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Archiv: Beiträge zur

Bulldog-Geschichte in Deutschland


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Donnerstag, März 29, 2012

Artikel aus "Hundesport und Jagd"

1926: Bulldogs in Berlin


waren und sind.

In Berlin, das vor dem Kriege (1914-1918) schon einige begeisterte Züchter und Liebhaber der Rasse hatte, kann man feststellen, wie in den letzten Jahren diese zahl sich vervielfacht hat, und für den Eifer der dortigen Züchter spricht die Zahl der neuerdings eingeführten Hunde. Der ernste Wille herrscht, die Rasse nicht nur auf den augenblicklichen hohen Stande zu halten, sondern sie noch zu berbessern.

hoffentlich weiter gehen, dafür bürgt der Eifer und die erfreuliche Züchtertätigkeit, die wir allenthalben beobachten können. Der Bulldog gehört zu den für die Großstadt geeigneten Hunden, es ist erklärlich, daß er hier ebenso festen Boden fassen konnte, wie auf dem lande, wo er gern als Haushund dort gehalten wird, wo andere Rassen wegen der Gefahr des Wilderns nicht am Platze sind.


Freitag, März 23, 2012

Artikel aus "Hundesport und Jagd", 2. Teil

1926: "Der Englische Bulldog von heute"


Im Beitrag vom 15. März 2012 finden Sie den Anfang dieser Analyse der Bulldogzucht von 1901 bis 1926, geschrieben von Georg Hamel, dem Mitbegründer (1901) des 1. deutschen Bulldog-Zuchtvereins.

In diesem 2. Teil geht Georg Hamel auf die Zuchtmethoden seiner Zeit ein. Ich kürze diese Ausführungen:

  • zum einen, weil die wenigsten von Ihnen daran interessiert sein werden.
  • zum anderen ist die Zucht-Ausgangssituation heute sehr anders als vor 80 Jahren: der Genpool ist in diesen Jahrzehnten durch ständige Linien-Inzucht sehr verarmt. "Passende Blutlinien", das sagt heute wegen der hochgradigen Verwandschaft der Zuchtbulldogs miteinander nahezu nichts mehr aus.
  • und zum dritten sind durch die Wissenschaften Forschungsergebnisse erzielt worden, welche die hochkomplexen Abhängigkeiten der Gene untereinander belegen. Auch die Einflüsse der Umwelt auf die Aktivierung und Deaktivierung von Genen sind heute auch als zuchtrelevant erkannt worden. Ich nenne hier nur das Stichwort "Allergie". "Passende Blutlinien", sofern es sie überhaupt noch gibt, sind eine viel zu enge Betrachtungsweise zur Verbesserung der Zuchtbasis geworden.
  • -

    (Text-Fortsetzung von oben rechts:) Man kann ohne weiteres die Behauptung aufstellen, die Erfolge eines Züchters beruhen auf der genauen Kenntnis der Blutströme... Wenn aber der Besitzer einer Hündin diese wahllos irgendeinem durch Ausstellungserfolge bekannt gewordenem Deckrüden zuführt wird, so kann von einer Zuchtwahl keine Rede sein...

    Im 3. Teil dieser Serie wird es um Berlin als dem Schwerpunkt der Bulldogzucht zwischen den beiden Weltkriegen gehen.

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    Sonntag, Februar 26, 2012

    Ermahnungen eines Zuchtleiters


    Herr Helbig, Zuchtleiter des alten (je nach Standpunkt aufgelösten oder stillgelegten) "Club für Englische Bulldogs", schrieb 1973 in "Der Bulldog" Vorbedingungen für verantwortungvolles Züchten auf, die mir damals so wie heute aus dem Herzen sprechen. Leider sind sie diese Zuchtvoraussetzungen - meiner Beobachtung nach - heute weniger als je zuvor erfüllt...


    Hier spricht der Zuchtleiter!!

    Als Krönung der Hundehaltung habe ich immer die Hundezucht angesehen. Wer züchten will, soll sich aber vorher prüfen, ob er soviel Liebe zur Kreatur - genÜgend, das heißt viel Zeit - entsprechende Räume für sachgemäße Unterbringung zur VerfÜgung hat.

    Außerdem gehört Geld dazu. Wer diese einfachsten Voraussetzungen nicht erfüllt, dem kann ich nur raten die Finger davon zu lassen - er schadet der Rasse nur.

    Und noch eins: wer glaubt mit der Zucht goldene Berge zu verdienen, dem kann ich nur sagen, seine Rechnung geht nicht auf. Es mag sich also jeder prüfen, ob er berufen ist und ob er zu den Auserwählten zählt.

    Wer Hunde hält und züchtet übernimmt der Kreatur gegenüber eine große Verantwortung auch gegenüber den Käufern der Welpen. Der Käufer hat das Recht für sein Geld einen ordentlich aufgezogenen Welpen, der aus gesunden Eltern gezogen wurde, zu erhalten. Ich habe in meinen Büchern und Vorträgen immer wieder auf diese Dinge hingewiesen. Wenn ich nun dem Wunsche nachkomme und heute wieder darüber schreibe, läßt es sich nicht vermeiden, daß sich manche Dinge wiederholen.

    Oberster Grundsatz ist für jeden, der einmal züchten möchte, ist die Beschäftigung mit der Materie über längere Zeit. Außerdem man nur mit der besten Hündin, sowohl in Formwert als auch in Charakter und Wesen - d.h. Nervenfestigkeit und Frische - anfangen.

    Das Züchten mit irgendeiner Hündin zu beginnen ist verlorene Zeit, bringt dem Züchter keine Freude und der Rasse keinen Fortschritt. Darüberhinaus schadet es dem Zwingernamen; hat dieser einmal einen weniger guten Ruf, dann ist es doppelt schwert dieses Aushängeschild wieder mit gutem Glanz zu versehen.

    Es muß eine selbstverständliche Voraussetzung sein, daß die Hündin zur Zucht ausersehen ist, die vollkommen gesund ist und einen normalen Ablauf der Fortpflanzung gewährleistet. Oberster Grundsatz muß immer sein: Z ü c h t e n und nicht vermehren. Das erfordert genaues Studium der Rasse und Beschäftigung mit der Vererbungslehre.

    Züchten ist eine Kunst, die man kaum erlernen kann, die angeboren sein muß. Haben wir nun eine erstklassige Hündin, dann heißt es den richtigen Partner zu finden. Man sollte recht viele Ausstellungen besuchen um viel Material zu sehen und sich mit erfahrenen ZÜchtern unterhalten. Es sollte kein Weg zu weit sein, wenn der Partner im Typ und in seiner Erblinie den Anforderungen entspricht. Dazu ist ein gewissenhaftes Studium der Ahnentafeln und der ZuchtbÜcher erforderlich. Nur so können wir uns ein Bild von der Vererbungskraft des Rüden machen, wobei natürlich genaue Kenntnisse der Mutterhündin nötig sind. L.H. Helbig


    Anmerkung zum letzten Absatz

    • Herr Helbig spricht von "Erblinien", die zur Zucht zusammenpassen müssten. Damit ist die Linien-Inzucht gemeint, deren negative Auswirkungen auf die Vitalität der Nachkommen damals noch nicht bekannt waren.

      Heute sollten die Ahnentafeln nur überprüft werden, ob keine gemeinsamen Vorfahren vorkommen. Bei völlig unverwandten Hunden, auch einer Rasse, wählt die Natur (auf Grund meines Wissens nach heute noch nicht verstandener molekularbiologischer Prozesse) die gesündere, oder auch der genetischen "Blaupause Hund" mehr entsprechende Variante. Deshalb dauert es - bei entsprechender Auswahl der Nachkommen - auch nicht viele Generationen lang, bis der Bulldog wieder eine bessere Atmung bei längerer Nase bekommen kann.

    • Kommentar zu dem Satz: "Züchten ist eine Kunst, die man kaum erlernen kann, die angeboren sein muß."

      Damals steckte die Genetik noch in den Kinderschuhen. Außer den Mendelschen Regeln über Gene, die nur und ausschließlich ein einzelnes Merkmal vererben - und das sind sehr wenige - war wenig bekannt. Bis heute hat die Forschung unglaublich mehr Zusammenhänge innerhalb der komplexen, für Einzelmerkmale verantwortliche Multi-Gen-Kombinatorik herausgefunden. Und dass Merkmal-Ausbildungen sogar über den Einfluß von Umwelteinflüssen auf die Aktivität der Gene mitbestimmt wirkt, ja das gleicht einem Paradigma-Wechsel in der Genetik und der Biologie insgesamt.

      Deshalb hat heute, anders als noch vor 30 Jahren, der Faktor "Lernen" gegenüber dem Faktor "Instinkt" mächtig an Bedeutung zugenommen.

    • Herr Helbig benutzt für Zuchthunde das heute in diesem Zusammenhang meist negativ verstande Wort "Material". Vor 50 Jahren war diese Bezeichnung noch neutral gemeint.


    Mittwoch, Januar 11, 2012

    Die schöne CEB-Clubschau 1974

    und Erinnerungen an Ricky


    Kari Wolfsjäger (Cincinatti Bulldogs) schrieb in "Der Bulldog, 1974":

    "Diese Clubzeitung soll den Mitgliedern, die am 12. Mai bei unserer Kölner Clubshow nicht dabei sein konnten, einen Eindruck vermitteln. Für diejenigen, die dabei waren, hoffen wir, daß dieses Heft eine schöne Erinnerung bedeutet. Es war in jeder Hinsicht eine gelungene Ausstellung!

    Das Ausstellen, auch die Bewertungen, waren weniger wichtig. Natürlich haben sich die Besitzer der bestplacierten Hunde gefreut - wie konnte es auch anders sein - , aber das Primäre war diesmal nicht das Gewinnen, sondern das Zusammentreffen vieler Bulldogenthusiasten. Ich möchte allen Mitgliedern danken, die dazu beigetragen haben, unsere Clubshow 1974 so erfolgreich zu gestalten!

    Ein besonderer Dank geht an die Sonderleiter Herr Wagener und Herr Mugrauer, ebenso Frau Ehrenstein, die viel Arbeit hatte, sowie an Frau de Arias, die besonders schöne Preise mitgebracht hatte. Auch Herr Dr. Spieth, Herr Dr. Sann, Frau Angehrn, Frau Hartmann und Fam. Ehrenstein hatten uns Preise gespendet. Nochmals herzlichen Dank Herrn Frieder Burda, der uns wieder einmal finanziell unterstützte. Ohne ihre Hilfe wäre diese Ausstellung zweifellos nicht so gut gelungen!

    Ich möchte ebenfalls den Ausstellern danken, denn viele kamen von weit her. Frau Angehrn aus der Schweiz, Herr Leblond aus Frankreich, Dr. Engels aus München, Fam. Schinke aus Kiel, Herr Wrede aus Hamburg und Fam. Spahr von Sylt. Wir haben uns ebenfalls über die Teilnahme von vier holländischen Bulldogbesitzern sehr gefreut.. Der "Dewrie Drummer Boy Wanderpreis" und der von Herrn Dr. Spieth gespendete Pokal für den besten Bulldog der Ausstellung ging an die von Mr. Westlake gezüchtete Baytor the Proud. Der Pickwick Wanderpreis für den besten Junghund ging an Fam. Ehrensteins Cincinatti Nicole.

    Unser englischer Richter, Mr. John Davies, hat folgenden Bericht von dieser Ausstellung geschrieben:

    "Es war für mich eine Ehre, bei dieser schönen Show als Richter zu fungieren. Außer den Damen Angehrn und Wolfsjäger, die ith von England kannte, hatte ich keinen der Aussteller oder deren Hunde vorher gesehen. Ein Katalog wurde mir erst am Abend nach der Ausstellung ausgehändigt.

    Als ich am Sonntagabend meinen Rapport schrieb und nach den Nummern aus dem Katalog die Namen der Siegerhunde aussuchte, machte ich die gleiche Feststellung wie voriges Jahr unser 2. Vorsitzender, Mr. Saunders, der damals die Kölner Clubahow richtete: die Majorität der Siegerhunde stammte von Dewrie Drummer Boy oder seinen Nachkommen. Diese Tatsache hat mich besonders gefreut, da, wie die meisten wissen, Ricky von meiner Frau und mir gezüchtet wurde. Als ich ihn am Tag nach der Ausstellung nach fast 4 1/2 Jahren wiedersah,konnte ich kaum glauben, daß dieser aktive, lebhafte Bulldog inzwischen über 8 Jahre alt geworden ist. So wurde diese Ausstellung in zweifacher Hinsicht für mich zu einem Erlebnis.

    Der Ort war sehr geeignet für eine Ausstellung, das Wetter war zauberhaft und wir hatten genügend Schatten unter den vielen Bäumen, die Atmosphäre war freundschaftlich. Natürlich ist das Richten etwas anders als in England, vor allem fiel mir auf, daß viele Aussteller wenig Erfahrung im Herzeigen ihrer Hunde hatten. Trotzdem möchte ich betonen, daß die Qualität eines Hunden wichtiger ist als seine Ausstellungsroutinel Die Aussteller waren sehr interessiert, haben viele Fragen gestellt und meine Kritik sportlich akzeptiert.

    In England ist es nicht üblich, den Richter direkt zu fragen, aber mir gefällt diese Methode durchaus. Die Qualität der Hunde war genau so gut wie bei einer englischen Ausstellung dieser Größenordnung. Wenn ich bedenke, was man in England früher über kontinentale Bulldogs gesagt hat, muß ich zugeben, daß diese Meinung längst überholt ist. Allgemein gesehen scheint mir momentan in Deutschland die Qualität der Hündinnen noch besser als die der Rüden zu sein.

    Ich möchte dem deutschen Bulldogclub und seinen Mitgliedern herzlich für die Gastfreundschaft danken und möchte nochmals betonen, wie sehr mir dieser Ausflug zu den deutschen Bulldogs gefallen hat. Ich werde mit Interesse die Weiterentwicklung der vielen hübschen Junghunde, die ich hier gesehen habe, verfolgen.
    gez. John Davies."

    Berichte aus "alten Zeiten"

    Die meisten meiner Bulldogfreunde sind deutlich jünger als ich. Sie kennen die "alten Zeiten" nicht, lieben es aber Geschichten daraus zu hören. Deshalb bringe ich auch diesen Bericht von der CEB-Clubschau 1974 im Blog.

    Ricky (Dewrie Drummer Boy), der absolute Schau- und Zucht-Star der End-60er und Anfang-70er Jahre, war mein besonderer Liebling. Und er ist nach wie vor mein Traum-Bulldogrüde: freundlich, klug, souverain, gesund, lebhaft, vital, von überaus wohl proportionierter Gestalt und mit großen runden Augen... Überhaupt nichts an ihm war schwammig oder fett, sein herrliches Muskelspiel konnte bei jeder Bewegung bewundert werden.

    Er wurde viel zum Decken eingesetzt, denn er war auch ein sehr guter Vererber. Meine Ziska z.B. hat seine starke, muskulöse Gestalt und seine tiefdunklen großen Augen geerbt.

    Rickys Besitzerin Kari Wolfsjäger verstand wirklich viel vom Bulldog, sie hatte einen ziemlich sicheren Blick, wie sich Welpen und Junghunde entwickeln würden. Um nicht allein auf Linienzucht angewiesen zu sein, kaufte sie immer wieder in England junge Bulldogs von unterschiedlichen Züchtern, die sich allesamt zu prächtigen Zuchthunden entwickelten. Das spätere Problem des CEB, das zu seiner Auflösung führte, war (genau wie beim kürzlich eingeleiteten Ende des ACEB) zwischenmenschliches Fehlverhalten, welches auch "Lug und Trug" in der Zucht und Aufzucht betraf.

    Ricky wurde, wie Doris und ich uns erinnern, circa 12 Jahre alt. Zuletzt war er altersschwach und etwas taub. Er lebte mit einigen Hündinnen in einem größeren Zwinger-Gehege, und diese Hündinnen nutzten seine Schwäche aus und mobbten ihn... (das geht alten Wölfen auch so.) Er mußte deshalb in ein separates Gehege umziehen, um bis zu seinem Tod seine Ruhe als abgedankter Rudelchef zu haben.

    Rickys Nachkommen heute

    Käthchen, die Mutter der letzten zwei Würfe "vom Georgshof", stammt (über mehrere Generationen) von Ricky ab. Wir hoffen auf einen neuen Wurf von ihr (im März :-)


    Sonntag, August 29, 2010

    Künstler und Kynologe Richard Strebel (1861-1940):

    Reprint seines Hauptwerkes


    Der Kynos Verlag hat ein Reprint des für seine Zeit (1904/5) wichtigsten Standardwerkes über Hunde "Die deutschen Hunde und ihre Abstammung mit Hinzuziehung und Besprechung sämtlicher Hunderassen" von Richard Strebel (1861-1940) herausgegeben. Das Werk ist mit vielen Reproduktionen von Federzeichnungen, Grafiken und Gemälden Richard Strebels illustriert.

    Im Vorwort des Reprints nennt der bekannte Kynologe Hans Räber dieses Buch "ein Lehr- und Anschauungswerk, dem bis heute noch nichts Gleichwertiges zur Seite steht" und "eine schier unerschöpfliche Quelle für die heutige kynologische Forschung".

    "WUFF" hat in seiner Ausgabe 10/09 den Reprint diese Werkes, das das gesamte kynologische Wissen der damaligen Zeit beinhaltet, als Anlaß genommen einen Artikel über Richard Strebel zu veröffentlichen.

    Richard Strebel war als Kynologe in erster Linie Maler und Autor, aber auch Jäger, Züchter und Richter. Er selbst schreibt über sich: "Mein künstlerisches Streben gilt in erster Reihe der Darstellung des Hundes und in zweiter dem Tiere als solchem. Mir schien es unbedingt nötig, die Psyche ... des Hundes in allen ihren Regungen zu ergründen..."



    Donnerstag, August 6, 2009

    Ein alter Lobgesang auf den Bulldog :-)


    Der ganze Lobgesang von circa 1925, der unter dem oberen Bild steht, ist *** HIER *** gut lesbar verlinkt!
    .

    Als ich dies Foto sah, dachte ich gleich, der sieht meiner Ziska ähnlich !

    Ich war jetzt neugierig geworden und googlete in den Bulldog-Stammbäumen. Und siehe: kein Wunder, Ziska stammte von ihm ab!

    Stammbaum meiner "Ziska v.d. Eisenschmelz"

    Stammbaum "Eastgate Carousel", 5. Vorgeneration meiner "Ziska v.d. Eisenschmelz"

    Stammbaum "Allithorne Rodney", 5. Vorgeneration von "Eastgate Carousel"
    "Lively Prince" (geb. 11.3.1922) ist wiederum 4. Vorgeneration von "Allithorne Rodney"

    Frieda stammt auch von diesem schönen Bulldog "Lively Prince" ab, und Kosmo+Geschwister gleich mindestens dreifach! Wieso? Das kann man im Blog-Beitrag vom 18. Juli 2007, im Archiv "Zuchtfragen und Genetik" nachlesen :-)

    Diese Abstammung von Frieda und ihren Kindern bedeutet keine Linienzucht, denn es ist (siehe Literatur z.B. von Eichelberg oder Krautwurst) für den Erhalt der genetische Vielfalt nur relevant, dass 5 Generationen zurück kein Ahne doppelt auftaucht.

    .

    Frieda und Welpenvater James stammen beide von "Marinebull´s all the Way" ab. Wieviele Vorgenerationen weiß ich nicht, aber es sind nicht wenige... (Siehe oben erwähnter Blog-Beitrag) Stammbaum "Marinebull´s all The Way",

    Stammbaum "Cilgwyn Golden Prince", 3. Vorgeneration von "Marinebull´s all the Way"

    "Allithorne Rodney", 5. Vorgeneration von "Cilgwyn Golden Prince", siehe weiter wie oben :-)"


    Dienstag, August 4, 2009

    Rostock 1842: "Bulldoggen-Abschaffung"


    Aus Gründen der besseren Lesbarkeit ist der ganze Zeitungsausschnitt *** HIER! *** vergrößert verlinkt.
    .

    Züchterin und Bulldog-Superfan;-) Rafaela Schuda fand und ersteigerte diesen historischen Schatz! Es lohnt sich, den ganzen Text zu lesen!!

    Immerhin wurden nur 7 Jahre (1835) vor dieser Rostocker Bulldoggen-Abschaffungs-Verordnung die Kämpfe zwischen Bullen und Bulldogs vom englischen Parlament verboten. Der Bulldog war damals noch Kampfhund.

    Erst 18 Jahre nach dieser Rostocker Bulldoggen-Abschaffungs-Verordnung wurden Bulldogs erstmals (1860) auf englischen Ausstellungen zugelassen. Damit begann ihre Umzüchtung vom Kampfhund zum Wach- und Begleithund.


    Samstag, Mai 16, 2009

    Ein Champion von 1920/1

    und eine V1-Bulldogge von 1935


    Gehen wir, vom letzten Beitrag aus, noch weiter in der Zeit zurück.

    Der Bulldogzüchter Hans Drechsel (siehe Beitrag 11. Juni 2005) schenkte mir kurz vor seinem Tod (1902-1991) Bulldogfotos aus dem Zeitraum 20er-Jahre bis Kriegsbeginn. Gelegentlich (habe und) werde ich aus diesem Schatz etwas hier veröffentlichen.
    Übrigens: Der 1. Bulldog der großen Bulldoggerin Otti Heermann (gest. 1964) stammte aus Hans Drechsels Zucht (Siehe Beitrag 11. August 2008).

    "Gau-Ausstellung Sachsen und Mitte im Reichsverband für das Deutsche Hundewesen,
    22. September 1935" :

    Auf dieser Zuchtschau 1935 wurden nur zwei Hündinnen in der offenen Klasse gezeigt. Es war die Zeit, in der Schikanen verschiedenster Art ausgesetzt war, wer eine "ausländische" Rasse züchtete oder auch nur zu hielt, wie Otti Heermann berichtet. Hans Drechsels "Heros" erhielt ein V1.

    "Heros" war noch nicht übertypisiert, heute würde man sie eher untertypisiert nennen. In diese Richtung wird sich der Bulldog nach dem neuen Standard - so in etwa - hinentwickeln.
    Es wird einige Jahre, einige Hundegenerationen dauern, bis der FCI/KC-Bulldog kein "Steifftier" mehr ist. Aber ich bin hoffnungsvoll: denn ganz viele Menschen wollen es :-)

    Das Copyright dieser Fotos gehört mir. Ohne meine Zustimmung dürfen sie nicht kopiert werden.


    Donnerstag, Mai 14, 2009

    Zuchtbulldogs von 1962/1965 und 1953

    und ein Champion-Vergleich von 1901 mit 2009


    Gehen wir von den Zuchtschau-Bulldogs des letzten Beitrages 50/60 Jahre zurück.

    Fotos oben: Diese Hunde sind noch vom Typ "Vorkriegsbulldog". Die Namen der Hunde und ihrer Besitzer siehe HIER.

    Mit den nächsten Fotos - nur 10 Jahre später - nähern wir uns dem heutigen Bulldogtyp an. Besonders die Kiefer wurden deutlich kürzer und die Schädel breiter.

    Foto links: Dieser Rüde "Ceres" erhielt 1962 von der FCI den Titel "Internationaler Schönheitschampion".

    Auf dem Foto ist "Ceres" 4 Jahre alt. Der Text zum Bild: siehe HIER.

    Foto rechts: "Bencher" scheint mir ein
    Importrüde zu sein. Den Text dazu - aus dem
    "UR" März 1965 - kann man hier lesen. Er stammt aus der Zeit des langsamen Niedergangs des CEB, Club für Englische Bulldogs (VDH), nach Otti Heermanns Tod 1964.

    "Ceres" und "Bencher" sehen dem heutigen Extrembulldog schon deutlich ähnlicher als die FCI/KC-Bulldogs aus den 20ger-30ger Jahren (siehe nächten Beitrag) und aus den ersten Nachkriegsjahren. Sie sind aber noch längst nicht so "dackelbeinig und stierbrustig" verzüchtet und belastet wie dieser heute.


    Bulldog-Champions 1901 und 2009

    Der Standard änderte sich kaum. Aber sehr änderte sich der Zeitgeist, in dem der Standard interpretiert wurde! (Mir gefallen beide Extreme nicht...)


    Wer sich für die Geschichte der Bulldogzucht in Deutschland interessiert, der findet im Blog August 2008 mehrere interessante Beiträge dazu.


    Mittwoch, September 24, 2008

    Noch ein fliegender Bulldog


    Da wir im letzten Beitrag von unserer fiegenden Alma sprachen (siehe Beitrag vom 22. September 08), binde ich jetzt passend;-) eine weitere Flug-Geschichte ein, und zwar über "Cincinatti Gipsy Prince alias Oscar Burda". Oscar war ein knuffiger und sportlicher Bulldog von sehr freundlichem Wesen, ich hatte ihn gerne. Übrigens war er ein Wurfbruder von Doris Ehrensteins Nelly. (Über Nelly und Anka schrieb Doris einen herrlichen Beitrag, siehe 10. August 2006.)

    Frau Carina Burda, Oscars Besitzerin, förderte damals in den 70er Jahren den VDH-Bulldog-Zuchtverein "CEB" in vielerlei Hinsicht. Oscar war ihr 1. Bulldog - diese Geschichte über ihn stammt aus dieser Zeit. Ich habe sie einem alten Exemplar des "Bulldog" entnommen, das seinerzeit Kari Wolfsjäger (Cincinatti Bulldogs) für den damaligen "CEB", dessen Mitglied ich war, herausgab. Mehr über diese alten Zeiten können Sie im Beitrag vom 13. August 2008 lesen.

    "Oscar, der fliegende Bulldog"

    "Jedesmal, wenn Oscar ein Flugzeug sieht, wird er ganz aktiv. Er hebt an jedem Rad sein Beinchen und wird gar nicht fertig, denn auf so einem Sportflugplatz stehen ja eine Menge Maschinen herum. Dieses Manöver erfordert von der Besitzerin eine Engelsgeduld. Bis er beim richtigen Flugzeug angekommen ist, bis man ihn über die Tragfläche in das Innere des kleinen Flugzeuges gehoben hat, vergeht eine geraume Zeit. Pilot und Herrchen sind schon beide sauer!

    Nun, da Oscar endlich sein Plätzchen eingenommen hat, grunzt er tief und zufrieden. Es stört ihn das Rattern der Räder beim Start nicht mehr, es stört ihn kein heftiges Schaukeln, und selbst wenn man einmal in großer Höhe fliegen muss, lässt er sich gern und geduldig seine Sauerstoffmaske, auf der in grossen roten Buchstaben "Oscar" zu lesen ist, aufsetzen.

    Am Ziel angekommen, von Anflug und manchmal harter Landung unbeeindruckt, weigert sich Oscar strik, das Flugzeug zu verlassen. Nur eine vorbeiflanierende Hündin - leider nicht immer zur Stelle - lässt Oscar seine sture Haltung aufgeben, um mit einem Satz über Sitz und Fläche ins Freie zu springen.

    Es ist schwer zu sagen, von wem Oscar mehr angetan ist, von der Fliegerei oder von der Weiblichkeit. Sicher wird es sich noch herausstellen. Oscar ist erst elf Monate alt. Vielleicht wird er einmal für Stewardessen schwärmen?"


    Mittwoch, August 13, 2008

    Bulldog-Austellungen 1950 und 1975


    Über und von Otti Heermann, die große Frau der deutschen Bulldogzucht, habe ich schon verschiedentlich Beiträge gebracht. Wer dies nachlesen möchte, dem empfehle ich ihren Namen in die bloginterne Suchmaschine (graue Spalte oben rechts) einzugeben. Otti Heermann rettete ihre Bulldogs unter schwersten Bedingungen durch den Krieg, und sie baute nach dem Krieg die Bulldogzucht und den Zuchtverein CEB (VDH) wieder auf.

    Bulldog-Ausstellung (CEB/VDH/FCI) 1950

    Am 6. August 1950 fand in Dortmund die erste Sonderausstellung des CEB nach dem Kriege statt. Neun englische Bulldogs stellten sich der Richterin Otti Heermann. Sie schrieb in ihrem Bericht:

    "Unsere Zucht ist im Aufstieg begriffen und alle Mühe lohnt sich! Selbstverständlich sind noch Mängel und Fehler in der Zucht vorhanden, aber unsere Züchter werden sich bemühen diese herauszuzÜchten. Ich habe alle erschienenen Bulldogs freundlich beurteilt, denn Züchter und Besitzer sollen den Mut zum weiteren Aufbau unserer Zucht behalten. Ich bin von dem Resultat dieser ersten Sonderausstellung nach dem Krieg angenehm überrascht und muß meinen Dank aussprechen für die liebenswürdige und sportliche Art unserer Mitglieder. Ich bemerkte nirgends ein Zeichen von Mißfallen, auch wenn ich Mängel erwähnen mußte."

    Nach Otti Heermanns Tod 1964 erlebte der Club leider einen Niedergang. Er lebte erst 1971 durch Frau Wolfsjäger wieder auf, allerdings nur für etwa 7 Jahre. Dann war Schluß. Als Nachfolgeverein des CEB im VDH wurde der ACEB gegründet.

    Bulldog-Ausstellung (CEB/VDH/FCI) 1975

    Als zunächst einmal letzten Beitrag zum Thema "Bulldogs früher" bringe ich heute persönliche Erinnerungen an die große Clubschau (CEB/VDH/FCI) 1975, also 25 Jahre später.

    Ich selbst stellte meine 1. Bulldoggin Ziska aus. Diese Leichtigkeit in der Bewegung, die Mr. Westlake auf dieser Ausstellung Ziska attestierte, haben noch heute einige ihrer Nachkommen, wie zB Chilli und Käthchen. Über die Blog-Suchmaschine findet Ihr mehr über die Beiden :-)
    Sieger in der Siegerklasse wurden, wie fast immer in dieser Zeit, die Cincinatti-Bulldogs :-).

    Auch im "Kölner Stadtanzeiger" wurde über unser Bulldog-Wochenende berichtet.

    Zu dieser Clubschau 1975 war der bekannte Hunde-Verhaltensforscher Eberhard Trummler eingeladen. Er hielt Samstagabend einen interessanten Vortrag über die Erforschung der Urnatur des Hundes, und er blieb auch Sonntag bei der Ausstellung dabei.
    Um Eberhard Trummlers konsequent ursprünliche Hundehaltung persönlich kennenzulernen, besuchte ich ihn später einmal. Diese Art der Hundehaltung war für mich - als zu strikt Urzeit bezogen - aber kein Vorbild. Und Herr Trummler blieb den Bulldogs gegenüber - als zu zivilisatorisch gezüchtet - zurückhaltend. Interessant war die Begegnung allerdings für beide Seiten .-)

    Ich erinnere mich insgesamt an diese Schau als eine riesige Bulldog-Wochenend-Party, einfach herrlich... Vielleicht liegt das auch daran, dass es wieder - wie 25 Jahre zuvor - um den Wiederaufbau guter Bulldogzuchten ging. Ich möchte hier zwei Zitate von Frau Wolfsjäger, der Cincinatti-Züchterin und Organisatorin der Ausstellung, bringen. Dieser Appell trug meiner Meinung nach mit dazu bei, die sportliche, gelassene und fröhliche Stimmung bei dieser Ausstellung zu erzeugen. Und noch dies Zitat:

    "Wer seinen Hund nur der Schönheit wegen liebt, verdient es nicht, Besitzer eines Bulldogs zu sein!"


    Montag, August 11, 2008

    So kam Otti Heermann auf den Bulldog


    Viele Jahre lang hatte ich nicht mehr in meine Unterlagen über die große Züchterin der Vor- und Nachkriegszeit, Otti Heermann, hinein gesehen. Als ich neulich alles wieder einmal sichtete, da fiel ich vor Überraschung fast um :

    Ich hatte tatsächlich persönlich noch den Züchter als uralten Mann kennengelernt, von dem Otti Heermann ihren 1. Bulldog kaufte!
    Im Blog-Beitrag vom 11. Juni 2005 schrieb ich über diese Begegnung - und über eine mehr als kuriose Deckgeschichte, die dieser alte Mann, Hans Drechsel, mir erzählte. Sie werden laut lachen, wenn Sie das lesen ;-))


    Nun zu Otti Heermanns Bericht : "Bull, mein 1. Bulldog"

    "Alle Bulldogs meiner Kindheit (Anfang 20. Jahrhundert) waren Isegrimme - gewiß hat mich niemals einer von ihnen bedroht oder angegriffen, dennoch betrat ich immer mit Herzklopfen, das ich mit erheucheltem Mut ableugnete, den Bulldogzwinger meines Onkels.

    Viel wurde mir von ihm erzählt, von den Eigenschaften der Nationalhunde Englands, dem Adel dieser Rasse, dem - meines Onkels Meinung nach - grausamsten und wildestens Vertreter des ganzen Hundegeschlechtes. Schon als kleines Schulmädel imponierte mir kaum irgendeine andere Hunderasse, keine kam der markanten, charakteristischen Erscheinung des englischen Bulldogs nahe. Meine Eltern teilten meine Liebe zu dieser Rasse nicht, ich bekam Dackel, Bernhardiner, Foxe, mein Wunsch nach einem Bulldog wurde mit tausend Begründungen, welche alle dagegen sprachen, vielleicht konstruiert waren, abgetan.

    Dann aber verwirklichte ich dennoch meinen Wunsch und schaffte mir 25 Jahre später (Anfang der 30er Jahre) Bulldogs an.

    In meinen ganzen Vorstellungen war der Bulldog immer grimmig und respekteinflößend aussehend. Ich weiß es noch genau, wie ich voller Herzklopfen in einer Nacht um 2 Uhr am Kasseler Bahnhof meinen ersten Bulldog abholte, mit fast zittrigen Händen die Kiste öffnete, sozusagen beinahe den Tod vor Augen - man konnte ja nicht wissen - vielleicht war der eingesperrt gewesene Bulldog wütend und ablehnend zu mir.

    Alle von meinem Onkel in mein Kindergehirn damals aufgeladenen wilden Ereignisse mit seinen Bulldogs kamen an die Oberfläche. Ich sagte mir, noch vor der geschlossenen Hundekiste stehend, "ich hätte es doch nicht riskieren sollen".

    Die Beamten an der Expreßgüterabfertigung mochten wohl meine zögernden Handbewegungen bemerkt haben, sie halfen mir, und ich hielt vorerst mal meine Fleischreste, die ich als Lockmittel mitgebracht hatte, an die sich immer mehr öffnende Spalte der Hundekiste. Da kam er ganz gemächlich heraus, ich griff beherzt nach seinem Halsband, vielleicht würde er gleich mich oder die Männer der Güterabfertigung anfallen - wußte man es?

    Und nun trat Beruhigung für mich ein. Was da an mir herumschnüffelte, war das gutmütigste, vertrauensseligste Hundevieh der Welt, das sich nicht allein von mir, sondern von den nun sämtlich herbeigelaufenen, bei der Güterabfertigung beschäftigten Männern streicheln und knutschen ließ, deren Schmalzstullen er genauso gern verschlang wie meine von besonders guter Qualität gewesenen Fleischreste.

    Da hatte ich einen respekteinflößenden englischen Bull erwartet, und vor mir stand ein ganz außerordentlich freundlicher, gemütlicher Thüringer. (Mein Bull stammt aus dem Zwinger des Herrn Hans Drechsel, Pößneck, Thüringen.) Soviel war für mich jetzt schon feststehend, von diesem Bull bekam niemand eine Schreckneurose!

    Glücklich und dankbar legte ich natürlich meinen Bull in einen Hundekorb, der neben meinem Schreibtisch stand. Nachts stand der Korb neben meinem Bett. Überall ging mein Bull mit, niemals war er ungezogen, niemals hat er mir irgend etwas zerrissen oder beschädigt, keinerlei Jugendfehler traten bei ihm auf.

    Heute noch gibt es keinen Tag und keine Stunde, wo ich sagen könnte: jetzt war er unartig oder mißgelaunt!"


    Samstag, August 9, 2008

    Zucht-Probleme 1908 (1971 und) 2008


    Kari Wolfsjäger, sicher die bedeutendste Züchterin in den 70er Jahren auf dem Kontinent ("Cincinatti"), schrieb 1973 in "Der Bulldog" :

    "Der folgende Bericht, erschienen 1908 in der illustrierten kynologischen Zeitschrift "Der Hund", geschrieben von Herrn Pelzer, (Mit-Initiator des 1901 gegründeten "Kontinentaler Bulldog Club") weist viele Parallelen mit der Situation auf, mit der wir konfrontiert wurden, als wir im Spätsommer 1971 den Club reaktivierten."

    Herr Pelzer schrieb 1908 in "Der Hund" :

    "Wenn wir die Ausbreitung der Liebhaberei für den englischen Bulldog in Deutschland betrachten, so müssen wir sagen, daß diese in den letzten Jahren einen geradezu überraschenden Aufschwung genommen hat.

    Noch vor acht oder zehn Jahren sah man nur selten auf deutschen Ausstellungen einen richtig guten Bulldog. Die Mehrzahl waren hochläufige, schlecht gebaute Hunde mit lustig getragenen langen Ruten, die Köpfe meistens im Schädel viel zu rund, aber sie waren bisweilen doch ganz passabel. Andererseits waren es stramme Burschen, welche wohl ihren Mann standen. Meistens war man aber nicht so sicher, ob man einen Boxer oder einen Bulldog vor sich hatte.

    Nach und nach nahm das Verständnis immer mehr zu. Aus England wurde Material importiert, meistens hoch bezahlte aber minderwertige Bulldogs; die besten behielten die Engländer fÜr sich. Diese qualitativ schlechten, teils kranken Hunde mit verzerrten Schultern, wurden von uns als die echten Vertreter ihrer Rasse angesehen.

    Daß sich unter solchen Umständen die Liebhaberei nicht ausbreiten konnte, ist verständlich. Gute Exemplare waren zu wenig vorhanden um für die Rasse Propaganda machen zu können."

    Und die Zucht-Situation 2008 ?

    Heute sieht es anders aus: Fans, die einen langlebigen und vitalen Bulldog wünschen, meiden mehr und mehr - wegen starker Überzüchtung - englische Linien .

    Der wichtigste Unterschied zur Zeit vor 100 Jahren ist dieser: die über 100jährige Linieninzucht, die zum Standard hingeführt hat, überholte sich inzwischen selbst; sie führte hin zu Vitalitätsverlust und Krankheiten. Auskreuzungen sind das Gebot der Stunde. Leider stehen viele Züchter der Wissenschaft fern; und leider bestimmt kommerzielles Denken viel zu oft "züchterisches" Handeln. Aber darüber mehr in einem späterem Beitrag.

    In Deutschland gibt es durchaus vitale Bulldogs, die man als "gebrauchsfähig" bezeichnen kann. Man muß zwar länger suchen, aber es gibt sie noch :-) Tipps zum Suchen finden Sie HIER !


    Donnerstag, August 7, 2008

    Ausstellungen in der Vor- und Kriegszeit

    Nachdem ich Fotos von Bulldogs in Deutschland von 1912 zeigte, nun ein Bericht von Herrn L. Helbig über Bulldogs während der Vor- und Kriegszeit in Deutschland. Ich selbst lernte Herrn Helbig Anfang der 70er Jahre noch kennen und schätzen.


    Herr Helbig schrieb 1972 : "Rückblick und Ausblick"

    "Ein dickes Buch könnte ich über meine Erlebnisse mit den Vertretern Englands schreiben. Hierfür reicht aber heute der Raum nicht aus, und somit muss ich mich kürzer fassen. Eines ist jedenfalls erfreulicherweise heute festzustellen, dass Dank der Initiative von Frau und Herrn Wolfsjäger unsere Rasse auf Ausstellungen wieder vertreten ist.

    Nun aber zurück ins Jahr 1909, wo ich den ersten "Englischen Bulldog" sehen und lieben lernte.

    Aus meinen jahrzehntelangen Erfahrungen weiss ich, was für ein kinderlieber Hund er ist. Vielleicht haben sich meine Eltern damals gewundert, wie gern ich Einkäufe bei unserem Bäcker und Konditor in Thüringen machte: bis sie erfuhren, dass der "Dicke", so wurde er gerufen, die Ursache war.

    Schon nach dem ersten Zusammentreffen war die Freude jedesmal auf beiden Seiten recht gross und stürmisch. Recht stolz war ich, als ich die Erlaubnis vom Besitzer bekam, mit dem "Dicken" zu seinen Eltern in deren großen, parkartigen Garten zu gehen.

    Diese Freude konnte nur noch gesteigert werden, als meine Eltern mir meinen Wunsch erfüllten, einen Boxer zu schenken. Dann war das Kleeblatt vollständig: der Dicke, unser Flott, der Boxer und unsere Hexe, eine lustige und wenn es sein musste recht kämpferische Dackelhündin. Auf den weiten Wiesenflächen ging dann das Spiel los: immer animiert von dem Dicken, der, wenn er einmal verschnaufen wollte, sich lang auf den Boden legte und alle vier Beine von sich streckte. Diese Freundschaft hielt lange Jahre an, bis mich meine berufliche Ausbildung zu stark in Anspruch nahm. Als ich dann in den Krieg musste, nahm ich von allei herzlich Abschied. Es sollte für meine vierbeinigen Freunde ein Abschied für immer sein, denn keiner hat den Krieg überlebt.

    Es ist nun immer so, wenn man erst einmal eine Rasse entdeckt hat, kommt man nicht wieder davon los, zumal, wenn man Tierliebe vom Elternhaus aus kannte und dort schon eine Reihe von Rassen kennen gelernt hatte. Es war nun eine besondere Freude für mich, auf der Weltausstellung vom 26. bis 28. April 1935 den damaligen Obmann Herrn Eugen Deter, Berlin, kennen zu lernen und Frau Otti Heermann, die ich schon des öfteren auf Ausstellungen begrüssen konnte.

    Frau Heermann war damals Zuchtbuch- und Geschäftsstellen- Verantwortliche und machte unter Herrn Deter ihre Anwartschaft als Richter. (Siehe auch den besonders in diesem Zusammenhang wichtigen und interessanten Blog Beitrag vom 5. 10. 2005)

    Unter den über 3300 Hunden wurden 17 Vertreter unserer Rasse vorgeführt. So zeigte Mr. William Damiral, London, "Detford Defiance - 8721" und "Deptford Duplicate - 8722". Ausserdem wurden von Mitgliedern der Gruppe Südwest Augsburg "Roseville Bizarre - 255o" vorgeführt. Weiter eine Reihe Hunde englischer Abstammung und den Rest bildeten Hunde aus deutschen Eltern. Wir waren also schon einmal recht weit gekommen. Ich hoffe, dass wir es bald wieder sind.
    Es bleibt mir nun noch kurz über die letzte Reichssieger Ausstellung am 3o./31. August 1941 zu berichten. Sie war trotz des Krieges und der Bombenalarme mit fast 1.7oo Hunden recht gut beschickt. Unsere Engländer mit 9 Hunden, wobei den Rüden "Urkraft Exellenz - 2927 5.8.38 (Int. Champ, Aldoo of Din - 2769 R.S. Duska of Din - 2844 Züchter Max Lehmann, Hirschfelde, Besitzer Frau Otti Heermann den Sieger mit V1 machte. Bei den Hündinnen holte sich Astrid v. Willberg - 3ool 14.8.4o mit V1 den Sieger, Züchter und Besitzer Paul Wille, Berlin. (Anmerkung: Leider habe ich keine Fotos der genannten Bulldogs. C.S.D.)

    Für mich war es eine Freude unter Herrn Deter bei dieser letzten Reichssieger Ausstellung meine erste Richter-Anwartschaft für Englische Bulldogs zu machen. Wie ich eingangs schon erwähnte, könnte ich aus diesen Jahren und Ausstellungen berichten, aber der Platz lässt es nicht zu.

    Nur kurz darf ich Ihnen noch meinen "Butsch" vorstellen. "Britania Ambassadeur" 2o916/46 2.9.46 Züchter Reg. Boden. Über seine Ahnen und die drollige Geschichte, wie er nach Deutschland und zu mir kam, berichte ich später im UR unter unseren Seiten. (Anmerkung: leider habe ich diesen Text nicht. C.S.D.)
    L. Helbig, Ziegelhausen, Juli 1972."


    Wie Herr Helbig, siehe oben, 1972 schreibt:

    "Eines ist jedenfalls erfreulicherweise heute festzustellen, dass Dank der Initiative von Frau und Herrn Wolfsjäger unsere Rasse auf Ausstellungen wieder vertreten ist."

    Ricky (Fotos oben) war ein wunderschöner, gutmütiger und liebenswerter Rüde, und der große Erfolg der Cincinatti-Zucht ist besonders ihm zu verdanken. Er ist übrigens auch der Vater meiner Ziska.
    Frau Wolfsjäger hatte es geschafft, wirklich schöne und gesunde Top-Bulldogs aus England zu importieren. (Damals waren die Bulldogs in England noch nicht so ins Extreme gezüchtet wie heute... Ich selbst würde heutzutage keinen Bulldog in England kaufen....) Nun noch ein Bild von Wolfsjägers damals ebenfalls importierter Zircon Red Rosina, genannt Rosie, einer Top-Hündin!

    1973 schreibt Kari Wolfsjäger, damals 1. Vorsitzende des CEB (VDH), über Herrn Helbig:
    Mein besonderer Dank gilt Herrn Dir. Helbig, der sich um den Wiederaufbau des Clubs (seit seiner Reaktivierung 1971) und um die Zucht sehr verdient gemacht hat. Er ist uns allen stets behilflich gewesen. Ich hoffe, dass er uns noch viele Jahre mit seiner außerordentlichen Erfahrung zur Seite stehen wird.


    Dienstag, August 5, 2008

    Bulldog-Ausstellung anno 1912

    Hier einige Fotos, aufgenommen bei der Deutschen Bulldog-Ausstellung 1912. Wir sehen, wie sehr sich der Englische Bulldog von damals bis in die 70er Jahre gewandelt hat :

    Anfang des 20. Jahrhunderts schlossen sich die wenigen deutschen Bulldogzüchter im "Kontinentaler Bulldogclub" zusammen. Wohl die bedeutentste Züchterin unter ihnen war Frau Dr. Berthold.
    Dieser Verein wurde später in "Club Englischer Bulldogs" umbenannt und erlebte nach dem Tod von Otti Heermann (1964) seinen stetigen Niedergang. 1971 reaktivierten ihn dann Kari und Gert Wolfsjäger. Kari züchtete sehr erfolgreich über circa 7 Jahre die "Cincinatti" - Bulldogs. Auch meine so wundervolle und unvergessene 1. Bulldoggin Ziska (1972), und der Rüde Bully (1972) meiner Eltern, stammen daher.

    Frau von Lingelsheim war noch 1973 Mitglied im CEB, den ihre Mutter Frau Dr. Berthold 1901 mit initiiert hatte, und sie schrieb in diesem Jahr an Frau Wolfsjäger:

    "Seit Monaten freue ich mich auf die Berichte und Bilder des Clubs für Englische Bulldogs im Rassehund. Meine Mutter, Frau Dr. Bertold aus Hannover, hatte von 1905-1914 den bekannten Bulldogzwinger "Bonanza", und so bin ich mit Bulldogs groß geworden; meine ganze Liebe gehört den Bulldogs.

    Zwischen den beiden Weltkriegen wurde nicht gezüchtet und auch später waren nur wenige Tiere vorhanden. Captain Wilbur, ein englicher Offizier, brachte nach Ende des Krieges einen sehr schönen Rüden mit. Trotz seiner Qualität war die Nachzucht nicht gut, vielleicht auch deshalb, weil keine gleichwertige Hündin vorhanden war. Ich kaufte zwei Welpen von ihm, diese wurden aber von Otti Heermann so bewertet, dass sie für mich zur Zucht nicht infrage kamen. Später gab ich sie als pets weg.

    Als ich heute bei Ihnen war, war es für mich sehr interessant zu sehen, wie sich die Hunde in den letzten 60 Jahren verändert haben. Aus den hochbeinigen, schlanken Hunden sind sind stämmige, muskulöse Burschen geworden, nur der Kopf mit seinen sorgenvollen Falten und den bestechend treuen Augen ist derselbe geblieben, den ich damals liebte, und der mich wieder begeisterte.

    Wie sie wissen trage ich mich mit dem Gedanken wieder einen Bulldog zu kaufen. Wenn mein Besuch bei Ihnen auch sehr kurz war, so war es doch für mich ein großes Erlebnis Ihre Bulldogs zu sehen. So viele Erinnerungen an unsere eigene Zucht wurden wach. Meine Familie protestiert zwar gegen die Anschaffung eines Bulldogwelpen, aber sie haben unsere Bulldogs auch nicht erlebt. Nun, wir werden sehen.... "

    Wie wir sehen, bekam Frau von Lingelsheim wieder ihren Bulldog :-) Mona gefiel mir mit ihrer feinen Ausstrahlung ganz besonders gut :-)


    Die Wandlung des Bulldogs in den letzten 30 Jahren

    "Zurück zum Standard" ist nach Dr. Eichelberg das Postulat der Stunde.
    Die Zucht des Bulldogs ist in den letzten Jahrzehnten eindeutig über das Ziel "Hin zum Standard" hinausgeschossen. Einzelne Merkmale (zB Kopfgröße und Beinkürze) sind ins Extreme, ja oft ins Monströse verzerrt (England und FCI), und das zu Lasten der Vitalität und Lebensfreude der Rasse. Jeder Züchter sollte sich deshalb dies Aufklärungsbuch über Vererbungsprozesse - das nichts beschönigt oder verschweigt - zu Herzen und zu Verstand nehmen: "Hundezucht" (VDH) von Dr. Helga Eichelberg.

    Vergleichen Sie einmal diese top-fitte 8jährige FCI-Siegerhündin von 1973 mit dieser FCI-Siegerin (Jugendklasse!) von 2008, also nach 35 Jahren "FCI-Zuchtleistung :-(((" ....
    Denken Sie über die Lauffähigkeit dieser beiden Bulldogs nach; stellen Sie sich vor, wie die Schultergelenke der Junghündin mit 8 Jahren nach mehreren Trächtigkeiten durchhängen werden.... ; dann wissen Sie worum es geht, wenn auch beim Bulldog gefordert wird "Zurück zum Standard" !


    Sonntag, Februar 18, 2007

    (-; Morgen ist Rosenmontag ;-)


    oben : das Februar-Bild von Rudi Kuhfeld, Kalender 1989 des VdFEB.

    Morgen, am Rosenmontag, feiert mein Vater Dr. Bernhard Deermann seinen 88ten Geburtstag. Eine Schnapszahl, zu diesem Tag passend ;-), und als echtem Rheinländer gefällt ihm das.
    Mein Vater war und ist ein Bulldogger von ganzem Herzen. Er war Gründungsmitglied des ACEB und dessen erster 1. Vorsitzender. Das Geschäft mit der Zucht und das mehrheitliche Verharren beim Typ des Extrembulldogs veranlaßte ihn dann aber 1980 den ACEB zu verlassen und den VdFEB mitzubegründen. Bis zum 70ten Lebensjahr blieb er dessen 1. Vorsitzender. Heute ist er Ehrenmitglied.
    Mein Vater ist immer glücklich, wenn Frieda ihn mit uns ;-) besucht.


    Samstag, September 23, 2006

    "Das Europäische Hundemuseum"

    und anderes aus der "WUFF 9/2006"


    Im sehr zu empfehlenden Hundemagazin WUFF wird in der Ausgabe "September 2006" auf das "Europäische Hundemuseum" in Kloster Marienberg, Oberösterreich, hingewiesen.

    Das Museum basiert auf den Sammlungen von Dr. Fleig und Dr. Hauck. Dieter Feig war Liebhaber speziell der Molosser-Rassen und der Autor mehrerer Bücher über diese, inklusive des Bulldogs. Unser Bulldog dürfte in dieser Sammlung deshalb gut vertreten sein. Im WUFF-Bericht sind, aus dem Besitz des Museums, zwei sehr schöne Zeichnungen von Elisabeth Peterlik abgebildet, die ich hier wiedergebe.

    Einen Museumskatalog kann man kaufen!
    Hier näheres darüber.

    Bezugsadresse des Kataloges und weitere Infos zum Hundemuseum HIER.


    "Hat der Rassehund noch Zukunft?"

    Einleitung dieses guten Artikels, aus der gleichen WUFF-Ausgabe:
    "Die Freude des Menschen an der Übertreibung körperlicher Merkmale in der Hundezucht ist im Laufe der Zeit etlichen Hunderassen zum Verhängnis geworden. Während die großen Rassezuchtverbände jahrzehntelang die Zeichen der Zeit nicht erkannten und tatenlos blieben, nimmt ihnen nun die Politik zunehmend das Gesetz des Handelns aus der Hand."


    Und ein ungewolltes Bild-Rätsel

    In "WUFF 9/2006" ist noch dieser lustige Schnappschuß eines pferdküssenden Bulldogs. In was für einem Bunker steckt hier bloß das Pferd ????
    Meine Auflösung :-)))

    Außerdem ist in dieser WUFF ein kleiner Bericht über den auch schon im "BB" erwähnten, skatebording
    "Superstar Tyson". :-))


    Zum Abschluß: mal wieder Werbung; aber nicht aus der WUFF :-)


    Sonntag, Februar 19, 2006

    Glückwünsche zum 87. Geburtstag


    Heute, Sonntag der 19. 2. 06, wird mein Vater, Dr. Bernhard Deermann, 87 Jahre alt. Er ist ein Bulldogger aus ganzem Herzen. Ich erinnere mich gerne an die alten Zeiten, in denen ein Bulldogrüde in meinem Elternhaus mit meiner Bulldoghündin tobte, spielte und auch schmuste. "Das ist besser als Kino!", lachte meine Mutter dann.


    Etwas aus dem "Bulldog-Leben" meines Vaters

    Der erste Rüde meiner Eltern (1971) war Bully, (Foto links) ein sehr kluger, schwarz-weißer Rüde von Kari Wolfsjäger.

    Bully und meine schneeweiße Ziska waren ein Traumpaar: sie wachte und er kämpfte! Er griff sogar den Donner himmelwärts springend an, wenn Ziska ihn mit aufgeregter Stimme anfeuerte. Meine Mutter hatte Bully wunderbar erzogen. Sie konnte mit ihm zum Metzger gehen - er blieb brav draußen sitzen und ließ sich durch nichts verführen, diesen Platz zu verlassen. Er konnte auch auf Kommando zittern. Das kam so: wenn er baden sollte zitterte er zunächst. "Der Bully zittert ja", sagte meine Mutter mit melodischer Stimme dann immer - und eines Tages zitterte er auf der Stelle los, wenn man genau diesen Satz zu ihm sagte :-) - auch ohne Bad :-(( im Hintergrund. Bully starb mit 6 Jahren den Heldentod: als ein Mofa meinen 91-jährigen Großvater rücksichtslos niedergefahren hatte, griff er dieses sofort voller Wut an. Meine Mutter konnte ihn kaum bändigen. Aber diese Aufregung war zu viel für ihn. Er bekam einen Herzinfarkt und starb. Ziska trauerte sehr um ihn - wie wir alle.

    Ein kurzer Ausflug in die Bulldog-Vereinsgeschichte meines Vaters:

    Mein Vater trat damals, als er Bully kaufte, in den "Club für Englische Bulldogs" (gegründet 1901) ein. 1976 wurde er dort 1. Vorsitzender. 1976 gründete sich parallel ein 2. Zuchtverein für Bulldogs im VDH, der DKEB. Unter Federführung des VDH gründeten mein Vater, Doris Ehrenstein und weitere Vorstandmitglieder des CEB, sowie einige Vorstandsmitglieder des DKEB 1977 den ACEB (Allgemeiner Club für Englische Bulldogs). Mein Vater wurde dort der erste 1. Vorsitzende. Die Vereine CEB und DKEB wurden aufgelöst. Der CEB allerdings wurde damals nicht im Vereinsregister Dortmund gelöscht.

    Zunächst ließ sich die Arbeit im ACEB gut an. Mein Vater und Doris Ehrenstein erhielten für ihren Einsatz die Goldene Ehrennadel des ACEB. Ich selbst erhielt nach der Herausgabe des erfolgreichen 1. Jahrbuches des ACEB die Silberne Ehrennadel und die Mehrheit der Mitglieder wünschte mich daraufhin als Vorstandsmitglied in der Funktion der Schriftleiterin. Auch die bisherige Schriftleiterin war damit einverstanden.

    Bald aber gab es ersten Streit im ACEB um die Verkaufs-Praktiken einiger Züchter (z.B. wurde ein Bulldog ohne Schließmuskel an eine alte Dame verkauft und vor Gericht dann gesagt, man habe kein Geld um den Kaufpreis zurückzuerstatten), und es gab Streit um die Richtung, in welche die züchterischen Bemühungen für den Bulldog gehen sollten. Die Verfechter der Massiv-Bulldog-Linie setzten sich (1980) durch; konkret: sie wählten den holländischen Züchter Herrn Steffens zum Zuchtleiter, den mein Vater, Doris Ehrenstein und andere aus dem ehemaligen CEB aber in dieser Funktion ablehnten.

    Mein Vater, Stu und ich, Doris Ehrenstein und viele andere verließen nach dieser Zuchtleiter-Entscheidung (1980) den ACEB und gründeten den Verein der Freunde Englischer Bulldogs als NICHT-ZUCHT-VEREIN. Wir wollten unabhängig vom Zuchtgeschäft, unabhängig damit von finanziellen Gesichtspunkten, dem Bulldog als Lobby dienen. Mein Vater war der erste 1. Vorsitzende dieses Vereins, bis er aus Altersgründen dieses Amt abgab. Heute ist er Ehrenmitglied des VdFEB und ich möchte ihm an dieser Stelle für sein Engagement für den Bulldog und für unseren VdFEB von Herzen danken.
    Sein erster Bulldog Bully ist übrigens das Modell meiner Schwester Gunda für die Zeichnungen gewesen, die heute noch das Logo des VdFEB bilden.

    Dewrie, der letzte Bulldog meines Vaters

    Meine Eltern hatten nach Bully für viele Jahre Bulldog Billy2. (Billy1 starb mit 16 Wochen am Wasserkopf-Syndrom). Später, nach dem Tod meiner Mutter, lebte mein Vater dann einige Jahre allein mit Bulldog Dewrie, dem letzten Bulldog meiner Eltern. Der war sehr krank: Gaumensegel zu lang, Gehörgänge ewig entzündet weil zu eng, schiefer Kiefer mit faulen Zähnen, Entropium an beiden Augen, Zwischenzehen-Geschwüre, Akne, Arthrose, Prostataprobleme ... Dewrie war ein trauriger Hund. Alma und später Wilma behandelten ihn wie ihren wehrlosen Prügelknaben :-((. Ich mußte immer eingreifen. Aber Dewrie war "Papas Liebling".

    Mein Vater pflegte Dewrie hingebungsvoll und mit großer Liebe, obwohl er gehbehindert ist und damals schon krank war. Das haben wir alle sehr bewundert. Mit 9 Jahren wurde Dewrie zu Hause eingeschläfert; es ging nichts mehr mit ihm. Mein Vater war inzwischen auch selbst zu pflegebedürftig geworden, um noch einmal einen Bulldog zu halten. Er erfreute sich aber immer von ganzem Herzen an Wilma - und jetzt wieder an Frieda.

    Also Pa, ganz liebe Glückwünsche von mir und unserer "Bulldog-Gemeinde " zu Deinem Geburtstag!
    Und Küßchen von Frieda :-)


    Freitag, Juni 10, 2005

    Noch einmal Vorkriegs-Bulldoggen


    Nach der Wende 1989 lernte ich die Hobbyzüchterin Martina Schubert aus Schlettau im Erzgebirge kennen. (In der DDR gab es einige wenige English Bulldogs : gezüchtet mit staatlich importierten Hunden. Im Bild 'Kari von Yokeheighwood') Martina wiederum wußte von einem 89jährigen Herrn aus Thüringen, Hans Drechsel, der vor dem Krieg schon Englische Bulldogs gezüchtet hatte.

    Martina und ich schrieben Herrn Drechsel an und besuchten ihn Anfang 1991 in Krölpa. Er starb im Oktober 1991; ich war froh die Gelegenheit gehabt zu haben, ihn über den Englischen Bulldog in den Vorkriegszeiten erzählen zu hören. Auf einem kleinen Diktiergerät nahm ich damals einige seiner Geschichten auf. Beim Aufräumen fand ich heute diese alte Diktierkassette wieder. Der Ton ist ziemlich schlecht, aber das meiste noch verstehbar.

    Hans Drechsel wurde 1902 in Thüringen geboren. Er liebte den Bulldog schon als Kind und züchtete ihn auch später. In dem 30er Jahren lernte er die berühmte Züchterin Otti Heermann auf Ausstellungen kennen und schätzen. In diesem Zusammenhang nur am Rande : Otti Heermann baute nach dem Krieg mit ihren wenigen Bulldogs, die sie in ihrem Kasseler Zuhause unter riesigen Schwierigkeiten über die Kriegsjahre versteckt am Leben erhalten hatte, die Bulldogzucht in Deutschland und den Bulldog-Zuchtverein CEB wieder auf.


    Hans Drechsel erzählt:

    "Bulldoggen kenne ich seit meiner Schulzeit. Ich war 10 Jahre alt, da hatte der Pferdeschlächter aus Plauen eine Bulldogge. Ich durfte sie ausgeführen, und seitdem bin ich närrisch auf die Bulldoggen.... und 1917 war da ein verückter Kerl, der auch Rennfahrer war, der hatte eine Bulldogge.....

    1929 kaufte ich meinen ersten Bulldog, 'Afra von der Alle' (jedenfalls klingt der Name auf dem Band so). Ich hatte annonciert, und sie wurde mir angeboten. In einem scheußlichen Zustand. Aber artgerecht gebaut. ...

    'Da ging ich mit meiner (läufigen) Afra zur Polizei und fragte, ob die wüßten, wo es einen Bulldogrüden gäbe.'
    Es war sehr schwer einen Rüden für sie zu finden. Ich schrieb an Behörden, aber niemand wußte, wo es einen Bulldog gab... Dann ein Zufall. Ich wurde nach Weimar zu einem Rüden bestellt, aber der war ein Boxer... Da ging ich mit meiner (läufigen) Afra zur Polizei und fragte, ob die wüßten, wo es einen Bulldogrüden gäbe. 'Ja, wir wissen einen. Aber wir wissen nicht, ob Sie mitgehen wollen.' Da bin ich mit denen losgegangen, und dann war ich im Bordell.

    'Und gleich im Bordell hat der Bulldogrüde meine Bulldoghündin gedeckt.'
    Ich wurde eine Treppe hochgeführt, eine wunderschöne Dame kam, und gleich kam der Hund mit. Die Bordellmutter war die Besitzerin des Bulldogs. Und gleich im Bordell hat der Bulldogrüde meine Bulldoghündin gedeckt. Ein solcher kleiner Bulle war das, ich hatte richtig Angst um meine 'Afra', sie war so schmal. Dann habe ich mich bei der Polizei bedankt.

    Das hat einen schönen Wurf gegeben. Da hatte ich 4 Stück. Ich hab annonciert. Aber niemand wollte einen Welpen. Dann hab ich sie an einen Händler verkauft, das Stück für 50 Mark. Zum zweiten Decken fuhr ich nach Chemnitz zu einem Fabrikanten, der einen Rüden aus England hatte. Aber da hatte ich Pech damit. Die 4 Welpen sind nach der Geburt gleich eingegangen. Das war traurig. ..."


    Mittwoch, Juni 8, 2005

    Ein schönes altes Bulldog-Kinderbuch


    Als Kind liebte ich ein Buch ganz besonders, 'Peter und sein Freund Bulli'. Es war mein einziges Buch über einen Hund, und der Hund war, wen wundert es, ein Bulldog!

    Das Buch bekam ich 1954, ich war also neun Jahre alt. So einen Freund wie Bulli, den wünschte ich mir auch! Gemeinsam mit Peter rettete er Lerchenkinder im Feldnest vor der Heusense, ein Uhubaby wurde im Wald gefunden und aufgezogen, der Ziegenbock mußte nicht zum Metzger, die beiden befreiten einen armen Kettenhund, ... alles Geschichten so richtig für mein tierliebendes Kinderherz.

    Später vergaß ich das Buch. Als meine Eltern dann 1971 ihren ersten Hund, einen Bulldog, kauften, verlor ich sofort mein Herz daran, völlig und endgültig, ohne mich dabei an dies Kinderbuch zu erinnern. Aber ich bin sicher, unbewußt wirkte die Prägung, die ich als Kind in Bezug auf Hunde durch dieses Buch erfahren hatte. Daher weht wohl auch der Wind, daß ich darauf bestand, diesen Bulldog Bully zu nenen. Originell fand ich den Namen damals selbst nicht, aber 'irgendwie' so passend...

    Erst vor ein paar Jahren, als ich den Speicher in meinem Elternhaus nach meinen Kinderbüchern ganz allgemein durchwühlte, fiel mir dies Buch wieder ein. Aber es war verschwunden. Leider. Das machte mich richtig traurig. Und am letzten Wochenende, ich besuchte meine Schwestern und meinen alten Vater, da fand ich dies Buch zufällig unter ganz anderen Büchern in der elterlichen Bibliothek wieder. Ich freute mich riesig. In Kinderschrift steht mein Name, ganz bescheiden am Rand, hinein geschrieben.

    Der wichtigste Satz (bestimmt schon damals für mich) in diesem Buch ist : 'Bulli ist nämlich ein sehr gescheiter Hund, von dem der alte Knecht Franz sagt : 'Der hat Menschenverstand!''

    Die Geschichten insgesamt sind aus heutiger Sicht schrecklich aufdringlich pädagogisch 'zum Liebsein' und zu Harmonie hin ausgerichtet, aber die vielen Zeichnungen von Wolfgang Felten (das Titelbild ist nicht von ihm) sind zauberhaft. Dieser Bulli ist noch ein Vorkriegsbulldog mit geradem Schwänzchen und deutlicher Nase. Die massive Überzüchtung fing erst später an :-(((

    In den 60/70er Jahren gab es diesen vitalen Typ des Englischen Bulldogs noch in England und auch in Deutschland : hier besonders in der Cincinatti-Zucht, die wesentlich auf dem mit 6 Monaten aus Wales importierten Welt-Champion Dewrie Drummer Boy basierte. Bully und meine erste Hündin Ziska waren seine Kinder. Deshalb liebe ich genau diesen Typ des Englischen Bulldogs auch heute noch so sehr. Frieda wird auch solch ein Typ Bulldog werden, denn das war ein Entscheidungskriterium für den US-Zwinger Goomba (Goomba ist ein Eingeborenenwort und heißt 'Freund'), in dem sie am 20. Mai 2005 geboren wurde :-))) Doris Ehrensteins Willie wurde im gleichen Zwinger genau ein Jahr vorher, am 20. Mai 2004, geboren : welch ein gutes Omen ! Denn, wie Ihr hier im Bulldog-Blog lesen könnt, Willie ist ein wirklich besonderer Hund ;-)

    In Rußland überlebte dieser kernig gesunde 'Vorkriegs-Typ' des English Bulldog bis heute, wie ich im Mai-Blog (siehe Blog-Archiv) an Beispielen zeigte. BigJim, einer dieser bulldoggigen 'Ur-Typen ;-)' ist unten auf der Seite von seiner sanften Seite :-)) zu sehen. Ein weiteres Beispiel dieses früheren, vitalen Standard-Bulldog-Typs ist Bonzo . Er wurde in Wien im Hobby-Zwinger Charming Huge gezüchtet. Er gehört Gertrud Warner und bezauberte mich bei einem Besuch durch seinen Charme und seine ungebremste Lebendigkeit.


    'Der hat Menschenverstand!'
    Wie hieß es über den Bulldog-Verstand so treffend im Kinderbuch?
    Das meinen die Werbeleute auch! Deshalb bleiben wir jetzt mit der Werbung beim Lesen ;-)


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    Cornelia Savory-Deermann Cornelia Savory-Deermann

    Cornelia
    Savory-Deermann
    , geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen 37 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.".

    Jetzt sollen die Bulldogs zusätzlich hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behielt sein Copyright an Bildern und Text, gab aber Cornelia ein einmaliges, unwiderrufbares Nutzungsrecht für eine Veröffentlichung in diesem Blog.


    Blog Leser-Spiegel

    Herkunft der Blog Leser
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    Unser Tierarzt und
    Bulldog Spezialist

    Tier-Gesundheitszentrum Peter Söhl
    Lichtenau/Paderborn




    Standard des English Bulldog, gültig seit Oktober 2009



    Cornelia´s Bulldogs

    "Frieda Fay Happy Day"










    "Kosmo Key Feeling Free"











    Cornelia´s Bulldogs aus Künstler-Sicht




    English Bulldog
    Welpen

    Wichtige Hinweise zur Welpensuche
    und von Zeit zu Zeit Vorstellung guter Würfe:

    Update: 21. 3. 2008

    Allgemeiner Hinweis:
    Betrugswarnung



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