hoch stehende Getreide ihre nähere Umgebung nicht einsehen.

Spaß machen ihr jetzt auf diesen Asphalt-Feldwegen nur die kleinen Wiesenflecken an den wenigen Sitzbänken unterwegs.

Alte, ausgefurchte Feldwege sind schon spannender für Clara und mich, denn diese wenigen durchziehen in unserer Gegend nur sehr abgelegene Fluren - so wie in der Nähe des jungsteinzeitlichen Steinkistengrabes bei Etteln.

Dies ist die einzige mir bekannte Stelle des Dorfverbundes "Stadt Lichtenau", von wo aus über 180 Grad des Horizontes windradfrei ist. Ich erlebe diesen weiten Blick als uneingeschränkte Freude.

Anders als die Felder sind die Wiesen und Weiden im Frühsommer schon gemäht, das Heu eingefahren. Hier kann Clara nun nach Herzenslust rumrennen, und sie genießt es!

An diesen abgelegenen, unplanierten Feldwegen sind meist die Hecken erhalten geblieben und eine Vielfalt von Blumen, die den Begriff "Flur(=Flora)" noch rechtfertigen.

Außer Mohn und Kamille fand ich hier Ackerwinden und Kornblumen sowie Johanniskraut und Klee. Jetzt zum Mittsommer wechselten sich entlang des Weges der Duft der Hollunderblüte mit dem der Wildrosen ab.

Noch mehr als Slalom- liebt Clara das Hürdenlaufen. Und dies wiederum ganz besonders bei den Galmeiveilchen im NSG Blankenrode.

Das letzte Mal waren wir Anfang Juni dort, um uns an den in diesem Jahr ersten dieser weltweit nur hier auf dem Schwermetallboden wachsenden Violetten Galmeiveilchen zu erfreuen.

Es herrschte im Juni über mehrere Tage eine ausgeprägte Hitzwelle. Da zog es Clara und mich nur noch in die stets etwas kühleren Wälder. Darüber erzähle ich im nächsten Beitrag.


Donnerstag, Juli 1, 2021

Clara drängt sich nie Hunden oder

anderen Tieren (inklusiv Menschen) auf


Clara kann man nicht provozieren. Ich schrieb schon einige Male darüber, dass Clara Hunde, die ihr begegnen, je nach deren Verhalten und Signalen ignoriert und umgeht - oder freundlich beschnuppert und mit ihnen zu spielen beginnt. Wir mußtenh ihr das nicht beibringen; wie unsere Freundin Ulrike sagt: "Clara kam schon erzogen auf die Welt :-)"

Ihr Verhalten anderen Tieren gegenüber ist auch immer angepasst an deren Stimmungen. Deshalb sind Spaziergänge und Wanderungen mit ihr auch so entspannt.

Anfang Juni, noch vor der Hitzewelle, wanderte ich mit Clara einmal wieder durch das Wildgehege Hardehausen. Ich hoffte, dass inzwischen die Bergwisente und die Wildpferde wieder auf den Weiden wären. Sie waren es :-)

Als Ein- und Zweijährige zog Clara mich schwanzwackelnd hier an der Leine zum Zaunrand in der Hoffnung, diese Pferde kämen (so wie Kühe) neugierig an um sie zu begrüßen. Diese Tarpane sahen zwar zu ihr hin, wohl weil sie direkt am Zaun stand - aber gelangweilt wandten sie sich gleich wieder dem Gras zu. Das hat sie sich gemerkt!

Jetzt, 3 Jahre alt und erfahren, blickte sie nur kurz prüfend auf die Pferde, und als diese wieder keine Anstalten machten sie auch nur wahrzunehmen, ging sie jetzt ihrerseits uninteressiert den Weg ohne Unterbrechung weiter. So im dem Sinne: "Ich dränge mich nie auf!"

Weiter ging es zu den Wildschweinen, aber die waren im Gelände unterwegs oder hielten Mittagsschlaf. Clara war enttäuscht, denn Schweine kennt sie als verspielt und an ihr interessiert. Ihr Schwanzwackeln beendete sie nach einiger Zeit: "Heute sind die langweilig!"

Wir gingen weiter durchs Tal bis zu der großen Herde der Bergwisente. Wir rochen sie schon von Weitem - sie rochen wie Kühe!

Clara mag ja Kühe, sie lief etwas schneller voraus zum Geruch hin. Und die ganze Herde Bergwisente trottete zum Zaun zu Clara hin. Die Alten voran, die Kälber hinterher.

Clara hüpfte vor ihnen am Zaun in und her und wieder weg und wieder hin. Aber diese Art "Kühe" waren Stoiker, sie ließen sich nicht zu - aus ihrer Sicht sinnlosen - Jagdspielchen verführen. Ich freute mich, dass sie immerhin zu Clara an den Zaun gekommen waren.

Wir spazierten weiter auf die Höhe der gegenüber liegenden Talseite zum offenen Gelände der riesigen Flachlandwisente. Sie grasten, rieben sich in einem Sandloch die Zecken aus dem Fell und dösten, alles nicht weit hinterm Zaun:

Diese kolossalen Wisente übersahen Clara wie gewöhnlich. Sie fraß vom hohen Gras am Zaun und sagte mir so: "Sonst ist bei denen nichts los. Lohnt nicht zu bleiben, die kommen doch nicht nah!"

Clara differenziert auch innerhalb einer Art. Zum Beispiel ist Pferd nicht gleich Pferd, trotz des wohl gleichen Grundgeruchs. So wie sie diese Tarpane ignoriert, eben weil die sie ignorieren, so ist sie interessiert an den Pferden im Glasebruch, denn die zeigten sich interessiert an ihr.

Menschen gegenüber ist sie besonders abwartend, die müssen sich bewähren. Leckerli werden erst mal abgelehnt! Vertrauenswürdig von Anbeginn sind nur Menschen mit einem Hund dabei :-)


Fortsetzung HIER!

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Cornelia Savory-Deermann Cornelia Savory-Deermann

Cornelia
Savory-Deermann
, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen 37 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.".

Jetzt sollen die Bulldogs zusätzlich hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behielt sein Copyright an Bildern und Text, gab aber Cornelia ein einmaliges, unwiderrufbares Nutzungsrecht für eine Veröffentlichung in diesem Blog.


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