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Archiv: Beiträge 2016, 2015 und 2014 zum Thema

Haltung, Wesen, Verhalten, Kommunikation


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Dienstag, Oktober 10, 2017

Zungensprache - Zungenspiel :-)


Ein paar Jahre schon habe ich keinen eigenen Beitrag mehr über "Zungenfotos" gebracht. Dabei ist die Bulldogzunge durch ihre Größe und Faltungensvielfalt so aussagekräftig wie seine Mimik insgesamt.

Die große Bulldogzunge ist natürlich zuerst einmal ein Schwitzorgan, ein Temperatursenker auch über den sie abkühlenden Atemstrom.

Abgesehen davon wirken Bulldog-Zungenbilder auf mich stets lustig. Vielleicht deshalb, weil sie in ihrer Größe so ursprünglich direkt Gefühle und Absichten verrät. Sie "spricht" auf ihre Weise.

Blickkontakt suchen und die Zunge dabei einzuziehen meint oft: "Hör mir zu!" Diese Fotos von Kaskades Stolp zeigen das sehr schön.

Auch ausnahmsweise einmal KEINE Zunge zu zeigen, ist eine Aussage: hohe Konzentration, Einsatzbereitschaft! Auch mensch würde in solch einer Situation schweigen :-)

Beim miteinander Toben bleibt die Zunge, um sie zu schützen, sorgsam eingezogen. Auch beim Bellen bleibt die Zunge eingefaltet im Maul. So verläßt der Ton das Maul "unverschlabbert" wie bei einer Trompete :-)

Auf den Fotos hier bellt mich ein 5 monatiger Welpe in Köln durch das Fenster (Galerie Klaus Benden) an. Er und ich sahen uns gleich überrascht an, ich ging in die Galerie hinein und er begrüßte mich sogleich zu meiner Freude (und zum Staunen seines Herrchens) stürmisch-lieb!

Die Zunge formt sich beim Trinken zum "Schöpflöffel" nach hinten (Siehe Beitrag vom März 20, 2015). Auf dem Foto oben von Dicki Borgert formt sie sich nach vorne zum "Greifinstrument" sehr praktisch: Mit dieser muskulösen Zunge läßt sich Sahne wie Wasser schöpfen und Leckerli - fest wie mit einer Hand - aufgreifen.

Oben noch einmal, weil sie so gekonnt ist, Dicki´s Zungenrolle. Diesmal beim Gähnen, das in Appetit übergeht..." :-) Apropos Gähnen ;-)

Unten ein Foto von Alex Schnabel: mit ihrer Profi-Kamera hat sie gut festgehalten, wie ihr schon 10jähriger Stanley seine Zunge zur Abkühlung als "Fächer" nutzt.

Jetzt ein wunderschönes Video über ein zärtliches "Zungenspiel" :-)

Und ein Video über diese lange Zunge als perfektes "Auslutschwerkzeug" :-)

Zum Schluß ein weiteres reizendes "Zungenspiel"-Video. Und viel Spaß mit Ihrem eigenen Bulldog dabei :-)

HINWEIS: Wenn Sie ganz oben in der grauen Referenzspalte den Suchbegriff "Zunge" eingeben, finden Sie viele Links zu Beiträgen über die große Bulldogzunge.


Montag, September 18, 2017

Hunde können die Perspektive des Menschen

übernehmen

Quelle: ScienceDaily (Apr. 7, 2017)


Menschen sind in der Lage, das Verhalten anderer zu interpretieren, indem sie ihnen mentale Zustände (und sich selbst) zuordnen. Durch die Übernahme der Perspektiven anderer Personen können sie deren Emotionen, Bedürfnisse und Absichten erkennen und entsprechend reagieren. Im Tierreich ist diese "Theory of Mind" ein sehr umstrittenes Thema.

Kognitionsbiologen des Messerli Forschungsinstituts (Uni Wien) konnten mit einem neuen Testverfahren nachweisen, dass Hunde nicht nur feststellen können, ob ein Mensch eine Nahrungsquelle im Auge hat und deshalb weiß, wo das Essen verborgen ist. Sie können dieses Wissen auch anwenden, um entsprechende Hinweise von Menschen richtig zu interpretieren. Diese Perspektive ist ein wichtiger Bestandteil der sozialen Intelligenz. Es hilft Hunden, mit der menschlichen Umwelt fertig zu werden.

Die so genannte "Theory of Mind" beschreibt die Fähigkeit des Menschen, mentale Zustände wie Emotionen, Intentionen, Wissen, Glauben und Wünschen zu verstehen. Diese Fähigkeit entwickelt sich bei Menschen innerhalb der ersten vier oder fünf Jahre des Lebens, während sie in der Regel bei Tieren nicht angenommen wird. Indikationen, dass Tiere mentale Zustände oder sogar Erkenntnisse von anderen verstehen können, wurden bisher nur bei Affen und Raben gefunden. Hunde wurden mehrmals getestet, aber die Ergebnisse waren widersprüchlich.

Mit einem neuen experimentellen Ansatz konnten Kognitionsbiologen aus dem Messerli Forschungsinstitut nun einen soliden Beweis finden, dass Hunde unsere Perspektive, unseren Gesichtspunkt einnehmen können. Durch Einnahme der Position eines Menschen und durch Folgen seines Blickes verstehen die Hunde, was der Mensch sehen konnte und folglich auch wissen. Diese Fähigkeit, Wissen zuzuschreiben, ist nur ein Bestandteil der Theory of Mind, aber einewichtiger.

Den richtigen Informanten identifizieren

Das sogenannte Guesser-Knower-Paradigma ist ein Standardtest in der Erforschung der Zuordnung von Wissen von anderen. Bei diesem Experiment handelt es sich um zwei Personen: ein "Wisser", der das Essen, unsichtbar für den Hund, in einem von mehreren Lebensmittelcontainern versteckt oder weiß, wo jemand anderes ihn versteckt hat, und ein "Rater". Der Ratende war entweder nicht im Zimmer gewesen oder bedeckte seine Augen während des Essenversteckens. Eine nicht transparente Wand blockiert die Sicht der Tiere auf das Essen. Danach werden die beiden Menschen Informanten, indem sie auf verschiedene Lebensmittelbehälter hinweisen.

Der Wisser weist immer auf den Essensbehälter und den Rater auf einen anderen hin. Alle Behälter riechen nach Nahrung. "Um das Essen zu bekommen, müssen die Hunde erkennen, wer das Versteck kennt, und wer nicht. Sie müssen den Informanten identifizieren, auf den sie sich verlassen können, wenn sie sich für Lebensmittel-Container entscheiden", sagte Hauptforscher Ludwig Huber. In etwa 70 Prozent der Fälle wählten die Hunde den vom Wissenden angezeigten Container. Dieses Ergebnis war unabhängig von der Position des Nahrungsmittelcontainers, der Person, die als der Wisser fungierte und wer als Rater.

Hunde können menschliche Perspektiven übernehmen

ANMERKUNG:

Wenn Hunde den Unterschied erkennen können, ob jemand "etwas weiß" und nur "etwas rät", dann müssen sie ein sehr feines Gespür für Sicherheit und auch Ehrlichkeit des Anderen besitzen. Man sagt ja auch, sie würden "schlechte Menschen" erkennen und uns vor ihnen warnen.

Ich wage zu bezweifeln, dass Menschen bei einem solchen Test gleich gut wie sie abschneiden würden...

Das einzige Ziel dieser Testreihe war es jedoch, eine in Neuseeland durchgeführte Studie selbstständig zu bestätigen. Ein deutlicher Beweis dafür, dass Hunde in der Lage sind unsere Perspektive zu übernehmen und zu nutzen, wurde in einem neuen, vom Team entwickelten Test, dem sogenannten "Rater Wegschauen" Test, entwickelt:

In diesem neuen Experiment verbirgt eine dritte Person in der Mitte das Essen. Diese Person gibt später den Hunden keine Hinweise. Die potenziellen Informanten knieten links und rechts vom Verstecker und sahen auf die gleiche Seite und leicht nach unten. So sah einer der Beiden zum Essen hin, und der andere sah von ihm weg. "Das bedeutet, dass die getesteten Hunde, um das Essen zu bekommen, beurteilen mussten, wer der Wisser ist, indem er die Perspektiven der Informanten annimmt und ihren Blicken folgt", erklärte Huber. Auch bei diesem Test, der für die Tiere sehr schwierig ist, wurden etwa 70 Prozent der Versuche beherrscht.

Die Annahme der menschlichen Perspektive führt zu unsichtbaren Speisen

In der Lage zu sein, die Perspektive eines Menschen zu übernehmen, erfordert jedoch nicht die Fähigkeit, Intentionen oder Wünsche zu verstehen. "Aber die Studie zeigte, dass Hunde herausfinden können, was Menschen oder Artgenossen sehen oder nicht sehen können", erklärte Huber. "Indem sie die Positionen der Menschen annehmen, finden sie heraus, was die Menschen sehen und deshalb wissen - und folglich, wem sie vertrauen können oder nicht."

In ähnlichen Experimenten konnten Schimpansen und wenige Vogelarten wie Raben den Wissensstand und auch die Absichten der Menschen verstehen und ihr eigenes Verhalten entsprechend ändern. Für Hunde gibt es bisher nur vorgegebene und vage Anzeichen. Aber Hunde verstehen unser Verhalten sehr gut, zum Beispiel unsere Aufmerksamkeit. Sie können von direkt sichtbaren Hinweisen wie Gesten oder Blicken lernen.


Dienstag, Dezember 6, 2016

"Bürger-Wissenschaftler"

tragen zur Hundeforschung bei

Quelle: ScienceDaily (Sep. 16, 2015)


Fünfhundert "Bürger-Wissenschaftler" aus der ganzen Welt haben Daten zu einer Studie zusammen getragen, die untersucht, was in den Köpfen ihrer Hunde vorgeht.

Dies Forschungsprojekt analysiert die gesammelten Daten von 500 Hundebesitzern, die die gleichen Spiele zu Hause spielten, welche die Forscher im Labor verwenden, um mehr über die kognitiven Fähigkeiten und Problemlösungen von Hunden herauszufinden. Bei fünf der sieben analysierten Tests entsprachen die Daten der Bürgerwissenschaftler denen, welche in den Labors der Duke University (Durham, UK) und anderswo produziert wurden.

Zum Beispiel: in einem der Spiele-ähnliche Tests folgten viele der Hunde mehr ihrer Erinnerung als ihrem Geruchssinn, um eine versteckte Belohnung zu finden. Die Hunde sahen zu, wie ihr Besitzer Essen unter einem von zwei Tassen versteckte. Dann, während die Sicht des Hundes verdeckt war, tat der Besitzer das Essen unter die andere Tasse. Wenn Hunde die Nahrung riechen konnten, sollten sie in der Lage gewesen sein, die korrekte Schale zu wählen, aber die Testteilnehmer stellten fest, daß die meisten Hunde dorthin gingen, wo sie zuletzt die Nahrung sahen.

"Das sind nur Spiele", sagte Projektleiter Hare: "Die Besitzer lieben es, sie zu spielen, und die Hunde lieben es, sie zu spielen. Ich erkannte, dass mehr Leute sie spielen könnten, wenn sie online (Dognition.com) waren." Mehr als 17.000 Hundebesitzer von Durham (UK) bis Finnland haben sich angemeldet und teilen ihre Daten mit den Forschern. "Die Daten, die diese Hundebesitzer produzieren, sind Qualitätsdaten", sagt Senior Researcher Evan MacLean, "Sie stimmen mit den Ergebnissen aus den Spitzenforschungsgruppen auf der ganzen Welt überein."

Laut MacLean wurden die Ergebnisse "Erinnerung-über-Geruch" in sieben verschiedenen Forschungsgruppen und mehr als ein Dutzend verschiedener Studien repliziert. "Die meisten Leute denken, dass Hunde ihren Geruchssinn für alles nutzen", sagte MacLean. "Aber eigentlich nutzen Hunde bei der Lösung von Problemen eine ganze Reihe von Sinnen."

Die Analyse der ungewöhnlich großen Datensätze, erstellt von Dognition.com, hat auch ergeben, dass alle Hunde eine einzigartige Reihe von kognitiven Fähigkeiten haben, die sie verwenden, um durch die Welt um sie herum zu navigieren. Einige Hunde wurden gefunden, die gute Kommunikatoren waren, einige hatten bessere Erinnerungen und andere waren besser darin, die Perspektive ihrer Besitzer einzunehmen.

"Die meisten Leute denken an Intelligenz als ein Glas, das mehr oder weniger voll ist", sagte Hare. "Aber Intelligenz ist eher Eiscreme, jeder hat eine andere Geschmacksrichtungen." In einer Sache gut zu sein bedeutet nicht, es in allem Anderen auch zu sein."

Hare sagte, diese Art von Befunden sind nur möglich mit den großen Datensätzen, die Bürger-Wissenschaftler erzeugen können. "Sehr viel ist möglich, wenn du so viele Daten hast", sagte Hare. "Ich freue mich auf Hundebesitzer, die alle großen Fragen beantworten, die Wissenschaftler seit Jahrzehnten verwirrt haben."


Ergänzende Anmerkung zum Artikel

Es geht mir manchmal so, dass ich über die Ergebnisse von Hunde-Verhaltensforscher denke: das ist doch sowieso klar! Dies Datenmassen-Experiment zeigt besonders deutlich, dass die Wissenschaft unser Hundehalter-Erfahrungswissen bestätigt.

Das Vertrauen in den Menschen, wie z.B. die Überzeugung "mein Mensch betrügt mich nicht" bestimmen das Verhalten unseres Hundes ganz wesentlich. Im oben berichteten Beispiel vertrauen die Hunde darauf, dass die Futtertasse dort ist, wo ihr Mensch sie hingestellt hat - und dass dieser ihn nicht reinlegt, indem er die Tasse heimlich vertauscht. So geht man mit seinem besten Freund ja schließlich auch nicht um :-)

In Zusammenhang mit den Ergebnissen oben, finde ich die Studie "Was ist wichtiger: Futter oder Zuwendung?" (siehe Beitrag vom 26. November 16) besonders interessant. Deren Ergebnis "Hunde sind mit Menschen hypersocial" wird hier einmal mehr bestätgt.


Mittwoch, September 14, 2016

Der Ton macht die Musik, Teil II


Kaum hatte ich den Beitrag unten über Friedas Empfindlichkeit dem Tonfall gegenüber, in dem ich etwas von ihr wünsche, geschrieben, da erschien in der "FAZ", die wir abonniert haben, in der Rubrik "Natur und Wissenschaft" ein Artikel zu diesem Thema.

Diese faszinierenden Forschungsergebnisse will ihn Euch nicht vorenthalten :-)


Samstag, September 10, 2016

Der Ton macht die Musik, Teil I


Dass unsere Frieda freundlich gesagt sensibel reagiert, wenn sie früh aufstehen oder spät abends noch mal in den Garten gehen soll, darüber schrieb ich schon einige Male. Und in diesen Situationen amüsierte mich ihr knurrender Dickkopf auch nicht gerade.

Das muß auch anders gehen, dachte ich. Und mir fiel die Geschichte ein, die Martina Stolp uns über Kaskdes erzählt hatte: "Man muß "bitte" zu ihr sagen!" (Siehe Beitrag vom 11. Januar 2015) Kaskades ist Friedas Enkelin, und vielleicht hat Frieda die gleiche "delikate" Veranlagung.

Also säuselte ich vor einigen Wochen abends nach dem Spätkrimi "Meine allersüßeste feine Frieda, möchtest Du vielleicht noch einmal Pipi machen? Ich hetze Dich nicht, nein, ich bin ganz ganz lieb, weil Du es ja auch bist. Du bist so eine gute liebe Frieda,...."

Skeptisch ging ich mit Kosmo schon zur Terrassentür - ich glaubte es fast nicht, sie kam sofort schwänzchenwackelnd hinter uns her :-) Zufall? Nein. Sie steht seitdem jeden Abend und Morgen gut gelaunt und nahezu sofort auf, wenn ich oder Stu statt des früher üblichen kurzen Rufs "Aufstehen!" liebevoll und in sanftmütig singendem Tonfall ihr erzählen, dass es ein schöner Morgen ist und sie eine wunderbare Frieda. Mir fällt nur folgende Erklärung dazu ein:

Sie erlebt wohl eine kurz und knappe Ansprache als unverdient unfreundlich. Sie hat doch nichts getan, um solch eine "Unhöflichkeit" zu verdienen und knurrt entsprechend unhöflich zurück.... Der Ton macht die Musik, auch bei ihr :-) Kosmo ist da anders, eben ein Kerl ;-)


Dienstag, September 6, 2016

Verhaltensgenetik: Angst und Aggression

Quelle: ScienceDaily (Aug. 10, 2016)


In der Hunde-Verhaltensgenetik gibt es erste bestätigte Ergebnisse:

Es gibt neun Angst/Aggressions-Wesensmerkmale.

Während viel über die Biochemie von Angstzuständen verstanden wird, ist nur wenig über die damit verbundenen genetischen Variationen bekannt. Eine neue Studie berichtet, dass beim Hund die genetische Veranlagung für Aggression gegenüber seinem Eigentümer oder einem vertrauten Hund sich von der Angst und Aggression gegenüber unbekannten Menschen und Hunden unterscheidet. Die Forscher identifizierten etwa 12 Gene, die mit diesen Merkmalen in Verbindung stehen.

"Unser Hauptfokus lag auf spezifischen Genen, die mit für Aggressionen gegenüber fremden Menschen und Hunden relevanten Genen in zwei Genomregionen verbunden sind", sagte Carlos Alvarez, PhD, Principal Investigator in dem Zentrum für Molekulare und Humangenetik im Forschungsinstitut des Nationwide Children's Hospital. "Diese Gene gehören konsistent zur Kernangst und Aggression des Neuralweges, der als Amygdala-Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren Achse bekannt ist." "Die Ergebnisse werden sich nicht nur auf die wichtigsten Hundeverhaltensprobleme beziehen, sondern sind wahrscheinlich auch von großer Bedeutung für die menschliche Angststörungen."

Die unmittelbaren Auswirkungen dieser Ergebnisse betreffen die Tierverhaltensmedizin, wie Gentests zur Risikoabschätzung bestimmter Arten von Angst und Aggression. Langfristig sind sie ermutigend für Erwachsene und Kinder mit Angststörungen.

Da diese Risikovarianten alle Hunderassen betreffen, bietet sich eine ideale Testsituaton für Veterinäre neue biochemischen Therapien zu entwickeln. Sobald festgestellt wird, welche neuronalen Schaltkreise durch die (genetische) Risikoänderung betroffen sind, wird dies wahrscheinlich zu Medikamenten führen, welche emotionale Verhaltenseffekte verringern oder verstärken können. Diese könnten sofort mit der Zustimmung des Hundebesitzers getestet werden. Und wenn diese Therapien bei Hunden wirksam sind, dann können sie bei Menschen mit ähnlichen Verhaltensstörungen angewendet werden. Die Erkenntnisse über die Neuralwege wird auch zu der Entwicklung von Biomarkern führen, die verwendet werden können, um die Patienten herauszufinden, die am wahrscheinlichsten auf solche Behandlungen reagieren.

"Dieses Projekt hat gerade erst begonnen", sagte Dr. Alvarez. "Wir sind weiterhin dabei zu forschen und andere Gene zu identifizieren, die mit Angst/Aggression verbunden sind. Wir sind gespannt, was diese Forschungen weiterhin aufdecken werden."


Kommentar: Politik- und Zuchtkritik

Es gibt immer noch Bulldog-Zuchtlinien, in denen sich ein ängstliches Wesen dominant vererbt. Das liegt daran, dass Jahrzehnte lang körperliche Rassenmerkmale - bei Vernachlässigung von Wesensmerkmalen - entscheident für die Zuchtauswahl waren. Leider geschieht das in manchen Zuchtvereinen auch heute noch: es geht dabei um Pokale als Marketingvorteil!

Ein einzelner ängstlicher Welpe kann aber auch bei Paarungen ausgeglichener, nicht verwandter Bulldogs in jedem Wurf dabei sein. Irgendein ängstlicher Vorfahre hat sich dann nach den Zufallsprinzip genetisch durchgesetzt.

Einen männlichen ängstlichen Welpen sollte man später nicht kastrieren lassen, denn das Testosteron stärkt ihn mental; es gleicht die ererbte Ängstlichkeit etwas aus. Das Risiko, dass er ein Angstbeißer wird, verringert sich dadurch.

Die Erziehung eines ängstlichen Bulldogs sollte darauf abzielen ihm/ihr Vertrauen in die Außenwelt zu stärken: feste Regeln und stabile Führung sind dafür wichtig. Solch ein Hund fühlt sich überfordert und reagiert ängstlich bis aggressiv, wenn er Einschätzungen und Entscheidungen bezüglich Fremden und/oder fremden Situationen selbst treffen soll. Starke Führung durch den Menschen hilft ihm, denn er ist weniger ein Selbstentscheider als der Bulldog im Allgemeinen.

Die Studienergebnisse oben berühren die Frage der geerbten Wesenseigenschaften bestimmter als aggressiv eingestufter Rassen.

Bestimmte Rassen (einige der "Listenhunde" - der heutige Englische Bulldog gehört nicht dazu) wurden duch eine Zuchtauswahl geschaffen, die auf ausgeprägte Aggression angelegt war, und es in bestimmten Milieus auch noch ist.

Trotzdem gibt es in den Würfen von auf Aggression angelegten Zuchten auch immer wieder sanfte Welpen dabei. Was alle Fachleute sagen stimmt, man kann Aggression keinesfalls allgemein an einer Rasse festmachen.

Die Behörden zeigten durch ihre grob verallgemeinernde Rasselisten-Regelung der "gefährlichen Hunde" Unbelehrbarkeit zulasten der Hunde und ihrer Menschen. Und sie agierten populistisch - was sie bei Anderen stets und ständig lauthals verurteilen :-((! Die Rasselisten gehören in allen Bundesländern abgeschafft. Statt dessen wäre es zielführend jeden Hundehalter einem "Hundehalter-Eignungstest" zu unterziehen, auch und besonders im Interesse der Hunde.

Ich plädiere für stärkere gesetzliche Regelungen und Kontrollen in der Hundezucht allgemein: Qual- und Aggressionszucht gehören nicht mehr in unsere Welt!


Mittwoch, August 17, 2015

Treppen-Lifter


Alexandra Schnabel mailte uns neben dem Link im vorgigen Beitrag - sozusagen als Kontrastprogramm - auch diese drei Links.

Screenshot oben: LINK zum VIDEO.

Der heute leider meist verbreitete Bulldog ist durch Zuchtversagen - insbesondere der letzten Jahrzehnte, dazu mehr im nächsten Beitrag - häufig gelenkschwach. Ein Treppenlifter kann vorbeugen, dass sich beim jungen Bulldog nicht schon früh Arthrose entwickelt.

Für einen Bulldog, der schließlich kein Feld- und Wiesen Arbeitshund ist, sind allerdings mehrere Treppen, z.B. hoch in einen 3. Stock, eine ihm grundsätzlich unangemessene Belastung. Glatte Treppenstufen sind wegen der Rutsch- und Zerrungsgefahr ungeeignet. Wir haben zwei Treppen im Haus, deren Holzstufen haben wir deshalb mit Kokos-"Bremsmatten" beklebt.

Glatter Fußboden, gleich welchen Materials, ist grundsätzlich ungeeignet für alle Hunde, da sie darauf leicht ausrutschen können. Teppiche und/oder Läufer helfen hier.

Screenshot oben: LINK zum VIDEO. Der niedliche Lift ist sicherlich selbstgebaut. Die sichere Benutzung hat der Kerl gut gelernt :-)

Screenshot unten: LINK zum VIDEO. Dieser Bulldog sieht überzüchtet aus; zu schwer und kurzatmig scheint er in jedem Fall zu sein.

Für alte Bulldogs, für alte Hunde überhaupt, sind Treppen oft schwer zu bewältigen.

Als unsere Alma Joy 12 Jahre alt war, schaffte sie irgendwann keine Stufen mehr, und auf Sofas konnte sie nicht mehr springen. Taub war sie auch geworden. Ich schlief das letzte halbe Jahr bei ihr unten im Erdgeschoß auf einer Bodenmatratze. Es war eine sehr innige Zeit... Ich lernte dabei von ihr, ihren Tod zu akzeptieren...


Mittwoch, September 2, 2015

Aussichten im Stadt- und Landleben;

und etwas zur Bedeutung des Laufens


Hunde wollen wissen, was in ihrer Umgebung so los ist. Das ist aus ihrer und des Menschen Sicht ihre Aufgabe im gemeinsamen Rudel.

In der Stadt ist natürlich alles auf der Straße von Interesse. Zur Not reicht eine Bank, wie hier für Paula und Willie Ehrenstein. Aber dann findet der kluge Willie noch eine aussichts-reichere Lösung, wie oben zu sehen :-)

Auf dem Land sind die Möglichkeiten Aussichtspunkte zu finden vielfältiger, vor allen Dingen aber erfolgversprechender als in der Stadt :-). Bäume zu erklettern ist eine der Möglichkeiten, aber riskant und deshalb nicht jedem zu empfehlen...

Da ist ein Baumstumpf oder ein Holzstapel eher bulldog-geeignet.

Nicht nur ein Menschentraum: Sicht bis ..............

Das lateinische Wort für "Wolf" ist "Lupus". Darin steckt der Wortstamm auch unseres Wortes "Laufen/Läufer". Der Wolf ist DER Läufer: rund um die nördliche Hemisphäre hat er sich laufend ausgebreitet; er läuft täglich viele Kilometer, weil es seine Natur ist. Der Hund als Wolfabkömmling braucht es zu laufen, auch unser Bulldog. Zwar nicht so viel, aber immerhin doch etwas.

Interessant finde ich die Abstammung unseres Wortes "Hund", engl. "Hound". Es hängt mit dem Jagen zusammen, im Englischen ist dieser Sprachzusammenhang noch erhalten, der Jäger ist der "Hunter"; da denkt man als Sprachfreund gleich den Satz (Lauf) "hinter"(her)! So jagen Hund und Wolf ja wirklich.

Also, lauft (oder trottet :-) mit Eurem Bulldog, wenn schon nicht durchs Land, so doch durchs Gelände :-)


Sonntag, Juli 26, 2015

Zehn Gründe

eine Englische Bulldogge zu adoptieren

Übersetzung Quelle: Canines & Couture.
Wie ich feststelle, existiert die Originalseite inzwischen schon nicht mehr)


Der Besitz einer englischen Bulldogge ist nichts für schwache Nerven. Es erfordert eine Menge Arbeit, Geld und Engagement. Es mag so aussehen als enthielte diese Liste meist Risiken "Sie sollten eine englische Bulldogge übernehmen, wenn ..." aber es sind am Ende in der Tat Gründe, denn wenn man alle "wenn" mit "ja" beantwortet, dann ist man ein seltener, besonderer Mensch, der würdig ist in seinem Leben eine Englische Bulldogge zu haben.

  1. Du solltest eine Englische Bulldogge adoptieren, wenn Du Dir eine leisten kannst und bereit bist, ihr durch die besten und schlechtesten Zeiten zu helfen.

    Eine Menge Leute, die eine Englische Bulldogge adoptierten, waren sich nicht über die Kosten klar, die mit ihrem Besitz verbunden ist. Englische Bulldoggen sind mehr als viele andere Rassen anfällig für einige gesundheitliche Probleme. Deswegen geben mehr Menschen, als ich mir vorstellen mag, sie besonders gegen Ende ihres Lebens, wenn die Haltung hart und teuer wird, in Tierheime ab. Es gibt eine Menge älterer Schmuser da draußen, die ein endgültiges, liebevolles Zuhause benötigen.

  2. Du solltest eine englische Bulldogge adoptieren, wenn Du nicht erwartest, dass Dein Hund die Zunge richtig passend im Maul trägt, weil sie das überhaupt nicht tut.
  3. Du solltest eine englische Bulldogge adoptieren, wenn Dir Schnarchen, Blähungen, feuchtes Schniefen, und Aufstoßen nichts ausmachen.
  4. Du solltest eine englische Bulldogge adoptieren, wenn Du von Haus aus ein Kümmerer bist. Wenn Du einen Hund wünschst, der wenig bis gar keine Mühe erfordert, denke erneut darüber nach. Der Schmuser kann anbetungswürdig sei, aber er fordert unter Anderem vorsorgliche Reinigung: Meine Routine mit Rufus dauert jeden Abend etwa 15 Minuten. Ich reinige seine Ohren und Augen, wischen sein Maul, Pfoten und Schwanz und bürste sein Fell, das scheinbar nie aufhört zu schuppen.
  5. Apropos Fell, Du solltest eine Englische Bulldogge adoptieren, wenn Du nichts gegen winzig kleine weiche Haare hast ... überall an Deinen netten Sachen.
  6. Solltest Du bereits eine Englische Bulldogge haben, ist es für Dich in Ordnung angebetet zu werden. Die Liebe einer Englischen Bulldogge ist so ungefiltert und transparent. Rufus liebt mich mit einer Unbekümmertheit, die ich nicht ganz in Worte fassen kann; er drückt er seinen Kopf gegen meine Schienbeine, wenn er glücklich ist mich durch die Tür kommen zu sehen. Er schnaubt vor Aufregung Gischt-Tropfen über mein ganzes Gesicht, wenn er Futter bekommt. Er drückt mir die Kniee raus, wenn er mich vor anderen Hunden oder Menschen beschützend umkreist. Englische Bulldoggen sind zum Herzerweichen nachlässig und träge, aber Wenn Du mit dem Allem umgehen kannst, dann hast Du die richtige Rasse für Dich gefunden.
  7. Du solltest eine englische Bulldogge adoptieren, wenn Du Zeit hast und anhänglich bist. Wie bei jeder Rasse, erfordern Englishe Bulldoggen Deine Zeit, Liebe und Zuneigung. Sie lieben die Nähe des Menschen - nicht unbedingt erstickend nah - aber nah. Wenn Du Nähe nicht genießt, dann tu Dir selbst den Gefallen und wähle eine Rasse, die weniger begeistert von Dir ist.
  8. Du solltest eine englische Bulldogge adoptieren, wenn Du Dich um Details kümmerst. Wenn Du jemand bist für den es keine Rolle spielt, mit was Du Deinem Hund fütterst, bekommt das einer Englische Bulldogge nicht. Solche Details sind immens wichtig für sie. Eine gesunde Ernährung ist wichtig um ihr Gewicht niedrig und damit gesundheitliche Probleme in Schach zu halten.
  9. Du solltest eine englische Bulldogge adoptieren, wenn Du NICHT ein Mensch bist, der einen dicken Hund will, weil das "cute" ist. Englische Bulldoggen sind anfällig für Übergewicht, und es ist aus mehreren Gründe von größter Bedeutung sie fit zu halten, insbesondere wegen ihrer inhärenten Atmungs-Probleme.
  10. Du solltest eine Englische Bulldogge adoptieren, wenn Du begeistert, kämpferisch und hingerissen glücklich sein willst. Rufus ist eines der besten Dinge, die mir jemals passiert sind, trotz der Herausforderungen, die ich oben erwähnt. Er hat sich 110% gelohnt.
Du solltest auch eine englische Bulldogge adoptieren, wenn Du es magst ihnen entzückende Schlipse umzubinden. Ich habe ganz vergessen, dass ich Rufus vor einigen Jahren eine Krawatte von "Scutte" in San Francisco kaufte. Als ich sie in seiner Schublade fand, war ich voller Liebe!

Sieht er nicht schön damit aus? Willst Du nicht auch eine englische Bulldogge wie ihn adoptieren?


Donnerstag, Juli 16, 2015

Wölfisches Erbe: die Kooperationfähigkeit

des Hundes gegenüber Menschen

Quelle: ScienceDaily (Jan. 20, 2015)


ANMERKUNG: Die in Deutschland wieder wild lebenden Wölfe verhielten sich - gegenüber ihnen zufällig begegnenden Menschen - nicht aggressiv, sondern abwartend beobachtend. Der Mensch gehört, warum auch immer, offensichtlich nicht zu ihrem natürlichen Beuteschema. Die Untersuchungen der Wiener Uni in Zusammenarbeit mit dem Wolfs-Forschungszentrums bestätigen dies, erklären es aber leider noch nicht.
Hunde sind bester Freund und Partner des Menschen. Die Ursprünge dieser Hund-Mensch-Beziehung waren Gegenstand einer Studie von Verhaltensforschern des Messerli Forschungsinstitut an der Veterinär-Uniklink Wien und dem Wolfsforschungszentrum. Sie zeigten, dass die Vorfahren der Hunde, die Wölfe, den Mitgliedern ihrer Spezies und den Menschen gegenüber mindestens so aufmerksam sind wie Hunde. Diese sozialen Fähigkeiten sind nicht während der Domestikation entstanden, wie zuvor angenommen wurde, sondern sind schon in den Wölfen vorhanden. (Veröffentlicht in der Zeitschrift Frontiers in Psychology)

Die allgemein akzeptierte Domestizierungs-Hypothese lautet: "Hunde wurden tolerant und aufmerksam als Folge des Domestikations-Prozesses, in dem Menschen sie aktiv nach diesen Fähigkeiten selektierten, um sie zu Kooperationspartnern zu machen." Friederike Range und Zsófia Virányi von der Vergleichenden Kognitionsforschung am Messerli Forschungsinstitut haben die Gültigkeit dieser Hypothese in Frage gestellt und die "Canine-Zusammenarbeits Hypothese" entwickelt. Diese besagt, dass Wölfe bereits tolerant, aufmerksam und kooperativ sind. Das Verhältnis von Wölfen zu ihrem Rudel könnte die Grundlage für die heutige Mensch-Hund-Beziehung sein. Eine zusätzliche Selektion zu Gunsten sozialer Aufmerksamkeit und Toleranz sei während der Domestikation nicht notwendig gewesen.

Hunde akzeptieren den Menschen als Sozialpartner
Die Forscher glauben, dass Wölfe nicht weniger sozial aufmerksamen sind als Hunde. Hunde arbeiten jedoch leichter mit Menschen, weil sie Menschen leichter als Sozialpartner akzeptieren, und weil sie ihre Angst vor Menschen schneller verlieren. Um ihre Hypothese zu testen, untersuchten sie die soziale Aufmerksamkeit und Toleranz von Wölfen und Hunden innerhalb ihrer Rudel und zu den Menschen.

Die Testleistung von Wölfen ist zumindest so gut wie die der Hunde
Verschiedene Verhaltenstests zeigten, dass Wölfe und Hunde sehr ähnlich soziale Fähigkeiten haben. Unter Anderem testeten die Forscher, wie gut Wölfe und Hunde Lebensmittel, die von einem Artgenossen oder von einem Menschen versteckt worden war, finden können. Beide, Wölfe und Hunde, verwendet Informationen, die von Menschen gegeben worden waren, um die versteckte Nahrung zu finden. In einer weiteren Studie zeigten sie, dass Wölfe dem Blick der Menschen folgten. Um die Aufgabe zu lösen, müssen die Tiere in der Lage sein eine mentale Repräsentation der "Hingucker"-Perspektive zu realisieren. Wölfe können dies ganz gut.

Testen von Hunden und Wölfen in Rudeln
Am Wolfsforschungszentrum in Ernstbrunn in Niederösterreich Österreich, untersuchten die Forscher das soziale Verhalten von Hunden und Wölfen, die mit Artgenossen und mit Menschen aufwuchsen. "Die Tiere werden sowohl mit Artgenossen und mit Menschen sozialisiert. Um das Verhalten von Hunden und Wölfen zu vergleichen und die Auswirkungen der Domestikation untersuchen zu können, ist es wichtig, dass die Tiere unter den gleichen Bedingungen leben," erklärt Virányi.

EINE EMPFEHLUNG: Mehr zu diesem Thema siehe Beitrag vom 13. März 2014. Und wie Wölfe freiwillig mit einem Menschen kooperieren können, ja diesen sogar als "schwaches Rudelmitglied" fürsorglich am Leben erhalten, dazu lesen Sie bitte die Rezension über das bewegende Buch "Der mit den Wölfen lebt", Beitrag vom 8. März 2015
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Mittwoch, Juni 24, 2015

Heute ein Beitrag von Evelyn Riesen

"Notbulldoggen - eine Entscheidungsfrage"

oder "Von der Not-Bulldogge zur Glücks-Bulldogge"


Anlass dieses Beitrags ist, dass wir mit meiner lieben Lady - die auch zu ihnen gehörte - am Freitag, den 12.06.2015 ihren (geschätzten) 9. Geburtstag feierten, und sie nun schon 3 Jahre und 2 Monate bei mir ist. Damals gaben ihr die Ärzte noch 2-3 Monate ...

Als Puppy-Mill-Mam in Ungarn ausgenutzt, vernachlässigt - JA: missbraucht ... und nun aber glücklicherweise stabil und mit einer großen Portion Lebensfreude, die mich tagtäglich mit Freude, Glück und (ja, jetzt werde ich pathetisch) Demut erfüllt. Ich habe ja auch den Vergleich, wie es ist, eine Baby-Bulldogge (meine Kama, die mit 10 Wochen zu mir kam) zu haben, sie aufwachsen zu sehen, mit ihr zu leben, genau zu wissen, warum sie in welchen Situationen nun so reagiert.

Der Aufbau des Vertrauens und des gegenseitigen Verstehens dauert bei einer Not-Bulldogge SEHR, SEHR VIEL länger. Lady war bei mir gar nicht geplant, ich sah sie, sie berührte mich, und ich entschied mich sie zu mir zu nehmen. Und was da auf mich zukam, das hätte ich nicht erwartet, weil ich nicht so weit gedacht hatte.

Ein ängstliches, misstrauisches Mädchen, das alles Gute, was ihr widerfuhr, niemals mehr aufgeben wollte und mit Zähnen verteidigte. Sie verstand nicht, was Spielen ist, interpretierte die ruppigen Ziehspiele zwischen Kama und mir als Angriff seitens Kama, und so griff sie sie an, um mich zu verteidigen. Dann ihre Angst um´s Futter - ich musste beide Hunde lange Zeit isoliert füttern ... Ganz zu schweigen von allen Krankheiten, die sie mitbrachte (Herzwürmer, Herzinsuffizienz, chronische Niereninsuffizienz, schwere Arthrose im ganzen Körper, die ganze Wirbelsäule ist eine durchgängige Spondylose, luxierende Schultern und Anämie, Keratitis links, Räudemilben, Giardien, Streptokokken und Staphylokokken in den Augen, Pilze in den Ohren, Pilze und Bakterien auf der Haut), die ich langwierig und kostenintesiv ABER mit großem Erfolg (Stolz !!!) und einer erstaunlichen Duldsamkeit seitens Lady behandelte.

Nach rund vier Monaten war Lady nun frei von allen Parasiten, ihre Nierenwerte wurden (bis heute) im Normbereich stabil, ihr Auge verbesserte sich geringgradig, die Keratitis ist gestoppt. Da sie in all ihren bisherigen Jahren unter der Spondylose und Arthrose litt, hatte sich wohl eine Schmerzgewöhnung eingestellt, sodass unser Tierorthopäde und ich entschieden, hier keinerlei Behandlung anzugehen, was sie nur erneut belastet hätte, sondern nur einzugreifen, wenn eine Verschlechterung erkennbar ist. Damit bin ich bislang sehr gut gefahren.

Lady zeigte schon immer immense Angst bei Schuss- oder schussähnlichen Geräuschen und zwar stärker, als ich es von Hunden bislang kannte. Zufällig zeigte uns dann vor Kurzem eine Röntgenaufnahme des Kopfes, dass der armen Maus ein Geschoss eines Luftgewehres in der Stirn über dem linken Auge steckt. Ja, in "solchen Ländern" (wo sie her kommt), ist es völlig "normal", dass auf die Tiere "einfach mal so" geschossen wird ... was das mit mir macht, kann ich nicht in Worte fassen, und es entsetzt mich, dass "das", das so etwas macht, noch als "Mensch" bezeichnet wird!

Es dauerte dann von dem Moment, als Lady zu mir kam, rund 1,5 Jahre, bis Lady ein Gefühl der Sicherheit entwickelte, vertraute, dass sie bei mir bleibt, dass es ihr weiter gut geht, dass sie gepflegt und geliebt wird, ja respektiert und ernst genommen wird in all ihren Befindlichkeiten. Und seitdem "schubbert" sie sich täglich im Garten den Rücken und gibt verzückte Laute von sich - ich denke, das sind die Momente, in denen sie ihre Vergangenheit vollkommen vergessen kann und das Leben für sie "einfach nur schön" ist. Sie ist absolut verträglich mit anderen Hunden, ein ruhiges, sanftes Mädchen geworden.

Ganz aktuell wurde noch eine versteckte Leishmaniose (zeigt sich weder im regulären noch im E.L.I.S.A.-Test) bei ihr entdeckt, und zwar zuerst vermutet durch eine verschobene Eiweißelektrophorese im Blutbild. Erst eine Lymphknoten-Punktion brachte den eindeutigen Befund. Die Therapie läuft gerade noch und ich bin ganz zuversichtlich.

Es gibt ja nun viele Argumente für und gegen Nothunde aus dem Ausland. Die deutschen Tierheime und Vermittlungs-Institutionen sind voll genug, um eine reiche Auswahl zu haben (allerdings zugegebenermaßen nicht unbedingt bei Englischen Bulldoggen). Man ändert die Einstellung des "Auslandes", wo Hunde völlig anders betrachtet werden, als bei uns, nicht - darüber sollte man sich im Klaren sein ... egal, ob man das "Ausland" auf den "überschüssigen" Hunden sitzen lässt oder sie nach Deutschland holt. Durch den "Import" von Auslandshunden holen wir uns auch wieder Krankheiten ins Land, die eigentlich besiegt waren, dennoch denke ich, diese Krankheiten finden auch auf anderen Wegen zu uns (Globalisierung im Ganzen betrachtet).

Aber auch bei einem Welpen vom Züchter kann es böse Überraschungen geben (s. meine Kama: HD, ED, Patella-Luxationen ... sie hatte so viele orthopädische Probleme und musste mit 5 3/4 wegen eines Hirntumors erlöst werden). Da eine Entscheidung zu treffen, kann nur Jeder für sich alleine!

HAUPTSACHE, man kauft KEINEN Billig-Welpen vom Welpenvermehrer !!! Hier bekommt man kranke, traumatisierte Welpen von kranken, ausgebeuteten Muttertieren - so etwas will doch keiner unterstützen, der über ausreichend gesunden Menschenverstand verfügt - nicht wahr!? Und wenn die Welpenvermehrer keine Welpen mehr verkaufen können, legt man ihnen auf diesem Weg elegant und effektiv das Handwerk.

Es gibt einen Verein, die Plattnasenhilfe e.V., die ich nach meinen bisherigen Erfahrungen sehr lobe. (Lady bekam ich über eine andere Tierrettung, die deutlich "sorgloser" vermittelt). Ich schreibe gelegentlich mit Nina e-Mails und sie wirkt wirklich sehr engagiert und seriös. Schaut man sich auf deren Website um, wird zwar auch das Schicksal der Hunde dargestellt, aber weit weniger reißerisch, als so einige Tierrettungen es mit tränentreibenden Stories praktizieren. Und sie weisen vor allem ausdrücklich darauf hin, welche Punkte man ernst nehmen MUSS: LINK HIER.(BITTE UNBEDINGT ernst nehmen!!!). Das machen sonst die wenigsten Vereine.

Sich für eine Not-Bulldogge zu entscheiden, ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Man muss genau abwägen, ob man der Typ Mensch ist, der das "Schrullige", das man meistens nicht erklären kann, akzeptieren will und kann. Zumal eine Bulldogge ja schon per se schrulliger ist als andere Rassen.

Wer eine schnelle Bindung und gemeinsames Aneinanderwachsen sucht, ist gewiss mit einem Welpen besser bedient (bitte gründlich über die jeweiligen Züchter informieren und ruhig hier bei Cornelia oder anderen erfahrenen Bulldoggern Beratung und Tipps erfragen!). Wer aber einem geschundenen Wesen noch Lebensqualität unter Berücksichtigung sämtlicher Einschränkungen der eigenen Bedürfnisse und Optionen (Investition von Zeit, Geld und Nerven) geben will, sollte es meiner Meinung nach wagen ... Wie heißt es so schön beim Menschen: "Es ist nie zu spät, eine schöne Kindheit zu haben!", und es könnte auch heißen: "Es ist nie zu spät, ein glücklicher Bulldog zu sein!".

Ich kann für meinen Teil nur sagen: es hat seine Zeit gedauert, aber seitdem ist Lady ganz tief in meinem Herzen und ich möchte die Erfahrungen und das, was ich mit ihr erlebe, um nichts in der Welt missen oder tauschen!

Und wenn sie eines Tages zu Kama über die Regenbogenbrücke geht, muss ich wirklich ernsthaft überlegen, ob ich mir dann einen Welpen oder eine Not-Bulldogge zulege. Das entscheide ich, wenn es soweit ist. Das Bauchgefühl ist dann sicher ein guter Berater!

In diesem Sinne: alle(s) Liebe für alle Bulldoggen (und natürlich auch andere Hunde) !!! Und für Alle, die überlegen: "Woher kommt meine nächste Bulldogge?": einfach mal offen sein für die möglichen Optionen und schauen, wie es sich anfühlt! Viel Freude dabei!


Sonntag, April 19, 2015

Ein Hund hört uns immer zu!

Quelle: ScienceDaily (Nov. 26, 2014)


Wenn ein Menschen einander zuhören, reagieren sie nicht nur auf das, was gesagt wird - Konsonanten und Vokale zu Wörtern und Sätzen zusammengesetzt und aufgereiht - sondern auch auf andere Merkmale: z. B. auf die emotionale Färbung und das Geschlecht des Sprechers. Jetzt wird in der Zeitschrift Current Biology über einem ersten Beweis dafür berichtet, dass auch Hunde diese verschiedenen Komponenten der menschlichen Sprache differenzieren und verarbeiten.

ANMERKUNG:

Es ist in meinen Augen ein großer gesellschaftlicher Fortschritt, erzielt durch die Neuro-Wissenschaften, dass mehr und mehr all das, was früher als "Vermenschlichung" diskreditiert wurde, jetzt als tatsächlich menschenähnlicher Prozess, speziell im Gehirn, erkannt wird!

"Wir können in unserer Studie zwar nicht sagen, wie viel oder in welcher Weise Hunde Sprachinformationen verstehen, wohl aber dass sie sowohl auf verbale als auch auf Sprecher-bezogene Informationen reagieren, und és scheint, dass diese Komponenten in verschiedenen Bereichen ihres Gehirns verarbeitet werden, ", sagt Victoria Ratcliffe von der School of Psychology an der University of Sussex.

Frühere Studien haben gezeigt, dass Hunde eine hemisphärische Verarbeitungsneigung haben - linke Gehirnhälfte gegen rechte - wenn sie die Laute anderer Hunde verarbeiten. Ratcliffe und ihr Vorgesetzten David Reby sagen, dass es ein logischer Schritt sei zu untersuchen, ob Hunde eine ähnliche Verarbeitungsneigung bei in der menschlichen Sprache übermittelten Informationen zeigen.

Sie spielten den Hunden Sprachinformationen auf beiden Seiten des Kopfes vor, so daß jedes ihrer Ohren die Worte gleichzeitig und mit der gleichen Amplitude aufnahm. "Die Toneingänge werden von jedem Ohr vor allem auf die gegenüberliegende Hemisphäre des Gehirns übertragen" erklärt Ratcliffe. "Wenn eine Hemisphäre auf die Verarbeitung bestimmter Informationen im Klang spezialisiert ist, wird diese Informationen als vom gegenüberliegenden Ohr wahrgenommen." Wenn der Hund sich zu seiner Linken drehte, zeigte das, dass die Informationen in den Tönen votzugsweise durch das linke Ohr gehört wurde. das deutet darauf hin, dass die rechte Hemisphäre spezialisiert auf die Verarbeitung dieser Art von Informationen ist.

Die Forscher haben allgemeine Neigungen (biases) bei Hunden festgestellt, "Antworten auf bestimmte Aspekte der menschlichen Sprache zu beobachten. Bei vertrauten Befehlen, in denen die sinnvollen Komponenten deutlicher gesprochen werden, zeigten die Hunde eine Verarbeitungsneigung in der linken Hemisphäre, was sie durch Drehen nach rechts anzeigten. Wenn die Intonation oder die sprecherbedingten Stimm-Hinweise übertrieben waren, zeigten die Hunde eine signifikante Bevorzugung der rechten Hemisphäre.

"Dies ist besonders interessant, weil unsere Ergebnisse nahelegen, dass die Verarbeitung von Sprachkomponenten im Gehirn des Hundes zwischen den beiden Hemisphären in einer sehr ähnlichen Weise wie im menschlichen Gehirn aufgeteilt sind", so Reby.

Natürlich bedeutet dies bei weitem nicht, dass Hunde tatsächlich alles, was wir Menschen sagen verstehen, oder dass sie eine menschenähnliche Fähigkeit des Sprachverständnisses hätten - ganz im Gegenteil. Aber, sagt Ratcliffe, "diese Ergebnisse unterstützen die Idee, dass unsere vierbeinigen Begleiter aufmerksam sind", nicht nur, wer wir sind und wie wir etwas sagen, sondern auch was wir sagen."

All dies sollte als eine gute Nachricht zu vielen von uns hundliebenden Menschen kommen, die wir viel Zeit im Gespräch bereits mit unseren Welpen verbringen. Sie mögen Dich nicht immer verstehen, aber sie höhren Dir wirklich zu.

Unten: Danke Anke, für diesen "Baby diskutiert mit Bulldog" Video-Link :-)


Dienstag, Februar 24, 2015

Zählen können...


"Not macht erfinderisch" - und Klugheit ist dabei von Vorteil :-)

Haben Hunde ein Anzahl- oder nur ein Mengenverständnis?
Quelle: ScienceDaily (Dez. 16, 2014)

Mental in der Lage zu sein sinnvolle Futtermengen zu erkennen, ist von Vorteil für alle sozialen Arten. Wissenschaftler des Messerli Forschungsinstitut an der Vetmeduni Wien haben untersucht, wie gut Hunde zwischen einer verschiedener Anzahl von Futterstückchen unterscheiden können.

Friederike Range und Zsofia Virányi testeten die Mengenunterscheidungs-Fähigkeiten der Hunde mit einer unterschiedlichen Anzahl von Käsestücken zwei undurchsichtigen Röhrchen, jeweils rechts und links eines. Die Hunde hatten zu entscheiden, welches Rohr mehr Käsestücke enthielt. Durch Drücken der richtigen Summer wurden die Hunde mit dem Käse aus dem jeweiligen Rohr belohnt: die Käsestücke des gewählten Rohres wurden ihnen dann nacheinander zum Fressen herausgegeben. Sie müßten sich also mental eine Vorstellung der jeweiligen Anzahl bilden.

Die Forscherinnen verglichen diese Ergebnisse mit denen von Wölfen: die Hunde konnten nicht zwischen 2 gegen 3 Stücke oder 3 gegen 4 Stücke unterschieden, Wölfe aber wohl. "Hunde sind besser in der Lage die Mengen von Lebensmitteln zu unterscheiden, wenn sie sie in ihrer Gesamtheit zu sehen", sagt Range. "Aber das erfordert keine mentale Vorstellung der Anzahl." Die Forscherinnen untersuchen nun, warum die Hunde so schlecht in diesen Tests sind. Ist es, weil sie Schwierigkeiten mit der Verarbeitung numerischer Information haben, oder ist es die fehlende Fähigkeit zur mentalen Vorstellung? Es ist möglich, dass eine dieser Fähigkeiten im Laufe der Domestikation verloren ging. "Im Vergleich zu Wölfen müssen Haushunde nicht mehr ihr Futter selbst suchen. "Sie sind so von der natürlichen Selektion ausgeschlossen," erklärt Range.


Zweifel an den oben zitierten Studien-Schlussfolgerungen

Es wurde 13 Mischlinge getestet; das ist keine signifikante Menge - und deshalb dürfte sich eine generalisierte Aussage zum numerischen Verständnis von Hunden, gleich welcher Rasse, verbieten.

Es gibt Gegenbeispiele.

Kosmo z. B. kann zählen (wie weit, das wissen wir nicht). Er erwartet abends 4 Bettgeh-Leckerli. Wir haben es getestet: Wir gaben ihm weniger, und er protestierte, bis er insgesamt 4 hatte. Dann war er still. Wir machten irgendwann einmal einen kleinen Zähl-Test mit ihm: Wir gaben ihm ein 5tes, und er sprang vor dankbarer Überraschung wild herum. Fatal: am nächsten Abend protestierte er bei 4, und war nach dem 5ten still. Wir unterließen weitere Tests, womöglich hätte er aus Dauerappetit bis 100 zählen gelernt ;-)

Im Sinne der obigen Studie könnte man auch sagen: Kosmo fühlt sich nicht von der natürlichen Selektion ausgeschlossen. Wir sind seine Umwelt, die er "im Sinne seines Überlebens" optimal behandeln und nutzen muß ;-)

Wir achteten irgendwann nicht mehr darauf, wie viele (aus seiner Sicht wie wenige) Leckerli wir ihm abends gaben, es geschah mehr zufällig. Als ich diesen Beitrag schrieb, testete ich ihn noch einmal.

Da wir, wie gesagt, nicht mehr auf die immer gleiche Anzahl Leckerli geachtet hatten, zählte er auch nicht mehr mit, sondern fand es wäre stets 1 zu wenig! Was lernen wir daraus? Zum Lernen muß man/hund motiviert sein. Und zum Lehren auch ;-)


Erstaunlich:

Bei YouTube fand ich ein Video das zeigt, wie ein Bulldog bis 10 zählen kann, und sogar diese Zahlen in beliebiger Reihenfolge bellen kann.

Es ist ein Viedeo aus Griechenland - naja, die 'Alten' Griechen waren die führenden Mathematiker und Philosophen ihrer Zeit. Neuerdings wird dort die (kaufmännische) Rechenkunst aber etwas anders genutzt... aber lassen wir dieses Thema.

Sehen Sie sich das Video an! Ich würde gerne wissen, wie lange der 'Mathematik-Unterricht' gedauert hat :-) Jedenfalls erscheint es mir kein Zufall zu sein, dass der Schüler ausgerechnet ein Bulldog ist. Diese Rasse ist ein Selbstentscheider (siehe Beitrag vom 30. Dezember 2014) Und Selbstentscheider bedeutet auch Selbstverantworter. So gesehen ist er auch als Rasse dazu geneigt, seine Umwelt "im Sinne seines Überlebens" klug zu erfassen - ggf. auch durch Zählen.

Noch etwas Mathe :-)


Montag, November 10, 2014

1.) Auch Hunde können Pessimisten sein.

Quelle: ScienceDaily (Sept. 18, 2014)


Hunde scheinen im allgemeinen fröhliche, glückliche Charaktere zu sein, so dass man erwarten könnte, dass die meisten eine optimistische Einstellung zum Leben haben würden. Tatsächlich aber sind einige deutlich pessimistischer als andere, wie Forschungen an der Universität Sydney zeigten.

"Diese Forschung ist spannend, weil positive und negative emotionale Zustände bei Hunden objektiv und nicht-invasiv gemessen werden. Sie bietet Forschern und Hundebesitzer einen Einblick in die Einstellungen von Hunden und wie sich diese ändern", sagte Dr. Melissa Starling von der Fakultät für Tier-Wissenschaft. "So genau wie möglich herauszufinden, ob ein bestimmter Hund optimistisch oder pessimistisch ist, ist besonders hilfreich in Bezug auf Arbeits-und Diensthunde und hat wichtige Implikationen für den Tierschutz."

Den Test-Hunden wurde beigebracht zwei verschiedene Töne (zwei Oktaven auseinander) mit Milch - oder bloß Wasser der gleichen Menge - als Belohnung zu verbinden. Sobald sie diese Unterscheidungsmerkmale gelernt hatten, wurden ihnen gemischte Töne präsentiert. Wie Hunde auf mehrdeutige Töne reagieren zeigt, ob sie erwarten, dass gute Dinge mit ihnen geschehen werden, und sie demnach als optimistisch bezeichnet werden können. Wie sie auf solche unterschiedlichen Mischtöne reagieren zeigt, wie optimistisch sie sind: Ein sehr optimistisch Hund kann sogar auf Töne, die eher wie der 'Wasser-Belohnungs-Ton' klingen, mit positiver Erwartung reagieren.
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"Unter den getesteten Hunden waren mehr als optimistisch denn als pessimistisch einzuschätzen. Aber es ist zu früh um zu sagen, ob das allgemeingültig für Hundepopulationen ist", sagte Dr. Starling. Laut dieser Forschung erwartet ein Hund mit einer optimistischen Persönlichkeit mehr gute und weniger schlechte Dinge. Er geht Risiken ein und gewinnt Zugang zu Belohnungen. Er ist ein Hund, der es erneut angeht, wenn die Dinge nicht in seinem Sinn geschehen. Kleinere Rückschläge stören ihn nicht.

Wenn der Hund eine pessimistische Persönlichkeit ist, erwartet er weniger gute und mehr schlechte Dinge. Dies kann ihn vorsichtig und risikoscheu werden lassen. Er kann ohne weiteres aufgeben, wenn die Dinge sich nicht in seinem Sinn entwickeln, weil kleinere Rückschläge ihn stressen. Er ist nicht unglücklich per se, aber er wird wahrscheinlich am zufriedensten mit dem Status quo sein und braucht Ermutigungen, um neue Dinge auszuprobieren. "Pessimistische Hunde schienen viel mehr von Mißerfolgen gestresst zu werden als optimistische Hunde. Sie neigen zum Jammern und vermeiden es eine mißlungene Aufgabe zu wiederholen.

"Diese Forschung könnte Arbeitshundetrainern helfen die am besten für die Arbeit geeigneten Hunde auszuwählen. Ein pessimistisch Hund, der die Risiken scheut, wäre z.B. ein guter Blindenhund, während ein optimistischer, hartnäckiger Hund gut für Drogen- oder Sprengstoff-Erkennung eingesetzt werden kann."

Dr. Starling hat zusammen mit der Wohltätigkeitsorganisation 'Assistance Dogs Australia', die Service-und Begleithunde für Menschen mit Behinderungen anbietet, untersucht, ob es die Auswahl geeigneter Kandidaten für die Ausbildung unterstützen würde, den Optimismus eines Hundes zu messen. Diese Forschung legt dar, dass nicht nur die Persönlichkeit die Art und Weise beeinflußt, wie ein Hund sich verhält und die Welt sieht, sondern auch wie positiv oder negativ seine aktuelle Stimmung ist.

"Diese Forschung hat das Potenzial die Beurteilung des Tierschutzes völlig umzugestalten. Wenn wir wissen, wie optimistisch oder pessimistisch ein Tier gewöhnlich ist, ist es möglich Verhaltensänderungen zu verfolgen, die anzeigen, ob sein aktueller emotionalen Zustand positiver oder negativer ist als üblich ", sagte Dr. Starling. "Das bemerkenswerteste Ergebnis ist, dass wir einen Hund fragen können 'Wie fühlst du dich?' und eine Antwort bekommen."

"Das Maß an Optimismus/Pessimismus einers Hundes könnte verwendet werden, um sein Wohlbefinden in jeder Umgebung zu überwachen und zu beurteilen, wie effektiv vermehrte Aktivitäten es verbessern könnten, und um genau festzustellen, was ein Hund emotional belastend finden würde."


2.) Aber alles kann sich ändern.


Mein ergänzender Kommentar zum obigen Forschungsbericht:

Optimismus / Pessimismus sind nichts Statisches

Es stellt sich die Frage zu den oben berichteten Tests, ob die getesteten Hunde alle aus einer "normalen", hundefreundlichen Umgebung kamen, also ihr angeborenes Temperament zum Tragen kam. Da die Haltungsbedingungen der Testhunde nicht speziell erwähnt werden, gehe ich davon aus.

Abgesehen von den oben erwähnten Tagesschwankungen gibt es auch ganze Lebensphasen, in denen das Temperament umgepolt sein kann. Extrem schlechte Erfahrungen im Leben können aus einem optimistischen Hund einen Pessimisten machen, weil er aus Erfahrung weiß, dass ihm nichts Gutes widerfahren wird. Hat er dann das Glück aus seiner schlimmen Lage befreit zu werden und in eine liebevolle Familie zu kommen, dann dürfte ganz langsam nach und nach sein Optimismus wieder erwachen. Ich sehe hier Aggripina-Emmy Borgert als ein Beispiel:

Die ersten Jahre bei Borgerts zeigte Emmy Menschen gegenüber so gut wie keine Emotionen der Freude oder auch nur der inneren Aufmerksamkeit. So konnte sie, wie in einem mentalen Schutzpanzer verschanzt, die Zeit in ihrer tierquälerischen Ersthaltung aushalten - und daraus wurde Gewohnheit.

Erst jetzt, nach Überwindung einer lebensbedrohenden Erkrankung durch alte Infektionsherde, hat sich das geändert. Sie weiß, dass sie dies Isabelle zu verdanken hat. Isabelle erzählte mir, dass Emmy nun ihr "Schattenhund" geworden ist: sie folgt ihr vertrauensvoll auf Schritt und Tritt voller optimistischer Verbundenheit. Ihre lebensoffene, bulldoggige Urnatur ist wieder zum Vorschein gekommen.

Isabelle schreibt in ihrem Beitrag vom 6. November (siehe unten): "Und eins ist noch neu: Hing Emmy zwar an uns allen, aber man konnte ihr nie anmerken, dass sie sich z.B. freut, wenn man nach Hause kommt. Das ist nun anders: Herrchen fürchtet um seine Hosen, wenn plötzlich eine kleine Rakete von hinten an ihm hochspringt und sich kaum einkriegt, dass Herrchen wieder da ist." Und: "Eines allerdings ist auch erwacht: Ganz Bulldogge hat sie heute im Warteraum spontan einen Labrador vermöbeln wollen,..."

Umgekehrt halte ich es auch für gegeben, dass ein ängstlicher, eher pessimistischer Welpe durch gezielte Ermutigungserziehung ein gewisses Maß an Optimismus entwickeln kann. Biologisch steht das durch äußere oder innere Einflüsse bewirkte Aus- und/oder Einschalten bestimmter Gene dahinter. Die Wissenschaft spricht hier von der Epigenetik. Ausführlicher gehe ich im Beitrag vom 20. Juli 2010 darauf ein.


Anmerkung zum Temperament des Bulldogs

Ein Rassemerkmal des Bulldogs dürfte Optimismus sein - schließlich zog er bis 1835 - als Hundekämpfe in England verboten wurden - in jeden Kampf mit dem Willen zu gewinnen. Und wäre er nicht 'optimistisch' gewesen, hätte er diesen Durchhaltewillen und diesen Kampfesmut nicht entwickeln können.

Ängstliche, 'pessimistische' Bulldogs gibt es heute leider häufiger - sie sind meist das Ergebnis von Linien-Inzucht, bei der die Wesensmekmale gegenüber körperlichen Merkmalen in der Regel vernachlässigt werden. Typischerweise sind das FCI-Zuchten. Es gibt aber natürlich auch sich spontan entwickelnde Gendispositionen zu 'Pessimismus' oder Ängstlichkeit.

Aber im Allgemeinen zeigt auch der heutige Bulldog noch so viel Selbstbewußtsein wie optimistischen Mut :-)


Freitag, August 22, 2014

So ein schöner Tag, "go walk"!


So einen schöner Tag, so einen schönen Tag wie heute .... , ... den nutzen wir zum Wandern - naja, ewig (siehe Werbeposter) muß es auch nicht sein !

Auch ein Bulldog wandert gerne, wenn auch nicht in der Mittagssonne. Das Rumlaufen hält ihn fit, schärft seine Sinne, belebt seinen Geist, hilft ihm alt zu werden :-)

Die überzüchteten Bulldogs - mit denen manche gewissen- oder ahnungslose Züchter und Hundehändler immer noch ihr Geld verdienen - können nicht viel laufen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es tatsächlich Menschen gibt, die ihn genau deswegen kaufen: sie wollen "Couchpotatoes", weil sie selbst welche sind :-(

Der Bulldog braucht kein regelrechtes und ausgiebiges Lauftraining wie viele andere Rassen; aber ein gesundes Maß davon unbedingt!

Und das Spazierengehen mit Hund macht auch einem Menschen Freude: zu sehen, wie er rumtrollt, alles anschnuppert, jedes auch kleinste Geräusch registriert, auf Wiesen vor Freude rumrennt und sich rumwälzt, Krähen verjagt und sich Stöcke packt - herrlich. Da möchte man manchmal vor Mitfreude laut singen :-)

Übrigens: auch alte - und sogar arthritische - Hunde brauchen maßvolle Bewegung. Wie jeder Arzt und Tierarzt sagt: um dann nicht ganz zu versteifen ist Bewegung notwendig, auch wenn es zunächst weh tut!


Stu begegnete einem Alpenwanderer

Anfang August auf Motorradtour unterwegs in Österreich, fuhren Stu und Frank auf der Mautstrasse über dem Gerlospass, um die Krimmler Wasserfälle zu sehen. Kaum auf dem Parkplatz angekommen, wurden sie von einer schönen Bulldogge begrüßt.

Stu hat sich leider den Namen nicht gemerkt, meint aber sie hiesst Isabella oder ähnlich. Er hat der Besitzern die Adresse dieses Blogs gegeben. Stu: "Wenn Sie dies lesen, können Sie ggf. den Namen korrigieren, bitte."

Und schon kam postwendend ein Email : "Hallo, Ich bin der Besitzer von der Bulldogge, die sie in Österreich gesehen haben. Die Bulldogge heißt Rza (=Riza) und ist Rüde. Hat mich sehr gefreut ihn auf ihrer Website gesehen zu haben :-)"


Montag, August 18, 2014

Des Bulldogs Erziehungsmethoden :-)


Es scheint, der Bulldog hat ein ungeheuer großes, angeborenens und auch durch Erfahrung erlerntes Wissen über Erziehungs-Methoden in Bezug auf "den besten Freund des Hundes",

... oder sollte ich sagen: Erziehungs-Methoden, die Menschen zu seinem "Besten Freund" machen können?

Der Bulldog erreicht seine Erziehungserfolge durch:

  • ... die Freundlichkeit seiner bittenden, unschuldig-kindlichen Gesten.
  • ... die Kunst des Erweckens von Mitgefühl für seinen (angeblichen) Kummer oder Hunger.
  • ... die Kraft seines stillen Dauer-Anstarrens.
  • ... die Geduld seines ausdauernden Auf-die-Nerven-gehen-können.
  • ... die Einsicht in die Wirksamkeit des Gegenteils: einfach ignorieren.
  • ... die Sicherheit, die er seinen Menschen durch todesverachtende Schutzbereitschaft schenkt.
  • ... die Unwiderstehlichkeit seiner Schmusesignale und Liebesüberfälle.
  • ... die Bedeutung der "virtuellen Leine", an der ihm sein Mensch ggf. hinterherläuft.
  • ... die Größe menschliche Fehler gleich verzeihen und vergessen zu können.
  • ... die Erkenntnis, dass Humor zu zeigen und Lachen zu provozieren jede Erziehung erleichtert.
  • ... das Gabe, das jeweilige Hobby seiner Menschen zu erlernen und kumpelhaft mit ihnen zu teilen. Das macht diese schwach vor Begeisterung.
  • Wer von Euch ist mit noch weiteren Methoden von seinem Bulldog erzogen worden? Denn sein psychologisches Sensorium und sein Erfindungsreichtum sind riesengroß!


    Samstag, August 16, 2014

    Rechtsprechung: Hundeliebe ist ein Wert


    Heute zitiere ich zwei Fälle, einen älteren und einen ganz neuen, in denen jeweils ein Gericht in seiner Urteilsbegründung die Liebe zu einem Hund als hohen Wert für diesen Menschen anerkennt.

    Der Hund wird hier nicht gleichermaßen als "Sache" bewertet wie z.B. ein Möbelstück oder ein Auto. Zwar bleibt er formaljuristisch eine "Sache", aber die emotionale Bedeutung dieser "Sache Hund" für einen Menschen macht ihn über seinen "finanziellen Wert" hinaus schützens- und pflegenswert. Dies zeigt aber auch die völlige gesellschaftliche Abhängigkeit des Hundes vom Menschen... Die Menschheit hat noch einen weiten Weg vor sich bis zu respektvollerer Wertschätzung von Leben allgemein...

    Unterhaltsrecht für einen Hund

    Das Oberlandesgericht Düsseldorf (Quelle: Kostenlose Urteile) hielt das Familiengericht in einem Unterhaltsstreit für einen "ehelichen Hund" für zuständig.

    Zum Unterhalt gehöre der gesamte Lebensbedarf. Dies umfasse in angemessenem Umfang auch Aufwendungen zur Pflege geistiger Interessen und sonstiger Belange. Zu den sonstigen Belangen seien auch Zuwendungen zu einem Haustier zu zählen, wenn dieses die Lebensqualität und das Wohlbefinden steigert.

    Erstattung von Behandlungskosten

    Das Amtsgericht München (Quelle: Kostenlose Urteile) entschied: Wer einen Hund anfährt und verletzt, hat grundsätzlich die Behandlungskosten unabhängig vom Wert des Hundes zu erstatten. Aber der Hundehalter muss sich bei unsachgemäßem Anleinen des Hundes ein Mitverschulden zurechnen lassen.

    Auf die Frage, in wieweit der Hund sachgemäß festgebunden war oder nicht, gehe ich in diesem Zusammenhang nicht ein. Das kann bei Interesse in der angegebenen Quelle nachgelesen werden. Das Urteil jedenfalls legte fest, dass der Autofahrer von den 2200 Euro Behandlungs- und Operationskosten des angefahrenen Hundes Pauli 1650 Euro zu ersetzen habe. Den Rest muß die Hundebesitzerin wegen teilweisen Mitverschuldens selbst tragen.

    Zitat:

    Behandlungskosten bei einem Tier können auch bei erheblichem Übersteigen des materiellen Wert des Tieres ersatzfähig sein.

    Zur Schadenshöhe stellte das Gericht klar, dass durch das Gesetz zur Verbesserung der Rechtsstellung des Tieres im bürgerlichen Recht vom 20. August 1990 geregelt wurde, dass Behandlungskosten bei einem Tier auch dann ersatzfähig sein können, wenn diese den materiellen Wert des Tieres erheblich übersteigen.

    Das Gesetz berücksichtigt nunmehr auch den ideellen Wert. Folglich können Tiere nicht uneingeschränkt wie Sachen behandelt werden, deren Wert ausschließlich materieller Art ist.

    Aber anders als beim Menschen, bei dem Heilbehandlungskosten im Rahmen des medizinisch Gebotenen grundsätzlich unbeschränkt erstattungsfähig sind, gibt es bei Tieren eine Obergrenze, jenseits derer die Heilungskosten unverhältnismäßig sind und damit nicht ersetzt werden müssen.

    Kriterien, wann die Kosten unverhältnismäßig sind, enthält das Gesetz nicht. Dies hängt nach den Ausführungen des Gerichts von den Besonderheiten des einzelnen Falls ab. Grundsätzlich spielen dabei der Wert des Tieres und sein Alter lediglich eine untergeordnete Rolle. Die Höhe der Erfolgsaussicht der Behandlung spiele insoweit eine Rolle, als umso höhere Kosten aufgewendet werden dürfen, je höher die Erfolgschancen der Heilbehandlung sind.

    -

    Das Gericht hat daher bei dem Hund Pauli mit Blick auf den im Tierschutzgesetz niedergelegten Gedanken des Schutzes der lebenden Natur die angefallenen Heilbehandlungskosten für verhältnismäßig erachtet, obwohl der Hund 8 Jahre alt war und an anderen Krankheiten litt.


    Samstag, Juli 5, 2014

    Heute schreibt Gastbloggerin Alexandra Bombek

    Zweiter Schwimmunterricht für Bulldoggen


    24. 6. 2014: Hallo Cornelia, ja das Schwimmen(lernen) war ein Erfolg... alle hatten Spaß... auch wenn man es einigen Bulldoggen nicht so ansehen kann.

    Die Gesichtermimik war erstaunlich ;-) Bei allen Hunden Augen aufgerissen: Oh mein Gott was passiert hier; Augen geschlossen: Ich genieße es!!! Anbei mein Bericht und die Bilder:

    Zum 2. Mal hatte ich zum Bulldog-Schwimmunterricht aufgerufen (siehe Beitrag über den 1. Schwimmunterricht: 3. September 2012).

    Es hat mich sehr gefreut, dass nicht nur Spike und Lucy wieder mit dabei waren, (denn die Zwei können ja schwimmen), sondern dass auch neue und vor allem jungen Bulldogs mitmachten, um Schwimmen zu lernen und um die Scheu vor Wasser zu verlieren.

    Immer wieder ertrinken Hunde, und gerade Bulldoggen fällt es schwer zu schwimmen oder sich überhaupt über Wasser zu halten, daher finde ich es sehr wichtig und auch sinnvoll bei so einem Schwimmunterricht mal dabei zu sein.

    Es ist gut zum Schwimmenlernen die Hunde in erfahrene Hände zu geben, so wie in der Hundephysiotherapie Praxis Gangwerk, wo Frau Siebertz mit viel Liebe unsere Bulldoggen betreute.

    Es war erstaunlich wie schnell Alfons, der eigentlich wasserscheu ist, sich an das Wasser und das Schwimmen gewöhnt hat. Die erste Runde war er etwas erschrocken, nachdem er aber den ersten Schock mit Frauchen Martina an seiner Seite überwunden hat, ging die zweite Runde schon viel einfacher.

    Eddie ist zwar wasserverrückt, aber geschwommen ist er vorher noch nie… Er war zuerst auch etwas erschrocken und gleichzeitig überrascht, was mit ihm gerade passiert, war aber hoch konzentriert bei der Sache.

    Lilly war zu Anfang etwas steif, aber auch sie wusste schnell was zu tun ist, um sich vorwärts zu bewegen.

    Das Schwimmen ist sehr anstrengend für die Hunde, aber auch ein gutes Training und dazu gelenkschonender als Laufen, gerade für unsere schweren Bulldoggen.

    Stanley, Spike und Lucy sind leidenschaftliche Schwimmer. Alle Drei können auch ohne Schwimmweste schwimmen, besitzen allerdings trotzdem Schwimmwesten, die gerade bei Ausflügen ans Wasser, wo man selber nicht mit ins Wasser kann, für mehr Sicherheit sorgen und auch das Schwimmen erleichtern.

    Ich würde jedem, der seinem Bulldog diesen Badespaß gönnen möchte, ans Herz legen ein paar Euro zu investieren und eine Schwimmweste für den Liebling zu kaufen, damit der Badeausflug nicht in einer Tragödie endet, sondern man entspannt den Spaß und die Freude mit seinen Hunden genießen kann.

    Ich bin immer wieder gerne bereit, ein Schwimmenlernen für Bulldoggen zu organisieren.

    Bei Interesse schreibt mich an.

    P.S. Mein Tipp: Stanley wiegt 27kg und hat eine EzyDog Schwimmweste in Größe M.
    Eure Alex mit Sir Stanley

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    Dienstag, Juni 17, 2014

    Heute berichtet Gastbloggerin Katharina Kaiser

    Tahila ist jetzt Therapiehund :-)


    29. 3. 2014: Halihalo ;) Ich schicke Euch ein paar Bilder von Tahila. Ab Montag machen wir nun endlich beide die Ausbildung zum Therapiebegleithund.

    Ich bin gespannt - den Vortest hat Tahila nur mit "bedingt geeignet" bestanden. Ich schiebe es auf ihren Sturkopf, der Hundetrainer auf meine inkonsequente, zu gutmütige Erziehung :-) Aber ich bleibe optimistisch. In 2 1/2 Wochen wissen wir mehr. Ansonsten geht es uns beiden sehr gut. LG Katharina und Tahila

    16. 4. 2014: Guten Morgen, so die zwei Wochen sind um, und wir waren erfolgreich!!! Tahila ist jetzt ein Therapiehund.

    Zur Belohnung gab es für alle Hunde ein Hundeeis, Tahila hat sich raufgestürzt. Jetzt geht es nur noch darum mit meiner Chefin (Psychiatrisches Krankenhaus) zu verhandeln, wann und wie ich Tahila einsetze. Es sind leider nicht alles Hundefreunde auf Arbeit, so dass es nicht ganz einfach wird.

    Liebe Grüße wünschen die schwer arbeitende Tahila und Katharina

    Liebe Katharina und Tahila,

    Wir alle gratulieren Euch zu diesem Erfolg, und wir wünschen Euch viel Freude bei der gemeinsamen Arbeit :-), Cornelia und die LeserInnen

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    Freitag, Juni 13, 2014

    Diese Tragodie warnt uns alle:

    Bill ertrank in einem Teich


    2. Juni 14, Alexandra Bombek mailt: Bulldoggen können nicht alle schwimmen.

    "Hallo Cornelia, gestern erreichte mich eine traurige Mail. Beim letzten Treffen an der Talsperre (siehe Bericht vom 19. Mai 14) war Corinna mit ihrem schwarz-weißen Bulldog mit dabei. Ihr geliebter Bill (1 Jahr alt) ist in einem Teich ganz schnell ertrunken, es gab wohl keine Rettung mehr.

    Ihr Erlebniss als Warung für andere, es wäre vielleicht ganz gut darüber im Blog zu berichten... damit es anderen nicht so ergeht. Einen schönen Tag noch. Alex"

    Liebe Corinna, es tut uns allen im Herzen leid, dass Du Bill so plötzlich und unerwartet verloren hast. Jeder von uns kann Deinen Schmerz mitfühlen, sei Dir unserer sehr traurigen Anteilnahme gewiss.


    Bills und Corinnas Schicksal muß uns alle warnen: Nicht jeder Bulldog kann schwimmen.

    Bitte, laßt Euren Bulldog, wenn er noch nie in tieferem Wasser geschwommen ist, nicht ohne Schwimmweste in ein Gewässer, wo er mit seinen Füßen den Boden nicht mehr berühren kann!

    Informiert Euch bitte

    im Blog-Beitrag vom 10. April 2014 wie Hunde schwimmen, und warum das für manche Bulldogs ein tödliches Problem sein kann.

    -

    Es gibt noch ein weiteres Sommerbad-Risiko: Kälteschock

    Wir wissen, dass Menschen, die bei heißem Wetter voll in kaltes Wasser springen, an einem Herzschlag sterben können. Der Kreislauf kann oft einen solchen plötzlichen Kälteschock nicht verkraften. Hunden kann das genau so passieren!

    Einen überhitzten Bulldog darf man zunächst nur mit den Beinen und dem Unterbauch in kaltes Wasser lassen, bis das Blut sich etwas abgekühlt und der Kreislauf sich angepasst hat! Sonst riskiert man einen oft tödlichen Herzschlag!


    Dienstag, Juni 3, 2014

    Bulldog bellte sich in Tierpension zu Tode


    In der Urlaubszeit suchen manche Bulldogger für ihre Lieblinge eine Pension - und bei der Auswahl kann man nicht gewissenhaft genug sein, wie diese furchtbare Geschichte zeigt (Quelle Daily Mail):

    Einen Hund tagelang sich die Kehle aus dem Hals bellen zu lassen ohne sich um ihn zu kümmern, das ist Tierquälerei!
    Der Bulldog, "Cowboy", wurde tot in seinem Zwinger in Manhatten aufgefunden, weil Pfleger und Tierärzte der Pension sein notleidendes Bellen ignoriert hatten. Dagegen sagten die zuständigen Tierärzte zunächst, der Hund sei an Herzversagen gestorben, und es hätte nichts gegeben, was sie hätten tun können, um ihn zu retten. Eine im Zuge der Klage der Besitzerin erfolgte Autopsie ergab, dass Cowboy sich durch ununterbrochenes Bellen erstickt hatte.

    Die Besitzerin, Marie M., behauptet, die Ärzte an der Riverside Animal Clinic hätten versucht ihre Fehler durch die Behauptung "Tod durch Herzinsuffizienz" zu vertuschen. Die Angeklagten ignorierten offensichtliche Anzeichen von Cowboys Kummer, so dass er für Tage weiter bellte, ohne richtige Pflege oder Aufmerksamkeit zu bekommen. Dadurch schwoll sein Hals so an, dass er erstickte.

    Ein Bulldog kann eher als andere Hunde durch Schwellungen im Hals ersticken, da er oft einen verengten Luftweg wegen eines vergrößertes Gaumen- und Kehlkopfsegels hat. Atemnot tritt dann schneller ein. Und permanentes, tagelanges Bellen führt zwangsläufig zu Schwellungen.
    Darüber hinaus beweisen die Röntgenaufnahmen aber, aufgrund derer der behandelnde Arzt behauptete Cowboy starb an Herzversagen, dass Cowboys Herz normal war. Entsprechend der Klage war Cowboy "bei guter Gesundheit", als Marie M. ihn übergab. Sie sagte auch dem Personal ausdrücklich, dass Cowboy noch nie länger von ihr getrennt war, und ihr wurde versichert, dass er gut behandelt werden würde.

    Marie M. rief 4 Tage, nachdem sie Cowboy in Verwahrung gegeben hatte, dort an und ihr wurde gesagt, dass alles in Ordnung sei. Am nächsten Tag war Cowboy tot.

    Die Besitzerin sagt weiter aus, dass sie dann nicht einmal aufgerufen wurde, um sie über den Tod zu informieren. Stattdessen schickten sie ein E-Mail an ihre Mutter, die auch einen Hund dort hatte, und baten um einem Rückruf. Der Mutter wurde dann am Telefon gesagt, dass Cowboy gestorben sei.

    Die Autopsie hatte auch ergeben, dass Cowboys Magen voll von Luft und sein Hals angeschwollen war, was auf Atemnot hindeutet. Es geht weiter: "Die richtige Diagnose einer schweren Kehlkopfentzündung und der Atemwege, gefolgt von geeigneten Sofortmaßnahmen, würden Cowboy das Leben gerettet haben."

    "Sein Tod ist sehr schockierend, einfach nur schrecklich" klagt Cowboys Familie. "Jeder liebte Cowboy. Er war ein wunderbarer Hund."


    Montag, Mai 26, 2014

    Schuld und Schuldgefühle


    Hunde können sich schuldig fühlen - in dem Sinne, dass sie wissen, sie haben etwas gemacht, was RudelchefInnen missfällt. Warum sonst schaffen sie es sofort weg... oder sind ärgerlich... oder beides...

    Neulich hatte sich Frieda etwas erbrochen, und zwar genau auf der Türschwelle zwischen Flur und Esszimmer. Sie war im Flur, aber Kosmo noch im Esszimmer. Stu (ich war nicht im Haus) holte einen Lappen aus der Küche, um das Erbrochene wegzuwischen und Frieda zu trösten.

    Kosmo hatte sich indessen in die hintere Esszimmerecke zurückgezogen und schaute überall hin, bloß nicht in Richtung Erbrochenem. Er benahm sich, als hätte ER sich erbrochen, oder als würde Stu glauben, dass er es gewesen sei, denn Frieda hatte ja nur liebe Worte zu hören bekommen. In unserer Sprache benahm er sich so, als befürchte er einen "Justizirrtum" ;-)

    Nachdem Stu das Erbrochene weggeschafft hatte, forderte er Kosmo in ganz normalem Tonfall auf, mit ihm ins Wohnzimmer zu gehen. Kosmo bewegte sich nicht vom Fleck, sah aber jetzt ertstmals zögernd auf die Stelle, wo das Erbrochene gelegen hatte. Nun lockte Stu ihn mit sanfter und zärtlicher Stimme, rauszukommen. Kosmo vertraute darauf, dass er entgegen seinen Befürchtungen nicht verantwortlich gemacht würde, kam zur Tür und sprang hoch über die noch feuchte Stelle hinweg....

    Das für uns Erstaunliche ist, dass wir nie böse geworden waren, wenn einer von Beiden sich einmal erbrochen hatte (was nur dann gelegentlich vorkam, wenn sie zu große Stücke runtergeschluckt hatten). Kosmo wußte aus sich selbst heraus, dass "das nicht so ganz in Ordnung war"; vielleicht hatte er es daraus abgeleitet, dass wir immer alles Erbrochene sofort beseitigt hatten (?!).

    Ein ganz wunderbares Video zum Thema: "Guilty Bulldog"

    und auch noch zum Thema "Damenschuhe" (siehe vorigen Beitrag) : LINK HIER!


    Donnerstag, April 10, 2014

    Wie schwimmen Hunde ?

    Warum schwimmt nicht jeder Bulldog?


    Menschen und andere Land-Säugetiere lernen Schwimmen, indem sie zunächst einmal mit ihren Gliedmaßen paddeln. Was meint diese "Paddeln" beim Hund, und was bedeutet es für den Bulldog?

    Dr. Frank Fish untersucht in seinen Forschungen (Quelle: Science Daily, Jan. 5, 2014) das "Hunde-Paddeln" (um Rückschlüsse ziehen zu können, wie die Anatomie der frühen Landsäuger gewesen sein muß, aus denen sich die Wale entwickeln konnten.)

    Dr. Fisch und seine Kollegen machten Unterwasser-Videos schwimmender Hunde und analysierten die Bewegungsabläufe. Sie stellten fest, dass Hunde ein besonderes "Hunde-Paddeln" - eine dem Trab ähnliche Bewegungsart - zum Schwimmen verwenden; das heißt die jeweils diagonalen Beinpaare bewegen sich zusammen.

    Ein trabender Hund bewegt sich schneller als ein gehender, und ein schwimmender (paddelnder) bewegt seine Beine noch einmal schneller als beim Traben auf Land. Die Grundbewegung des Trabens bleibt beim Schwimmen die gleiche, aber sie ist nicht nur schneller, sondern auch der Bewegungsbereich der Beine geht über ihren Bewegungsbereich an Land hinaus. Dieses "Hunde-Paddeln" variiert von Rasse zu Rasse nur sehr wenig.

    Dr. Fishs Studien belegen eine starke Evidenz, dass längere, paddelartige Gliedmaßen den Lernprozess des Schwimmens (Trab-Paddelns) sowohl beim Individuum als auch bei einer Spezies beschleunigen.

    -

    Was bedeutet "Trab-Paddeln" für den Bulldog?

    • Jeder Hund muß seine Beine beim Schwimmen=Trabpaddeln sehr schnell und dabei weiträumig bewegen, um nicht unterzugehen. Und je kürzer diese sind, um so schwächer ist ihre Paddelwirkung, das heißt um so schneller muß er es tun.
    • Der Bulldog hat - besonders im Verhältnis zu seiner Körpermasse - kurze Beine, muß sich beim Schwimm-Trabpaddeln also sehr anstrengen.
    • Schwimmen, zumindest eine etwas längere Strecke, kann deshalb nur ein echt konditionsstarker, sehr fitter, in seiner Anatomie nicht extrem ausgeprägter Bulldog!
    • Beim Schwimmen muß der Hund gut durch die Nase atmen können und das Maul geschlossen halten. Ins weit geöffnete Maul würde zu viel Wasser hinein schwappen und der Hund würde bald ertrinken.

    • Bulldogs, die übertypisiert kurze Nasen und dadurch verengte Nasengänge haben, bekommen durch diese nicht genug Luft, um sich mit anstrengendem "Trab-Paddeln" über Wasser zu halten. Das bemerken sie selbst sehr schnell und schrecken deshalb vorm Schwimmen zurück.

    Bulldogs können schwimmen lernen, und sei es mit Schwimmweste: Alexandra Bombek hatte vor 1 1/2 Jahren einen professionell geleiteten Schwimmunterricht für unsere Bulldogs organisiert, der dies bewies - siehe Beitrag vom 3. September 2012.

    Eine Schwimm-Weste sollte bei ersten Schwimmversuchen Pflicht sein. Mancher Bulldog kann bald auf sie verzichten, mancher aber braucht sie lebensnotwendig immer in solchen Gewässern, wo er keinen Boden mehr unter den Pfoten hat.

    Testen sie das Schwimmvermögen und die Schwimmdauer Ihres Bulldogs, bevor Sie ihn ohne Schwimmweste in einem See Stöckchen holen lassen :-)


    Fortsetzung HIER !

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    Cornelia Savory-Deermann Cornelia Savory-Deermann

    Cornelia
    Savory-Deermann
    , geboren 1945 in Wuppertal, hat seit inzwischen 37 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungs- und Ehrenmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.".

    Jetzt sollen die Bulldogs zusätzlich hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Jeder Leser kann Blog-Beiträge an Cornelia schicken, Eure Bulldog-Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen. Der jeweilige Autor behielt sein Copyright an Bildern und Text, gab aber Cornelia ein einmaliges, unwiderrufbares Nutzungsrecht für eine Veröffentlichung in diesem Blog.


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    Unser Tierarzt und
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    Tier-Gesundheitszentrum Peter Söhl
    Lichtenau/Paderborn




    Standard des English Bulldog, gültig seit Oktober 2009



    Cornelia´s Bulldogs

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    Cornelia´s Bulldogs aus Künstler-Sicht




    English Bulldog
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    Wichtige Hinweise zur Welpensuche
    und von Zeit zu Zeit Vorstellung guter Würfe:

    Update: 21. 3. 2008

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    Betrugswarnung



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    Cornelia Savory-Deermann


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