Cornelias 'Bulldog Blog' ...
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English Bulldog Netzwerk für Kenner und Freunde

Archiv: Beiträge ab 2005 zum Thema

Erziehung


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Samstag, März 28, 2015

Immer was zwischen den Zähnen...

und "Bulldog Bad Boys"


Es fasziniert mich immer wieder, wie humorvoll BulldoggerInnen ihre Lieblinge betrachten - und wie mitfühlend milde :-) Das Netz ist voll davon, besonders mit Postings aus den USA.

Ja, das Rumknabbern ist bei jungen Bulldogs üblich. Auch Kleinkinder stecken alles in den Mund - ihnen fehlen nur die Zähne zum Unheilanrichten ;-) Es gibt vereinzelt Bulldogs, die auch noch als Erwachsene stets etwas im Maul haben wollen - ich vergleiche sie mit Kaugummikauern.

Ich sprach mit Isabelle Borgert über solches "Immer-was-im-Maul-rumtragen"-Verhalten, sie sah gleich einen Zusammenhang mit dem angeborenem (oder angezüchtetem) Apportierverhalten, wie es für Jagdhunde gewünscht ist. Ihre Püppi sucht ständig irgendwas in Haus oder Hof, um es ihr zu bringen.

Sie empfiehlt solchen Dauersuchern von Kaubarem das Apportieren beizubringen - und zwar mit verzichtbaren Sachen, zum Beispiel alten Pantoffeln oder besser noch etwas aus Leder. Wenn das dann durchgekaut ist und zerfallen, ein anderes verzichtbares Spiel-Kauzeug durch Apportierübungen interressant machen. So wird deren Such- und Bringtrieb in beherrschbare Bahnen gelenkt, in denen sie ihn als Spiel - oder Aufgabe - ausleben können.

Manche Dauerkauer sind aber nur durch Langeweile dazu geworden. Es gibt Menschen, die wollen einen Bulldog, weil sie ihn für träge und körperlich wie mental pflegeleicht halten; und der dabei doch "was hermachen" soll. Für die Extrembulldogs gilt das meist: sie sehen "stark" aus, sind aber körperlich nicht in der Lage ihr Hund-Sein richtig auszuleben. Deren Rumkauen ist Selbsttrost... Auch elend gehaltene und eng eingesperrte "Zuchthunde" in Welpenfabriken neigen zum Rumkauen, mangels Alternativen z.B. an den eigenen Beinen ....


Bulldog Bad Boys

and Some Pretty Uncontrollabull Girls, Too

Es gibt ein herrlich spaßiges (englisches) Buch über all die Untaten von Bulldogs, die dokumentiert wurden ;-) Es ist erhältlich bei Amazon.de Die Verlagsinfo zum Buch:

Bulldoggen sind nicht unbedingt die süßen kleinen Vierbeiner, die sie zu sein scheinen. Erwähnt sei ihre süße Veranlagung, auch mal eine erschreckend ruchlose Natur zu zeigen. Dieses Buch veranschaulicht beispielhaft und im Sinne der Öffentlichkeit die schändlichen Eigenschaften, welche diese besondere Rasse zeigt.

Es enthält Auszüge aus dem Hunde-Strafregister des ganzen Landes, die Berichte reichen von schweren Verbrechen bis zu um kleineren Vergehen. Halten Sie Ausschau nach solch verdächtigem Bulldog-Verhalten in Ihrer Nachbarschaft. Folgen Sie diesen Bulldog-Täter mit Wort und Bild: wie sie zu schütteln, watscheln und eine Welle von Verbrechen durchrollen wie Exhibitionismus, Flucht von der Unfallstelle; Betteln; Störung der öffentlichen Ordnung, Sachbeschädigung und vieles mehr.

Wir beraten alle Bulldog-Fans und Besitzer bei der Suche nach ähnlichen Missetaten in ihren Häusern und ihrer Nachbarschaft.

Inspiriert durch dies beliebte Buch gibt es auch "Bulldog Bad Boys"- Kalender 2015.


Sonntag, Januar 26, 2014

Wölfisch für Hundehalter: Von Alpha,

Dominanz und anderen populären Irrtümern


KOOPERATION: Bevor ich auf dieses Buch "Wölfisch für Hundehalter: Von Alpha, Dominanz und anderen populären Irrtümern" eingehe, eine Vorbemerkung zum Erfolgsgeheimnis Kooperation.
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Kooperation - auch zwischen Mitgliedern verschiedener Spezies - ist nichts Ungewöhnliches: z.B. verstehen Wölfe die Rufe von Raben, wenn diese ein totes Tier entdeckt haben, das sie alleine nicht aufbrechen können. Sie rufen dann die Wölfe bewußt hinzu, da diese mit ihrem Gebiss z.B. eine Elchhaut leicht aufreißen können. So haben Raben und Wölfe - durch Kooperation - beide zu fressen.

Eine Forschergruppe aus Wien (Quelle Science Daily vom 3. Dez. 13) stellte jüngst in wissenschaftlichen Tests fest, dass Wölfe und Hunde auch bewußt von Menschen lernen; z.B. Futter zu finden oder (als Vorrat) zu verbergen. Die Forscher schließen, dass die Hunde ihre Fähigkeit von anderen Arten - einschließlich des Menschen - zu lernen nicht erst im Laufe und durch ihre Domestikation gewannen, sondern dass diese Fähigkeit schon in ihren Wolfs-Vorfahren angelegt war. Prähistorische Menschen und die Vorfahren der Hunde konnten auf Grund dieser Fähigkeit ihre Aktionen besser koordinieren.

Im zitierten Science Daily Bericht wird ausdrücklich ein Zusammenhang der Schlussfolgerungen mit den neuen Forschungsergebnissen über den Domestikations-Beginn des Wolfes durch die frühen Jägerkulturen in Alt-Europa hergestellt. (Übersetzung siehe letzer Beitrag unten.) Ich denke vor diesem neuen Forschungs-Hintergrund gegenseitigen Lernens kann man verstehen, warum schon seit längerer Zeit immer mehr Forscher nicht mehr von der "Domestikation" des Wolfes sprechen, sondern von einer Ko-Evolution von Mensch und Hund: denn auch Menschen sind in der Lage von anderen Spezies - in diesem Fall dem Wolf/Hund - zu lernen.

Besonders viel konnten und können wir Menschen über die Vorteile lernen, welche die spezielle Wolfsrudel-Struktur zum Überleben einer Gruppe bietet. Der alte Glaube an die "Herrschaft des Stärkeren" entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Irrtum - und Irrweg ...

Irrweg deshalb, weil die bekannten, bisherigen Untersuchungen über ein Wolfsrudel in Gehegen stattfanden, und dort herrschen besondere Bedingungen, da Nahrung immer geliefert wird.

Hängt das Überleben eines Wolfsrudels aber von erfolgreicher, eigener Nahrungssuche ab, dann reicht es längst nicht aus, einen diktatorischen "Alpha" zu haben! Im Gegenteil, eine Rudel-"Diktatur des Stärksten" kann zum Untergang führen - oft auch zu dem des Diktators. Flapsig gesagt: Die Spielregeln eines Lebens im Gehege unterscheiden sich von denen in freier Wildbahn fast so viel, wie die Spielregeln im Gefängnis von denen draußen.

Um das Erfolgsrezept "Wolfsrudel" besser und im Einzelnen nachvollziehen zu konnen empfehe ich sehr, dieses Buch "Wölfisch für Hundehalter: Von Alpha, Dominanz und anderen populären Irrtümern" zu lesen. Die Autoren sind die ersten Forscher, die Wolfsrudel in freier Wildbahn beobachteten. Ihre Dokumentation ist faszinierend und spannend!

Eigentlich sollte dieses Buch generell jeder Hundehalter lesen. Diejenigen, die eh schon immer dem traditionellen Dominanz- und Hackordnungs-Erklärungsmodell für jedes Hundeverhalten aus Erfahrung ablehnend gegenüberstanden, werden sich bestätigt sehen, und sich an den Beispielen erfreuen. Diejenigen, welche in diesem alten Dominanzdenken erzogen wurden und es übernommen haben, können, wenn sie wollen, viel dazulernen.

Kurzbeschreibung bei amazon.de:

"Der Hund, das unbekannte Wesen? Schon lange nicht mehr, davon sind Hundehalter überzeugt. Von Vorfahre Wolf hat man schließlich gelernt, wie sich Hunde verhalten. Als Alpha hat man immer das Sagen und die Kontrolle über sein Rudel, Fremde werden im Revier nicht geduldet. Im täglichen Wettbewerb setzt sich immer der Stärkste durch.

Dass diese Klischees mit dem wirklichen, familienorientierten (wir können auch teamorientierten sagen) Sozialverhalten des Wolfes kaum etwas zu tun haben, belegen die Freilandforscher Günther Bloch und Elli H. Radinger anhand zahlreicher Beispiele, basierend auf neuesten Wolfsforschungen, die maßgeblichen Einfluss auf das Verhältnis Mensch-Hund haben werden."

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Samstag, November 10, 2012

Haben Sie vor Ihren Bulldog abzurichten?


Otti Heermann hat es versucht. Sie berichtet (etwa 1932):

Wie gerne reiste er zu Ausstellungen, wie gut zeigte er sich, er hatte die Ruhe und Abgeklärtheit eines Oftgereisten. Ganz selbstverständlich holte er sich zehnmal sein "Vorzüglich I". Lieb und freundlich rollte er daher, mit den Menschen und der Welt zufrieden.

Nur bei Schießen, Feuerwerksknall und Fehlzündungsgeräuschen verwandelte er sich in einen unerschrockenen Angreifer. Weil mir Bull zu wenig scharf war, machte ich die Dummheit und wollte ihn abrichten lassen.

Herr Hellwig vom Schäferhundverein bestellte mich zum Abrichteplatz. Die Schäferhunde hatten nichts einzuwenden, sie staunten wohl den seltsamen Gast an, blieben aber ruhig neben ihren Herren und Führern stehen oder liegen. Ich stellte mich mit in die Reihe.

Was war ich so blöd - mit dem Erscheinen des Hetzmannes und der Abfeuerung eines Schusses ging mein Bull blitzartig durch und hing dem Hetzmann am Ärmel.

Ich war ja gar nicht fähig, wie die Schäferhund Besitzer, meinen Hund zu halten. Es wurde ein greuliches Durcheinander. Gottlob hielten die Schäferhunde Disziplin.

Es ging alles sehr schnell, der Ärmel des Hetzmannes lag auf dem Dressurplatz, der gehetzte Hetzmann hatte sich in ein gewisses kleines Bretterhäuschen geflüchtet und schrie mich durch die Tür an, daß ich sofort mit dem Mistköter nach Hause gehen sollte.

Die Schäferhund Besitzer machten mir bedrohliche Augen und Handbewegungen, und ihre Hunde geiferten mich an. Sehr schnell suchte ich mit Bull das Weite.

Einen Dressurplatz habe ich nie wieder besucht - nicht mit einem Bulldog !!


Freitag, November 2, 2012

Bulldog-Gedanken über die Leine


Ende Oktober traf ich mich mit Kathrin, Mike und und ihrem Vegas in Lichtenau-Atteln. Vegas ist nun 1 1/2 Jahre alt und ich war begeistert, wie gut er sich entwickelt hat.

Wir wanderten durch das Altenautal, und besonders Mike erfreute sich als Münsteraner-Flachländer an unseren sanften Hügeln hier.

Zunächst wanderten wir am Waldrand entlang, und Vegas konnte dort frei laufen. Er blieb nie lange hinter uns zurück, will heißen sein "Zeitunglesen" mit der Nase beschränkte sich sozusagen auf die Überschriften ;-).

Zurück zum Gasthof "Alteköster" gingen wir neben der Straße auf dem Fahrradweg, und Kathrin hielt Vegas sicherheitshalber an der Leine. Auffallend war, wie Kathrin bemerkte, dass er an der Leine viel öfter, länger und sturer zum "Lesen der Ortsnachrichten" stehen blieb, als ohne Leine.

Nun, das tun unsere Beiden auch. So nach dem Bulldog-Motto:

Ohne an meiner Leine festgemacht zu sein, können meine Menschen weglaufen, also bleibe ich klugerweise in ihrer Nähe.
An meiner Leine aber können sie mir nicht weglaufen! Da kann ich mir deshalb jede Zeit zum Schnuppern nehmen!
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Sonntag, September 11, 2011

Heute eine Mail von Gastbloggerin Isabelle Borgert

Des Bulldogs Urnatur,

oder "Was wollen wir denn nun?"


24. August 2011: Hallo Cornelia, hallo Rafaela, nun muss ich mich mal wieder melden, nachdem so viel passiert ist.

Ja, unsere Elsa musste ich einschläfern lassen - wenn es auch weh tat, so war es eine doch wünschenswerte Sache für sie: In Frauchens Arm einschlafen, ohne Schmerzen! Am nächsten Tag ist Duggy eingeschlafen - die Augen-OP verlief gut, aber es hatte sich eine Sepsis gebildet - so was kann keiner ausschließen! Am Nachmittag merkten wir schon, dass er nicht alleine bleiben wollte - auf meinem Arm war er ruhig! Wir sind dann mit den Hunden und ihm an die Oder gefahren und ich hatte ihn im Arm. Abends habe ich ihn dann in seinen Korb gelegt und da ist er dann im Schlaf eingeschlafen. Also auch ein schöner Tod, wenn man von so was reden mag.

Wenn man Tiere pflegt, vor allem, wenn sie alt sind, dann bleibt so was nicht aus. Ich kann auch nicht leugnen, dass ich Dicki etwas böse war, aber das ist menschlich gedacht und nicht rational. Er hatte Duggy aus Reflex gebissen, und das wissen wir jetzt: nicht nur sein Überbein schmerzte ihn (siehe Beitrag vom 8. August 2011) er konnte auch auf einem Ohr überhaupt nicht mehr hören und war deshalb ziemlich orientierungslos.

Pferd, Hund und zwei Hasen haben übrigens kranke Ohren, wobei Dicki eine bakterielle Ohr- Entzündung hatte und die anderen Milben - der Pflegeaufwand ist bei so was enorm, vor allem sind diese Ohrentzündungen mit echt bösen Schmerzen verbunden, wie wir ja nun bei Dicki erlebt haben: Kurzum - alle wieder geheilt, Dicki-Mann kann wieder hören - seine agressive Grundstimmung ist weg und er ist wieder der alte.

Pine und ich waren ja eine Woche im Süden unterwegs. Sie war toll, und sie hat den Deerhound meiner Schwester auf Touren gebracht. Bei Reisen ist sie die unkompliziertere von Beiden. Dicki war mit Willi und den anderen hier und hat jeden Tag sein Jagderlebnis genossen - Rehhirn und Auge sind seine Delikatesse - was ist aus meinem Dicki geworden???

Vorgestern im WDR kam eine tolle Sendung - Rasse statt Klasse! Ein Film über die Rassezucht und das Verhalten des VDH. (Siehe Beitrag vom 24. August 2011) Mich hat die Doku verfolgt - die Bulldogge als echt widerlich unnatürliche Kreatur - tut mir leid, aber mir bleibt für so einen Haufen Fett kein anderer Ausdruck. Wie kann der Mensch so schlecht sein?

Mit Freude schaue ich mir Dicki an, der sicherlich körperlich noch leicht im Sommer bei Hitze eingeschränkt ist, aber ein Wahnsinnshund auf dem besten Weg zurück zu dieser schönen Ur-Rasse. Auch Pinchen (Nothündin aus dem Tierheim) ist mit diesen schrecklichen Kreaturen nicht vergleichbar - ein Glück! Ein paar Gedanken von mir - vielleicht für den Blog geeignet, wenn auch recht offen dargestellt!


Was wollen wir denn nun?

Seit sechs Jahren lebt Caligula nun schon bei uns: Ein Wunsch meines Mannes - nicht meiner! Ein Hund dieser Rasse? Was sollte ich mit sowas? Der Anruf bei der Zuchtwartin des VDH: ich bekam die Auskunft, dass das kein Hund für mich sei, denn mehr als SITZ könne man den Bulldoggen nicht beibringen. Und im 1. Stock wohnen? Treppen? Bei so einem Hund?

Natürlich dürfen alle Junghunde möglichst keine Treppen steigen, egal welcher Rasse, aber so dramatisch? Was sind das für Hunde? Aber was tut man nicht alles, um dem "Hundegegner" - jetzt Ehemann, seinen Traumhund Bulldog zu besorgen?

Und dann kam Rafaela ins Spiel - und mein Dicki! Von der Rasse keine Ahnung, fühlte ich mich gleich zu ihrer offenen Art hingezogen - und als die Welpen da waren, war mein Lieblingshund gleich für mich reserviert - schön, den eigenen Welpenhund mit jedem Tag begleiten zu dürfen.

Als Dicki dann mit 10 Wochen bei uns einzog, erhielt er das Programm, was jeder andere Hund in meiner Familie erhalten hat: Konsequente Erziehung, Ausbildung - und wenn man mal einen Jagdhund hatte, dann bleibt die Fährtenarbeit nicht aus - auch nicht mit einer Bulldogge!

Klein Dicki wuchs mit in meiner (Polizei-)Dienststelle auf und genoss recht schnell die eine oder andere Unterrichtsstunde mit den Diensthunden: Unterordnung, leichter Schutzdienst, Frauchen bekanntlich Langstreckenläuferin - also kleine Jogging-Einheiten inklusive!

Und Dicki war begeistert. Er bildete eine Art von Urtümlichkeit aus, wie man sie bei einem Bulldog nicht erwartet hätte - Futter wird geschlungen und a la Wolfsmanier mehrmal hervorgewürgt, Pfützen sind besseres Trinkwasser, Wälzen in Aas und Schwimmen sind dafür einige Beispiele.

Etwas Anderes ist schon schwieriger zu handhaben: Sein Schutztrieb! Die Gene einer Bulldogge sind nun mal alte Kampfgene - das darf man nicht vergessen! Ein Bullenbeißer hat keine Zeit zu überlegen oder auf das Kommando seines Herren zu warten: Er handelt!

Caligula ist ein typisches Beispiel dafür, wie diese Rasse tatsächlich ist (oder sein kann), wenn sie nicht inzwischen gedanklich und tatsächlich bei den Menschen (und bei vielen Züchtern) zu einem faulen Fleischklops verkommen wäre. Hat sich jemand mal gefragt, wie sich Bullenbeißergene bei so viel Masse ausleben sollen? Angeblich hat die Rasse keinen Jagdtrieb. Stimmt, denn eine Bulldogge ist kein Jagdhund - aber er bleibt als Hund genetisch ein Raubjäger. Caligula geht voll und ganz in der Jagd auf - Fährten sind seine Leidenschaft - allerdings muss man ihn gut beherrschen, denn hier kommt der Bullenbeißer durch: Er schaffte es vor einiger Zeit, eine Wildschweinrotte aufzumischen und griff gnadenlos an.

Was wollen wir denn eigentlich?

Ebenso kann man an Dicki ein vollkommen sauberes und natürliches Rudelverhalten beobachten: Bei jedem Neuzugang organisiert er die Rangfolge nach ihm neu: Leider musste auch sein Freund Duggy dieses merken - ihm böse zu sein, ihm "Schuld" zu geben, ist eine Vermenschlichung im Umgang mit dem Tier - hätte er Duggy töten wollen, hätte er dieses getan.

Trotz aller Begleithundeprüfung reagiert er fast "unberechenbar" - ja, das ist hart ausgedrückt, stimmt aber: Ab einem gewissen Punkt entscheidet er selbstständig - so wie eine echte gesunde Bulldogge eben.

Wir Halter sind dafür verantwortlich, unseren Hund genau einzuschätzen. Wie kann ich einem Hund beibringen, auf Haus und Hof aufzupassen, und gleichzeitig soll dieser Hund alle Gäste freundlich ertragen? Geht einfach nicht.

So wird Dicki bei Besuch regelmäßig in Sichtweite angebunden - auch hier wieder: Eine Bulldogge hat kaum Drohgebärden - wofür auch, denn die Gene sprechen für sofortiges Agieren. Unser Dicki ist ein wirklich gelungenes Exemplar, wenn es darum geht, die tolle Rasse wieder lebenswert zu züchten.

Mir ist es wichtig, dass auch die Halter wissen, welche Verantwortung sie tragen, wenn sie sich so einen Hund anschaffen. Entweder ich entscheide mich für eine übertypisierte Qualzucht, dann habe ich nicht die eine oder andere Schwierigkeit in der Erziehung und Ausbildung. Entscheide ich mich aber für so einen "Dicki", dann muss ich mich umso intensiver damit auseinandersetzen, welche Urgene diese Rasse hat. Caligula scheint sicherlich auch ein extrem urwüchsiges Exemplar seines Wurfes zu sein - aber für mich bringt er all diese Eigenschaften hervor, die ich bei einer VDH-Bulldogge vermisse.

Nun muss ich die lieben Kleinen in die Ställe bringen... Liebe Grüße von uns, Isabelle

Anmerkung: Caligula ist einer der Stars dieses Blogs. Alle Geschichten von und über ihn finden Sie im "Inhaltsverzeichnis Gastblogger", (siehe Referenzspalte rechts) unter Isabelle Borgert. C.S.D.


Montag, Oktober 17, 2011

Heute schreibt Gastbloggerin Zsuzsa Feldenkirchen

Omis 9. Geburtstag :-)

und Gedanken zu Hundeschulen


Sherlock mailte am 9. Oktober 2011:

Liebe Tante Cornelia, liebe Tante Rafaela! Ich danke für den lustigen Eintrag (weiter unten: 7. 10. 2011). Ich bin sehr fotogen, habe ich festgestellt.

Ich möchte jetzt wiedermal berichten, was bei uns in den letzten Zeit passiert ist. Also Omi-Csöpke hatte Geburtstag, der 9-te, und Mami hat tatsächlich wieder schöne Torten gebacken. Eine ganz große (für Csöpke) und viele-viele kleine für mich. (Das Bild zeigt übrigens unser Verdauungs-Päuschen nach dem Tortenessen, und mein Geschenk war für sie, ausnahmesweise sie in ihrem eigenen Bett schlafen gelassen zu haben. Nicht dass ich kein eigenes habe, aber ihres gefällt mir besser.)

Also Bett, liebe Tante Rafaela, ich muss Dir sagen, ich habe von Anfang an das gleiche Hartschalenbett mit dem gleichen grünen Hartgummikauzeug wie Tahila (liebe Grüße an mein Schwesterherz!), und genauso zerkaut habe ich es auch.

Und ich bekomme auch die leeren Wasserflaschen zum spielen und trotzdem kann ich leider weder die Möbel, noch andere Sachen in Ruhe lassen. (Mami hat meine letzte Schandtaten noch gar nicht entdeckt, ich habe die Bose-Anlage angeknabbert, wehe mir, wenn sie es entdeckt.) Ich versuche immer wieder artig zu sein, aber warum ist es so schwer, das frage ich Euch.

Und auch in der Welpenschule habe ich Ärger: die verstehen gar nicht, dass ich unbedingt eingreifen muss, wenn was passiert.

Lieber Onkel Kosmo, Du hast völlig recht, wir Bulldogjungen müssen der Welt zeigen, was wir können und wie wir sind. Stell Dir mal vor, ich muss solche Sätze hören wie "Kuck mal, ein Bulldog, der laufen kann!", oder die Doofen fragen Mami, ob sie - wegen des Schnarchens - neben mir schlafen kann! Oder ob ich nur wenig zum Fressen bekommen darf, weil Bulldoggen immer zu dick seien. Mag sein sonstige Bulldoggen, aber ich doch nicht! Ich habe eine wunderschöne schmale Taille, und laufen tue ich sowieso immer (und Hunger habe ich auch).

Ende Oktober soll ich in die richtige Hundeschule gehen, habe ich heute gehört, na bin ich neugierig, was ich dort lernen soll.
Soviel für heute. Schöne Grüße für alle, morgen gehts weiter: Sherlock

Cornelia antwortete am 10. Oktober 2011:

Guten Morgen liebe Zsusza, sag bitte Sherlock, er ist ein guter und lustiger Mailschreiber :-)
Zum Knabbern: da er das sooo leidenschaftlich gerne tut, würde ich ihn und Omi, wenn weder Du noch Dein Mann zuhause bleiben, in die Küche verfrachten. Ansonsten hilft nur immer ein Auge auf ihn zu haben, und im Sündenfall ihn sogleich zu tadeln und ihm ein erlaubtes Kauzeug als Ersatz zwischen die Zähne zu klemmen.

Zur Hundeschule: es gibt Hundeschulen unterschiedlichster Philosophie. Im "Hundemagazin WUFF" stand vor einiger Zeit ein hervorragenden Bericht über ein Symposium zu diesem Thema:

"Die Gallionsfiguren der modernen Hundeerziehung, Gewalt hat ausgespielt." WUFF-LINK HIER

Es gibt viele Hundeschulen, die immer noch mit klassischen Unterdrückungsmethoden arbeiten. Beim Bulldog - als selbstständigem Entscheider all seiner Aktionen - wirkt diese Methode überhaupt nicht, sie kann sogar ins Gegenteil kippen und ihn trotzig (ggf. auch böse) werden lassen.

Einen typischen Bulldog erzieht man erfolgreich nur mit positiven Verstärkern. Oder es muß ihm glaubhaft gemacht werden, dass es für seinen Menschen richtig wichtig ist, dass er ein für ihn selbst sinnloses Verhalten zeigt. Dann folgt er aus Liebe. (Nicht umsonst wird der Bulldog immer schon als höchst eigensinnig beschrieben, aber das ist für uns Bulldogger ja gerade sein Charme ;-)
Liebe Zsuzsa, Dir und Deiner Bulldogbande noch einen schönen Tag! Eure Cornelia


Samstag, September 3, 2011

Heute eine Mail von Gastbloggerin Zsuzsa Feldenkirchen

Gratulation! (siehe Beitrag unten :-)

und über das Welpen-Knabbern


Hallo lieber Papa! Gerade erzählte mir Mami, dass Du heute Geburtstag hast, also möchten wir Dir alles Gute wünschen, viele schöne Leckerlies und natürlich für Onkel Satchmo genauso.

Mir geht es sehr gut, und Du kannst stolz auf Deinen Sohn sein: ich pinkele schon so wie die grossen Jungen (und ich falle bei dieser Aktion auch nicht um, hihi!).

Aber ein Geheimnis kannst Du mir bitte verraten: Mami schimpft immer mit mir, wenn ich die Möbel anknabbere. Sie sagt, sie sperrt mich aus (natürlich tut sie das nicht, sie kann meinem Verzeih-mir-Blick nicht widerstehen), aber sie ärgert sich sehr. Sag mal Papa, hast Du auch alles angeknabbert, als Du noch ein Welpe warst?

Feiert Ihr heute schön und auch liebe Grüsse an Mama Käthchen, Schwesterherz Tahila, und an den Kater auch! (Stell Dir mal vor: die doofen ungarische Katzen aus der Nachbarschaft laufen vor mir weg, sie wollen gar nicht mit mir spielen, sie verstehen mich überhaupt nicht, blöd nicht war?)

Ich schicke Euch ein super Foto von mir. Liebe Grüsse: Dein Sohn Sherlock


Mail vom 1. 9. 2011: Liebe Cornelia....nun müssen wir langsam die Antiknabberkampagne auf Erfolg bringen! Schöne Grüsse: Zsuzsa und die Bulldogbande

Meine Antwort: Liebe Zsuzsa, Rafaela hat Dir sicher schon so ziemlich alles zum "Knabbern" erzählt. Deshalb jetzt nur noch meine persönlichen Erfahrungen damit.

Alle meine Bulldogs erbeuteten als Welpen und als Junghunde mit zäher Begeisterung unsere Schuhe, die ich für diese Zeit dann immer hochgestellt oder im Schrank verschlossen gehalten habe. Als "Schuhersatz" bekamen die Kleinen einen alten Ledergürtel, und damit waren sie zufrieden gestellt. Mit circa 1nem Jahr hörte das Knabbern sowieso bei allen auf.

Frieda hatte eine ganz ungewöhnliche Lösung gefunden, doch an Schuhe zu gelangen: sie zog meinen Designer-Puppen die Lederschuhe aus - richtig vorsichtig löste sie dazu deren Schuhriemen - und dann wurde diese Schuhbeute mit richtigem Stolz zerkaut! Ich glaube, das war ihr bewußter Ersatz für MEINE Schuhe, denn die hatte ich ihr, nachdem zwei davon im Flur ihr Opfer geworden waren, streng verboten. Ich war fasziniert, wie sie das "Konzept Schuh" verstanden hatte. Ansonsten ging sie außer an den alten Gürtel nie an etwas ran.

Kosmo liebte neben Schuhen Teppichfransen. Einmal beobachtete ich Frieda, wie sie ihn mit einer Pfoten-Ohrfeige von den Fransen verjagte. Sie erzog ihn tatsächlich, aber leider nicht immer ;-)

Deshalb kamen BEIDE, wenn weder Stu noch ich im Haus waren (bis Kosmo 1 Jahr alt war) in die Küche: bei offener Tür, aber hinter eine Kindersperre. In der Küche lagen für Kosmo immer leere Wasserflaschen aus Plastik am Boden, die er mit lautem Getöse und viel Eifer nur so herumwarf und bekaute. Alleine hätte ich Kosmo natürlich nicht in die Küche sperren dürfen, solch eine "Benachteiligung" hätte er nicht verstanden, sie hätte ihn womöglich nachhaltig verstört.

Sein Knabbertrieb beschränkt sich heute auf Eßbares (und auf Stöcke ;-) Sein Lieblings-Kau-und-Schleuderspielzeug ist immer noch ein abgeschnittenes Jeansbein mit einem Knoten drin. Genial findet er das! Vielleicht hilft Dir dieser kleine Erfahrungsbericht weiter. Liebe Grüße, Cornelia


Montag, August 22, 2011

"Dominanz" wird oft mißverstanden


Im immer wieder zu empfehlenden "Hundemagazin WUFF" (Ausgabe 07-08/11) steht ein hervorragender Artikel von Sophie Strodtbeck:
"Kein Häuptling ohne Indianer - oder: Dominanz fängt unten an".

Zunächst klärt die Autorin darüber auf, dass die gängigen Erklärungen über Dominanz und Rangordnung aus Studien über Affen stammen. Sie wurden dann einfach fälschlicherweise auf das Verhältnis Mensch-Hund und Hund-Hund übertragen.
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Die daraus abgeleiteten Empfehlungen zur Hundeerziehung, schreibt die Autorin, sind damit ebenso verfehlt und würden Probleme eher noch verschärfen als mindern. Zunächst legt sie in ihrem Artikel dar, wie komplex sich "Dominanz" zeigt. Dann räumt sie in ihren weiteren Ausführungen (auf humorvolle Art) mit einigen "Alten Zöpfen" auf:

Was ist Dominanz?

Die überwiegende Mehrheit der Verhaltensbiologen ist sich einig, dass Dominanz keine Eigenschaft ist, sondern eine komplexe Beziehung zwischen mindestens zwei Lebewesen.

Eine Dominanzbeziehung liegt vor, wenn einer der Beteiligten "regelmäßig und vorhersagbar seine Interessen gegen den anderen durchsetzen kann, ohne dafür körperliche Gewalt einsetzen zu müssen." Seine Dominanz hängt also auch davon ab, dass der(die) andere(n) diese akzeptiert (akzeptieren). "Ohne Indianer keine Häuptlinge".

Wie jede Beziehung bildet sich auch eine Dominanzbeziehung - über eine kürzere oder längere Zeitspanne - als Folge vieler kleiner Verhaltensaktionen und Reaktionen, sowie auch in Abhängigkeit von Randbedingungen heraus.

Was ist eine Rangordnung?

Es gibt verschiedene Formen von Rangordnungen: Einmal ist eine lineare Rangordnung möglich, in der jeder unter jeweils einem anderen angesiedelt ist. Eine despotische Rangordnung definiert sich darüber, dass einer alleine über alle anderen herrscht. Militärische Rangordnungen zeichnen sich dadurch aus, dass sowohl hierarchische Rangordnungen bestehen, als dass auch die einzelnen Gruppen untereinander auf jeweils gleicher Dominanzstufe stehen.

Um die jeweils herrschende Rangordnung zu verstehen, bedarf es also genauer Beobachtungen und einiger Berechnungsverfahren. Am Ende nahezu aller Berechnungen kommt derjenige als Chef heraus, "der nie eine Auseinandersetzung beginnt, aber jede gewinnt, in die er von jemand anderem verwickelt wurde."

Auf unsere Hunde bezogen heißt das, wer Rangeleien beginnt ist nicht dominant, sondern ein "kleiner Stänkerer". Damit wird klar: Dominanz ist nicht Aggression! Wer wirklich dominant ist, hat Aggression nämlich nicht nötig.
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Dominanz und das Futter

Der Zugang zu Futter ist, wie in vielen Studien nachgewiesen wurde, bei Hundeartigen nicht an die Rangposition gekoppelt. Im Gegenteil: wer am lautesten und glaubwürdigsten "Hunger" schreit, der bekommt es auch zuerst.

Mit diesem sogenannte "motivations-/ bedarfsabhängigen System" ist es möglich, ohne Rangstreitereien schnell die Nahrungsquelle zu nutzen. Das ist biologisch sinnvoll, denn als Rudeljäger muß jeder einzelne fit und nicht mangelernährt sein, auch wenn er der Rangniedrigste ist.

Das heißt für uns Hundehalter, dass wir uns keinen Zacken aus der Krone brechen und uns auch keineswegs unterordnen, wenn wir dem Hund von unserem Essen bei Tisch abgeben.

Die Erziehungsempfehlung, dem Hund erst dann einen Keks zu geben, wenn wir selbst einen gegessen haben, damit wir nicht unsere Dominanz ihm gegenüber verlieren, wäre nur dann sinnvoll, wenn wir einen Affen statt eines Hundes hätten - denn bei Affen darf der Oberboss sich ständig am Futter der Rangniederen bereichern.

Die meisten erfahrenen Hundetrainer bestätigen zudem, dass nur zwischen 0-5% der ihnen bekannten Hunde versuchen, über den Menschen zu dominieren.

Langzeit-Dominanz und situative Dominanz

Für Hundehalter ist es wichtig, Langzeit-Dominanz von situativer Dominanz unterscheiden zu können. Die Langzeit-Dominanz zeigt sich in gerader und aufrechter Körperhaltung. Sie ist nicht zu verwechseln mit Kopf- oder Pfotenauflegen und mit Scheinattacken, denn diese sind Gesten einer situativen Dominanz: sie zeigen an, dass der Hund sich gerne in genau diesem Moment mit etwas durchsetzen möchte. Je nach Situation kann das ein Spielzeug sein oder ein Leckerli oder sonst etwas.

Der Ranghöchste zeigt diese Verhaltensweisen gleichermaßen wie der Rangniedrigste, wenn er in einem bestimmten Moment etwas Bestimmtes möchte oder nicht mehr möchte; z.B. kann das auch heißen "du nervst". Man spricht dann von "Abbruchsignalen".

Die Langzeit-Dominanz und die situative Dominanz sind also nicht aneinander gekoppelt!

Führungskompetenz

Dominant-sein bedeutet bei Hundeartigen Pflichten zu haben und Führungskompetenz zeigen zu können. Dazu gehört Gefahrenerkennung- und Vermeidung, den Alltag befriedigend zu strukturieren und, ganz wichtig, das Vertrauen der Rangniederen gewinnen und halten zu können.

Situative Führungskompetenz muß ein Hund gegenüber einem Menschen z.B. dann zeigen können, wenn er als Rettungshund die Führung in einem Trümmerfeld übernimmt. Das hat mit der Langzeitdominanz (= formale Dominanz) seines Hundeführes nichts zu tun.

Dominanz und Stress

Es stresst Hunde, wenn ihre Menschen keine souveraine Führungskompetenz zeigen, d.h. wenn der Hund dem Menschen aus Erfahrung nicht zutraut, den Alltag für beide befriedigend zu regeln. Dann nimmt zwangsläufig der Hund dies "in seine Pfoten". Solche Zusammenhänge muß ein Trainer unsicheren Hundehaltern klarmachen und Änderungen einüber, damit der Hund diese stressbedingte Verhaltensweisen ablegen kann.

Fazit

Zunächst sollte man sehr vorsichtig sein, einem Hundehalter einzureden, sein Hund sei dominant. In der Regel handelt es sich bei Beziehungsproblemen zwischen Hund und Mensch nur um Gesten situativer Dominanz. Ein Konfliktmanagement durch Abbruchsignale des Menschen, die der Hund versteht, muß eingeübt werden. Danach ist es wichtig, wie viele Studien zeigen, dem Hund ein Versöhnungssignal zu geben, damit er sich als willkommenes Gruppenmitglied bestätigt sieht.

Problematisch ist es - besonders in der Pubertät des Hundes - mit zu rigorosen oder auch gewaltbereiten Dominanz-Konzepten zu arbeiten. Wer in dieser Zeit mit dem berüchtigten "auf den Rücken Wurf" den Hund zu disziplinieren versucht, bewirkt das genaue Gegenteil: denn wer zu Gewalt greift, zeigt damit in Hundeaugen seine Nicht-Souveränität. Das ermuntert gerade junge Hunde, die Führung selbst "in die Pfoten zu nehmen".

Es gibt ihn also nicht, den dominanten Hund. Es gibt nur wenige, die ein ausgesprägtes Dominanzstreben haben.

"Es gibt aber sehr viele Hundehalter/innen, die dem Hund nicht die notwendige Vorbild- und Leitfunktion bieten, sodass dieser ihre formale Dominanz nicht problemlos anerkennen kann. Und es gibt Konflikte, die mit den Signalen der situativen Dominanz ausgetragen werden müssen." Und diese Konflikte muß der Mensch sich eingestehen, er darf sie nicht ignorieren. Dann muß "er sie - für den Hund erkennbar - regeln."
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Freitag, Oktober 22, 2010

"WUFF" - Erneut ein starker Spruch:

"Das hat er noch nie gemacht."


Im Hundemagazin WUFF Nr.3/10 entlarvt Thomas Riepe den starken Spruch:
"Das hat mein Hund noch nie gemacht." :
Er führt aus, dass es sich dabei mehr um menschlichen Stolz als um Hundeführung handelt.

Manchmal sieht man als Autofahrer, wie Riepe erzählt, einen Hundehalter mit einem Hund in Sitzhaltung am Straßenrand warten, bis man vorbeigefahren ist. Der Hund ist abgelegt, aber nicht gesichert. Und für einen solchen oder einen ähnlich gelagerten Fall rät Riepe zur Vorsicht. Denn man weiß nie, was einen Hund im Einzelfall bewegen könnte, aufzuspringen und doch über die Straße zu laufen: ein erschreckendes Geräusch, ein guter Freund, ein alter Feind, eine läufige Hündin,... es gibt vieles, was einen Hund im Einzelfall spontan reagieren ließe.

Auch wenn sich ein Hund bislang noch nie überraschend anders als erwartet verhielt, so kann dies doch jederzeit geschehen...

Mir gefällt Riepes Unterscheidung zwischen ablegen und absichern sehr, denn er bringt das mögliche Gefährdungspotential damit auf den Punkt: Selbst der bestens erzogenen Hund bleibt ein Hund, der je nach seiner individuellen Wahrnehmung einer Situation instinkthaft reagiert. Und deshalb muß in gefährlichen Situationen, wie z.B. im Straßenverkehr, mit Leine gesichert und nicht nur "Sitz" befohlen werden.

Am Rande: Übrigens reagieren auch alle Menschen instinkthaft unkontrolliert, wenn sie eine Situation als tief bedrohlich wahrnehmen; in Panik (Duisburg und die Loveparade) setzt die Ratio einfach aus. Flucht oder Kampf heißt es dann nur noch. Und ein Hund handelt eh nicht rational, sondern instinkthaft. Das heißt er gehorcht in der Regel seinem Rudelführer, aber eben längst nicht immer und sofort.

Riepe sagt über den Hundehalter, der "mit stolz geschwellter Brust" seinen Hund z.B. am Straßenrand ungesichert nur mit "Sitz" zu kontrollieren glaubt: "es handelt sich um eine Demonstration des Hundehalters, wie toll er seinen Hund im Griff hat." Und: "Ich habe manchmal den Eindruck, dass sich Menschen über ihren Umgang mit ihrem Hund selbst definieren und so ihr Bild nach außen zeichen wollen. Aber leider spielen da die Hunde nicht immer mit."

Auch ich rate dazu, lieber vorsichtig zu sein und seinen Hund - in nicht restlos kontrollierbaren Situationen - schon in seinem eigenen Interesse an der Leine zu sichern.


Donnerstag, September 16, 2010

"WUFF" - Wieder ein starker Spruch:

"Man muß nur konsequent sein...!"


Im Hundemagazin WUFF beschäftigt sich Thomas Riepe immer wieder mit sogenannten "Starken Sprüchen". In der Ausgabe Nr.10/09 geht es um :
"Man muß nur konsequent sein...!"

Zunächst unterteilt Th. Riepe bekannte "Starke Sprüche" in solche, die schon im Ansatz nur mit Argwohn zu betrachten sind (z.B. "Hunde sollen nicht erhöht liegen", WUFF 7/08) und in solche, die im Kern richtig, aber fehlinterpretiert und sogar als Deckmäntelchen für Gewalt gegen Hunde benutzt werden können (z.B. "Hunde sind keine Demokraten" WUFF 6/09). Den Spruch "Man muß nur konsequent sein...!" ordnet er dieser zweiten Kategorie zu (seine Begründung siehe links).

Konsequenz meint beharrliche Zielverfolgung

Mir gefällt der ausdrückliche Hinweis von Th. Riepe, dass "Konsequenz" nicht nur eine gleichbleibende Reaktion in gleichen Situationen bedeutet, sondern auch stetige, häufige Wiederholung der Übungen zu einem bestimmten Verhaltensmuster hin. Nur hin und wieder etwas üben, das sei keine konsequente Erziehung! Und Konsequenz ist, wie er sagt, tatsächlich wichtig. Aber ebenso die positive Verstärkung dabei. Fehlverhalten auch einmal ignorieren zu können, das führe im Ergebnis zu besseren Lernerfolgen als "konsequente" Bestrafung.

In diesem Zusammenhang äußert sich Th.Riepe auch zum Zwang in der Hundeausbildung. Seiner Erfahrung nach wird im Allgemeinen bei der Hundeerziehung unter "Zwang" der Einsatz von schmerzhaften Hilfsmitteln verstanden. Das lehnt er (und wir!) allein schon aus ethischen Gründen ab. Auch ein ausgeprägter Jagdtrieb könne Hunden ohne Gewalt abgewöhnt werden. Th. Riepe führt eine ganze Reihe davon auf. Gewalt ist immer schädigend für den Hund, was er auch begründet.

Ich möchte zu diesem "Starken Spruch" noch persönlich anmerken:

Bulldogger üben meiner Erfahrung nach gegenüber ihrem Bulldog so gut wie nie Gewalt aus - aber Stress erzeugt auch ein inkonsequentes Verhalten ganz allgemein. Man sollte nichts Wichtiges manchmal erlauben und manchmal verbieten. Das kann kein Hund zuordnen, er wird unsicher oder widerspenstig aus Verwirrung heraus. Kleinkinder sind zu spontan, um dies beherzigen zu können. Deshalb sollte man sie auch nicht mit einem Bulldog, obwohl der bekanntermaßen (sogar als Rassemerkmal) ein begeisteter Kinderfreund ist, alleine lassen.

Spielregeln im Zusammenleben sind für den Menschen genau so verpflichtend wie für den Hund, wenn das Zusammenleben erquicklich sein soll :-)


Sonntag, Juni 7, 2009

"Dominanz als Erklärungsmodell für

Hundeverhalten ist ein alter Hut"


ScienceDaily (May 25, 2009), von mir übersetzt:

Eine neue Studie zeigt, wie über Generationen hinweg Hundeverhalten mißverstanden wurde:

Falsche Vorstellungen über das Hundeverhalten - und danach zu trainieren - verursacht keine Besserung desselben, sondern erzeugt weiteres unerwünsches Verhalten. Im Gegensatz zu populären Überzeugungen versuchen aggressive Hunde NICHT Dominanz über ihr Hunde- oder Menschenrudel zu gewinnen, wie Forschungen der Tiermedizinischen Fakultät der Universität Bristol (GB) beweisen.
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Die Forscher studierten 6 Monate lang freie Interaktionen zwischen Hunden in einem "Trust rehoming centre", und sie reanalysierten Daten von Studien an Wildhunden, bevor sie ihre Ergebnisse so zusammenfassten:

Die Studie zeigt, dass Hundeverhalten NICHT durch die Rangordnung in ihrem Rudel bestimmt wird, wie viele bekannte Hundetrainer predigen.
Hunde haben untereinander individuelle Beziehungen, die wiederum individuelle Verhaltensweisen zwischen ihnen bedingen. Diese werden durch Erfahrung erlernt, aber nicht motiviert durch den Wunsch nach "Dominanz".

Alles andere als hilfreich sei es - wie die Forscher sagen - das Hundetraining auf eine "Dominanz-Reduktion" auszurichten. Diese Trainingsmethode variiere nur von wertlos bis gefährlich, denn sie könne das Verhalten sogar verschlechtern.

Regeln von Besitzern - vor ihren Hunden zu essen oder zuerst durch eine Tür hinauszugehen - wird die allgemeine Bedeutung dieser Beziehung für den Hund nicht beeinflussen sondern ihn nur lehren, welches Verhalten in dieser speziellen Situation erwartet wird.

Viel schlimmer: Techniken wie den Hund im Flur zu festbinden, Lefzenziehen oder Schreckgeräusche, das alles macht dem Hund nur Angst, oft vor ihren Besitzern, und es kann potentiell zu einer Eskalation von Aggression führen. Dr. Rachel Casey (Senior Lecturer in Companion Animal Behaviour and Welfare at Bristol University) sagte:

"Die schlichte Überzeugung, dass jeder Hund durch einen angeborenen Wunsch motiviert würde Menschen oder andere Hunde zu dominieren, ist einfach lächerlich. Dadurch wird die komplexe Kommunikation und Lernfähigkeit von Hunden grandios unterschätzt. Diese Meinung führt außerdem zu einer Zwangserziehung, welche Wohlbefinden verhindert und tatsächlich Verhaltensprobleme erzeugt.
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In unserer Klinik sehen wir oft Hunde, welche durch das Zeigen von Aggression Bestrafung verhindern wollen. Besitzer sind oft erschüttert wenn wir ihnen erklären, dass ihre Hunde von ihnen terrorisiert werden und Aggression zeigen, weil sie unter den benutzen Erziehungstechniken leiden. Aber das ist nicht ihr Versagen, wenn ihnen von unqualifizierten Verhaltenstrainern, auch im TV, zu solchen Methoden geraten wurde."

Im "Dogs Trust" (UK’s largest dog welfare charity) siehen die Mitarbeiter des Resozialisierungs-Zentrums ständig die Resultate fehlgeleiteten Trainings. Veterinary Director Chris Laurence MBE fügt hinzu:

"Traurig. Viele Methoden dem Hund beizubringen, dass sein Besitzer der Rudelchef ist, sind kontraproduktiv. Man wird durch sie keinen sich besser verhaltenden Hund gewinnen, sondern entweder einen ängstlichen Hund, der seine natürlichen Impulse unterdrückt und garnichts mehr tut - oder einen rundum aggressiven."
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Hinweis: Über zwei weitere Studien, die sicher mittelfristig zum allgemeinen Umdenken im Hundetraining mit hinführen werden, siehe unter Infos, News, Termine vom 7. Juni 2009.


Meine Anmerkung zu diesem Bericht aus "ScienceDaily"

"Alles Wissen, die Gesamtheit aller Fragen und Antworten, ist in den Hunden enthalten." Franz Kafka

Ich glaube gerade Bulldoggern war immer schon klar, dass Druck, Zwang oder menschliches Dominanzgehabe nichts bringt, denn der typische Bulldog hat zu den zwei oben genannten Reaktionsmöglichkeiten auf solche Erziehungsmethoden noch eine dritte in petto:
STURHEIT, Psychologen würden sie "Verweigerung" nennen.

Die ganze "Kampfhunde-Diskussion" hat so gesehen auch etwas Gutes: sie setzte Forschungen in Gang, die zu dem gleichen Ergebnis kommen wie Forschungen über die Erziehung von Kindern. Kommunikation, BEZIEHUNG, ist der Schlüssel, nicht Dominanz, oft auch verharmlosend als "Autorität" heruntergespielt. (Siehe Beitrag vom 27. 2. 2009.)
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Nun noch eine wunderbare Erziehungsleistung, die NUR durch Trainingsmethoden auf der Basis von gelungener vertrauensvoller Kommunikation möglich sein kann :-)


Auf Kommando bellen, wuffen, grollen!

Max, der frühere Boxer von Stu´s Eltern, konnte auf Kommando LEISE bellen. Mom legte ihren Zeigefinger auf ihre Lippen, und Max´s Bellen reduzierte sich sofort zu einem leisem Wuffen. Ich bewunderte das !

Jetzt habe ich ein Video gefunden, in dem ein Bulldog auf Kommando bellt, wufft und sogar grollt! Ein paar andere Dinge kann er auch noch :-)

Man kann sich mit "YouTube" wirklich eine herrliche Bulldog-Stunde bereiten: das Programm schlägt von sich aus immer weitere Bulldog-Videos vor. Und viele davon zeigen wirklich Typisches und Lustiges - und manche Außergewöhnliches!


Samstag, Mai 2, 2009

Tagebuchnotizen von Gastbloggerin Alexandra Bombek

Urlaub im Hotel "Hundeschule Godenhof"


Samstag 27.12.08: Stanley und ich fuhren morgens los in Richtung Norden, nach Wanderup nahe Flensburg. Nach 530 km und langen 5 ½ Stunden Fahrt, haben wir dann den Godenhof erreicht.

Der "Godenhof" ist ein Hotel mit integrierter Hundeschule, die von Kafi (Karl-Friedrich Gäde) geleitet wird. Auf Stanley und mich wartete ein 10 Tage Seminar: 1Hund + 1Frauchen = 1Team. Wir bezogen unser Zimmer, packten aus, machten es uns gemütlich, und später am Tag haben wir schon zarte Kontakte zu anderen Hunden und Herrchen geknüpft. Nach dem Abendessen sind wir müde ins Bett gefallen.

Sonntag 28.12.08: Frühstück gab es ab 9 Uhr und um 10 Uhr mussten wir mit unserem Handwerkzeug antreten, dass heisst, Leine und Halsband, was als erstes kontrolliert wurde. Danach ging es auf den Hundeplatz.

Zuerst wurde geübt Ruhe in den Hund zu bringen. Dafür setzten wir uns in so eine Art Box, die vorne offen war, und der Hund wurde angebunden. Es gab Leckerchen und Streicheleinheiten um den Hund an die Box zu gewöhnen. Dann entfernte man sich vom Hund und ging dann wieder zu ihm, um die Verlustängste zu reduzieren.

Letzte Übung vor der Mittagspause war das Gehen bei "Fuß". Ab 15Uhr relaxten die Hunde entspannt auf dem Zimmer, während die Frauchen und Herrchen sich mit der Theorie auseinandersetzen mussten. Es wurden u.a. ein paar Verhaltensunterschiede zwischen Wolf und Hund aufgezählt. Vor dem Abendessen um 19Uhr sind Stanley und ich ganz locker spazieren gegangen und übten ein bisschen "bei Fuß" gehen.

Montag 29.12.08: Nach dem Frühstück sind wir um 10Uhr auf den Hundeplatz gegangen. Dort setze sich jeder mit seinem Hund wieder in seine Box, um wieder Ruhe in den Hund zu bekommen. Dabei wurde uns erklärt, wie wir die nächste Übung ausführen sollen.

Heute ging es um den Befehl "Hier". Danach ging es los, wir mussten das Ganze 2 Stunden lang, bis 12 Uhr, üben und es dem Hund richtig beibringen. Dann war bis 15.30Uhr Mittagspause. Danach ging es wieder auf den Hundeplatz. Nun wurde uns gezeigt, wie wir das "Sitz" richtig ausführen. Dabei saßen unsere Hunde in der Box, während wir Trockenübungen ohne Hund machen mussten. Danach wurde das ganze mit Hund bis 16.45 Uhr trainiert.

Zum Abschluss durften wir mit den Hunden über eine Hindernisbahn, was natürlich allen am meisten Spaß gemacht hat, Hund wie auch dem Mensch! Stanley und ich sind dann noch mit Lara und Bettina nach Wanderup zur Post gegangen, da waren wir dann noch über eine Stunde, teilweise im Dunkeln mit Taschenlampe, unterwegs. Um 19Uhr gab es Abendessen und später dann den verdienten schlaf.

Dienstag 30.12.08: Um 10Uhr auf dem Hundeplatz angekommen, fingen wir mit dem Befehl "Platz" an... wir mussten lange und viel üben, da es das Wichtigste überhaupt ist!!!

Um kurz nach 12Uhr fuhren Stanley und ich zur Abwechslung mal nach Flensburg, weil das Wetter so wunderschön war! Dort machten wir einen Stadtbummel und sind in einem Cafe gewesen. Und endlich auch am Meer, Flensburger Förde!!! Um 15.30Uhr war wieder Treffpunkt auf dem Hundeplatz, wir mussten alle Übungen die wir bisher gelernt haben, wiederholen... wiederholen... wiederholen. Nach dem Abendessen gab es für Frauchen und Herrchen noch theoretischen Unterricht, und lernten folgendes über die Hundenase: "Was eine Hundenase nicht gerochen hat, das hat der Hund auch nicht gesehen!"

Mittwoch 31.12.08: Um 10Uhr war wieder Training angesagt, wir haben zuerst ein paar Wiederholungen gemacht und dann den Befehl "Sitz in der Bewegung" gelernt.

Als um 12 Uhr der Unterricht zu Ende war, haben Stanley, Lara, Bettina und ich uns auf den Weg nach Borkum gemacht um am Strand etwas spazieren zu gehen. Danach sind wir noch nach Flensburg gefahren und haben da in einem Cafe etwas Warmes getrunken. Dann ging es wieder zurück zum Godenhof wo wir uns langsam auf den Abend vorbereiteten. Es gab wieder Abendessen und dann wurde in das neue Jahr gefeiert. Mit Champagner und einen Mittanachtsbüffet machte das jede Menge Spaß!

Donnerstag 01.01.09: Stanley und ich sind ganz früh aufgestanden, da das Wetter so herrlich war, es war noch ganz ruhig auf dem Godenhof.

Wir ließen das Frühstück ausfallen und machten uns auf den Weg nach Kappeln. Dann ging´s weiter nach Damp, wo wir am Strand spazieren gegangen sind. Als dann das Wetter immer schlechter wurde sind wir wieder zurück gefahren. Wir haben es uns noch eine Stunde auf dem Zimmer gemütlich gemacht, bevor wir wieder auf den Hundeplatz gingen wo wir wieder 2 Stunden "Hier", "Sitz" und vor allem "Platz" geübt haben. Abends gab es dann den Wikingerabend! Mit deftigen Wildspeisen (Wildschwein) und jede Menge Skipper (Hausschnaps).

Freitag 02.01.09: Ein wunderschöner sonniger Tag hat begonnen und um Punkt 10Uhr standen wir auf dem Hundeplatz und es wurde noch mal kräftig und ausdauernd trainiert!

Um 12.15Uhr war dann Mittagspause und Bettina und ich sind mal ohne die Hunde nach Flensburg gefahren um ein bisschen zu shoppen. Um 15.30Uhr versammelten wir uns wieder auf dem Hundeplatz, alles wurde noch einmal wiederholt und dann mussten wir alle einzeln mit unseren Hunden auf den Platz und zeigen ob sich die viele Arbeit auch gelohnt hat. Und es hat sich gelohnt!!! Ich war sehr überrascht was Stanley so gelernt hat und das der Abschlusstest so gut gelaufen ist. Auch bei den anderen war eine sehr gute Verbesserung zu sehen. Bestanden haben wir den Test natürlich alle!!! Heute war dann auch kurz vor 17Uhr auch schon Feierabend, um 19Uhr trafen wir uns zum Abendessen und es gab danach wie jeden Abend nette Gespräche bei jeder Menge Skipper!!!

Samstag 03.01.09: So heute nach dem Frühstück ging es mal nicht auf den Hundeplatz, sondern wie fuhren nach Husum. Dort gingen wir mit den Hunden spazieren,voran Kafi mit Chico, dahinter dann wir.

Als Übung mussten wir hier und da anhalten und mit den Hunden das "Sitz" üben. Aufsehen erregten wir, als wir am Stadtbrunnen alle unsere Hunde in "Platz" brachten und sie dann da liegen ließen. Die Leute fanden das toll und es war auch toll soviel Anerkennung dafür zu bekommen. Sogar Fotos machten die Leute. Anschließend fuhren wir gemeinsam noch an den Nordstrand, wo wir am Deich entlang, in ein Cafe gingen, was natürlich zur Übung beigetragen hat. Viele Hunde auf engstem Raum und dann ganz lieb und brav im "Platz"! Um etwa 14Uhr erreichten wir die Autos und machten uns auf den Weg zurück zum Godenhof. Ich packte schon mal langsam meine Sachen und machte mich zum Abschluß-Gala-Dinner fertig.

Dann gab es leckeres Essen und wir bekamen unsere Urkunden überreicht und den Hundeführerschein, für den wir Blut und Wasser geschwitzt haben. Wir haben den Abend langsam ausklingen lassen. Stanley und ich gingen ins Bett, da wir morgens früh fahren wollten.


Freitag, Februar 12, 2010

"Brave Jungen !"


Doris Ehrenstein rief gestern an und erzählte mir eine neue Bestätigung, wie gehorsam Rüden sind. (Siehe dazu letzter Beitrag.)

Doris war gerade mit Berta und Willie beim Tierarzt gewesen - Routinebesuch zum Fußnägelschneiden.

Dann sollte Berta gewogen werden, da sie wieder etwas dicker aussah.... Berta scherte sich nicht um Doris´Aufforderung, auf die Waage zu steigen. Daraufhin sagte Doris in nun barschem Ton: "Berta, du gehst jetzt auf die Waage!!!" Berta guckte weiter nur unbeteiligt in die Luft.... aber Willie, der hinten im Raum die Finken in der Voiliere mit Hingabe beobachtete (er liebt Vögel sehr), riß sich bei diesem Befehlston sofort von deren Anblick los, rannte zur Waage und sprang darauf....


Erinnerungen an Bully,

den ersten Bulldog meiner Eltern und damit der erste Bulldog in meinem Leben. Mit ihm begann meine lebenslange Bulldogliebe.

Bully gehorchte wunderbar. Er blieb brav vor der Metzgerei auf dem Bürgersteig sitzen, wenn meine Mutter drinnen einkaufte und ließ sich auch durch Wurstscheiben nicht weglocken, wie es Nachbarn einmal versuchten.

Seine Glanzleistung aber war dies:

Bully wurde nicht gerne gebadet, hatte es aber aufgrund seines seidenfeinen, staubfangenden Fells gelegentlich nötig. Er zitterte los, sobald das Wort "Baden" fiel, ließ aber die ganze Prozedur doch brav über sich ergehen. Meine Mutter sagte häufig mitfühlend und tröstend, während sie ihn einschäumte : "Aber der arme Bully zittert ja."

... Irgendwann einmal sprachen wir über den "armen Bully" beim "na du weißt schon". Das Wort "baden" benutzten wir bewußt nicht, um ihm keinen Zitterschreck einzujagen. Aber - kaum hörte er nur die Worte "armer Bully" - und schon zitterte er auf der Stelle los! Ihm war der Zusammenhang offensichtlich klar!

Sagte jemand später gezielt zu ihm "armer Bully", sofort machte er den Bedauernswerten, dem einfach nichts anderes übrigbleibt, als zum Herzerbarmen zu zittern .... und dann als Trost ein Leckerli zu bekommen ....
Den Leuten blieb es ein Rätsel, wie wir ihm das beigebracht hatten :-))


Mittwoch, Februar 10, 2010

Gehorchen Rüden besser ?


Unser Kosmo gehorcht in der Regel besser und mit mehr Freude, als Frieda und alle unsere früheren Hündinnen. Kann man das - statistisch betrachtet - generalisieren? Viele unserer Hundefreunde bejahen dies.

In statistischen Aussagen differenzieren Psychologen und Soziologen oft in punkto Gehorsam - hier wird dann allerdings eher von Autoritätsbezogenheit gesprochen - zwischen den Geschlechtern. Als Beispiel wird die hierarchische, männlich dominierte Führungsstruktur in Wirtschaft und Militär genannt. (Kluge Natur: Testosteron-Steuerung wird durch Hierarchie-Einbindung kontrolliert.) Weibliche Frührungsformen sind dagegen (wiederum nur statistisch gesehen) eher team- und nicht "basta"-orientiert.

Stu und ich beobachten die Gehorsamsbegeisterung von Kosmo und die Gehorsamsskepsis von Frieda mit gewissem Vergnügen :-). Zwei Beispiele:

Wollen Stu und ich eine kleine Waldwanderung beenden, Frieda und Kosmo sind aber noch nicht ausgepowert, so gibt Frieda ihre Unzufriedenheit deutlich zu verstehen. Sie ignoriert die geöffnete Autotür und spielt mit uns (so wie früher Ziska, Sarah, Alma und Wilma auch) "fang mich doch..." ... Kosmo dagegen ist immer darauf aus, der "brave Junge" zu sein und springt sofort in den Wagen. Was tun? Wir nehmen also Frieda, sobald auf dem Rückweg das Auto in Sicht ist, an die Leine... Kosmo gelegentlich nur aus Gründen der Gleichbehandlung auch ;-)

Kosmo gehorcht als ordentlicher Bulldog natürlich nicht immer! Wir sprechen hier nur von Tendenzen .-) Neulich überraschte uns Kosmos Brav-Sein jedoch wirklich: Wir waren vom größeren Waldweg auf einen kleinen, ziemlich wilden abgebogen...

Auf dem Rückweg lief Kosmo in Richtung Abbiegung zum Hauptweg so weit vor, wie er sonst nie vorläuft. Der Hauptweg war nicht einsehbar für uns und wir befürchteten, Kosmo renne auf andere Spaziergänger zu, um denen lebhaft von seiner Freude zu erzählen. (Seine Begrüßungsrituale sind für Fremde oft "heftig"...) Ich rief ihn zurück, und auf der Stelle, direkt vor der Abbiegung zum Hauptweg, bremste er, machte eine Kehrtwende und donnerte durch den Schnee zu uns zurück. Als wir dann alle gemeinsam (jedenfalls ziemlich gemeinsam ;-) am Hauptweg ankamen, sahen wir, was ihn so stark angezogen hatte: sein Stock, den er dort liegen gelassen hatte, als es auf dem schneeverwehten wilderen Seitenpfad weiterging. Ich war richtig gerührt: 1 Meter vor seinem Stock hatte er diesen liegen lassen, nur um unserem Ruf zu folgen! Und dabei ist er doch solch ein stockverliebter Kerl :-))

Frieda dagegen prüft in der Regel Rückrufe zunächst, ob sie in Konflikt zu ihren eigenen Erfahrungen - oder Interessen - stehen. Sie hat die Natur eines Leithundes: sie gehorcht, aber erst nach Prüfung der Angelegenheit; schließlich ist sie als Leithund mit verantwortlich :-). Darüber ein andermal mehr.


Freitag, Februar 27, 2009

Was ist Autorität, woran erkennt man sie?


Das sehr empfehlenswerte Hundemagazin "WUFF" brachte im letzten Jahr eine Serie über 'starke Sprüche' in denen der Autor Th. Riepe überzeugend erklärt, warum das in der Regel eher dumme Sprüche sind, die oft in eine Sackgasse - oder Schlimmeres - führen können.

In allen diesen "starken" Sprüchen zeigt sich eine Pseudo-Autorität.
Im WUFF 11/08 setzt sich der Autor mit dem Spruch auseinander: "Der muß wissen, wer der Boss ist."

An einem Beispiel zeigt er, wie völlig daneben es gehen kann, wenn der Mensch versucht durch körperliche Maßnahmen den Boss zu spielen, das heißt Autorität zu demonstrieren, besonders wenn der Hund stärkere Kiefer- und Nackenmuskeln als der "Boss" Hand- und Armmuskeln hat. (In diesem geht es um´s Maulzuhalten bei Warnbellen)...


Bevor ich fortfahre einen kurzen Ausflug zu der Frage "Was ist Autorität?"

Der berühmte Sozialpsychologe Erich Fromm definiert in seinem Werk "Haben oder Sein" drei Arten von Autorität: "Autorität sein", "Autorität haben" und "Autorität geliehen haben". Eine "Autorität sein" bedeutet - kurz gesagt - aufgrund von Charisma, Wissen, Integrität und Authentizität Achtung und Gefolgschaft zu erfahren. "Autorität haben" meint aufgrund von Stellung oder Muskeln "das Sagen" zu haben. Und "Autorität geliehen zu haben" meint zum Beispiel einen Gefängniswärter oder anderen Uniformträger, der meint dadurch persönlich eine Macht zu verkörpern.

Bulldogs (wohl Hunde allgemein) haben ein feines Gespür dafür, wer "Autorität ist", und wer sich nur autoritär aufspielt.

Im Sinne Erich Fromms (und der Hunde :-) ist Autorität primär eine Frage der Persönlichkeit; erst sekundär ist sie eine Frage spezifischen Verhaltens.
  • Menschen, die aufgrund ihrer Persönlichkeit "Autorität sind", erfahren im Regelfall keine Rangordnungsprobleme.
  • Menschen, die in ihren Leben "Autorität haben", aber nicht "Autorität sind", die müssen bestimmte Spielregeln beherrschen, damit ihnen gefolgt wird. Im genannten Artikel wird z.B. erklärt, dass ein Hundehalter seinem Hund nicht sofort alle Wünsche erfüllt sollte (z.B. wenn dieser raus muß, spielen will usw.), sondern dass der Hund warten lernt, bis der Mensch agiert. So kann er den Menschen dann als höherrangig akzeptieren lernen.
    (Diese Spielregel gilt auch im Alltagsleben: wer z.B. seine Gesprächspartner regelmäßig auf sich warten läßt, der braucht solche Status-Signale, da er als Persönlichkeit keine "Autorität ist".)
  • Naja, und die 3. Kategorie von "Autoritäts-Leihern" erkennt man zB daran, dass sie meinen an allem rummeckern zu müssen... und die schlagen auch ihre Hunde....


Weiter zum Artikel von Th. Riepe: "Starke Sprüche - 'Der muß wissen, wer der Boss ist.'"

"Auch ohne körperlichen Einsatz und Kampf mit seinem Hund kann man ein harmonisches Miteinander herstellen. Der Hund braucht dafür aber Besitzer, zu denen er "aufschauen" kann und denen er vertraut. ...überhaupt unter allen Hundeartigen, die im größeren sozialen Verband zusammenleben, ist immer derjenige der "Boss", auf dessen Aktionen mehrheitlich reagiert wird."

Th. Riehl macht (als Ableitung aus seiner Beispielgeschichte, die ein gutes Ende hat) zwei Kernempfehlungen, um einem Hund seine untergeordnete Stellung - ohne Gewalt - im Rudel klarzumachen:

  • Der Mensch AGIERT, und der Hund REAGIERT.
  • Ein Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Hund aufbauen: der Hund lernt, dass seine Menschen auch zu SEINEM Wohlergehen sicher und gut AGIEREN.


Eine Beispielgeschichte von mir, die zeigt was passieren kann, wenn ein einzelnes Familienmitglied keine Autorität innerhalb der Familie hat.

Ein früherer Bekannter hatte einen großen schweren Hund, der ihm strikt gehorchte und ganz auf ihn geprägt war. Eines Tages fiel dieser Hund den Freund des Bekannten an und ging ihm sofort an die Gurgel. Der angegriffene Freund schützte seinen Hals mit seinem Arm, so dass er überlebte und nur sein Arm zerfleischt wurde. Dieser Hund wurde richtigerweise auf Amtsanweisung getötet.

Hat nur ein Familienmitglied gegenüber einem Familienhund eine Autoritätsposition, so kann das für alle anderen gefährlich werden!
Wie war es dazu gekommen?
Dieser frühere Bekannte erklärte mir das damals so: der Freund wollte seine Frau begrüßen, der Hund mißverstand das als Angriff und griff seinerseits in offensichtlich tödlicher Absicht an - er sprang gezielt an den Hals. Der Bekannte meinte weiter, sein Hund wollte nur sein Frauchen schützen...

Was sagt uns dieser Vorfall über die Autoritätssituation bei diesem Ehepaar aus?
Es war versäumt worden zu trainieren, dass nicht nur Herrchen, sondern auch Frauchen dem Hund gegenüber Autorität haben muß. So AGIERTE der Hund, anstatt auf sein Frauchen und deren Begrüßung des Freundes zu REAGIEREN.
Der Hund traute seinem Frauchen offensichtlich garnicht zu, in ihrem eigenen Interesse überhaupt AGIEREN zu können. Deshalb übernahm er - als ihr "Boss" - das AGIEREN selbst, statt abzuwarten und auf Frauchens Verhalten angemessen zu REAGIEREN.

Die gleiche fehlgeleitete Autoritätssituation stellt den Hintergrund dar, wenn Hunde Kleinkinder anfallen.
In solchen Fällen wurde versäumt dem Hund beizubringen, dass die Kinder nicht NEBEN ihm in der Rangordnung stehen, sondern ÜBER ihm. Und in diesem Fall handelten die Großeltern völlig verantwortungslos : wie kann man einen Zweijährigen mehr oder weniger unbeaufsichtigt zu einem Hund hinlaufen lassen, der gerade sein Futter frißt! Die Behörden entschieden völlig richtig, diesen Bulldog in der Familie zu lassen - denn dieser Hund REAGIERTE, er AGIERTE nicht.


Dienstag, Juni 24, 2008

Heute berichtet Gastbloggerin Loritta Drubba

Emma bestand die Begleithundeprüfung!


Liebe Bulldogfreunde,
dass Bulldogs intelligent sind wissen Sie sicher. Hartnäckig hält sich aber die Meinung, dass Bullies schwer zu erziehen seien und sie sehr lange Zeit zum Lernen bräuchten. Dies stimmt so nicht. Als Beispiel möchte ich von unserer Emma berichten, die die Begleithundeprüfung nach dem Augsburger Modell bestanden hat. Darauf sind wir sehr stolz!

Nach dem Tod unseres Katers wollten wir uns einen Hund anschaffen. Irgendwo hatte ich gelesen, Bulldogs seien mutig, loyal, liebenswürdig im Wesen und schnarchten. Ich meinte, das passt zu uns, viel sportlicher Auslauf würde auch nicht benötigt und vom Aussehen fand ich sie toll.

Nach kurzer Suche im Internet und einem Anruf in Priort, saßen wir bei Frau Schuda im Wohnzimmer, mit Beebob auf meinem Schoß und guckten Bulldogwelpen an. Wir baten um Bedenkzeit.

Zu Hause angekommen wollte ich gar keinen Hund mehr, wegen Sauberbekommen, Möbelannagen, Alleinelassen, und, und, und..... Zwei Tage später rief ich an und sagte, dass wir Emma möchten.

So kam Emma zu uns. Vor ihr war erstmal nichts sicher. Sie zog die Tischdecken runter, nagte die Treppenstufe an, zerrte ganz fürchterlich an der Leine und hatte Schuhe zum Fressen gern.

Als unser Sohn, der in Dresden wohnt, zu Besuch kam, zwickte sie ihn dauernd in die Füße. Heute sind die beiden ein Herz und eine Seele.

Von Hundeerziehung hatten wir keinen Schimmer, also ab in die Hundeschule. Auf Anraten einer Bekannten fuhren wir alsbald 2-mal wöchentlich nach Bad Frankenhausen.

Die Hundeschule arbeitet nach dem Augsburger Modell mit viel positiver Bestätigung und Leckerchen. Es hat uns großen Spaß gemacht und Emma und ich haben dort viel gelernt. Sie hat mit den anderen Welpen getobt und genau wie sie in der gleichen Zeit Sitz, Platz, Fuß und Bleib gelernt und geübt. Am längsten hat es gedauert Emma klarzumachen, dass man nicht an der Leine zieht. Nach dem Grundkurs sind wir in den Hundeklub eingetreten und fahren heute noch wöchentlich zum Üben. Wenn wir dort ankommen, dreht Emma hinten im Auto fast durch und kann gar nicht schnell genug hinein.

Vor 10 Wochen verkündete unsere Trainerin, dass sie alle Hunde, die im vorigen Jahr den Grundkurs gemacht haben, zur Prüfung angemeldet hat. Wir bekamen eine Zeichnung mit dem Parcours, 200 Hundefragen zur Theorie und acht Wochen Zeit zum Üben.

Die Prüfung hat 3 Teile: Theorie, Unterordnung und Verkehrsteil. Das Wichtigste ist die Unterordnung. Es gehen immer 2 Hundeführer mit Hund. Einer läuft die Übung auf dem Parcours, und der Andere muss in dieser Zeit abgeleint 30 Schritt von seinem Hundeführer entfernt ruhig liegen bleiben. (Für uns der schwierigste Teil.) Dann wird gewechselt.

Der Parcours ist eine winklige Strecke, die man mit dem Hund abläuft. Zuerst mit der Leine. Der Hund soll bei durchhängender Leine gut mitgehen. Es wird ein Stück schnell und langsam gelaufen, kehrt gemacht und Sitz aus der Bewegung. Zum Schluss geht man mit Hund durch eine Gruppe von mehreren Personen. Dann wird das Ganze ohne Leine wiederholt. Man fängt mit der Gruppe an und läuft wieder die Strecke mit den verschiedenen Winkeln und Geschwindigkeiten ab. Zum Schluss muss der Hund absitzen, man entfernt sich 30 Schritte und geht wieder zurück, nimmt ihn mit, geht 10 Schritte lässt den Hund ins Platz legen, entfernt sich wieder 30 Schritte und ruft den Hund zu sich heran. Er muss dann um den Hundeführer herum gehen und links absitzen.

Danach wird im Verkehrsteil geprüft ob der Hund Fahrräder, Jogger, Autos und fremde Hunde toleriert. Als Emma und ich die Generalprobe eine Woche vorher bestanden haben, habe ich Theorie gebüffelt. Es kann schließlich nicht sein, dass der Hund akkurat läuft und Frauchen fällt in der Theorie durch. Die Bewertung ist bei dieser Prüfung nicht so streng wie bei der Begleithundeprüfung des VDH. Wir sind schließlich Hundefreunde und keine Hundesportler. Sie wurde auch in dieser Form erstmalig in Thüringen durchgeführt und kann von allen Hundenrassen, auch Mischlingen absolviert werden. Wie Sie auf dem Bild sehen waren wir eine bunte Truppe. Die Mitglieder des Schäferhundevereins, die uns ihren Platz freundlicher Weise zur Verfügung stellten, waren positiv überrascht. Auch für den Richter war es Neuland, aber er war nicht lasch, es sind auch 2 Hunde durchgefallen.

Aber wir haben die Prüfung bestanden und sind sehr stolz.

Daher stören wir uns nicht daran, dass in der Urkunde aus dem Englisch Bulldog ein Britisch Bulldog wurde.

Mit Sicherheit wird man einem Bulldog keinen Kadavergehorsam beibringen, aber es ist wichtig, dass der Hund seinen Patz im Rudel kennt und ein bisschen Erziehung und Konsequenz erleichtert das Zusammenleben von Mensch und Hund.

Zum Schluss möchte ich von Emma noch viele Grüße an ihre Wurfgeschwister Elsa in Luxemburg, Egon mit dem Horrorzoo, Dicker und Georgina sowie an Frau Schuda und ihre Bulldogs ausrichten !

Über Mails zwecks Erfahrungsaustausch würden wir uns sehr freuen, Email siehe unten, Loritta Drubba.


Sonntag, April 15, 2007

Knabberzwang beim Bulldog ???


Vor einiger Zeit erhielt ich folgende Anfrage von einem "Erstbulldog"-Besitzer :

Warum knabbert unser lieber Kerl ständig ?

... Durch viele Gespräche mit anderen Bulldogbesitzern und dem Nachschlagen in einigen Fachbüchern wurde uns bestätigt, dass dies eine Eigenart der Englischen Bulldoggen ist. Aber woher kommt dieses Verhalten? Andere Hunderassen knabbern auch, z.B. wenn sie ein Stöckchen finden, aber nach unserem Kenntnisstand nicht so intensiv wie unsere Bulldogs...
Die Frage jedoch bleibt: Warum knabbern unsere Bulldogs so ausdauernd und intensiv?


Meine Antwort in Auszügen und mit Ergänzungen

... viele "Knabberer" aller Rassen tun es aus einer nervösen Veranlagung heraus oder aus Langeweile...
... Das mit dem Knabbern ist unterschiedlich. Ich selbst hatte noch nie einen Knabberer unter meinen 5 Bulldogs.
Allgemein würde ich sagen, viele "Knabberer" aller Rassen tun es aus einer nervösen Veranlagung heraus oder aus Langeweile. Ein 2. Bulldog/Hund wäre vielleicht als Hausgenosse gut, denn dann gibt es Raufspiele und Rumbalgen, was ja mehr Spaß macht als alles andere, einschließlich Knabbern :-)))....
Man sollte bei einem zwanghaften Knabberer aufpassen, dass es nicht zur Sucht wird (so wie z.B. das Rauchen beim Menschen.) Das Beste bei unerwünschtem Verhalten ist immer ABLENKUNG. Ballspielen, spazierengehen usw...
Ansonsten durch strenge :-) Erziehung klarmachen, was er beknabbern darf und was nicht. Diese Knabberlust oder auch Knabberwut läßt übrigens mit dem Älterwerden nach - genau wie eine Ballspiel-Bessenheit, die es gelegentlich auch beim Bulldog gibt. Bis zum Alter von circa 1 Jahr allerdings kann der Bulldog wie ein Kleinkind sein : er geht an alles ran :-))

... diese Knabberwut absolut nicht rassetypisch
Ich halte diese Knabberwut absolut nicht für rassetypisch. Der Bulldog ist vom Typ her eher ein Tagträumer :-)..... Allerdings gibt es in jedem Wurf bei jeder Rasse hochaktive Welpen und auch freundliche "Schlafmützen" :-) In Amerika nennt man diese hochaktiven Welpen, die später "Knabberer, Ballbesessene usw." werden, "hyper", (wir würden sagen hyperaktiv). Und die schmusebedürftigen Ruhigen werden "laid back" genannt. Natürlich gibt es eine große Bandbreite dazwischen :-))

Ich hatte Friedas Züchterin Dianne gleich gesagt, ich möchte Typ 'laid back'. Dianne ist eine wundervolle Züchterin, und sie weiß auch immer schon nach einigen Tagen, in welche Wesensrichtung sich die einzelnen Welpen mit hoher Wahrscheinlichkeit entwickeln werden, und wie klug sie sind ebenfalls :-). Und als wirklich in den Bulldog verliebte Züchterin vermeidet sie es mit Bulldogs Typ "hyper" zu züchten, um den in seiner Gelassenheit so bezaubernden Bulldog-Charakter nicht aus der Zucht zu verlieren.


Kynologische Aussagen zum Bulldog-Temperament :

Im BB-Beitrag vom 3. September 2005 gehe ich auf das Wesen des Bulldogs ein, wie es im Buch "Seele des Hundes; Wesen, Psychologie und Verhaltensweisen des Hundes" des bekannten Kynologen Eric H.W. Aldington als ein Rassemerkmal beschrieben und erklärt wird. Ich zitiere aus diesem Beitrag :

Um die komplizierten Verschachtelungen sichtbar zu machen, die in einer Hunderasse vereinigt sein können, eignet sich ganz besonders die Englische Bulldogge. Wie wir bereits bei den Kreuzungstieren gesehen haben, können ganz gegensätzliche Verhaltensweisen in einem Hund vollständig oder teilweise vereinigt sein. Dies ist generell bei Kreuzungstieren gegensätzlicher Rassen der Fall, jedoch läßt sich dort nicht eine bestimmte "Mixtur" planmäßig erzeugen. Bei der Bulldogge wurde aber erreicht, daß eine derart komplizierte Verschachtelung dauerhaft, d. h. ein Rassemerkmal ist.

... Spannbreite des Bulldog-Temperamentes ...
Aldington geht dann genauer auf diese Spannbreite des Bulldog-Temperamentes ein : einerseits ist er ein bis zur Exstase erregbarer Hund, andererseits ist er aber genauso zu völliger Passivität fähig. Er beschreibt dann u.a. auch Versuche, die zeigten, wie plötzlich der eine in den anderen Zustand umschlagen kann.

Achten Züchter zu wenig auf diese Balance zwischen den emotionalen Polen, die im Bulldog schlummern, dann können sehr leicht Zuchtlinien entstehen, deren Bulldogs entweder nur noch passiv ihre Tage verdösen (Couch Potatos); oder aber es kann der Typ des leicht erregbaren, beschäftigungssüchtigen Bulldogs (Typ Hyper) die Zuchtlinie dominieren.

Züchten ist mehr als vermehren -
Züchten ist eine Kunst aus Instinkt, Verstand und Erfahrung...

Wer sich fürs Züchten interessiert, dem empfehle ich (noch einmal) den BB-Beitrag
"Kleiner Ausflug in die Kunst des Züchtens" vom 6. April 2006 zu lesen.


Donnerstag, Mai 18, 2006

Probleme mit dem Sauberwerden ???


Ich lese immer wieder einmal, daß speziell Bulldogs viel mehr Zeit als andere Rassen bräuchten, um sauber zu werden. Mich ärgert diese Generalisierung des Phänomens.

Deshalb habe ich mich sehr gefreut, daß in dem neu erschienen Büchlein : "Bulldog, A Kennel Club Book" ausdrücklich drin steht, daß ein Bulldog leicht zur Sauberkeit zu erziehen sei, weil er sehr klug ist. Nebenbei, dies ist ein wirklich sehr zu empfehlender kleiner Bulldog-Führer aus den USA. Alle Kapitel, von Wesentests bis zur Welpenauswahl, vom Aktivbleiben bis zu Gesundheitsproblemen, alle Themen sind konsequent bulldogbezogen behandelt. Es wird auch ausführlich dargelegt, welche Eigenschaften ein Bulldog-Besitzer haben sollte, um mit dieser besonderen Rasse glücklich zu werden. Alles ist einfach und trotzdem solide dargestellt. Ein auch optisch gut gestaltetes Büchlein, das ich mir in Deutsch wünschen würde!

Zurück zum Thema :
Es ist bestimmt wahr, daß manche Bulldogs erstaunlich spät sauber werden. Dies kann an der Dickköpfigkeit oder an der Sensibilität eines einzelnen Bulldogs liegen. Es mag vielleicht in einer speziellen Zuchtlinie verankert sein, oder durch die Haltung, eine individuelle Blasenschwäche oder eine verschleppte Blasenentzündung verursacht sein. Im Einzelfall kann auch eine Lernschwäche durch Riesenköpfigkeit nicht ausgeschlossen werden. Aber die Ausrede : "Es liegt an der Rasse!" gilt nicht!!!

Als ich mit Doris Ehrenstein über dieses Thema telefonierte, da meinte sie sozusagen augenzwinkerd : "Scheint bei Bulldogs wirklich häufiger vorzukommen. Naja, die sind eben mehr Mensch als Hund. Kinder brauchen auch länger :-))!" Lachen ;-)))

Rekordverdächtig ist Doris Ehrensteins "Alaska-Willie I" (Bild) gewesen : er kam mit 8 Wochen zuverlässig stubenrein zu ihr!!!

Bei Rüden fällt das Pinkeln auch immer in die Kategorie "Markieren". Deshalb ist bei Rüden die Stubenreinheit etwas schwieriger zu erreichen - jedenfalls meistens.

Zum Beispiel brauchte der eigensinnige ;-) Dackel meiner Schwester ein halbes Jahr, bis er zuverlässig stubenrein war. Ich hielt sein "im Haus Pinkeln" für eine klare Demonstration seines Selbstbestimmungswillens :-) und seines Markierungswunsches. Bei den Bulldogs dürfte der Dickkopf ähnlich ausgeprägt sein.

Auch der Besuch von oder bei Hündinnen läßt Rüden häufig ihre gute Erziehung vergessen. Dann ist dies "im Haus Pinkeln" eine sexuelle Wunsch-Demonstration.

Alle meine 5 Bulldog-Hündinnen waren mit spätestens 16 Wochen stubenrein (Wilma sogar schon mit 12 Wochen), und sie waren aus ganz verschiedenen Zwingern : Ziska (v.d. Eisenschmelz), Sarah (Pickwick), Alma (Pickwick), Wilma (Floral Garden), Frieda (Goomba).

Und in unserem Bulldog-Freundeskreis gibt es meines Wissens nur 2 Rüden, die circa 6 Monate bis zu zuverlässiger Stubenreinheit brauchten. Aber, wie gesagt, Rüden sind in der Regel etwas schwerer sauber zu bekommen. ((Wie ist das bei Menschen-Jungs ? ;-))

Dies alles belegt aus meiner Sicht, daß ein verzögertes Sauberwerden NICHT die Rasse an sich betrifft, wie leider manchmal speziell Züchter behaupten. Es gibt gewiß bestimmte Zwinger und Zuchtlinien, auf die dieses Problem zutrifft, aber eben längs nicht auf alle!


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Cornelia
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, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen 37 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.".

Jetzt sollen die Bulldogs zusätzlich hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behielt sein Copyright an Bildern und Text, gab aber Cornelia ein einmaliges, unwiderrufbares Nutzungsrecht für eine Veröffentlichung in diesem Blog.


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Update: 21. 3. 2008

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