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Archiv: Beiträge 2026
Clara
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Beiträge "Clara": September, Oktober, November, Dezember 2026 siehe unten
Montag, September 28, 2026
Im Birkenwald, im Eichenwald und auf giftigen Bleiwiesen
Wir entdeckten in der Farnwildnis dort einen schönen Birkenpilz. Der Wind bließ über das flache Tal - er brachte die Birken zu einem erstaunlich lauten, helltonigem Rauschen. Es war deutlich lauter, als ich es von unseren Buchenwäldern her kenne. Vermutlich lag das an den vergleichsweise kleinen, feinen und hoch beweglichen Birkenblättern. Kleine Birkensamen flogen in Massen durch die Luft.
Dieser Wald mit seinem taillenhohen, den Boden völlig bedeckenden Farn und seinem lichtdurchlässigen Laubdach hatte seinen ganz speziellen, zarten Charme.
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Unter einer Eiche entdeckten wir einen Spei-Täubling. Die sind zum Teil eßbar. Aber nach dem alten Motte "nomen est omen" verzichtete ich auf einen Test ;-) ![]()
Die weltweit nur hier wachsenden lila Galmeiveilchen blühten seit vielen Wochen und immer noch. Die lila Lupineninseln im weitgehend giftigen Erdbereich waren dagegen bis auf eine einzige Pflanze verblüht und verschwunden.
Wir gingen über dies giftverträgliche Gras zum Waldrand. Auf manchen Grasbüscheln sackte man weich und tief ein wie in einem Moor. Dabei war hier alles trocken. An anderen Stellen sackte man genauso tief ein, aber abrupt in ein verdecktes Loch. Sogar Clara ging für ihre Verhältnisse vorsichtig voran.
An einem der großen, alten Nadelbäume hatte eine oberschenkeldicke Wurzel einen Stein hochgedrückt und teilweise freigelegt. Eine Erdhöhle war darunter entstanden; ein Schutz für Kleintiere vor Regen, Schnee oder Feinden.
Freitag, September 25, 2026
Ein neues Stück Waldpfad entlang der renaturierten Altenau
Inzwischen ist diese Blockade durch ein neues Stück Pfad weiter unten am Hang umgehbar. Und, wie ich auf der Wanderkarte entdeckte: an seiner tiefsten Stelle kann man einen Abstecher mitten hinein ins sumpfige Auental der Altenau machen! Ich fuhr mit Clara hin. Sie rannte gleich vom Parkplatz aus den schmalen Hangpfad hoch, der vom asphalierten Talweg abweicht. Sie liebt ihn. Nun, sie würde sich wundern, wenn wir diesmal an der Blockadestelle nicht umkehren würden :-)
Der neue Pfad blieb unten neben einem leeren, gerade verlaufendem Bachbett. Ich überlegte, daß dies das alte, kanalisierte Bachbett gewesen sein könnte. Viele Bäume zeigten beeinddruckende Balanceakte, um nicht von der hohen Uferkante vom Regen weggewaschen zu werden.
Dieses alte Bachbett war eine Auffangrinne für all die Bäume, die sich mit all ihren Wurzelkraft irgendwann nicht mehr gegen die Schwerkraft hatten wehren können. Ein Bild gewaltiger Kräfte...
Irgendwann bog ein Trampelpfad wieder runter zum Talgrund ab. Ein Gatter mit Schild daran war erkennbar: vermutlich der Abzweig zu der sich wieder frei windenden Altenau. Ja, "Hunde anleinen - auf dem Pfad bleiben"
Hinter dem Gatter wurde der Boden leicht sumpfig und wir mußten auf feuchte Kuhdunghaufen aufpassen. Alte, bemooste Äste lagen herum. Clara und ich stapften vorsichtig zum Bachübergang aus dicken, großen Steinen.
Clara wollte den Bach im Wasser durchqueren, die Steine erschienen unnötig dazu. Und ich hatte Sorge, mit Clara an der Leine auf diesen Brocken die Balance zu verlieren. Der Matschboden lockte mich auch nicht wirklich rüber. Ich würde für diesen Pfad auf eine trockenere Gelegenheit warten. Wir wanderten zufrieden die Wildnis genießend zurück.
Dienstag, September 22, 2026
Der Spätsommer endete zu Claras und meiner Freude kühl
Aber Clara gefiel er! Sie nutze einen kleinen Wiesenfleck um sich dem Wohlgefühl des Rumrollens hinzugeben :-). Und ich sah einige Besonderheiten, so wie einen langen, blühenden Gilbweiderich in drei Meter Höhe in einer Stammgabelung!
Nach einer Weile schloß sich der Wald vor uns. Wir konnten aber noch gut ein wenig hineingehen. Ich warf einige Leckerli ins Laub, ohne daß Clara deren Landungsstelle sehen konnte. Sie war also eine Weile konzentriert und geduldig damit beschäftigt, diese in Kreisen um mich herum zu suchen.
Als Clara sich schnuppernd vergewissert hatte, daß meine Gürteltasche keine Leckerlis mehr verbarg, ging sie zufrieden mit mir zum Auto zurück.
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Die Kuhlen waren alle leer, und der Waldboden nur oberflächlich feucht. Auf Pilze mußte ich noch warten.
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Das rack-zack Abschneiden machte riesigen Spaß. Ein sehr netter Mann mit einem Schäferhund und einem durch Arthrose invaliden, zweiten Hund begegnete uns. Er hatte für seinen alten, humpelnden Hunden einen Hundewagen dabei: wenn der sich hinlegte, wurde er in diesen Wagen gehoben, bis er wieder laufen wollte. Der Schäferhund gehorchte aufs Wort, hatte zu Claras Enttäuschung aber keine Lust mit ihr zu spielen. Er war vom herumliegnden Bruchholz so fasziniert, daß ihm alles andere um sich herum egal war :-). Der Mann fand unsere Brombeerschneideaktion einfach toll :-). Gaby machte ein Foto; ich diesmal gar keins. Clara beobachtete unsere Schneideaktion mißtrauisch. Jedenfalls kam sie vernünftigerweise nicht auf die Idee, sich auf dem Boden rumzurollen. Sie tat es erst, als wir zurüch am Grasplatz beim Auto waren :-)
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Als auch ich keine Anstalten machte, mich aus meinem Sessel zu erheben, nahm Clara das Faulenzen gott- und wetterergeben hin :-)
Samstag, September 19, 2026
Naturwaldzelle im Bürener Wald
Diese Regenwasserabflußbäche sind in unserer Gegend, da nicht wirtschaftlich sinnvoll zu nutzen, naturnah geblieben. Deshalb lieben wir Wege, die ihnen folgen. Oben auf der Höhe begann ein Forst. Clara und ich erleben deren Uniformität als wenig anregend, deshalb gingen wir zurück. Unten, wo der Weg zur Naturwaldzelle beginnt, entdeckten wir etwas seitwärts liegend ein weitgehend von steilen Steinwänden umrundetes flaches Becken. Beeindruckend, diese waagerecht liegenden Kalksteinschichtungen und die dicken Wurzeln, welche die Bäume an den Kanten aufrecht hielten.
An einer Seite war diese Steinwand von Regenwasser abgeflacht, wir konnten dort vorsichtig hinaufkraxeln und zum Naturwaldzellenweg jenseits der Höhe wieder hinunter .
Diese Naturwaldzelle schien mir noch jung zu sein, denn die meisten der herumliegenden Stämme waren von Sägen gefällt worden, nicht von Wind und Wetter. Etwas unheimlich waren die dunklen Tiefen der Bachrinne unter den quer darüber liegenden, schon bewachsenen Stämme.
Clara sprang in ein riesiges Erdloch hinein. Sie schaute sich um und überlegte, welchen Aufstieg sie nun nehmen könnte :-). Ihr gefiel es hier, sie erlebte diesen Naturwald noch intensiver als ich.
In den Bürener Waldern gibt es inzwischen mehrere solcher Naturwaldzellen. Diese Entwicklung freut mich sehr.
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Mittwoch, September 16, 2026
Ein blockiertes Nasenloch, Clara im Adrenalinrausch und mehr
Wir fuhren zum nahen Muchtal, das in einer besonderen Dämmerunsstimmung dalag: tiefgraue Wolken, die in ihrem Kern rosafarbenes Sonnenlicht reflektierten. Der Mond war schon aufgegangen.
Clara war glücklich; sie hatte nicht mehr fest damit gerechnet, überhaupt noch raus zu kommen :-)
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Der Weg dorthin wirkte, als hätten Waldarbeiter vor Jahren ihre Arbeit abrupt eingestellt. Gaby hat keine richtigen Outdoor-Schuhe, aber sie stieg tapfer mit ihren glattsohligen Straßenschuhen über all das manchmal auch auf dem Weg sogar gehäuft rumliegende große und kleine Gehölz herüber. Dieses riesige, offensichtlich frische Erdloch, die Doline, ließ sie dann staunen.
Nach einer Weile weiter auf dem alten Forstweg, der schon kurz vor der Doline im rechten Winkel abgebogen war, gingen wir zum Auto zurück, weil Clara uns in Schrecken versetzte. Sie nießte immer wieder gewaltig los! Ihr ganzer Körper schüttelte sich dabei. Dies zwanghafte Nießen bedeutete, sie hatte eine Granne oder Ähnliches beim Schnüffeln ins Nasenloch bekommen. Eine Granne muß wegen ihrer Widerhaken häufig herausoperiert werden! Aber wir hatten Glück: Langsam wurden die Pausen zwischen den Nießanfällen etwas länger. Sie versuchte sich selbst zu helfen, indem sie ihre Nase in der feuchten Erde rieb, die Wildschweine aufgerissen hatten. Als wir beim Auto ankamen, hatte ihr Nießen gottseidank ganz aufgehört :-)
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Ich war erstaunt, wie schnell dieser Kahlschlag wieder zugewachsen war. Von den Baumstümpfen war so gut wie nichts mehr zu sehen. Junge Buchen überwölbten sogar inzwischen den Pfad.
Die von den Förstern vor zwei Jahren neu gesetzten Tannen waren von ihnen sich selbst überlassen worden. An sich ist das richtig, aber dann muß man vorher genau überlegen, für welche Bäumchen man das Geld ausgibt. Und die eingepflanzten Amerikanischen Riesentannen sind an der feuchten, nördlichen Westküste der USA und Kanadas zuhause. Sie brauchen Regen, der dort hinreichend fällt - aber bei uns inzwischen kaum noch! Unsere wilden Brombeeren sind die nächste Gefahr: Sobald sie genug Licht bekommen, überwuchern sie mit aggresivem Wachstum alle anderen Pflanzen. Die Tännchen waren mitten unter diese Brombeeren gepflanzt worden. Das nächste Mal bringe ich eine Gartenschere mit und schneide "meine" drei Tännchen soweit es geht frei.
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Die uralte, aber noch voll vitale Sommerlinde vor dem Kapelleneingang beeindruckt wohl jeden mit ihren bizarren Formungen, die sie im Laufe ihres Lebens entwickelte. Auf den Wiesen bei dieser Einsiedelei und den Grabstätten spielten Gaby und ich mit Clara Mantrailing. In ihrer Jugend hatte ich mit ihr in einer Gruppe diese Aufgabe oft mitgemacht. Ich hörte damit auf, als ich wegen meiner Rückenprobleme nicht mehr an ihrer Leine hängend ihr Tempo mitmachen konnte. Ok, Gaby versteckte sich hinter Bümen an der Waldgrenze. Clara kennt das Kommando "Such" genau. Ich hatte sie hier nicht an der Leine - und sie erstaunte mich: sie rannte etwas vor und hielt dann an, bis ich "endlich" nachkam. Sie versteht das Man-Trailing als gemeinsame, spannende Aufgabe. Bei Gaby angekommen, die sie natürlich gleich aufspürte, riß sie ihr das Leckerli fast aus der Hand. Ein Lohn gehört eben zu jedem Job :-) Auf der Wiese tollte Gaby auch noch ein wenig mit ihr herum.
Auf der Fahrt zurück nach Hause hielten wir oberhalb des früheren Klosters Böddeken an und spazierten entlang einer herrlichen Eichenalle. Solche prächtigen, freistehenden Eichen sind selten geworden.
Zuhause forderte mich Clara gleich in hochtonigem Gebell auf, mit ihr auf dem Teppich weiter zu spielen, was bei ihr rumbalgen meint ;-). Sie war definitiv noch im Adrenalinrausch! Herrlich :-)
Sonntag, September 13, 2026
Eine Steinwand, eine Wiesenquelle und ein dornenreicher Pilgerweg
Der sich windende Regenwasserbach entzückte mich wieder in seiner wilden Urtümlichkeit. Wasser als Landschaft gestaltende Kraft! Diesmal aber richtete ich meine Aufmerksamkeit aber mehr auf die Steilhangseite des Weges. Eine Felswand dürfte nur dort zu finden sein. Und richtig, hinter einer Blätterwand entdeckte ich sie. Sie erhob sich ein wenig hinter mehr als mannshohen Büschen und einem fast zugewachsenen, tiefen Bodenloch. Clara folgte mir nicht; zog es vor, auf dem Weg auf mein Wiederauftauchen zu warten ;-)
Kalkgestein trat vor und hinter dieser Wand vermehrt und verwittert an der Oberfläche des Hanges zutage. Die geduldig gestaltende Kraft des Wassers konnte ich auch hier ablesen: Risse entstanden, verbreiterten sich und sprengten schließlich das Gestein. Leider waren alle so wunderschön blauen Glockenblumen verschwunden, denn die Ränder des Weges waren inzwischen abgemäht worden. Also freue ich auf sie im nächsten Sommer :-)
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Es war keine Rinderherde auf der Weide, also konnten wir über die Wiesen zum östlichen Holtheimerbach darüber laufen. Einige Stellen waren sumpfig, denen wichen wir aus. In Anbetracht der Trockenheit der letzten Wochen floß ziemlich viel Wasser im Bach. Wir gingen bis zu einem kleinen Zufluß aus den Wiesen am Ufer entlang. Ein Rinnsal nur, wir folgten ihm zu seiner Quelle. Diese lag vielleicht zwei Höhenmeter tiefer als die versiegte Quelle an der Eiche. Bei einem höheren Grundwasserspiegel stehen diese tieferen Stellen der Weiden im Wasser.
Es begann wieder zu regnen und wir fuhren nach Hause.
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Der uralte und vergessene Pilgerpfad zwischen Atteln und Ebbinghausen hatte mich schon immer mal gelockt. Vom Ebbinghausener Ende war er inzwischen unzugänglich. Vom Attelner Ende waren wir ihn immer nur ein kurzes Stück spaziert, da die Brombeerbüsche ihn sich mehr und mehr einverleibten. Ich wollte es trotzdem einmal wenigstens bis zum Waldrand versuchen.
Mein Klapphöckerchen, das ich immer für kurze Geh-Pausen bei mir habe, diente mir hier auf diesem völlig unebenen Weg als durchaus wirksame "Balance-Stange". Und da dieser Weg von ihn überwölbenden Brombeerranken voll war, diente es mir auch als Mittel diese runter zu drücken oder beiseite zu halten. Ein paar Mal hatten mich solche Ranken am Sprunggelenkt wie eine Fußangel festhalten. Ich zog sie dann mit der Höckerchenstange wieder weg, um mir die Hände nicht zu verletzen. Ein echtes Mehrzweckwerkzeug! Ich hatte mich immer gewundert, daß Clara bei unseren Abenteuern ;-) sich noch nie an Brombeerdornen verletzt hatte. Jetzt beobachtete ich warum: Sie überstieg die Ranken oder drückte sich unten drunter durch - und das ohne langsamer zu werden oder sonstwie zu zögern! Auf diesem Weg allerdings zögerte sie ein- oder zweimal vor einem dichten Dornenrankengewirr. Ich schob diese mit dem Höckerchen dann auch für sie beiseite.
Clara ging den ganzen Weg wenige Meter vor mir her. Ich war beeindruckt, wie sie aus ihrer niedrigen Sichthöhe heraus immer die manchmal sogar weggewaschene Reifenspurrinne der vor Jahren hier hergefahrenen Trecker auswählte, die im Vergleich die besser zu bewältigende war! Clara hat noch viel Wolf in sich - außer daß ihr jeder Jagdinstinkt fehlt. (Dafür liebt sie Schaukämpfe, besonders mit mir ;-) Sie bleibt unterwegs stets bei mir. Wunderbar, denn ihre Sicherheit in der Natur ist mir so wichtig, daß ich dafür ihre Unsicherheit in der "Zivilisation" gerne hinnehme.
Donnerstag, September 10, 2026
Wir entdeckten eine neu entstandene Doline
Der durch die Hitze trocknende Waldmeister verströmte seinen betörenden Duft im ganzen Wald. Ich atmete ihn immer wieder tief ein - wunderbar. In diesem Wald standen alte Eichen und Buchen immer wieder mal frei. An anderen Stellen wies junger Buchennachwuchs auf die Beforstung hin. Die Geschichte des Waldes als früheren Fichtenforst erkannte man an jungen Fichten, die von alten Laubbäumen "adoptiert" worden waren. Es lag viel Bruchholz herum, aber auch gelegentlich gefällte dicke Stämme. Ein Wald voller Vielfalt.
Clara hatte ganz besonders gute Laune - so wie ich die immer wieder anders ge- und bewachsenen Waldszenen bewunderte, erlebte sie wahrscheinlich die Duftwelten hier. Ich mußte nicht lange warten, bis sie ihrer Freude durch Rumräkeln im Laub Ausdruck gab. Ich schaffte es diesmal sogar scharfe Fotos davon zu machen :-). Ihre Freude erinnert daran, wie Babys herumstrampeln, wenn sie zufrieden und glücklich sind.
Nach einer Weile sah ich vor uns an der Seite einen hellen, frisch entstanden wirkenden Erdfleck. Ich dachte, da wurde ein mächtiger Baum entwurzelt oder irgend etwas Ähnliches. Hatte Waldarbeiter im Verdacht. ABER: Als wir näher kamen erkennte ich meinen Irrtum. Wir standen vor einem symmetrischen Erdtrichter! Das ist die typische Form einer Doline! Ein Loch in einer Kalkschicht über einer unterirdischen Höhle hatte die Erde verschluckt! Wir leben ja hier in einem Karstgebiet, also war dies eine naheliegende Erklärung. Diese Doline mußte ziemlich noch frisch sein, denn es waren weder im Grund noch an den Seiten Spuren von Pflanzenwachstum zu erkennen. Spuren menschlicher Tätigkeit gab es übrigens auch nicht. Und da überhaupt kein Laub in ihr lag, kann sie erst nach dem letzten Herbst eingebrochen sein.
Ich war begeistert und nannte mich selbst einen Glückspilz, eine Doline mitten im stillen Wald entdeckt zu haben. Clara ließ sich anstecken, sie ging nah an den Trichter heran - und warf sich hin um an der Kante ihre Faßrollen zu drehen! Aus ihrer Sicht war der Erdrichter nur eine etwas sehr groß geratene Kuhle! Also erst mal vorsichtig am Rand testen ;-)
Der Weg war schon seit einiger Zeit nicht mehr gut erkennbnar gewesen. Und bald nach dieser Doline schien er sich aufgelöst zu haben. Wir gingen beschwingt zurück :-)
Montag, September 7, 2026
Im unteren Totengrund
Der Bach hat hier mehr Regenwasser gesammelt und damit abzuführen als im oberen Totengrund, sieh vorigen Beitrag. Das Bachbett bildete deshalb viele Nebenarme, kleine Inseln und Halbinseln. Je höher das Wasser stieg, um so mehr davon. Der Totengrund zeigte sich hier leicht chaotisch.
Wir wollten zum Grund runter, mußten aber eine für mich nicht zu steile Möglichkeit erst mal finden. Manche Gradwege zwischen leeren Wasserlöchern waren echt schmal - eine spannende Herausforderung, wenigstens für mich ;-)
Es machte Spaß auf den schmalen Graden zu gehen. Clara lief sicheren Fußes vor, ich langsam und vorsichtig hinterher. Am Grund war die Erde noch leicht feucht, Clara legte sich darauf - aber rollte sich nicht darin herum. Die kühle Erde war offensichtlich für sie angenehm unter ihrem Bauch :-)
Laubkuhlen für Clara - zum Faßrollenspaß - gab es auch genug. Wir durchstreiften diesen Abschnitt des Totengrunds voller Lust und Laune. Angeschwemmtes Bruchholz umgingen oder überkletterten wir dabei. Dieser Teil des Totengrundes liegt unterhalb des großen Picknick-Pilzes am Asphaltweg auf circa halber Höhe der Talschlucht. Hier streifen häufiger Kindergarten- und Schulgruppen durch die Natur. Um so erfreulicher, dass ich keine einzige Müll-Hinterlassenschaft sah :-)!
In solch verwildertem Gelände blühen Clara und ich auf. Jeder Schritt hält die Aufmerksamkeit fest im Hier und Jetzt. Clara genoß es sichtlich, daß ich ihre größeren Sprünge nicht mehr aus Angst um sie verbiete. Ich habe verinnerlicht, daß sie ihre Leistungsgrenzen besser kennt als ich :-)
Clara weiß, daß ich oft Leckerli im Gürtel dabei habe. So wie diesmal. Sie kam zu mir und starrte auf meinen Gürtel. Das Leckerli machte ihr Glück vollkommen ;-)
Freitag, September 4, 2026
Im oberen Totengrund
Clara war aus dem Häuschen vor Freude. Ein Gelände nach ihrem Power-Herzen ;-). Nach einigen Rauf-runter-Runden durch die sanften, nur alle zig Jahre mal gefüllten oberen Hochwasserrinnen schmiss sie sich in einer auf deren weich belaubten Grund und rollte sich vor Vergnügen auf dem Rücken herum. Schnelle Fassrollen beherrscht sie perfekt!
Das Gelände fiel sanft ab bis zum steinigen Bachbett. Clara liebt ihre Fassrollen, und hier konnte sie diese immer wieder üben ;-). Das eigentliche Bachbett hatte in den Zurven hohe, steile Uferkanten, wir fanden jedoch Abstiegsmöglichheiten in diesem sich selbst überlassenen Tal.
Alte, mächtige Bäume hielten mit ihrem Wurzelwerk am Ufer der Erosion durch Regen und Strömung lange Stand. Ich fand es faszinierend, wie dies hier zu beobachten war. Clara und ich durchstreiften den Talgrund bachabwärts. Angeschwemmtes Geäst und Stämme hatten oft Hindernisse für das Wasser gebildet. Als Folge hatte es dort durch Strudeln Löcher ins Bachbett gedreht. Erstaunlich tief waren sie machmal.
Ich liebe es über natürliches Gelände zu gehen: wenn ich jeden Schritt anders als den letzten setzen muß, hält mein Rücken besser durch. Die Monotonie des Gangs auf geraden, geglätteten Wegen strapaziert meinen Rücken durch die stets gleiche Belastung deutlich mehr.
Zurück hinauf zum Auto suchten wir uns einen anderen "Weg". Wir waren beide glücklich über dieses kleine Abenteuer ;-). Am nächsten Tag fuhren wir zu der Gleichen Stelle im Totengrund. Es war einfach zu wild und schön dort :-) Zurück gingen wir aber diesmal jenseits des Bachbettes einen alten, inzwischen ziemlich verwilderten Forstweg direkt entlang des Bachbetts.
Im ganzen Tal war es wegen durch die kühlenden Bäume nicht zu warm für uns. Zudem war uns keine einzige Zecke begegnet. Ich beschloß die nächsten Tage wieder im Totengrund zu spazieren - eigentlich spazierten wir ja nicht, wir erkundeten den Wald :-)
Dienstag, September 1, 2026
Bürgerwald Blankenrode und Claras Traumwald :-)
Es freute mich, daß nach diesen Stapeln gleich ein Schild "Bürgerwald" stand. Die Blankenroder Jagdhornbläserschaft hatte vor 5 Jahren eine Aufforstung des unmittelbar ans Dorf grenzenden Kahlschlaggebietes initiiert :-)
Wir gingen weiter in den alten Wald hinein. Gefällte Eichenstämme säumten den Weg. Clara blieb auf dem Kiesweg, sie schnupperte rum, zeigte sich interessiert, aber keine Ausgelassenheit und Begeisterung. So wie ich ;-)
Zurück beim Auto entdeckten wir einen Trampelpfad, der versprach durch einen urigen Waldteil der Egge zu führen. Ich merkte ihn mir für ein nächstes Mal :-)
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Clara jubelte: alle fünf Minuten warf sie sich wieder auf den Rücken und räkelte sich streckend auf dem Rücken herum. Ich freute mich :-) Der Pfad wurde schnell wilder. Wir kamen an beeindruckenden Wurzeldächern und Wurzeltellern vorbei.
Wir kamen bald zu einem quer über dem Pfad liegenden Stamm. Er war dich und für Clara ziemlich hoch. Sie maß ihn im Kopf ab und sprang mit Elan drüber. Ich blieb auf dem Stamm sitzen, wollte sie zu weiteren Srungübungen animieren. Das gelang: sie sprang so dicht an mir vorbei, daß mir klar war, sie wollte mich von ihm vertreiben und weiter wandern :-)
Leider war kurz nach diesem Stamm der Pfad nicht mehr da! Ich ging noch etwas weiter, hatte aber Angst mich zu verlaufen. Ok, Clara sollte mich zurück führen, was sie auch auf meinen Ruf "Zurück" sofort tat. Am Weg, von dem dieser schmale Pfad abbog, beschloß ich auf diesem weiter zu gehen. Er war wie ein Damm angelegt - und richtig, wir sahen Wasserlachen zwischen den Bäumen. Vermutlich waren wasserundurchlässige Bodenschichten die Ursache. Wir haben solche "Wald mit nassen Füßen"- Stellen häufiger in der Egge.
Dieser Weg lag im Sonnenschein. Es war noch Vormittag, viele Tautröpfchen auf den Blättern am Boden blitzten im Licht. Clara rollte sich nicht mehr auf dem Boden herum, sie war hier nur am Gras interessiert. Langsam wurde es wärmer, wir gingen zum Auto zurück.
Fortsetzung HIER!
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Cornelia
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